Slawische Burganlagen in Brandenburg A - M (119)


Alt Brieselang, Altfriesack, Alt Galow, Altgolßen, Altlandsberg, Alt Ruppin, Bamme, Bardenitz, Bärwalde, Barzlin, Beelitz, Beesdau, Beeskow, Belzig, Berge, Bergholz, Biesenthal, Birkenwerder, Blankenburg, Brandenburg an der Havel, Briesener Zootzen, Brüsenhagen, Buchow-Karpzow, Buckau, Buckow, Burg, Burgwall, Cottbus, Dabergotz, Döberitz-PremnitzDrense, Dümde, Dyrotz, FahrlandFalkenberg, Ferchesar-Lochow, Fergitz, Frankenfelde, Fredersdorf, Freesdorf, Frehne, Friedland, Friesack, Gahro, Garsedow, Gartz, Garz, Garzin, Gießmannsdorf, Golßen, Görsdorf, Görzke, Gransee, Groß-Beuchow, Groß Breesen, Groß Fredenwalde, Groß Jehser, Groß Lübbenau, Groß Mehßow, Grüneberg, Gülpe, Hohenfinow, Hohennauen, Horst, Jabel, Jagow, JerchelJüterbog, Kasel-Golzig, Kemnitz, Ketzin, Kietz-Rhinow, Kleinbeuthen, Klessener Zootzen, Kliestow, Klosterheide, Knoblauch, Kolochau, Kosilenzien, Kränzlin, Kremmen, Krieschow, Krossen, Kyritz, Langengrassau, Lebus, Leegebruch, LehninLenzen, Lenzersilge, Leuthen-Wintdorf, Liebenberg, Liebenwalde, Lieberose, Linum, Lossow, Luckau, Luckenwalde, Lübben, Lübbenau, Lünow, Lychen, Malitschkendorf, Mankmuß, Menz, Meyenburg, Milow, Mittenwalde, Möllendorf, Mörz, MöthlitzMühlberg-Elbe


Alt Brieselang

Nordwestlich des Ortes Alt Brieselang und nordöstlich von Nauen liegt ein größerer slawischer Burgwall. Im Volksmund wird er auch als "Bussenwall" bezeichnet. Er wurde wohl schon recht früh im 8. Jahrhundert angelegt und bis in das Mittelalter genutzt. Wie man an den Fotos erkennt, ist er noch recht gut zu erkennen. Allerdings ist er sehr schwer zu erreichen. In den Sommermonaten kann man ihn nicht betreten, weil alles zugewuchert ist und es auch keine Wege vor Ort gibt. Auch Hinweisschilder gibt es nicht. Heute liegt er an der Straße nach Nauen, nördlich des Havelkanals. In slawischer Zeit führte noch der Fluss Muhre an der Burg vorbei.

Lage

zurück


Altfriesack

Südlich des Ortes Altfriesack befinden sich die Überreste einer alten slawischen Burganlage. Zu dieser Anlage gehörten mehrere slawische Siedlungen in und um Altfriesack. So fand man beim Ausbaggern einer Kiesgrube Stiele von Pfostenhäusern, beim Wiederdurchstoßen des Rhins, eine 1,58 m hohe Götterfigur aus Eichenholz, den sogenannten "Altfriesacker Götzen". Der Götze stellt wohl einen Fruchtbarkeitsgott dar. Erwähnenswert ist noch, dass der Burgwall früher auf einer Insel lag. Man trug den Wall aber um 1850 ab, um die Insel mit dem Ort zu verbinden. Heute nennt man die einstige Burgstelle auch "Schlossberg".

Lage

zurück


Alt Galow

Ein slawischer Burgwall befindet sich westlich von Alt Galow bei Stolpe an der Oder. Das Bodendenkmal liegt auf dem sogenannten "Burgwallberg". Es handelte sich um eine kleinere Höhenburg. Einen direkten Weg zu ihr gibt es leider nicht. 1992 wurde bei Baggerarbeiten in einem Altarm der Oder nahe der Höhenburg ein Schwert gefunden. Es trägt auf einer Seite die Inschrift "+VLFBERH+T". Was dieser Schriftzug zu bedeuten hat ist unbekannt. Möglich wäre, dass es sich um den Namen des Schmiedes handelte, der das Schwert einst herstellte. Ob die Slawen selber solche Waffen herstellten ist fraglich. Es kam wohl eher durch Handel oder als Kriegsbeute in Besitz eines slawischen Kriegers.

Lage 

zurück


Altgolßen

Ein vermutlich slawischer Burgwall befindet sich in Altgolßen an der Stelle des heutigen Friedhofes. Zu erkennen sind vor Ort Wallreste von 2 bis 2,5 m Höhe mit einem Durchmesser von ca. 51 m. Man fand hier noch keine typischen Keramikscherben, daher kann man nur vermuten, dass es sich einst um einen kleinen slawischen Burgwall vom "Typ Tornow" handelte. Solche Burgen waren im 9./10. Jahrhundert weit verbreitet und stellten lokale Sitze von slawischen Kleinfürsten dar. Fast immer befand sich in direkter Nähe vor der Burg eine Siedlung, in der die Handwerker ansässig waren.

Lage 

zurück


Altlandsberg

Ein kreisrunder mittelslawischer Burgwall von heute etwa 75 m Außendurchmesser wurde von den Slawen auf einer natürlichen Uferbank an einem kleinen See errichtet. Ein Graben umgab den Wall an der ehemaligen Zugangsseite. Zum Gewässer hin setzte er aus. Vermutlich wurde der Graben mit dem Wasser des Sees gespeist. Eine Erdbrücke führte zum ehemaligen tunnelartigen Zugangstor. Der Wall erhebt sich heute noch bis zu 2,5 m über die Grabensohle. Der Archäologe Dr. Felix Biermann vertritt die Meinung, dass die Burg nicht sehr lange bestanden haben kann. Immerhin ist der Wall im Vergleich mit anderen zeitgleichen Burgen relativ schmal und war daher vermutlich nur einphasig. Eine Vorburg konnte bisher nicht nachgewiesen werden. Archäologische Ausgrabungen stehen hier aber noch aus (Stand 2017).

Lage 

zurück


Alt Ruppin

In der spätslawischen Zeit wurde das Gebiet der heutigen Stadt Neuruppin von dem Stamm der "Zamcici" besiedelt. Das Machtzentrum war eine Burg auf der Insel "Poggenwerder" vor Alt Ruppin im Ruppiner See. Man kann hier also eine gut geschütze Fürstenburg, sowie das Heiligtum des Stammes vermuten. Nordöstlich schloss sich eine langgestreckte Halbinsel an. Hier werden sich die Vorburgsiedlungen befunden haben. Mit großer Wahrscheinlichkeit gab es von dieser Halbinsel eine hölzerne Brücke zur Burgwallinsel. Diese muss aus meiner Sicht eine Länge von ungefähr 90 m gehabt haben. Wann genau diese Inselburg endgültig untergegangen ist, kann man nur vermuten. Da im Jahre 1147 die Wendenkreuzzüge und wenig später weitere Kreuzzüge deutscher Landesherren in diesem Gebiet stattfanden, ist mit einer Zerstörung der Anlage spätestens in der Mitte des 12. Jahrhunderts zu rechnen.

Lage

zurück


Bamme

Bei der Anlage handelt es sich um einen mittelgroßen Rundwall aus dem 7./8. Jahrhundert mit Vorburgsiedlung im Niederungsgebiet westlich der Ortschaft Bamme. Südlich und östlich des Burgwalls konnte der Bereich einer Vorburgsiedlung belegt werden. Besondere Bewuchsmerkmale im Niederungsgebiet lassen auch eine Befestigung dieser Siedlung vermuten. Die Burg wurde vermutlich im 9. Jahrhundert aufgegeben. Der Ringwall ist - mit Ausnahme einer Störung im südlichen Bereich - noch recht gut erhalten bzw. erkennbar. Er bestand aus einer Holz-Erdekonstruktion und wurde von einem etwa 15 m breiten Wassergraben zum Umland hin gesichert. Der im Norden der Anlage erhaltene Graben wird als Rest des einstigen Burggrabens interpretiert. Die Störung/Beschädigung der Wallanlage im südlichen Bereich erfolgte im 19. Jh, um auch die Burginnenfläche landwirtschaftlich nutzen zu können. Heute wird der Wall von einem naturnahen Stieleichenbestand eingenommen. Westlich des Burgwalls befindet sich zur angrenzenden Sanderfläche hin eine noch erkennbare Abschnittsbefestigung mit Wall- und Grabenresten.

Lage

zurück


 Bardenitz

Etwa 2,5 km nördlich von Bardenitz befindet sich im Bereich der Bardenitzer Wiesen der Standort einer mittelslawischen Ringwallanlage (Bodendenkmal 30303 Landkreis Potsdam-Mittelmark). Nach HERRMAN waren von der stark verschliffenen Anlage noch 1960 im Nordwesten Reste des einstigen Walles erhalten. Heute sind diese Reste im Gelände - und auch auf Luftbildern - nicht mehr erkennbar. Lediglich die kleine Erhöhung hebt sich im Gelände noch sichtbar ab. Die Wehranlage hatte ursprünglich einen Durchmesser von etwa 70-80 m und war von Südwesten über einen Zugangsdamm erschlossen.

Lage

zurück


Bärwalde

1.

Südlich von Bärwalde im Landkreis Teltow-Fläming liegen die Reste gleich zweier Burgen aus der slawischen Zeit. Eine davon wurde leider in der frühdeutschen Zeit für den Bau einer deutschen Anlage benutzt. Sie ist daher als solche nicht mehr zu erkennen. Ruinenreste der deutschen Anlage können aber besichtigt werden, da seit 1996 einige Sanierungsarbeiten hier stattfinden.

Lage 

2.

600 m südlich von dieser deutschen Ruine befindet sich ein slawischer Burgwall, der dagegen erhalten geblieben ist. Beide Anlagen wurden in einem Sumpfgebiet errichtet, dass in damaliger Zeit eine gewisse Bedeutung gehabt haben muss. Vielleicht verlief hier eine Art Grenze zwischen Ländereien, die den Bau von Burgen erforderte. Warum die Slawen hier gleich zwei Burgen erbauten und ob sie zeitgleich bestanden, ist noch unbekannt.
In anderen Gegenden gibt es ähnliche Beispiele. Auch dort liegen slawische Burgen sehr dicht beieinander, stammten aber meist aus unterschiedlichen Zeiten (z.B. Kastorfer See in Mecklenburg-Vorpommern). Der eingliedrige Burgwall ist etwa 80 x 70 m groß und nahezu kreisrund. Er könnte aus der mittelslawischen Zeit des 9./10. Jahrhunderts stammen. 
Ein kleiner Waldweg führt zu ihm.

Lage 

zurück


Barzlin

Der Barzlin ist eine Talsanderhebung im Spreewald und als Naturschutzgebiet ausgewiesen.
Sie befindet sich 3 Kilometer nördlich der Stadt Lübbenau zwischen Hauptspree und dem Burg-Lübbener-Kanal. Das Gebiet diente bereits in der Zeit um 1000 vor unserer Zeit als Siedlungsstätte. Während der Eisenzeit war der Barzlin von einem Wall umgeben und auch mit einem Wellenbrecher geschützt. Im 9. Jahrhundert errichteten Slawen auf dem Barzlin eine Burg. Im 19. Jahrhundert bestand hier ein Vorwerk. In dieser Zeit wurde der ursprüngliche Erdwall zur Errichtung des Schlossparks des Schlosses Lübbenau abgetragen.

Lage

zurück


Beelitz

Knapp 600m südwestlich des Beelitzer Altstadtzentrums wird in der Nieplitzniederung der Standort einer slawischen Burg vermutet (Flur 10 der Gemarkung Beelitz). Das Areal ist im Gelände als leichte Erhöhung erkennbar. Im großflächigen Bodendenkmal 30670 des Landkreises Potsdam-Mittelmark wird u.a. ein “Burgwall slawisches Mittelalter” aufgeführt. Der Ort Beelitz geht vermutlich auf eine slawische Gründung zurück und könnte Standort einer Slawenburg als Mittelpunkt eines Burgbezirks gewesen sein. Ob sich die Erwähnung eines Burgbezirks mit dem Namen "belizi" in einem Gau "bloni" in einer kaiserlichen Urkunde aus dem Jahre 997 wirklich auf das heutige Beelitz bezieht, ist allerdings nicht belegt und umstritten. Möglicherweise ist mit besagter Erwähnung die heutige Stadt Belzig gemeint. Als erste sichere Erwähnung von Beelitz (burgwardis Beliz) gilt eine Urkunde aus dem Jahr 1216, die auf einen askanische Vogt in Beelitz verweist. Diese askanische Burg wird allerdings im Nordwesten der Altstadt vermutet.

Lage

zurück


Beesdau

Westlich von Beesdau liegen die Reste einer einstigen Wallburg der Lusizi. Da das Gelände lange beackert wird, ist der Burgwall stark verschliffen. Im Luftbild ist die einstige Burgstelle aber noch sehr deutlich auszumachen. Es handelte sich um eine kreisrunde Burg ähnlich der von Raddusch. Die Burgen der Lusizi entstanden im späten 9.  Jahrhundert und gingen im 10. Jahrhundert unter.

Lage

zurück


Beeskow

Die heutige Burg Beeskow hat mit einiger Wahrscheinlichkeit einen slawischen Vorgänger gehabt. Archäologisch beweisen konnte man dies noch nicht, aber es sprechen einige andere Umstände dafür. Die Burg wurde strategisch günstig auf einer Spreeinsel angelegt. Somit konnte man mögliche Angreifer auf Abstand halten und dieses Gewässer überwachen. Da die Insel relativ groß ist kann man vermuten, dass zu der slawischen Burg auch noch Vorburgsiedlungen gehörten. Vielleicht überwachte die Burg zusätzlich einen wichtigen Übergang über die Spree. Der Ort wurde im 13. Jahrhundert als "civitas Besicow" erwähnt und ist damit eindeutig slawischen Ursprungs. Erst im frühen 18. Jahrhundert sollen die Erdwälle eingeebnet worden sein. Ob diese von der slawischen, oder einer einfacheren, späteren deutschen Anlage stammen, ist nicht bekannt. Die heutigen Burgreste stammen aus dem 18. Jahrhundert. Die Insel wird heute auch als "Kiez" bezeichnet. Dieses alte Wort ist slawischen Ursprungs und bezeichnet zu einer Burg gehörende Fischersiedlungen.

Lage 

zurück


Belzig

Bei der heutigen Burg Eisenhardt in der Stadt Belzig lag mit hoher Wahrscheinlichkeit die slawische Burg "burgwardium belizi", die den Stammesmittelpunkt der "Ploni" bildete. Diese Anlage bestand vom 9. bis 11. Jahrhundert und wurde im Jahr 997 erstmals urkundlich erwähnt. Von ihr ist heute nichts mehr erkennbar, da sie überbaut wurde.

Lage

zurück


Berge

In der Nähe des Ortes 14641 Berge befand sich einst eine größere Burganlage. Sie lag ca. 1,3 km nordwestlich des Ortes genau an der Strasse nach Paulinenaue. Viel ist von ihr nicht mehr erkennbar, da sie seit Jahren beackert wird. Im Luftbild erkennt man aber noch eine schwache runde Verfärbung im Feld, durch die die neuzeitliche Strasse verläuft. Die ehemals viergliedrige Anlage lag auf einer Landzunge in der Niederung. Die Hauptburg selber hatte einen Durchmesser von 50 bis 65 m. Die gesamte Anlage maß an den Innenseiten ca. 450 m! Wie Untersuchungen ergaben, errichtete man die Burg schon in der jüngeren Steinzeit. In der frühslawischen Zeit (7. Jhd.) nutzten die Slawen das Areal erneut für eine kleinere Anlage. Lesefunde stammen aber auch aus der mittel- und jungslawischen Zeit. In unmittelbarer Nähe zur Burganlage gab es Salzquellen, die sicher Bedeutung für die Burg hatten.

Lage

zurück


Bergholz-Rehbrücke

Die Nuthe soll Grenzgebiet zwischen den Hevellern und Sprewanen gewesen sein, wobei die Nutheburg bei Bergholz zum Gebiet der Heveller gehört haben dürfte. Aufgrund der Scherbenfunde wird ein spätslawischer Burgwall angenommen, der zu einer frühdeutschen Burganlage ausgebaut wurde. Anfang des 13. Jahrhunderts wird ein “nooum castrum” Drewitz erwähnt, das der Burg an der Burgfischerei zugeordnet wird und auf eine neue (deutsche) Burg hinweist. Mehr ist über die Anlage nicht bekannt. Als Burgstelle ist nach HERRMANN 1960 das - nordöstlich - um und unter dem Burgfischer- Gehöft liegende Gelände anzusehen. Das gesamte Gelände ist allerdings in der Neuzeit durch die Nutheregulierung (-Begradigung) stark verändert worden. Im Atlas von Samuel de Suchodoletz aus dem 17. Jh. wird hier eine runde, von Wasser umflossene Anlage abgebildet, die durch eine breite Senke vom festen Land abgetrennt war. Die Burganlage hatte danach wenigstens 50 m Durchmesser. HERRMANN beschreibt 1960 im Norden und Nordosten des fraglichen Geländes einen deutlich erkennbaren Hügel von 0,6 m Höhe, ansonsten war das Gelände bereits um 1960 von Baggersand überdeckt. Im Süden verlief eine gut sichtbare Senke in einem leichten Bogen nach Westen und trennte den Bereich vom festen Land ab (heute findet sich dort an der Nuthe noch ein kurzer wasserführender Stichgraben). In der Skizze von HERRMANN wird etwa 150 m südwestlich der Burganlage noch ein Abschnittsgraben dargestellt, der den Zugang über den Landrücken einschränken sollte. Im digitalen Geländemodell zeichnet sich hier noch immer eine linienhafte Geländestruktur ab. Auf dem Gelände wurden mehrere gegurtete spätslawische, unverzierte slawische und blaugrüne frühdeutsche Scherben gefunden, ferner rötlichgelbe frühdeutsche Scherben des 12. und 13. Jahrhunderts. Die heutigen Betreiber des Burgfischer-Gehöfts verorten den Standort der ehemaligen Burg allerdings im südwestlich anschließenden - und von einem Graben eingeschlossenen - Areal. Die dort stehenden Eichen, von der aber nur noch eine erhalten ist, werden bis heute als “Burgeichen” bezeichnet. Auch auf diesem Areal ist eine kleine Erhebung erkennbar. Es ist nicht auszuschließen, dass dieser Bereich die Vorburg bildete.

Lage

zurück


Biesenthal

Eine slawische Burg befand sich auf dem "Reihersberg" in Biesenthal. Der noch etwa 4 m hohe und ovale Burgwall von etwa 45 m Durchmesser liegt auf einer flachen Sandinsel am Finowfließ. Die Befestigung slawischer Burgen bestand aus einer Rostkonstruktion aus Holzbalken. Die Zwischenräume waren mit Erde ausgefüllt. Die Außenfront wurde durch eine dicke Lehmschicht vor Verwitterung und Feuer bewahrt. Auf der Wallkrone befand sich meist ein Wehrgang, geschützt von einer hölzernen Brustwehr. Durch den Wall führte ein tunnelartiges Tor in den Burghof. Die Wohn-, Wirtschafts- und Repräsentationsbauten waren aus Holz in Blockbautechnik errichtet. Die Burg bestand vom späten 9. bis 10. Jahrhundert. Westlich des Burgwalles ist durch Oberflächenfunde eine Vorburgsiedlung erkennbar. Der Burgwall war wahrscheinlich ein Adelssitz und ein Hauptsitz der Slawen im Finowgebiet und im nordwestlichen Barnim. Mehrere slawische Dörfer entstanden zwischen der oberen Finow und dem Wandlitzsee.

Lage

zurück


Birkenwerder

Birkenwerder wurde namentlich im Jahre 1355 erstmals erwähnt. Bereits im 12. Jahrhundert bestand allerdings ein slawischer Burgwall an der Briesemündung, der später von deutschen Adligen ausgebaut wurde. Ausgrabungen im Jahre 2005 zufolge entstand östlich der Burg die erste deutsche Siedlung, die aber bald zugunsten des heutigen Ortskerns aufgegeben wurde. Auch eine bronzezeitliche Siedlung bestand in dem Bereich. Heute liegt das Gebiet des Burgwalles samt Siedlung in der Nähe der Briesemündung in die alte Havel. Heute liegen hier die Straßen Fischerwall, Weidenplan, Reihersteg und Havelstraße. Das Bodendenkmal trägt die Nummer: 70103.

Lage

zurück


Blankenburg

Der Ort wurde benannt nach den Rittern von Blankenburg, die im 12. Jahrhundert aus dem Harz in dieses Gebiet kamen. Die vorhandene slawische Burg auf dem Burgwall, die im Volksmund "Wallberg" genannt wird, wurde von den deutschen Rittern übernommen. Heute sind die Reste des Burgwalls nordöstlich des Ortes zu finden. Dorthin führt heute der touristisch erschlossene "Wallpfad".

Lage

zurück


Brandenburg an der Havel

Wie Untersuchungen zeigten, bestand in der ersten slawischen Besiedlungsphase des heutigen Domplatzes eine einfache offene Siedlung. Das spätere Burgareal wurde von den ersten Bewohnern auch als Ackerland genutzt. Man datiert diese erste Siedlungsphase in das 8./9. Jahrhundert. Kurz darauf wurde bereits mit dem Bau einer ersten Befestigungsanlage begonnen. Der Grund dafür könnte der strategisch günstige Platz auf einer Insel, umgeben von Havelarmen, gewesen sein. Vielleicht war die erste Burg schon Fürstensitz und Mittelpunkt der slawischen Heveller. Im Laufe der Zeit wurde die Burg immer wieder erneuert und ausgebaut. Im strengen Winter 927/928 wurde die Inselburg vom deutschen König Heinrich I. belagert. Er wollte die slawischen Stämme, die für sein Reich eine ernsthafte Bedrohung darstellten, endgültig unterwerfen. Er wählte wohl bewusst die Winterzeit für seine Eroberungszüge aus, da das Wasser vieler Flüsse und Seen gefroren war und so der strategische Vorteil vieler slawischer Burgwallsiedlungen wegfiel. Überliefert ist, dass Heinrich I. die Brandenburg länger belagerte, ehe sich die Besatzung wegen "Hunger und Kälte" ergab. Das zeigt, wie stark befestigt die Burg schon zu dieser Zeit gewesen sein muss! Offenbar starteten die slawischen Redarier und weitere Stämme bereits 929 einen Angriff auf die in deutscher Hand befindliche Brandenburg und eroberten sie zurück. 937 wird Gero, deutscher Markgraf der Nordmark, mit der erneuten Unterwerfung der Slawen beauftragt. Er lässt im Jahr 939 gleich 30 slawische Fürsten bei einem Gastmahl ermorden. Daraufhin kam es zu schweren Kämpfen zwischen Deutschen und Slawen. Ein in deutscher Gefangenschaft befindlicher Hevellerfürst namens "Tugumir" wurde von den Deutschen bestochen und freigelassen. "Tugumir" kehrte zur Brandenburg zurück und wurde von seinen slawischen Landsleuten zum Fürsten ernannt. Er ließ daraufhin seinen Neffen, der als einziger rechtmäßiger Nachfolger die deutsch-slawischen Kämpfe überlebt hatte, ermorden und unterwarf sich dem deutschen König. Durch diesen Verrat wurden alle slawischen Stämme bis zur Oder unterworfen. 947 starb der Verräter "Tugumir". In der nun in deutscher Hand befindlichen Burg wurde eine erste Kirche um 948 errichtet. Bei Grabungen fand man heraus, dass die Burg um 963 bereits zum siebenten Mal erneuert wurde. Im Jahr 983 kam die Burg infolge des großen Lutizenaufstandes wieder in slawische Hand. 991 belagert der deutsche Kaiser Otto III. die Brandenburg erneut und erobert sie. Ein sächsischer Ritter namens "Kizo", der von seinen deutschen Landsleuten geschädigt wurde, übergab daraufhin den slawischen Lutizen die Burg. Diese setzten den Ritter "Kizo" als Oberbefehlshaber der Brandenburg ein. 992 belagerte Otto III. die Burg erfolglos und versprach den Slawen daraufhin Frieden. Der deutsche Kaiser Otto III. versuchte nun "Kizo" durch Versprechungen auf seine Seite zu ziehen. Dieser bot 993 schließlich die Übergabe der Burg an. Als die Slawen davon erfuhren, griffen sie den Verräter "Kizo" in der Brandenburg an. Erst als Otto III. mit großer Heeresmacht an der Burg erscheint, fliehen die Slawen. Als "Kizo" 994 auf einer Reise nach Quedlinburg war, übergab sein slawischer Vasall "Boliliut" den aufständischen Slawen die Brandenburg. "Kizos" Frau und seine Vasallen wurden von den Slawen in der Burg gefangen gehalten. Als "Kizo" sie durch Lösegeld freibekommt, versucht er Vergeltung und kommt dabei selbst ums Leben. 997 zieht der deutsche Kaiser Otto III. erneut ins Hevellergebiet und richtet schwere Verwüstungen an. Im Jahr 1003 kommt es zu einer überraschenden Wende. Der neue Kaiser Heinrich II. verbündet sich mit den slawischen Lutizen. In dieser Zeit wurde die altslawische Burganlage komplett abgerissen und durch eine neue ca. 280 x 200 m große Burgwallanlage ersetzt. Ob diese Burg mehrgliedrig war, ist nicht mehr feststellbar. Jedoch bestand hier weiterhin die Hauptburg der slawischen Hevellerfürsten. Das deutsch-slawische Bündnis hielt bis 1033. Im Jahre 1101 erobert Udo von Stade nach viermonatiger Belagerung die Brandenburg und unterwirft die Heveller. Bereits 1106 scheinen sich die Slawen von der deutschen Herrschaft wieder befreit zu haben. 1109 unternimmt der christliche Obodritenfürst Heinrich einen Feldzug gegen die Heveller, die sich daraufhin unterwarfen. Um 1127 residierte der christliche Slawenfürst Pribislaw-Heinrich in der Brandenburg. Er war der letzte Fürst der Heveller. Als er 1150 starb, übergab seine Frau "Petrissa", wie vorher abgemacht, die Burg und das Hevellerland dem deutschen Markgrafen Albrecht dem Bär. Ein slawischer Verwandter des verstorbenen Pribislaw-Heinrich, namens "Jaxa von Köpenick", fühlte sich in der Erbfolge betrogen und konnte die Brandenburg 1153 mit Hilfe einiger Heveller und polnischer Kräfte in seine Gewalt bringen. 1157 eroberte Albrecht der Bär endgültig die Brandenburg zurück und vertrieb Jaxa. Ab 1165 wurde der neue Dom anstelle der Brandenburg errichtet. Dabei wurde die Burg zugeschüttet und dient bis heute als Fundament des Domes. Man schätzt heute, dass die letzte Burgphase der Brandenburg im 11./12. Jahrhundert Platz für bis zu 2000 Menschen bot. Ein zur Burg gehörender heidnischer Tempel soll auf dem westlich gelegenen Marienberg existiert haben.

Literatur:

Lage

zurück


Briesener Zootzen

Circa 2,7 km östlich von dem Ort Briesener Zootzen befindet sich ein frühslawischer Burgwall aus dem 8./9. Jahrhundert. Er ist heute mit Bäumen bestanden und liegt umgeben von Wiesen. Der Durchmesser der ovalen Anlage dürfte bei gut 100 m liegen. Eine Besichtigung des einstigen Burgwalls ist jedoch nicht einfach, da er heute von zahlreichen Entwässerungsgräben umgeben ist. Man kann daher vermuten, dass die Burg früher inmitten von sumpfigen Wiesen lag, und wohl nur mittels einer Brücke zu erreichen war.

Lage

zurück


Brüsenhagen

Ein überpflügter ehemals zweigliedriger Burgwall befindet sich am Rande einer Niederung bei Brüsenhagen. Der Wallkörper ist noch bis zu 1,5m Höhe erhalten. Der umlaufende Graben ist fast vollständig verfüllt. An der Oberfläche finden sich immer wieder slawische Scherben. Die Burgstelle heißt in alten Karten "Die Borgwiesen" und "Auf der Borg". Mittels digitaler Laserbilder ist eine Unterteilung in Haupt- und Vorburg erkennbar. Die runde Hauptburg hatte einen Durchmesser von etwa 80 bis 90 m. Die Vorburg erstreckte sich nach Norden. Insgesamt war das zweigliedrige Burgareal nach meiner Schätzung max. 220 m lang (Nord-Süd-Ausdehnung).

Lage

zurück


Buchow-Karpzow

Etwa 2,5 km nord-nordöstlich der Ortschaft Buchow-Karpzow befinden sich im Norden der Buchow-Karpzower Platte am Rand zum Bruch (Wublitzrinne) Reste eines mittelslawischen Burgwalls, der unter der Nummer 50510 in der Bodendenkmalliste des Havellandkreises geführt wird. HERRMANN 1960 beschreibt einen verschliffenen Ringwall von etwa 100 Metern Durchmesser. Der Verlauf des Walles - und sogar des Grabens - wird von HERRMANN als gut erkennbar beschrieben. Heute ist nur noch im Nordwesten die steile, etwa 2,5 m hohe Böschung des Walles - als Teil der nördlichen Kante der Buchow-Karpzower Platte - deutlich erkennbar. Die Anlage selbst ist im Acker heute nur noch als leichte Erhöhung zu erahnen, auf einigen Luftbildern hebt sie sich allerdings samt Graben noch deutlich erkennbar ab. Hier scheint sich im Süden auch ein Abschnittsgraben oder -wall abzuzeichnen. Nach HERRMANN befand sich auch das Tor auf der Landseite im Süden. Ein Zugangsdamm wurde nicht festgestellt. Durch Scherbenfunde kann die Anlage als mittelslawisch eingeordnet werden (9./10. Jahrhundert). 

Lage

zurück


Buckau

Nördlich von Buckau in der Gemeinde Buckautal befinden sich kaum noch erkennbare Reste einer größeren Burganlage. Es handelt sich um eine ca. 150 m runde Stelle mitten in den Wiesen. Je nach Jahreszeit ist sie am Pflanzenbewuchs mal besser und mal schlechter zu erkennen. Angelegt wurde die Burg von den slawischen Hevellern am Fluss Buckau. Diese Burg samt Siedlung wurde bereits 946 als "urbs Bucounici" schriftlich erwähnt. Damit ist dieser Ort der älteste urkundlich erwähnte in Brandenburg. Es ist anzunehmen, dass die Burg zu dieser Zeit bereits einige Jahre unter deutscher Herrschaft stand, denn es ging in der Erwähnung darum, dass ein Teil der Honigwirtschaft der Burgsiedlung an ein Kloster in Magdeburg abzugeben wäre. Erste größere Kriegszüge gegen die slawischen Heveller gab es hier bereits seit 928/929. 983 kam es zum großen Slawenaufstand, in dem weite Gebiete Ostdeutschlands von der deutschen Herrschaft für einige Zeit befreit werden konnten. Was mit der Burg von Buckau geschah, ist unbekannt. Möglich wäre, dass es wieder eine rein slawische Herrschaft in der Burg gab und alle Deutschen vertrieben wurden. Aber irgendwann im 11./12. Jahrhundert kamen die Gebiete wieder endgültig in deutsche Hände. Wahrscheinlich erst dann wurde die Burg von Buckau in Stein ersetzt. Um 1850 wurden beim Bau der nahen Chaussee von Ziesar nach Görzke die meisten dieser Steine weggeschafft und neu verwendet.

Lage

zurück


Buckow

1.

Mitten im Ort Buckow befinden sich die teilweise gut erhaltenen Wallreste einer altslawischen Niederungsburg. Mitten im Wallkessel befindet sich die 1773 errichtete Dorfkirche samt Friedhof. Im Zusammenhang mit dem Kirchenbau wurde der Wall im südöslichen Teil leider abgetragen. Die reine Burginnenfläche betrug nur circa 40 mal 60 m. Damit gehörte sie eher zu den kleineren Anlagen des 9. Jahrhunderts. Die Wallhöhe beträgt heute noch bis zu 4 m. Weiterhin war die Anlage von einem breiten, aber flachen Graben umgeben. Ein Zugangstor lag im Norden. Südlich und westlich der Befestigung lagen die Vorburgsiedlungen. Leider kann man heute nicht mehr sagen, ob es sich bei der Burg um einen Adelssitz, eine Fluchtburg, oder eine alte Kultstätte handelte. Auffällig ist, dass nur 1,3 km weiter südlich eine weitere Burg zur gleichen Zeit lag, die Ähnlichkeiten im Aufbau (Graben, Zugangstor) besaß. Möglich wäre, dass die Burg in Buckow die Nachfolgeanlage war, nachdem man die ältere Siedlung aufgab.

Lage         


2.

Ungefähr 1,3 km südlich von der Dorfkirche in Buckow liegen mitten auf dem Feld die Überreste einer altslawischen Siedlung. Sie war burgwallartig ausgebaut. Heute liegt sie unmittelbar am Weg von Buckow nach Tauche. Für ungeübte Augen ist sie nur schwer als Bodendenkmal auszumachen. Dennoch erkennt man bei genauerem Hinsehen einen gut 600 m langen Wall, der ein Areal von 190 m Durchmesser einschloss. Zusätzlich schützte ein breiter, aber flacher Graben die Burg. Die Anlage betrat man wahrscheinlich im Norden durch ein Tor. Nach 1918 wurde der Wall im südöstlichen Bereich teilweise abgetragen und als Ackererde genutzt. Dabei stiess man auf Steine und circa 1 m lange angespitzte hölzerne Pfähle. Heute steht das Gebiet unter Denkmalschutz und wurde mit einigen Bäumen bepflanzt. Vermutet wird, dass man die Burg im 7. Jahrhundert anlegte und sie bis ins 10./11. Jahrhundert bestand. Es sieht fast so aus, als ob hier eine adlige Familie mitten unter der normalen Bevölkerung lebte. Unter welchem Umstand die Burg letztendlich aufgegeben wurde, ist nicht bekannt. Ursachen könnten Kämpfe, oder der natürliche Grundwasseranstieg um das Jahr 1000 sein.

Lage

zurück


Burg

Der Schlossberg war bereits sehr früh besiedelt. Bereits aus der Zeit der jüngeren Steinzeit lässt sich eine Erdburg nachweisen, die Schutz vor Hochwasser und den Angriffen von Feinden bot. In der späteren Zeit der Besiedlung der Gegend durch Slawen befand sich hier eine Burganlage. Von der Spitze des Turms herab kann man noch heute die Reste einer unregelmäßigen Ringanlage erkennen. Die um das Jahr 1000 durch den polnischen König Bogeslaw I. Chrobry errichtete Burg gehörte zu den größten Burganlagen nördlich der Mittelgebirge. Möglicherweise leitete sich hiervon auch der Ortsname Burg ab. Der Name der Anhöhe geht auf eine Sage zurück, wonach hier ein König der Wenden sein "Schloss" gehabt haben soll. Am Fuße des Hügels sollen die dem Menschen wohlgesinnten Zwerge Lutki gelebt haben. Aufgrund der Sage wurden im Schlossberg alte Schätze vermutet. Es kam zu häufigen Grabungen zum Zwecke der Schatzsuche. Die ursprüngliche Form des Berges ging dabei nach und nach verloren. Auch nutzten benachbarte Bauern die Erde des Berges zur Verbesserung ihrer Felder. Wohl auch mit dem Ziel der Sicherung des Berges erfolgte daher Anfang des 20. Jahrhunderts der Ankauf des Geländes durch den Landkreis, um dann gerade hier den Aussichtsturm zu errichten.

 Lage

zurück


Burgwall

Der Ort Burgwall ist ein Ortsteil von Zehdenick. Der Name verrät eindeutig, dass es hier einmal einen Burgwall gegeben haben muss. 1570 wurde der Ort das erste Mal urkundlich als "Borgwall" erwähnt. Der Wall stammt wahrscheinlich aus der spätslawischen Zeitepoche, allerdings ist der genaue Standort nicht mehr bekannt. Durch den Bau einer Glashütte wurde das Bodendenkmal ab 1789 vermutlich vollständig zerstört. Eine Theorie von Bodendenkmalpflegern vermutet den Wall an der Stelle einer alten Schule in der Nähe des Friedhofs. Er soll 100 m groß gewesen sein und war am Ende des 19. Jahrhunderts als solcher noch erkennbar. Dort wurden allerdings nie slawische Hinterlassenschaften gefunden. Joachim Herrmann vertrat eine andere Theorie und vermutete den Burgwall 300 m südöstlich des Ortes an der Havel. Dort ist durch den früheren Torfabbau ebenfalls nichts mehr erhalten.

Lage

zurück


Cottbus

Im 10. Jahrhundert erbauten die Slawen auf der Talsandinsel am Westufer der Spree einen Burgwall, die größte slawische Burg der Niederlausitz und heutiger Schlossberg. Bald darauf entwickelte sich im Vorfeld der Anlage eine Vorburg, aus der später die Stadt Cottbus entstand. Hier erhebt sich heute der 46 m hohe, mittelalterliche Schloßturm, der 1877 mit dem Neubau des Gerichtsgebäudes seine Zinnenkrone und neugotische Turmhaube erhielt. Sehenswert ist der kleine Wasserfall am Schlossberg.

Lage

zurück


Dabergotz

In Dabergotz in Brandenburg befand sich ehemals ein großer Burgwall der Slawenzeit. Er lag nördlich des alten Gutshofes direkt am Landwehrgraben. Auf einigen Luftaufnahmen sind noch Grabenspuren und Verfärbungen im Gelände erkennbar, die die einstige Burgausdehnung anzeigen. Demnach war die ovale Burgfläche geschätzte 170 m bis 200 m groß. Heute sind auf dem leicht gewölbten Ackerstück keinerlei Wall- oder Grabenreste mehr erkennbar. Sie wurden wohl gänzlich von der Landwirtschaft abgetragen. Keramikstücke der mittelslawischen bis frühdeutschen Zeit zeigen eine Nutzungsphase des 9./10. bis 13. Jahrhunderts an. Eine zeitgleiche slawische Siedlung existierte direkt neben der Burg.

Lage

zurück


Döberitz-Premnitz

Etwa 1,5 km süd-südöstlich der Döberitzer Dorfkirche liegt auf der Nordseite der Havelniederung ein bodendenkmalgeschützter slawischer Burgwall (50268). Der Burgwall wurde 1882 beim Bau einer Ziegelei weitgehend zerstört. In der Folgezeit wurde der Bereich auch als Sandgrube genutzt. Nach einer Beschreibung von 1881 befanden sich hier früher “drei ineinanderliegende Ringwälle”, die allerdings bereits zu dieser Zeit abgetragen waren. Nach einer anderen Beschreibung überragte der Burgwall die Wiesen um 3 m und besaß 2 Vorwälle. In alten Flurkarten wird der Bereich als “Am Burgstall” und “Schwedenschanzen” bezeichnet. Obertägig ist heute von der Anlage nichts mehr sichtbar, jedoch konnte auf einem Luftbild ein verfüllter Grabenrest festgestellt werden. Möglicherweise markieren die Gehölzbestände im Osten letzte Strukturen der Anlage. Der in diesem Bereich befindliche Wall dürfte aber neuzeitlich sein (Schuttreste). Der geschützte Fundplatz umschließt den südlichen Teil der „Eichenallee“ zwischen dem Hafengelände und der Ackerfläche „Am Burgstall“ und hat eine ungefähre Ausdehnung von bis zu 300 x 120 m.

Lage

zurück


Drense

Der große zweigliedrige Burgwall von Drense liegt unmittelbar im südlichen Teil des gleichnamigen kleinen Dorfes, etwa 8 km östlich von Prenzlau. Er hat eine West-Ost-Ausdehnung von ca. 160 m und eine Nord-Süd-Ausdehnung von ca. 135 m. Sein Grundriss ist dabei annähernd hufeisenförmig. Die reine Burginnenfläche beträgt ca. 2,3 ha. Der in Flurkarten "Schwedenschanze" genannte Burgwall wurde schon in der altslawischen Zeit um 700 angelegt und noch in Urkunden aus den Jahren 1240, 1243 und 1248 erwähnt. Im 6. und 7. Jahrhundert bestand an gleicher Stelle eine unbefestigte Vorgängersiedlung. Erste archäologische Ausgrabungen fanden hier bereits 1878 unter der Leitung von Ernst Friedel aus Berlin statt. Dabei wurden unter anderem ein bronzener Messerscheidenbeschlag, Keramikscherben und Tierknochen geborgen. Auch ein in der Nähe liegendes Körpergräberfeld aus der jungslawischen Zeit wurde schon damals untersucht. Von 1980 bis 1984  führte der Neubrandenburger Archäologe Volker Schmidt mit Unterstützung des Jugendklubs "Heinrich Schliemann", sowie ehrenamtlichen Mitarbeitern, jährlich mehrwöchige Ausgrabungen vor Ort durch. Funde dieser Grabungen waren u.a. Keramik, Ringfibeln, Schläfenringe, Fingerringe, Halsringe, Schließhaken, Perlen, Schnallen, Münzen, Angelgeräte, Spielsteine, Tonkugeln, eine Warzenklapper, Messer, Messerscheidenbeschläge, Pfrieme, Sensen, Sicheln, Rundmühlen, Spinnwirtel, Feuerstähle, Nägel, Eiskrebse, Schreibgriffel, Schlüssel, Gußformen, Blei, Scheren, Hämmer, Bohrer, Sägen, Lanzen, Schwerter, Hufeisen usw. Weiterhin wurde festgestellt, dass die erste Burg am Anfang des 8. Jahrhunderts errichtet und zu Beginn des 9. Jahrhunderts mit einer Vorburg erweitert wurde. Während dieser Zeit hatte die Befestigung bereits ihre maximale Ausdehnung erreicht und war der Mittelpunkt einer etwa 14 km² großen altslawischen Siedlungskammer im östlichen Stammesgebiet der Wilzen, zu der mindestens zwölf Siedlungsplätze gehörten. Im 9. und 10. Jahrhundert müssen feindliche Angriffe gegen die Burg stattgefunden haben, denn man konnte sechs Erneuerungen der Hauptburg in dieser Zeit nachweisen. Wer die Angreifer waren ist unbekannt, da es aus dieser Zeit keine schriftlichen Überlieferungen gibt. Etwa um das Jahr 1000 herum entstanden direkt am Burgwall zwei Vorburgsiedlungen und im 11. Jahrhundert ein Körpergräberfeld, dass sich 160 m westlich vom Burgwall in leichter Hanglage befindet. Von dem Bestattungsplatz wurden zwölf Gräber 1983 näher untersucht, von denen neun Beigaben, meist Messer, enthielten. Fünf der Gräber konnten Kindern und Jugendlichen im Alter von 4 bis 15 Jahren zugeordnet werden. Im Laufe des 11. und 12. Jahrhunderts wurden die Wälle der Burg Drense noch einige Male erneuert und dabei auch vergrößert. Die letzte Burg hatte gewaltige Befestigungen. So war der Wall der Hauptburg zum Ende hin beispielsweise 19, 8 m breit und muss eine enorme Höhe erreicht haben! In den ersten Burgphasen der altslawischen Zeit erreichte er nur eine Breite von ca. 3 m. Da es in der jungslawischen Zeit im Gebiet der Ukranen eher kleinere Burganlagen gab ist man sich sicher, dass Drense die Hauptburg dieses Stammes im 11. und 12. Jahrhundert gewesen sein muss. Hier wird der Anführer des Stammes gelebt und vielleicht auch das Stammesheiligtum existiert haben. Im Vorburgbereich von Drense arbeiteten u.a. Töpfer, Händler und Handwerker für Bronzeschmuck. Aus den Schmuckwerkstätten stammen Teile des Werkzeuges wie Blechschere, Punze und Stichel; neben Bronzeabfällen fand sich das Halbfabrikat der Verschlussplatte eines Halsringes. Weit reichende Handelsbeziehungen weisen in die Kiever Rus, in den finnisch-baltischen Raum, nach Polen und Mähren sowie zur westlichen Ostsee. Die nahen ländlichen Siedlungen waren ökonomisch und politisch von der Burg abhängig und stellten ihr wirtschaftliches Hinterland dar. Als die Burg Drense nach erbitterten Kämpfen um 1150 in deutsche Hände kam, wurde der gewaltige Wall der Hauptburg geschliffen und durch eine einfachere Holzkonstruktion ersetzt. Man wollte dadurch wohl verhindern, dass die Burg erneut von den Slawen als schwer einnehmbare Festung genutzt wurde. Nachdem sich die nahe Stadt Prenzlau am Ende des 12. Jahrhunderts immer mehr zum Mittelpunkt des Uckerlandes entwickelte, verlor die nun deutsche Burg Drense nach und nach an Bedeutung und wurde gegen 1250 endgültig aufgegeben. Interessant ist, dass man im Burgwall bei den Grabungen keinerlei frühdeutsche Scherben antraf. Möglicherweise setzten die neuen deutschen Landesherren christliche slawische Adlige auf dieser Burg ein, die die Burg und das Umland für sie verwalteten. Volker Schmidt veröffentlichte 1989 das Buch: "Drense, eine Hauptburg der Ukrane", in dem er seine Ausgrabungsergebnisse ausführlich beschreibt. Auch die vielen Funde sind darin abgebildet.

Lage

zurück


Dümde (Vermutung)

Bei Dümde, 10 km südöstlich von Luckenwalde, befand sich einst ein alter Burgwall. Er konnte lange Zeit nicht lokalisiert werden. Erwähnt wurde der Wall bereits in den Jahren 1407 und 1610, als man alte Grenzverläufe der Umgebung beschrieb. Ein altes Luftbild aus den 1930- er Jahren zeigt jedoch südlich des Ortes einen sich als unnatürlich darstellenden, dunklen Kreis, der sich westlich des kleinen Flüsschens Mühlenfließ befand. Vor Ort erkennt man allerdings auf dem Felde nichts mehr von dem Burgwall, er wurde wohl vollkommen abgetragen durch die Landwirtschaft. Auch der Mühlenfließ wurde zugefüllt. Da bis heute noch keine archäologischen Untersuchungen stattgefunden haben, ist nicht eindeutig, ob es sich hier um einen frühdeutschen Turmhügel, oder um einen slawischen Burgwall handelte. Möglich wäre auch beides. Von der Art der Anlage bin ich aber der Meinung, dass es sich um eine alte Burg der Ploni handelte. 

Lage

zurück


Dyrotz

Circa 4 Kilometer nordöstlich von Dyrotz befand sich einst eine slawische Niederungsburg, die erst in den 1950 er Jahren durch Luftbilder entdeckt wurde. Auch heute ist sie aus der Luft noch sehr gut auszumachen, da ihre Gräben jedes Jahr durch Geilbewuchs erkennbar sind. Man erkennt eindeutig eine viergliedrige Anlage. Bei Untersuchungen fand man allerdings nicht nur slawische Keramik, sondern auch Funde aus der mittleren Steinzeit. Zu vermuten ist hier also eine viel ältere Graben-Wall-Anlage. Nach Einwanderung slawischer Stämme wurde diese alte Anlage sicher wieder neu besiedelt und zu einer neuen Burg ausgebaut. Durch jahrelange Ackerbewirtschaftung ist vor Ort aber nichts mehr von den einstigen Wällen erkennbar.

Lage

zurück


Fahrland (Vermutung)

Nach HERRMANN (1960) befand sich auf dem etwa 400 m südwestlich des Dorfkerns von Fahrland gelegenen Burgwerder - zwischen Fahrlander- und Jubelitz-See - vermutlich ein spätslawischer Burgwall (11./12. Jh.), der als Vorgängeranlage einer frühdeutschen Burg angenommen wird. Die wahrscheinlich in der 2. Hälfte des 12. Jahrhunderts im Zuge der Ostkolonisation errichtete frühdeutsche Burg Vorlande ist indirekt über die Erwähnung eines markgräflichen Vogtes für Ende des 12. Jh. urkundlich bezeugt. Vermutlich wurde diese Burg, wie damals üblich, anstelle einer bestehenden slawischen Anlage errichtet. Dafür sprechen spätslawische Scherbenfunde auf dem durch seine Insellage gut geschützten Gelände und eine etwa 200 m nordöstlich bereits bestehende slawische Fischersiedlung im Bereich der heutigen Kietzerstraße, neben der ab Mitte des 12. Jh. das deutsche Angerdorf Fahrland errichtet wurde. Fahrland, das zeitweise sogar als Stadt mit Marktrecht bezeichnet wird, hatte wegen seiner Lage an der alten Heerstraße aus Sachsen über Potsdam ins Havelland eine gewisse strategische Bedeutung. Bereits HERRMANN (1960) fand auf dem Burgwerder keine Befestigungsspuren mehr, auch nicht mehr von der deutschen Burg. Die Anlage stand wahrscheinlich in der Nordostecke der Talsandinsel, die 1960 noch durch eine leichte Senke von der übrigen Insel abgetrennt war. Dort befand sich später auch das Königliche Amt und noch später das Gut Fahrland.

Lage

zurück


Falkenberg

Nur 3,5 km weiter nordöstlich vom Burgwall Wulfersdorf befand sich eine weitere slawische Niederungsburg bei Falkenberg. Der Heimatforscher, der 1923 auch den Burgwall Wulfersdorf beschrieb, berichet, dass der Wall bei Falkenberg östlich des Ortes in den Wiesen lag. Der Wall war damals nur noch einen Meter hoch und wurde der "Borchelt" genannt. Im Laufe der Zeit wurde die alte slawische Wehranlage aber derart abgetragen, dass man die Reste bis heute nicht wiedergefunden hat. Mittels google earth konnte ich aber einen ganz schwachen, circa 70 m messenden Kreis in den Wiesen feststellen (siehe Bild!). Wahrscheinlich handelt es sich um Grabenreste der einstigen Burg. Damals führte weiter östlich der Burg noch ein breiter Fluss vorbei, der vielleicht schiffbar war. Die Burg lag also gut geschützt und schwer erreichbar inmitten von sumpfigen Wiesen. Welcher Zeit sie angehört, kann man bis heute noch nicht genau sagen, da erst umfangreichere Grabungen stattfinden müssten. Interessant ist, dass sich in der näheren Umgebung bei Buckow zwei weitere Burgen befanden. Vielleicht verlief hier früher ein wichtiger Handelsweg oder eine Stammesgrenze.

Lage

zurück


Ferchesar-Lochow

Etwa 2,5 km nordöstlich des Ortes Lochow befindet auf der Nordspitze einer Talsandfläche ein im Gelände noch erkennbarer historischer Burgwall (Bodendenkmal 51008). Das Gebiet ist bereits seit dem Neolithikum besiedelt, wobei der Wall auf dem Buchhorst bereits sehr früh die Funktion einer befestigten Schutzanlage erfüllte. Die slawische Anlage wird auf das 7. - 9. Jahrhundert datiert. Die Anlage überragt das umgebende Wiesenland um etwa 1,5 - 2 m und misst 110-120 m in O-W-Richtung und 180 m in N-S-Richtung. Wallreste sind nur sehr schwach im Osten erkennbar, ansonsten nicht mehr. Im Norden und Osten wird die Anlage von einem 4 - 8 m breiten Graben umgeben. Die heutige Ausdehnung des erhöhten Plateaus weicht allerdings von der historischen Darstellung der Preußischen Landesaufnahme nicht unerheblich ab. Südlich des Burgwalls schloss sich eine 120 bis 180 m breite und 190 m lange Vorsiedlung an, die durch eine etwa 10 m breite Senke vom Hauptwall getrennt war. Heute wird der Hauptwall zum größten Teil von einer dunklen Fichtendickung eingenommen, auf dem südlichen Teil des Plateaus findet sich eine jüngere Schonung. Auf dem Wall wurde eine größere Anzahl vorgeschichtlicher und auch frühslawischer Scherben gefunden.

Lage

zurück


Fergitz

Auf der bewaldeten Insel im Oberuckersee lag einst eine bedeutende Inselburg der slawischen Ukranen. Der ovale, nach Nordosten ausgerichtete Burgwall, hat einen maximalen Durchmesser von 160 m und besaß nur ein Walltor an der Südseite. Der Wall bestand aus ca. 3 m x 4 m  großen Holzkästen, die mit Erde verfüllt und bis in eine Höhe von 7 m bis 9 m aufgestapelt wurden. Die gewaltige Burg muss den Sitz eines hohen slawischen Ukranen-Herrschers dargestellt haben, der hier mit seinen Untertanen und Handwerkern residierte. Eine etwa 2200 m lange hölzerne Brücke (Errichtung 990 er Jahre) führte vom Nordende der Insel quer durch den See in Richtung Seehausen. Sie gehört damit zu den längsten, jemals nachgewiesenen Brückenanlagen aus jener Zeit. Eine weitere, etwa 400 m lange Brücke, führte vom Westufer des Sees nahe Fergitz an die Insel heran. Die Brücke überquerte dabei Wassertiefen von bis zu 20 Meter! Bis heute ist unklar, wie die Slawen den Bau dieser Brücke gemeistert haben. Immerhin entsprechen 20 m einem modernen Wohnhaus mit 6 bis 7 Etagen! Allein aus dieser Tatsache kann man erkennen, dass die Inselburg wohl einen der Hauptorte im Ukranenland dargestellt haben muss, für den man solch aufwendige Zugangskonstruktionen in Kauf nahm. Zu welcher Zeit die Burg angelegt wurde ist unbekannt, dürfte aber im späten 10. Jahrhundert anzusiedeln sein, wie Ausgrabungen zeitgleicher Inselburgen belegten (z.B. Teterow, Behren-Lübchin, Plön). In der ersten Hälfte des 12. Jahrhunderts eroberten Pommernherzöge das Land der Ukranen und nahmen auch die Burgwallinsel im Oberuckersee in ihren Besitz. Wahrscheinlich nutzten sie die Anlage weiterhin für Wehr- und Verwaltungszwecke. Um 1150 ging die Inselburg in einer gewaltigen Feuerkatastrophe unter. Noch heute finden sich im Wallbereich Steine, die durch die damalige Hitzeeinwirkung Lufteinschlüsse bekamen und dadurch auf dem Wasser schwimmen können. Der Burgwall muss quasi komplett durchgeglüht sein und verschlackte durch die hohen Temperaturen. Warum der Burgwall so heftig verbrannte und wer die Angreifer waren, ist bis heute ein Rätsel. Ende August 2013 wurden unter der Leitung von Prof. Dr. Felix Biermann zwei Grabungsschnitte im Wallbereich und der Burgfläche vorgenommen, bei denen man auch auf die hölzerne Wallkonstruktion stiess. Auch ein Reitersporn gehörte zu den Grabungsfunden, die den gehobenen Adel in der Inselburg eindeutig belegen. Weiter konnte man feststellen, dass der Burginnenraum sehr dicht besiedelt war. Wenige Kilometer weiter nördlich konnte der Archäologe Biermann zwei Jahre zuvor eine große eingeebnete zweigliedrige Burg der Feldberger Zeit auf dem Werder am Potzlower See nachweisen, die in das 8./9. Jahrhundert datiert wird. Als diese durch Feindeinwirkung aufgegeben wurde, entstand in unmittelbarer Nähe ein kleiner mittelslawischer Wall des 10. Jahrhunderts direkt am östlichen Uferbereich des Potzlower Sees. Diese beiden Anlagen waren womöglich die Vorgängerburgen der Inselburg und belegen, dass der Bereich am Potzlower- und Oberuckersee über die gesamte Slawenzeit durchgehend dicht besiedelt war und einen bedeutenden Gaumittelpunkt der Ukranen darstellte.

Download: Zeitungsartikel im Nordkurier über die Grabungen 2013

Lage

zurück


Frankenfelde


Der Ort Frankenfelde liegt westlich von Luckenwalde auf einem Sporn am Nordostrand eines nach Süden und Westen hin entwässernden Niederungsgebietes. Am gegenüberliegenden Westrand der Niederung, 800 m vom heutigen Dorf entfernt, liegt der slawische Burgwall von Frankenfelde, auf dem auch frühdeutsche Funde gemacht worden sind. Ein kleines Dorf mit slawischer und frühdeutscher Keramik lag ganz in der Nähe. Der schwach erhaltene Burgwall wurde durch einen Feldweg im Norden etwas abgeschnitten und ist heute mit Bäumen und Sträuchern bestanden.

Lage

zurück


Fredersdorf

Circa 1250 m nördlich vom Dorf Fredersdorf, welches noch zur Stadt Belzig gehört, liegt ein kleiner slawischer Burgwall. Auf dem Luftbild ist er eindeutig auf dem Feld zu erkennen. Er hat eine ovale Ausdehnung von 60 mal 90 m. Zu vermuten ist, dass diese Anlage im 10. Jahrhundert existiert hat. Sie wurde strategisch günstig zwischen zwei kleinen Flüssen angelegt. Da sie seit längerer Zeit landwirtschaftlich beackert wird, dürften die Wälle stark abgeflacht sein. Schriftliche Überlieferungen zu dieser Anlage fehlen hier. Dennoch ist zu vermuten, dass sie eine Art Vorburg der Hauptburg der Ploni in Belzig war, da sie nur 7 km von ihr entfernt lag und zur gleichen Zeit bestand.

Lage  

zurück


Freesdorf

Unmittelbar an der Straße von Freesdorf nach Großmar befinden sich die gut erhaltenen Überreste einer slawischen Burganlage. Im Volksmund wird diese Burg auch als "Freesdorfer Borchelt" bezeichnet. Es handelte sich um eine zweigliedrige Burg, unterteilt in Haupt- und Vorburg. Eigenartig ist, dass die kleine Hauptburg, die dem "Tornower Typ" zuzuordnen ist, eine wallbefestigte Vorburgsiedlung besaß. Normalerweise hatten die mittelslawischen Burganlagen im Gebiet der Lausitzer nur offene oder schwach befestige Vorburgareale, in denen die Handwerker ihre Wohn- und Arbeitsstätten hatten. Möglich wäre, dass die Vorburg zuerst als offene Vorburgsiedlung existierte und erst im Laufe der Zeit massiv befestigt wurde. Manche Forscher vermuten, dass diese Burg eine besondere Stellung gehabt haben muss. Sie sahen im Freesdorfer Borchelt die bisher nicht eindeutig lokalisierte Burg "Liubusua", die der Chronist Thietmar von Merseburg zweimal als wichtige Burg des 10./11, Jahrhunderts urkundlich erwähnte. Im Vorburggelände wurde bei einer Notgrabung eine Fläche von 40 m x 15 m archäologisch untersucht. Dabei barg man Keramikscherben, die der mittelslawischen Zeit des 9. und 10. Jahrhunderts angehörten. Weiterhin stieß man auf Gruben, die man Häusergrundrissen zuordnete. Eine weitere, etwa 12 m lange Grube, deutete man als ehemaligen Bohlenweg, der später verwässerte.

Lage

zurück


Frehne

Ungefähr 1,5 km nordwestlich von Frehne in der Gemeinde Marienfließ in der Prignitz befindet sich ein kleiner slawischer Burgwall von rund 70 m Durchmesser. Heute ist er mit einigen Bäumen bestanden. Ein Wallschnitt im Jahre 1978 zeigte an, dass es sich hier wohl um einen altslawischen Burgwall handelt. Auch zahlreiche Oberflächenfunde deuten darauf hin. Leider ist der Wall insgesamt schlecht erhalten. Der Südwall ist komplett eingeebnet, sodass man von den einstigen Dimensionen der Burg heute kaum noch etwas wahrnimmt.

Lage

zurück


Friedland

Der bekannte Heimatforscher K. Krüger berichtete Anfang des 20. Jahrhunderts von den slawischen Burganlagen im Bereich von Beeskow. Dabei erwähnte er auch kurz eine slawische Burganlage, die sich nördlich des Ortes Friedland befunden haben soll. Nach Krügers Aussage war sie recht klein und nur für geschulte Augen zu erkennen. Wo genau diese Burg liegt, konnte bis heute nicht herausgefunden werden. Sie ist aber im Bereich des nördlich liegenden Sees zu vermuten.

Lage

zurück


Friesack

Im Norden von Friesack befindet sich der Standort einer ehemaligen slawischen Wallanlage. Die Burg soll schon existiert haben, als Albrecht der Bär 1150 in die Mark kam und das durch lange Kriege entvölkerte, sowie eroberte Land in Besitz nahm. Er lies hier eine neue Burg errichten. Die Slawen wählten diesen Ort zum Bau einer Burg aus strategischen Gründen aus. Es handelte sich um eine Niederungsburg, die im Sumpf lag.

Lage

zurück


Gahro

Ein kleiner slawischer Burgwall befindet sich 1,5 Kilometer nordwestlich von Gahro in der Gemeinde Crinitz. Er ist noch gut erhalten und gehört zum Typ "Tornow". Es handelte sich dabei um Rundwälle von ca. 50 m Durchmesser, in deren Vorfeld oft eine Siedlung mit Wirtschaftsbauten lag. Zeitlich existierten solche Burgen im 9. bis 10. Jahrhundert und stellten Fliehburgen aber auch Adelssitze der Lusizer dar. Heute steht ein Jägerhaus mitten auf dem Wall.

Lage

zurück


Garsedow

Östlich vom kleinen Ort Garsedow bei Wittenberge an der Elbe befand sich ein slawischer Burgwall. Er lag auf dem sogenannten "Wallberg" nahe der heutigen "Wallhöfe". Die kleine Strasse "Am Wall" führt direkt südlich an der Burgstelle vorbei. Die Burg dürfte damals einen hervorragenden Schutz inmitten von Elbarmen gehabt haben.

Lage

zurück


Gartz

In Gartz an der Oder haben sich Wall- und Grabenreste einer pommerschen Fürstenburg erhalten. Diese wurde auf einem älteren slawischen Wall angelegt. Nicht nur die Slawen fanden also diesen Ort ideal für eine Burganlage, sondern auch nachfolgende Generationen. Gründe für die Errichtung dürften sicher nicht nur die unmittelbare Nähe der Oder, und damit die Kontrolle über den damaligen Schiffsverkehr, gewesen sein, sondern auch die ideale Schutzlage. Die Burg wurde im Süden durch die Oder gesichert und im Norden durch den Salveybach. Da die Oder teilweise begradigt wurde, kann man annehmen, dass in früherer Zeit auch die Uferzonen sehr feucht waren. Dann hätte die Burg hier wie auf einer Art Insel gestanden. Wie die slawische Besiedlung in dieser Burg zu Ende ging, ist nicht überliefert. Sicher aber kam es zu Auseinandersetzungen mit den Nachbarn, sonst hätten diese ihre Burg nicht auf der slawischen angelegt. Der Name "Gartz" kommt aus dem slawischen und bedeutet soviel wie "Burganlage". Heute kann man die Überreste beider Wehranlagen südwestlich des Stadtkerns an der Gartenstrasse besichtigen.

Lage

zurück


Garz

Östlich von Garz bei Plattenburg befand sich ebenfalls eine slawische Burganlage. Leider wurde sie komplett abgetragen und ist oberirdisch nicht mehr vorhanden.

Lage

zurück


Garzin

In der Nähe des Ortes Garzin befindet sich ein slawischer Burgwall. Er liegt heute nördlich der Ortsmitte am Ende einer Sackgasse. Hier kann man ihn unmittelbar hinter einem Wohnblock östlich des Haussees erkunden. Er ist bewaldet und teilweise stark überwuchert. Daher ist ein Besuch in den Wintermonaten empfehlenswert. Über den recht großen Burgwall führen schmale Trampelwege. Im Ortsnamen steckt das Wort "Garz". Im slawischen heisst das soviel wie "Burg". Damit dürfte wohl diese Anlage gemeint sein. Sie wurde gut geschützt zwischen dem heutigen Haussee und umliegenden feuchten Wiesen auf einer natürlichen Halbinsel angelegt.

Lage

zurück


Gießmannsdorf

 

Bei Gießmannsdorf befinden sich die Überreste einer slawischen Wallburg, die auch als "Borchelt" bezeichnet wird. Der Walldurchmesser soll noch 65 mal 51 m betragen. Die Wallhöhe ist mit 3,5 bis 4 m doch noch recht hoch. Mehrere Funde zeigen die Nutzung in der Slawenzeit an. Untersuchungen von 1993 zeigten, dass die Burg um 925 bis 929 erbaut wurde. Später brannte die Burg vollständig ab. Im Laufe der Zeit wurde die Wallruine von den Lusizi mit einem neuen Graben umgeben. Der Wall wurde allerdings nicht neu errichtet. Es scheint, als hat man die verbrannte Wallruine wieder kurzzeitig besiedelt, ohne sie komplett neu aufzubauen.

Lage    

zurück


Golßen

Ein ehemaliger slawischer Burgwall befand sich in Golßen. Er wurde leider, wie viele seiner Zeitgenossen, in der frühdeutschen Zeit überbaut. Der Durchmesser der heute noch erkennbaren frühdeutschen Anlage beträgt ca. 50 m. Die Burgstelle wird auch als Utzenberg bezeichnet.

Lage 

zurück


Görsdorf

 Burgwall auf dem Räuberberg

400 m nördlich des Drobschsees befindet sich eine Wiesenfläche, auf der der sogenannte "Räuberberg" liegt. Auf dieser Wiesenfläche erhebt sich ein rund 18m hoher, etwa 80 m breiter und 160 m langer Hügel mit einem zweigeteilten Gipfel, der mit teilweise sehr alten Laubbäumen bewachsen ist. Schaut man sich diesen Hügel näher an, erkennt man sehr gut, dass es sich dabei um eine Burganlage handeln muss, die aus der natürlichen Erhebung gearbeitet wurde. Deutlich erkennt man im nordwestlichen Teil Wall und Graben der Anlage. Angelegt wurde diese Wallburg sicher schon in der Slawenzeit. Später wurde sie aber auch von den deutschen Einwanderern benutzt. Man vermutet sogar, dass einst Raubritter ihr Unwesen auf dieser Burg trieben.

Lage

zurück


Görzke

In Görzke sind Wall- und Grabenreste einer einstigen Slawenburg erhalten geblieben. Sie befindet sich ca. 150 m nordwestlich der Dorfkirche. Zu erkennen ist ein ovaler Wallring von 60 m Durchmesser. Erwähnt wurde die Anlage 1161. Nach der Eroberung des Gebietes durch die Deutschen wurde die alte Burg zu einer frühdeutschen Wehranlage ausgebaut.

Lage

zurück


Gransee

Vermutete Lage der Burgsiedlung auf einer ehemals sehr sumpfigen Halbinsel, nach R. Krüger 2017

Etwa 600 m nördlich von Gransee befinden sich am Nordufer des Geronsees die kaum erkennbaren Reste einer kleinen slawischen Wallburg samt Vorburgsiedlung. Auf einer älteren Landkarte (Preußische Landesaufnahme) ist der Burgstandort noch schemenhaft verzeichnet worden. Zu DDR-Zeiten wurden in den 1970 er Jahren Sickerbecken im Bereich der nördlichen Vorburgsiedlung angelegt, wodurch diese größtenteils zerstört/überbaut wurde. Oberflächenfunde bezeugen eine Besiedlungszeit vom 9. bis 12. Jahrhundert. Nachdem die Gegend in der Mitte des 12. Jahrhunderts durch die Deutschen eingenommen wurde, wurde der Burgwall eine Weile weiter genutzt. Um 1200 entstand vermutlich die erste deutsche Ansiedlung im heutigen Stadtgebiet von Gransee. Der Burgwall wurde in dieser Zeit verlassen und verfiel. Nordwestlich der alten Slawenburg existiert heute der alte Flurname "Müggenburg". Vermutlich ist damit die Slawenburg gemeint. Dass alte Flurnamen im Laufe der Zeit etwas "wandern", ist auch von anderen Slawenburgen bekannt. Vermutlich waren die Wallreste bereits im 16. Jahrhundert so rar, dass man den genauen Standort der Burg nicht mehr nachvollziehen konnte. Dank moderner Luftbilder und gefundenen Hinterlassenschaften ist der einstige Burgort heute aber genau lokalisiert. Das Bodendenkmal liegt auf der Flur 6 der Stadt Gransee und trägt die Denkmalnummer 665.

Lage

zurück


Groß-Beuchow

Am Ortsrand von Groß Beuchow befinden sich die gut erhaltenen Reste einer mittelslawischen Burganlage des "Tornower Typs" aus dem 10. Jahrhundert. Sie ist heute bewaldet und befindet sich nahe der Autobahn. Beim Bau der Autobahn kam es zu Notgrabungen in den Bereichen von zwei Vorburgsiedlungen. Dabei wurde eine Fläche von etwa 4500 m² untersucht. Das südlich vom Burgwall liegende Areal diente zumindest zeitweise als Vorburgsiedlung. Diese Siedlung bestand auch nach dem Untergang des Burgwalls weiter, wie ein spätslawischer Baumstammbrunnen belegt. Etwa 200 m östlich vom Wall lag wahrscheinlich ein größeres Gehöft des 11./12. Jahrhunderts, zu dem ebenfalls ein Brunnen gehörte. Die zur Burg gehörende südliche Vorburgsiedlung blieb bei den Grabungen aber nur sehr schemenhaft.

Lage

zurück


Groß Breesen

Der Burgwall von Groß Breesen im Landkreis Spree-Neiße war ein typischer Wall vom "Typ Tornow", also einer kleinen mittelslawischen Burg des 9./10. Jahrhunderts. Er wurde am Rande der Niederung der "Alten Mutter" angelegt und verfügte über zwei Vorburgsiedlungen. Diese lagen unmittelbar südlich und nordwestlich des Ringwalles. Heute schneidet eine moderne Strasse den alten Burgwall.

Lage

zurück


Groß Fredenwalde

Der Burgwall von Groß Fredenwalde liegt inmitten des gleichnamigen Dorfes. Er wurde von den Slawen spätestens im 8. Jahrhundert angelegt und im Laufe der Zeit zu einer Lokalburg ausgebaut. Sie bestand so bis zur Zeit der deutschen Ostkolonisation im späten 12. und frühen 13. Jahrhundert. Danach wurde sie von deutschen Adligen übernommen und so noch eine zeitlang genutzt. In der damaligen Zeit lag sie inmitten von sumpfigem Gebiet auf einer natürlichen Anhöhe.

Lage

zurück


Groß Jehser

Ein alter, eingliedriger Burgwall aus dem 9. Jahrhundert befindet sich nördlich von Groß Jehser mitten auf dem freien Feld. Er ist heute baumbewachsen. Leider führt kein direkter Weg zu ihm. Will man ihn erreichen, muss man sein Auto an der Strasse von Groß Jehser nach Bathow abstellen und ca. 200 m über das Feld in Richtung Autobahn laufen. Es handelte sich ehemals um einen kleinen befestigten Adelssitz eines slawischen Lokalherrschers. Der Burgwall gehörte zu den Burgen des Typs "Tornow", das heisst, es handelte sich um eine ca. 65 m große kreisrunde Anlage, die man als Adelssitz interpretieren kann. Im Vorfeld der Burg lag eine Handwerkersiedlung. Die Burg wurde mit der Zeit verkleinert und brannte im 9. Jahrhundert ab.

Lage

zurück


Groß Lübbenau

Bis zum Jahr 1989 befand sich im Ort Groß Lübbenau ein Barockschloss, das auf den Resten einer kleinen slawischen Burganlage der Lausitzer errichtet wurde. Leider fiel der halbe Ort samt dem Bodendenkmal dem Braunkohletagebau Seese-Ost zum Opfer. Glücklicherweise wurde der Burgwall aber vor der Zerstörung archäologisch untersucht. Es handelte sich um einen für die Region typischen kleinen Rundwall von 50 m - 60 m Durchmesser aus der Zeit des späten 9. bis 10. Jahrhunderts. Er wurde in der für die Slawen typischen Rostkonstruktion errichtet und war dem rekonstruierten Burgwall von Raddusch sehr ähnlich. Die Ausgrabungen zeigten weiter an, dass der Burgwall anscheinend auch im 11. bis 12. Jahrhundert von den deutschen Einwanderern als Wehranlage genutzt wurde. Im Verlauf des 12. bis 13. Jahrhunderts entstand an gleicher Stelle ein frühdeutscher Herrensitz. Danach entstand hier ein Schlossbau, welcher im Laufe der Zeit erweitert und erneuert wurde. Auf dem Foto in der Galerie ist das Schloss zu sehen kurz bevor es abgerissen wurde.

Lage

zurück


Groß Mehßow

 

Im heutigen Dorf Groß-Mehßow befindet sich ein alter slawischer Burgwall. Er stellt heute den Friedhof im Ort dar. Man vermutet, dass dieser Platz schon von den Germanen besiedelt wurde und dann nach der Einwanderung der Slawen im 7./8. Jahrhundert weitergenutzt wurde, entweder als Burg oder als Kultstelle. Man fand in ihm einige slawische Scherben, aber auch eine gegurtete slawische Axt und ein Axtbruchstück. Heute hat der einstige Wall noch einen ovalen Durchmesser von 130 mal 160 m und eine Innenfläche von 1,5 ha. Die Wälle sind aber im Laufe der Zeit stark verschliffen. Starke Brandschichten bezeugen eine Feuerkatastrophe am Ende der Besiedlung.

Lage

zurück


Grüneberg

Südlich des Dorfes Grüneberg, nahe der Nordbahn und der alten Straße nach Nassenheide beim ehemaligen Zollhaus, befand sich einst ein altslawischer Burgwall, der in die Zeit vor der deutschen Besiedlung zu datieren ist. Zahlreiche Funde (Bernsteinperlen, Spinnwirteln, bearbeitete Knochen und kleine Hufeisen) künden von den slawischen Bewohnern des Landes. Ob in seinem Schutz deutsche Siedler mit der Anlage von Grüneberg begannen, läßt sich auf Grund der archäologischen Funde nicht nachweisen. Die Reste des Ringwalles waren noch weit in das 19. Jahrhundert hinein deutlich sichtbar, erst nach 1840 bzw. 1894 soll der Burgwall abgetragen worden sein. Gründe hierfür dürften wohl mit dem Bau der nahen Bahnstrecke zu tun gehabt haben. Die Burg soll sich laut einer Rad-und Wanderkarte südwestlich des Zollkruges befunden haben, genau zwischen dem alten Postweg und der Bahnschiene. Hier befinden sich heute unregelmäßige Konturen im Boden, die mit Sträuchern bewachsen sind. Ob diese den einstigen Standort der Burganlage anzeigen, ist unklar.

Lage 

zurück


Gülpe

Südwestlich von Gülpe im Havelland befindet sich eine slawische Burg, auch der "Pilatsch" genannt. Durch die Havelbegradigung ist die Anlage teilweise zerstört worden. Man erkennt dennoch vor Ort eine natürliche Erhebung, die zweigliedrig zu sein scheint und zusätzlich über eine Vorburgsiedlung verfügte. Durch Keramikfunde datierte man diese Niederungsburg in die frühslawische Zeit des 7. bis 8. Jahrhunderts.

Lage 

zurück


Hohenfinow

Bei Hohenfinnow im Landkreis Barnim lag einst die markgräfliche Burg Hohenfinnow. Wie Ausgrabungen von 1904 zeigten, bestand hier allerdings schon vorher eine slawische Höhenburg! Die Slawen suchten sich für ihre Burg einen hohen steilen Geländesporn am Rand der Finnowniederung aus. Slawische Höhenburgen entstanden bei den Slawen im Verlauf des 8. Jahrhunderts. Im 9. bis frühen 10. Jahrhunderts wurden derartige Burgen wieder verlassen oder aufgegeben. Wie lange die Höhenburg von Hohenfinnow von den Slawen besiedelt wurde, ist bisher unbekannt. Um das Jahr 1200 herum drangen die Askanier bis an die Oder vor und errichteten auf dem Plateau erneut neue Burganlage, die spätestens im 15. Jahrhundert aufgegeben wurde. Im 18. Jahrhundert wurden die letzten steinernden Reste dieser deutschen Burg abgetragen. Wallreste der Höhenburg sind aber bis heute erhalten geblieben.

Lage 

zurück


Hohennauen

1.

Der erste Burgwall von Hohennauen befindet sich im Südwesten des Ortes, am Nordwestufer des Hohennauener Sees, dort, wo sich heute die Ruine des Herrenhauses und die Grundschule befinden. Im Westen war die Anlage durch die Niederung der Stollense begrenzt, wodurch sich hier eine insgesamt gute Schutzlage bot. Die Erhöhung (Burghügel) ist noch heute gut zu erkennen. Beim Bau der Schule in Hohennauen in den 1980er Jahren war man auf die Reste einer - bereits vermuteten - slawischen (Vor-)Burganlage gestoßen. Es handelte sich um einen bis dahin im Havelland unbekannten Burgtyp, der auf den Einfluss der wilzischen Stämme im Gebiet der unteren Havel weist (der Stamm der Wilzen siedelte vor allem im heutigen Ostmecklenburg, hatte zeitweise aber auch verbündete Slawenstämme im weiteren Umland bis zur Havel).  Bei den Erdarbeiten wurden u.a. ein Graben-Wall-System und entlang der Wallinnenseite Kellergruben mehrerer Grubenhäuser, darunter auch ein Langhaus, entdeckt. Die erste Phase der Burg gehört ins 7. bis 9. Jahrhundert, darüber liegende Schichten belegen den Fortbestand bis ins 12. Jahrhundert. Im Bereich des weiter südlich gelegenen ruinösen Herrenhauses wird ein kleiner - vermutlich mittelslawischer - Ringwall von etwa 40 m Innendurchmesser angenommen. Hier war vermutlich um 1200 - in den bestehenden Ringwall hinein - eine frühdeutsche Burg bzw. das 1386 erwähnte feste “hus to Hogenowen” errichtet worden. Die Anlage lag an einem wichtigen Havelpass und sicherte den Zugang zum nördlich gelegenen Ländchen Rhin (die Reste der Burganlage sind heute Teil des einen Großteil der Ortslage Hohennauen umfassenden Bodendenkmals 50103).

Lage 

2. Burgwall Hohennauen - Witzke

Etwa 6 Kilometer nordöstlich von Hohennauen liegt direkt an der Strasse von Elslake nach Witzke in der Niederung des Großen Grenzgrabens auf der Gemarkung Hohennauen ein historischer Ringwall (Bodendenkmal 50246). Der Wall liegt auf einer bereits in der Eisenzeit besiedelten Landzunge und hat einen Durchmesser von 42 bis 45 m. Die Innenfläche des Walls umrangt das umliegende Gelände um etwa 1,5 bis 2 m. Der noch bis zu 0,5 m hohe und etwa 8 bis 11 m breite Wall verfügt über einen - teilweise noch erkennbaren - umlaufenden Graben von ca. 7 m Breite. Joachim Herrmann beschrieb 1960 eine offene Stelle im Nordwesten des Walles, die er als ehemalige Toranlage interpretierte. Bei der heute im Nordosten erkennbaren Öffnung handelt es sich vermutlich um eine neuzeitliche Störung. Südwestlich wie auch im Süden und Südosten des Walles schließt eine offene Vorburgsiedlung an. Durch einen Wiesenumbruch wurden im südöstlichen Vorburgbereich relativ dichte Besiedlungsspuren entdeckt. Vom Objekt liegt reichlich frühslawisches Fundmaterial vor (grob gemagerte und schlecht gebrannte, meist unverzierte Keramik, gelegentlich kommt auch flüchtige strich- und Wellenverzierung vor), mit dem die Anlage in das 7./8. Jahrhundert datiert werden kann. Sie ist dann vermutlich im 8./9. Jahrhundert aufgegeben worden.  Um 1900 war der Wall nur mit Gras bewachsen und wurde als Weide genutzt. Heute ist die Burg dicht mit Gehölzen (Eichen, Ulmen u.a.) eingewachsen und nur sehr mühselig - über einen Stichweg von der Strasse her - begehbar. Ein Besuch ist daher eher in den kälteren Jahreszeiten zu empfehlen.

Lage

zurück


Horst

Nördlich von Horst befinden sich die Wallreste einer slawischen Burganlage. Im Volksmund wird sie fälschlicherweise "Schwedenschanze" genannt. Sie liegt an einem kleinen Fluss und ist heute bewaldet. Es dürfte sich um eine ehemalige Fluchtburg in sumpfigen Umland gehandelt haben. Wie Funde zeigten, war der Wall bereits in der Bronzezeit enstanden. Heute besteht die Burg aus einer Vor- und Hauptburg. Die nördliche Hauptburg wurde von den Slawen errichtet. Der Außenwall dürfte von der bronzezeitlichen Anlage stammen. Es ist aber zu vermuten, dass die Slawen diesen Außenwall neu befestigten.

Lage 

zurück


Jabel

Eine alte slawische Niederungsburg befindet sich ca. 600 m nördlich vom Dorfrand Jabels. Aus welcher Zeit diese Burg stammen könnte ist noch ungewiss, da noch keinerlei Untersuchungen hier stattgefunden haben. Von der Größe her dürfte er aus der mittel- bis jungslawischen Zeit des 9. bis 11. Jahrhunderts stammen. Er lag damals in unmittelbarer Nähe eines Flusses. Vielleicht stellte die Burg eine Grenzburg innerhalb des Slawenlandes dar? Im Sommer 2008 besuchte die 11. Klasse einer Wittstocker Schule den Burgwall im Rahmen eines geschichtlichen Klassenausfluges. Sie schufen einen kleinen Zugang zum Wall durch den dichten Schilfgürtel. Sie wollten die alte Burg so wieder aus der Vergessenheit zurückholen. Es wurde auch in den lokalen Zeitungen davon berichtet.

Lage

zurück


Jagow

Eine durch Einebnung und Bebauung stark zerstörte alt- bis vermutlich jungslawische Niederungsburg wird auf der von Osten zugänglichen Halbinsel angenommen, auf der der heutige Ort Jagow liegt. Im sogenannten Eiskellerberg südlich der Kirche scheint der Rest des Burgwalls erhalten zu sein, östlich davon ist er durch die Anlage eines Friedhofs planiert worden. Auf dem Luftbild erkennt man allerdings deutlich die Lage des einstigen Burgwalls.

Lage

zurück


Jerchel

Auf alten Flurkarten findet sich etwa 0,9 km nord-nordöstlich der Ortschaft Jerchel die Flurbezeichnung “Im Burgstall”. Hier bestehen noch heute unregelmäßige Erhöhungen in der Wiesen- und Ackerflur, die jedoch durch einen ehemaligen Ziegeleibetrieb im 19. Jahrhundert stark verändert wurden. Die beiden heute noch im Gelände deutlich erkennbaren Erhöhungen werden nach HERRMANN 1960 durch eine natürliche Senke voneinander getrennt. Nach der historischen Karte der Preußischen Landesaufnahme von 1882 (Ausgabe 1942) ist ein “Kulturdenkmal Burgwall” westlich der nördlichen Erhebung eingezeichnet. Genau für diesen Bereich benennt HERRMANN auch den Fund mittelslawischer Scherben (“besonders auf der nördlichsten Erhebung westlich d. Ziegelei”), womit die Anlage in das 9./10. Jahrhundert datiert werden kann. In der Liste der Bodendenkmale des Kreises Havelland von 1998 wurde der Burgwall Jerchel noch aufgeführt. Dort wird eine “vermutlich runde Wallanlage mit umlaufendem Graben” beschrieben. Im südlichen Bereich soll eine Vorburgsiedlung bestanden haben. In der aktuellen Denkmalliste wird der Burgwall allerdings nicht mehr aufgeführt. In Luftbildern von Google Earth ist der große Ringwall noch schwach erkennbar.

Lage

zurück


Jüterbog

Im Jahr 1007 wurde die dörfliche Siedlung mit Burgwall von dem Chronisten Thietmar von Merseburg erstmals als „Jutriboc“ erwähnt. Der Name könnte sich zum einen auf eine altslawische Kultstätte zu Ehren eines gleichnamigen Morgengottes (nach „jutro“ = „Morgen“ und „bog“ = „Gott“) zurückführen lassen. Eine solche Erklärung legte die Schlussfolgerung nahe, an diesem Ort sei eine westslawische Gottheit verehrt worden, bevor diese Stätte von deutscher Seite (vermutlich durch Otto I.) erobert und unter Wahrung des slawischen Namens christianisiert worden war. Jedoch verehrten die Slawen keinen Morgengott. Eine andere Deutung gründet ebenfalls auf einen slawischen Ursprung, wobei nur die Endung „bog“ (in der Rückführung auf das Altsorbische) auf „bok“ = „Seite, Flanke, Abhang“ verkürzt etymologisch anders abgeschlossen wird. Bisher gibt es keine Quellen, die den einen wie den anderen Ansatz auszuschließen vermögen. Dennoch scheint das erstgenannte Erklärungsmodell wahrscheinlicher, weil die westslawischen Kleinvölker auch für andere Städte Namen für Gottheiten gewählt haben.
Anderthalb Jahrhunderte nach Thietmars Sachsenchronik eroberte der Magdeburger Erzbischof Wichmann den Ort 1157 und wandelte ihn in einen deutschen Burgward um.

Lage 

zurück


Kasel-Golzig

Nördlich von Kasel befindet sich ein kleinerer slawischer Burgwall. Sein Durchmesser beträgt ca. 40 m und die Wallhöhe noch 3 bis 4 m. Der Volksmund nennt die alte Wallburg auch den "Borchelt" oder einfach nur "Burgberg". Es handelte sich damals um eine Niederungsburg der Lusizer. Sie ist heute mit Bäumen bestanden. Wie man heute vor Ort noch erkennt, muss es damals sehr eng in dieser Burg gewesen sein. Der Burgwall gehört zu den kleinsten des "Tornower-Typs". Diese bestanden im 9. bis 10. Jahrhundert und hatten im Vorfeld immer Wirtschaftsbauten.

Lage 

zurück


Kemnitz

Südöstlich von Kemnitz lag auf einer Halbinsel am gegenüberliegenden Ufer einst eine Slawenburg, die heute von der Autobahn A10 überbaut wurde. Beim Bau der Autobahn fanden 1935 kurze Ausgrabungen statt. Dabei stellte man fest, dass bereits in der Bronzezeit eine Besiedlung des Geländes bestand. In der mittelslawischen Zeit gab es an gleicher Stelle eine offene Besiedlung in Form eines Dorfes. Später wurde dieser Bereich zu einer kleinen Wehrburg ausgebaut. Der Durchmesser der Burg betrug 60 bis 70 m. Der Wall der Anlage war halbkreisförmig und grenzte so die Halbinsel zum Festland hin ab. Bestanden hat diese Wehrburg bis in die Zeit der deutschen Ostexpansion im 10. und 11. Jahrhundert. Dabei wurde die Burg vermutlich vollständig zerstört. Die Deutschen errichteten an gleicher Stelle einen Rittersitz, der urkundlich als "Zolchow" überliefert ist. Dieser Rittersitz war wahrscheinlich nur ein befestigter Hof, denn die Quellen erwähnen den Ort nur als solchen und nie als Burg. Das Aussehen dieses Ritterhofes war quadratisch mit umgebenen Wällen und Gräben, auch auf der Seeseite. Die Slawenburg dagegen, war auf der Seeseite hin ohne Wall, sicher aber mit Palisaden bewehrt. Um 1805 wurde das ganze Gelände eingeebnet.

Lage

zurück


Ketzin

In der Nähe des Ortes Ketzin befand sich bis 1881 ein größerer slawischer Burgwall direkt an der Havel. Als man im 19. Jahrhundert den Tonreichtum unter den feuchten Wiesen des Walles feststellte, wurde er vollständig abgetragen. Er soll einmal eine Größe von 120 mal 160 m gehabt haben. Bevor der Wall abgetragen wurde, wurde er von Rudolf Virchow untersucht. Daher blieben viele Fundstücke bis heute erhalten. Man kann aber soviel sagen, dass man von der Burg aus die Havel und deren Schiffsverkehr zur damaligen Zeit kontrollierte. Gleichzeitig dürfte diese Burg auch als Fluchtburg gedient haben. 1197 wurde der Ort das erste Mal schriftlich erwähnt.

Lage

zurück


Kietz-Rhinow

Knapp 1,5 km nordwestlich der Stadt Rhinow und unmittelbar im Südosten der Ortschaft Kietz befindet sich der kleine Ortsteil Mühlenburg. An dieser Stelle wurde um das Jahr 1200 im Zuge der deutschen Ostexpansion eine slawische Burg übernommen und zur Sicherung des Übergangs über den Rhin ausgebaut. Die Burgform der frühdeutschen Burg geht auf einen slawischen Ringwall zurück und ist in etwa noch heute an der geschwungenen Straßenführung erkennbar. Die runde Wallanlage wird der älterslawischen Zeit (bis 10. Jahrhundert) zugeordnet. Vom Burgwall aus verlief ein Knüppeldamm in Richtung Rhinow. Das inzwischen eingeebnete und überbaute Gelände weist heute keine erkennbaren Befestigungsspuren mehr auf. Auf Karten aus dem 18. Jahrhundert ist aber noch ein deutlich umlaufender Graben und ein Rundwall zu erkennen. Der Durchmesser betrug etwa 80-100 m. Bei Bauarbeiten wurden hier Holzbaureste, Skelette, Keramik u.a. entdeckt. Noch 2001 wurde der Burgwall von Kietz-Rhinow in der Denkmalliste des Landkreises Havelland geführt (slawisch/deutscher Burgwall), in der aktuellen Denkmalliste allerdings nicht mehr. 

Lage

zurück


Kleinbeuthen

Eine der vier überlieferten Nutheburgen lag bei Kleinbeuthen im Landkreis Trebbin. Die Burg ist in der Slawenzeit entstanden und lag direkt an dem Grenzfluss Nuthe. Die Niederungsburg gehörte wohl zum Stamm der Heveller und sicherte einen Flussübergang. Nachdem in der Mitte des 12. Jahrhunderts das Gebiet in deutsche Hände kam, wurde die Burg weiter ausgebaut, da sie durch den Übergang über das Gewässer strategisch günstig lag. 1367 wurde diese nun steinernde Burg das erste Mal schriftlich erwähnt. 1414 wurde die Burg mit Hilfe eines schweren Geschützes von den Hohenzollern eingenommen. Die ehemaligen Besitzer, die Raubritter von Quitzow, wurden aus der Burg vertrieben. Als Burgherren folgten den von Schlabrendorffs die Gebrüder von Goertzke, denen das Lehen durch Johann Georg Markgraf von Brandenburg im Jahre 1578 beurkundet wurde. Bis 1687 soll die Burg dann noch bewohnt gewesen sein, danach wechselten die Bewohner in ein neu entstandenes Gutshaus nach Großbeuthen über. Im Jahre 1813 sollen noch Mauerreste der alten Burg in Kleinbeuthen bestanden haben. In folgenden Gefechten preußischer Soldaten mit Truppen Napoleons wurden aber auch diese Reste endgültig abgetragen. Wo die Burg nun ganz genau lag, kann ich noch nicht sagen. Sie muss aber südwestlich des kleinen Dorfes an der heute begradigten Nuthe gelegen haben.

Lage

zurück


Klessener Zootzen

Ein altslawischer Burgwall aus dem 9. Jahrhundert befindet sich ca. 600 m nordnordöstlich vom Dorf Klessener Zootzen. Er liegt genau in einer dreieckigen Waldecke. Der Ringwall hat einen ovalen Durchmesser von geschätzten 100 mal 60 m. Wahrscheinlich war diese Burg ein lokaler Burgbezirksmittelpunkt. Die Wälle sind gut erhalten und noch bis zu 2 m hoch.

Lage

zurück


Kliestow

Auf einem natürlichen Horst, der weit in der Nutheniederung lag, legten die Slawen in der mittelslawischen Zeit einen kleinen Niederungsburgwall an. Er hat heute noch einen Außendurchmesser von 55 m und erreicht eine Höhe von 4 bis 5 m. Die Burgruine ist sehr gut erhalten geblieben und hat noch einen deutlichen "Wallkessel". Im Osten erkennt man noch eine Wallsenke, die das ehemalige tunnelartige Zugangstor andeutet. Die begradigte Nuthe führte heute unmittelbar westlich am Burgwall entlang. Um den Burgwall lag eine Vorburgsiedlung, die nach Meinung von Joachim Herrmann sogar befestigt gewesen sein könnte. Ein Knüppeldamm soll durch die Niederung zur Burgsiedlung geführt haben. Nach Keramikfunden zu urteilen bestand die Burg vom späten 9. bis ganzen 10. Jahrhundert. Zu den Funden zählten auch Scherben von frühdeutschen Kugeltöpfen des 12. Jahrhunderts. Es ist also möglich, dass der Burgwall in jener Zeit reaktiviert wurde.

Lage

zurück


Klosterheide

Auf der in den Gudelack-See vorspringenden Halbinsel lag eine slawische Burg, ca. 2 km westlich des Dorfes. Ein Graben, der die Halbinsel vom Land abtrennt, zeugt von den einstigen Befestigungsanlagen. Die Burg enstand in der jungslawischen Zeit und bestand bis ins 12. Jahrhundert hinein.

 Lage

zurück


Knoblauch

Westlich des ehemaligen Ortes Knoblauch bei Ketzin befinden sich die Reste einer kleinen slawischen Wallburg. Diese stammt wahrscheinlich aus der mittelslawischen Zeit um das Jahr 1000 herum. Im Volksmund wird diese Anlage auch "Schwedenschanze" oder "Schwedenwall" genannt. Ob sich der Name des ehemaligen Dorfes aus dem slawischen "Chleboloky" ableiten lässt, ist bis heute umstritten. Sollte es so gewesen sein, dann hätte der Ort "die gierigen Brotfresser" oder "blutdürstiger Mensch" bedeutet. In der frühdeutschen Zeit des 12. Jahrhunderts wurde die Anlage wieder besiedelt und weiter als Burg ausgebaut.

Lage

zurück


Kolochau

Auch Kolochau im Landkreis Elbe-Elster kann auf eine sehr lange Vergangenheit zurückweisen. 1346 wurde der Ort erstmals urkundlich erwähnt, ist aber bedeutend älter, wie die Überreste eines slawischen Burgwalles beweisen. Er lag östlich vom Ort inmitten von sumpfigen Wiesen und war so auf natürliche Weise geschützt. Es handelte sich um eine kleine Wallburg, ähnlich denen von Tornow, Raddusch usw. Das dazugehörige slawische Dorf befand sich westlich vom Burgwall, der auch "Borgert" genannt wird. Heute schneidet ein Feldweg die ehemalige Burganlage, die im digitalen Geländemodell noch als schwacher Hügel auszumachen ist

Lage

zurück


Kosilenzien

In der Zeit zwischen später Bronzezeit und früher Eisenzeit entstand in der Nähe des Ortes ein Burgwall als Flieh- oder Schutzburg. Diese Erdburg maß ungefähr 400 Meter im Oval. Den Burgwall nutzten in späterer Zeit germanische und slawische Stämme. Am Rande des jetzigen Dorfes befindet sich außerdem ein Gräberfeld mit Urnen und Beigefäßen.

Lage

zurück


Kränzlin

1. Räuberberg

Südöstlich von Kränzlin liegt ein abgetragener slawischer Burgwall aus dem 9. bis 13. Jahrhundert. Bekannt ist dieser Platz unter dem Namen "Räuberberg". Auf einigen alten Luftbildern (Google Earth) kann man sehr gut eine runde Hauptburg und eine südlich gelegene Vorburg erkennen. Auf heutigen Luftbildern der Sommermonate ist der Wall aber nicht mehr zu erkennen. Die Vorburg schliesst sich bogenförmig an die Hauptburg an. Der Durchmesser der Hauptburg beträgt ca. 80 m samt umschließenden Graben. Die Vorburg war ca. 130 m lang und 40 m breit. Angelegt wurde auch diese Burg inmitten einer sumpfigen Niederung. Damit handelte es sich um eine Niederungsburg. Ich habe diese Burgsiedlung als einfaches Modell nachgebaut. Siehe unter "Modelle".

Lage

2. Hünenwall

Ein weiterer Burgwall befand sich nordöstlich von Kränzlin, ganz in der Nähe von Neuruppin ebenfalls am Landwehrgraben. Er wurde im 8. Jahrhundert erbaut und bis ins 10. Jahrhundert hinein genutzt. Auffallend ist, dass auch diese Wallburg an einem kleineren Fluss lag, an dem einen Kilometer südwestlich eine wahrscheinlich zeitgleiche weitere Burganlage existierte. Warum nun auf so engem Raum zwei Slawenburgen lagen, kann man nur vermuten. Vielleicht bildete der kleine Fluss eine natürliche Stammesgrenze, denn beide Burgen lagen auf der östlichen Seite des Gewässers. Da keine Überlieferungen aus dieser Zeit vorhanden sind, kann man nicht sagen, ob die beiden Burgen von der gleichen slawischen  Bevölkerung genutzt wurde. Es kommt allerdings nicht selten vor, dass slawische Burgen relativ dicht zusammen lagen. Bekannt ist dieser Burgwall unter dem Namen "Hünenwall". Von ihm dürfte allerdings auch nichts mehr vorhanden sein, da er landwirtschaft seit längerer Zeit genutzt wurde und daher eingeebnet ist.

Lage

zurück


Kremmen

Die älteste Stadt der Region ging wahrscheinlich aus einer slawischen Burg hervor. Der Ortsname stammt jedenfalls aus dem Slawischen und bedeutet soviel wie "Kieselstein". Die Burg Kremmen war im Nordberliner Raum von großer strategischer Bedeutung, da hier Richtung Norden der einzige Zugang durch das Rhinluch führte. Sie gehörte vermutlich bereits seit Ende des 12. Jahrhunderts zu den frühdeutschen landesherrlichen Burgen und wurde im Südwesten der Stadt - ausserhalb der späteren Stadtbefestigung - errichtet. 1740 bestand noch eine ovale Anlage, die von einem Graben umgeben war. Heute ist davon leider nichts mehr zusehen. Im Jahr 1991 wurde die ehemalige Burgstelle mit einem Supermarkt überbaut. Dabei konnten Spuren der deutschen Burg dokumentiert werden. Slawische Hinterlassenschaften fand man dort allerdings nicht.

Lage

zurück


Krieschow

Nördlich der Kirche in Krieschow bei Kolkwitz befindet sich eine kleinere slawische Burganlage. Sie hat ein ovales Aussehen mit einem Durchmesser von noch guten 50 m. Bereits seit 1894 ist sie als Bodendenkmal bekannt. Leider ist der Wall stark abgegraben und liegt heute inmitten von Häusern.

Lage

zurück


Krossen

Am nordwestlichen Ortsrand von Krossen liegen die Reste eines Burgwalls der slawischen Lusizi aus dem 9./10. Jahrhundert. Er liegt direkt an der Dahme und war um die 50 m groß. Vermutlich flutete man den Burggraben mit dem Wasser des Flusses. Solch kleine Burgen dienten als Sitz eines Lokaladels und wurden in Notzeiten als Fluchtburgen für die Bevölkerung aus der Vorburgsiedlung genutzt.

Lage

zurück


Kyritz

1. "Unterseeinsel"

Inmitten des "Kyritzer Untersees" befindet sich die sogenannte "Unterseeinsel". Hier soll einst eine slawische Inselburg gestanden haben. Später diente das Eiland den Fischern als Wohn- und Arbeitsstätte. Die Insel war einst mehr als doppelt so groß wie heute. Durch Mühlenstau im Mittelalter ist der Seespiegel um mindestens zwei Meter erhöht worden. Dadurch war der Burgwall einer der größten der Gegend und könnte eine Art Hauptburg dargestellt haben. Eine Brücke führte zum Ufer in Richtung Kyritz.

Lage

2. "Burgwall"

Gute fünf Kilometer nordnordwestlich von Kyritz liegen die stark verschliffenen Reste eines kleinen slawischen Burgwalles. Leider wurde mitten durch die Burg ein Entwässerungsgraben angelegt. Dennoch ist die einstige Burgstelle als flache, 1 m hohe Erhebung in der Landschaft auszumachen. Die Burg hatte einst einen kreisrunden Durchmesser von ca. 50 m und gehörte damit zum Typ "Tornow". Diese Burgen hatten ihre Blütezeit im 9. und 10. Jahrhundert und dienten als Fluchtburgen der in der Vorburg lebenden Bevölkerung. Sie wurden aber auch als lokale Fürstensitze verwendet. Die Vorburg des Kyritzer Walles lag direkt südöstlich bis südwestlich, halbkreisförmig um den Burgwall herum.

Lage

zurück


Langengrassau

Östlich von Langengrassau befand sich ebenfalls eine slawische Burganlage aus dem Mittelalter. Es dürfte sich um eine Niederungsburg gehandelt haben.

Lage 

zurück


Lebus

Bereits in der Bronzezeit befand sich auf dem Burgberg in Lebus eine Wallanlage. Nach deren Zerstörung wurde sie von Leuten der Göritzer Kultur um 800 v. Chr. erneut befestigt. Spätestens zu Beginn des 9. Jahrhunderts befindet sich nach Abzug der Germanen eine neue Befestigung durch die einwandernden Slawen in Lebus. Dabei wurde hier vermutlich bereits die Hauptburg des Stammes der Leubuzzi, des östlichsten Stammes der Wilzen angelegt, die links und rechts der Oder siedelten und diesem Land ihren Namen geben sollten. Seither ist der Name der Burg als Lubus, Lebuz oder Lebus überliefert. Es wird vermutet, dass der Name auf den des Wilzenfürsten Liubus zurückzuführen ist, der Anfang des 9. Jahrhunderts die Oberhoheit über die Stämme der Wilzen besaß. Um 925 wurde die Burg vermutlich durch Streitigkeiten innerhalb des Stammes wieder zerstört. Die einstige Burg befand sich auf dem Schlossberg.

Lage         

zurück


Leegebruch

Südöstlich des Dorfes Leegebruch liegen die baumbestandenen Reste eines früh- bis mittelslawischen Rundwalles aus dem 8./9. Jahrhundert. Man errichtete ihn auf einer natürlichen Sandinsel, die etwa 1,5 m über dem heutigen Wiesenniveau liegt. In früherer Zeit waren die umliegenden Wiesenflächen viel feuchter, zusätzlich bot die nahe Muhre einen natürlichen Schutz. Der Burgwall hat heute einen Durchmesser von 80 m, eine Wallbreite von 2 m und eine Wallhöhe von bis zu 1,8 m. Die Wehranlage war von einem Graben umgeben, der noch 2,5 m breit und bis zu 0,8 m tief erhalten geblieben ist. Südöstlich vorgelagert lag eine Vorburgsiedlung, die eine Fläche von 0,4 ha einnahm. Bei Ausgrabungen in den 1970 er Jahren konnte man 13 Hausstellen mit Pfostenstandspuren nachweisen, die anscheinend in einer regelmäßigen Struktur angelegt wurden. Reste eines Mahlsteines aus dieser Vorburgsiedlung kann man im Kreismuseum Oranienburg besichtigen. Von historischen Karten liegen folgende Flurnamen für den Burgwall vor: "Burg-Waldt", "Schanze", und "Huren Schanze".

Lage

zurück


Lehnin

Etwa zwei Kilometer süd-südöstlich des Klosters Lehnin wird auf der Nordspitze einer einstigen Halbinsel im Mittelsee der Standort eines spätslawischen Burgwall vermutet (HERRMANN, 1960). Die besagte Halbinsellage erschließt sich dem Besucher heute allerdings kaum noch, da der Wasserstand des Sees in der Neuzeit stark abgesunken und der See dadurch viel kleiner geworden ist. Der vermutete Burgwallstandort wird durch einen 3 - 4 m hohen rundlichen Hügel von 40 bis 50 m Durchmesser markiert, der durch eine natürliche Senke, die allerdings nicht bis auf den ehemaligen Seewasserspiegel reicht, vom Hinterland abgetrennt wird und dadurch eine natürlich begünstigte Schutzlage bot. Die Böschungen sind nicht sehr steil, Befestigungsspuren wurden bereits in den 1930 er Jahren nicht festgestellt. Auf dem Gelände wurden vorgeschichtliche und slawische/spätslawische Scherben gefunden. Eine geschlossene Kulturschicht scheint nicht vorhanden zu sein. Auf dem südlich anschließenden Gelände lag eventuell eine Siedlung.

Lage

zurück


Lenzen

1. "Burgberg Lenzen"

Im nördlichen Land Brandenburg an der Elbe befindet sich der Ort Lenzen. Seit dem 8. Jahrhundert siedelten sich hier Slawen an, die auch als "Linonen" überliefert sind. Lange Zeit wurde diese Burg mit der historisch überlieferten Burg "Lunkini" identifiziert. Moderne archäologische Untersuchungen ergaben aber eine Entstehungszeit der ersten Burg um 940/950. Damit kann die Burg in Lenzen nicht mit der 929 urkundlich erwähnten Burg "Lunkini" identisch sein. Die Burg "Lunkini" ist wohl identisch mit dem Burgwall "Lenzen-Neuehaus". Die erste Burg in Lenzen stand womöglich unter deutscher Herrschaft. 983 wurde die Burg im großen Slawenaufstand zurückerobert. Um 1066 hielt sich hier der christianisierte Obodritenfürst Gottschalk auf, der im Zuge des großen Wendenaufstandes von 1066 in der Kirche von Lenzen ermordet wurde. Die Burg stellte einen bedeutenden Machtort der Obodriten dar und dürfte bis in die Hälfte des 12. Jahrhunderts bestanden haben. Heute ist der Burgwall überbaut worden.

Siehe auch:

"Schlacht von Lenzen" unter: Schlachten

Lage

2. Lenzen "Kapünchenort" (Vermutung)

Nur knapp 1,3 km südöstlich vom Burgwall in Lenzen befand sich möglicherweise ein weiterer slawischer Burgwall im Elbe-Löcknitz- Tal. Er ist heute leider vollständig verschliffen und daher nicht mehr zu erkennen. Im Jahre 1753 sollen vor Ort noch Wall- und Mauerreste zu erkennen gewesen sein. Außerdem barg man zu jener Zeit ausschließlich altslawische Keramik des 9. Jahrhunderts. Im Volksmund nennt man die Stelle der vermuteten Burg auch "Kapünchenort". Ob es hier wirklich einen Burgwall gab, ist noch ungeklärt. Im Luftbild erkennt man jedoch einen auffälligen ovalen Grundriss von ca. 60 m bis 70 m Durchmesser. An der südlichen Seite verlief ein Graben zum nahe gelegenen Fluss Löcknitz. Ob dieser Graben einen slawenzeitlichen Bewässerunggraben zur Burg darstellte oder doch eher neuzeitlichen Ursprungs ist, ist noch unbekannt. Falls es hier eine Burg gab, lag sie inmitten von überfluteten Wiesen und Mäandern und dürfte dadurch einen hervorragenden Schutz gehabt haben.

Lage  

3. "Lenzen-Neuehaus"

Etwa 5,5 km südöstlich von Lenzen befinden sich die bewaldeten Überreste einer zweigliedrigen Wallanlage, die als "Lenzen-Neuehaus" bezeichnet wird. Von ihr aus wurde die ehemalige Mündung der Löcknitz in die Elbe kontrolliert. Sie sicherte den ehemaligen Zugang zum zentralen Siedlungsgebiet der slawischen "Linonen".

Burgphase I.

Um das Jahr 800 errichteten die Slawen hier zuerst einen eingliedrigen ovalen Niederungswall von etwa 120 m Durchmesser, der strategisch günstig auf einer natürlichen Erhebung zwischen der Elbe und der Löcknitz lag. Vermutlich wurde der Burgwall von den Slawen als Reaktion auf ein wenige Kilometer westlich gelegenes fränkisches Kastell auf dem Höhbeck (Vietzer Schanze) jenseits der Elbe errichtet. Der erste Burgwall von Lenzen-Neuehaus war in der für die Slawen typischen Holz-Erde-Konstruktion errichtet. Die gesamte Anlage umgab ein breiter und tiefer Wassergraben. Ausgrabungen von 2008 unter der Leitung von Prof. Dr. Felix Biermann ergaben, dass direkt an der Wallrückfront mindestens zwei Brunnen lagen. Diese dienten sicher zur Entnahme von Löschwasser im Brandfall. Die Wohnunterkünfte der Burgbewohner lagen ebenfalls direkt am Innenwall. Die Mitte der Burg war hingegen nur spärlich besiedelt und bot Platz für Mensch und Vieh aus umliegenden Siedlungen im Belagerungsfall.

Burgphase II.

Um 880 wurde innerhalb dieser Burg eine typische Kleinburg vom "Typ Tornow" integriert. Diese hatte einen kreisrunden Durchmesser von 60 m. Das südliche Areal der alten Burg diente nun als befestigte Vorburgsiedlung. Um 910 wurde der kleine Ringwall erneuert. Der Wall der Vorburg scheint dabei nicht mehr erneuert worden zu sein. Um das Jahr 929 wurde die Burg durch eine Brandkatastrophe zerstört und nicht wieder aufgebaut. Vermutlich war diese Burg die schriftlich erwähnte Burg "Lunkini", die bei der Schlacht von Lenzen belagert und von den Truppen Heinrich I. eingenommen wurde. Nördlich vom Burgwall konnte man eine offene slawische Vorburgsiedlung (160 m x 50 m) nachweisen, die sich bis zum Burgwall hin erstreckte. Sie bestand auch nach dem Untergang des Burgwalls bis in das 11. Jahrhundert hinein. Im späten 12. Jahrhundert wurde im Areal des kleinen Ringwalles eine deutsche Turmhügelburg angelegt. Diese letzte Burg dürfte bis in das 13. Jahrhundert bestanden haben. 

Lage

zurück


Lenzersilge

Eine nicht mehr erhaltene frühslawische Niederungsburg befand sich an der Löcknitz nahe dem Ort Lenzersilge (Landkreis Prignitz). Aus einer alten Flurkarte von 1735 war dieser Burgwall einst bekannt. In den Jahren 2005 und 2006 fanden hier umfangreichere Ausgrabungen statt, die die Wallkonstruktion offenlegten. Zu den Funden gehörten vor allem die Keramik (Feldberger und Sukower Typ) und Alltagsgegenstände wie Spinnwirtel, Messer, Eisenschlacke usw.. Besonders interessant war der Fund von zwei slawischen Brunnen. Nach bisherigen Auswertungen gehört diese Burg zu den ersten, die vom Stamm der Linonen errichtet wurden. Der bewaldete Burgwall ist komplett abgetragen und als solcher nicht mehr erhalten. Der Gesamtdurchmesser der ovalen Burg betrug etwa 80 bis 100 m. Die Ausgräber vermuteten, dass diese Burg zwischen 820 und 830 errichtet und zwischen 850 und 860 durch eine Brandkatastrophe zerstört und aufgegeben wurde. Im Jahre 858 führte "Ludwig der Jüngere" einen Feldzug gegen die slawischen Linonen durch. In diesem Feldzug ging der Burgwall von Lenzersilge unter und wurde von den Slawen nicht wieder aufgebaut.

Lage

zurück


Leuthen-Wintdorf

Ungefähr 700 m südwestlich von Leuthen-Wintdorf haben sich geringe Wall- und Grabenreste einer Slawenburg erhalten. Da das umliegende Gebiet beackert wird, wurde der Wall in der Vergangenheit fast abgetragen. Heute ist der Wallest mit Sträuchern bewachsen. Die auf einem Geländesporn gelegene Burg stammt aus der mittelslawischen Zeit des 9./10. Jahrhunderts und besaß eine relativ große Vorburgsiedlung von 180 m mal 100 m. Die unbefestigte Vorburgsiedlung bestand vom 9. bis in das 12./13. Jahrhundert hinein. Der Schwerpunkt dieser Siedlung lag in der mittelslawischen Zeit, als auch der kleine Burgwall existierte.

Lage 

zurück


Liebenberg

1,6 km nordwestlich vom Ort Liebenberg befindet sich eine lang gestreckte Halbinsel im "Großen Lankesee". Auf ihr soll einst eine alte Wendenburg gestanden haben. Schon Theodor Fontane berichtete: "Über die Vorgeschichte von Dorf und Schloß Liebenberg, die der Herrschaft den Namen gaben, ist wenig bekannt. Aller Wahrscheinlichkeit nach war es, in der wendischen Zeit, ein von den Ukranern ausersehener Verteidigungspunkt, der dann, als die deutsche Sache gesiegt hatte, eben diesen wieder als Stützpunkte diente. Dafür sprechen noch ein paar Ortsbezeichnungen. Insonderheit eine mitten auf einer schmalen Landzunge, die sich in einen Waldsee, die »große Lanke«, hinein erstreckt, erhebe sich der nach drei Seiten hin von Wasser umgebene »Burgberg«, dessen vierte Seite, nach Art eines heranführenden Passes, leicht zu verteidigen war. Die Verteidiger desselben waren zuletzt Deutsche, wie der Name »Burgberg« andeutet, aber Deutsche, die sehr wahrscheinlich ein bloßes Erbe hier angetreten hatten. Ausgrabungen würden unschwer Gewißheit darüber geben."

Lage

zurück


Liebenwalde

Eine ehemals slawische Burganlage befindet sich im östlichen Randbereich von der Stadt Liebenwalde. Sie wurde um 1200 von den deutschen Einwanderern überbaut. Hier stand nun eine frühdeutsche Burg. Errichtet haben die Slawen sie gut geschützt auf einem natürlichen kleineren Berghügel. In der Nähe führte die Havel vorbei. Vielleicht war die Burganlage ein slawischer Herrschaftssitz.

Lage

zurück


Lieberose


Westlich von Behlow, bei Lieberose, befindet sich in der Niederung des "Mühlenfließes" das sogenannte "Alte Schloss". Es handelt sich hierbei um einen natürlichen Berg, der schon seit der Jungsteinzeit besiedelt war, wie Funde beweisen. Auch in der anschließenden Bronzezeit war der Hügel besiedelt, wahrscheinlich schon als Holzburg. Nachdem die Slawen in dieses Gebiet einwanderten, fanden sie die Burg verlassen vor und entschlossen sich, sie wieder als Burg auszubauen. Sie hatte einen Durchmesser von annähernd 80 m. Man fand bei Grabungen vorwiegend frühslawische Scherben, sodass man sie in das 8. und 9. Jahrhundert einordnen kann. Da sie bis zu 18 m über den Wiesen liegt, kann man sie sogar als Höhenburg einstufen. Heute ist die gut erhaltene Höhenburg bewaldet.

Lage

zurück


Linum

1.

 

Im Ort Linum bei Fehrbellin liegen die Reste einer slawischen und später dann frühdeutschen Wallanlage. Sie befindet sich an der "Straße der Jugend", nördlich der Dorfkirche. Angelegt wurde sie von slawischen Siedlern im 11. Jahrhundert an einem kleinen Fluss. An den anderen Seiten lagen sehr feuchte Wiesen und auch kleinere Teiche. Somit war die Burg sehr gut gegen überraschende Angriffe geschützt. Die Burg hatte einen annähernd runden Durchmesser von ca. 130 m. Einen Wall gab es wahrscheinlich nur zur Landseite hin. An der Nordseite genügte wohl eine hölzerne Palisadenwand. Sicherlich saß in der Wehrburg ein lokaler Herrscher mit seinen Handwerkern und seinen Bediensteten. Weiterhin gab es in unmittelbarer Nähe auch eine slawische Siedlung, die sich in Notzeiten in die Burg flüchtete. Nach der Christianisierung wurde die Wallburg von den Deutschen übernommen und sicherlich ausgebaut. So bestand sie dann noch bis ins 14. Jahrhundert hinein.

Lage

2.

Ungefähr 400 m südlich der A24, südöstlich von Linum, befand sich ein weiterer slawischer Burgwall. Er liegt heute mitten auf dem Acker und wird landwirtschaftlich genutzt. Daher dürfte man vor Ort kaum noch etwas erkennen. Aus der Luft aber ist er sehr deutlich zu erkennen. Er hatte einen ovalen Gesamtdurchmesser von ca. 120 m samt umgebenen Graben. Ob auch eine befestigte Vorburg zu der Anlage gehörte, kann man nicht mehr erkennen. Damals lag die Burg in einer feuchten Niederung. Angelegt wurde sie im 9. Jahrhundert und bestand bis ins 10. Jahrhundert hinein. Im Volksmund ist die Burgstelle als "Burgwall" bekannt.

Lage

zurück


Lossow

Unweit von Frankfurt (Oder) liegt der Burgwall von Lossow, der als einer der herausragendsten Bodendenkmale Brandenburgs gilt. Die auch als "Schwedenschanze" bezeichnete Wallanlage liegt auf einer natürlichen Hochfläche an der Westseite des Oderlaufs. Die natürliche Schutzlage des Platzes ergab sich durch einen ca. 30 m hohen Steilabfall zum Flusslauf im Osten, sowie durch ein breites Erosionstal im Süden. Im Norden und Westen errichtete man einen heute noch bis zu 6 m hohen bogenförmigen Wall als Annäherungshindernis. Diese Burg geht bis in das spätbronzezeitliche 12. Jahrhundert v. Chr. zurück. Vermutlich besaß diese "Höhenburg" in jener Zeit bereits einen Zentralortcharakter.Eine erneute Besiedlung erfuhr der Platz in der frühen Eisenzeit. Hier bestand nun ein sakrales Zentrum, in dem Kult- und Opferhandlungen abgehalten wurden. Bei Ausgrabungen konnte man bis heute insgesamt 62 Opferschächte nachweisen, die bis in eine Tiefe von 5 m bis 8 m reichten. In diesen 1,2 m bis 0,8 m breiten Röhrenschächten fand man Skelettreste von Mensch und Tier, die auf rituelle Opferungen hindeuten. Vermutlich gab es hier weitaus mehr dieser Ofperschächte. In der anschließenden Germanenzeit um Christi Geburt war der Burgwall über längere Zeit verlassen. Erst mit der slawischen Landnahme ab dem 8. Jahrhundert wurde die alte Höhenburg erneut besiedelt. Die Slawen errichteten in der Südostecke des alten Burgwalls eine neue kleinere Anlage. Damit war der Lossower Burgwall in der Slawenzeit eine zweigliedrige Burg, unterteilt in Haupt- und Vorburg. Diese slawische Höhenburg dürfte bis in die spätslawische Zeit besiedelt gewesen sein, bevor der Oderraum in das polnische Blickfeld rückte. Von da an wurde der alte Burgwall für immer aufgegeben. Unterhalb der Höhenburg wurde in der Mitte des 19. Jahrhunderts ein Bahngleis an der Oder angelegt. Der Bahneinschnitt, der im Jahr 1844 erfolgte, verlief dabei quer durch das östliche Burgwallgelände und führte zu großflächigen Zerstörungen des archäologischen Bodendenkmals. Die kleine slawische Hauptburg ist dadurch völlig abgetragen worden.

Lage

zurück


Luckau

Auf dem sogenannten "Schlossberg" in Luckau befand sich vom 8. bis 10. Jahrhundert ein slawischer Burgwall. Heute ist davon allerdings nicht mehr viel vor Ort zu erkennen, da er mehrmals überbaut worden ist. Wegen der guten geografischen Lage bauten auch die ersten deutschen Marktgrafen dort eine Burganlage. Um 1297 erhielt der Ort das Stadtrecht und wurde später Hauptstadt in dem Marktgrafentum Niederlausitz. Heute werden an den Hängen des Schlossberges verschiedene Weinsorten angepflanzt.

Lage

zurück


Luckenwalde

Ein slawischer Burgwall liegt östlich des Ortes auf einer horstartigen Erhöhung nahe der Nuthe. Es handelt sich um einen typisch mittelslawischen Rundwall von 50 m bis 60 m Durchmesser. Auf dem Rest dieser mit lichtem Wald bestandenen Horst lag wahrscheinlich eine Vorburgsiedlung. Ausgrabungen fanden hier in den 1970 er Jahren statt, die überwiegend mittelslawische Keramik erbrachten.

Lage 

zurück


Lübben

Als schönstes archäologisches Denkmal Lübbens liegt 250 Meter vom westlichen Rand der Niederung entfernt der 150 mal 140 Meter große Burgwall von Lübben-Steinkirchen, heute genannt "der Burglehn", früher auch als "Borchelt" und "Schlossberg" bezeichnet. Im Jahre 1968, als letztmals archäologische Beobachtungen auf diesem Burgwall gemacht wurden, bestand er aus einem noch 4 Meter hohen Innenwall von 110 Metern Durchmesser. Der niedrigere äußere Wall wird seit 1889 als Fahrweg genutzt. Der heutige Zufahrtsweg von Steinkirchen aus besteht seit der Zeit um 1800. Der ursprüngliche Zugang befand sich wahrscheinlich an der Südseite des Burgwalls. Die archäologischen Ausgrabungen des 19. Jahrhunderts und von 1966 bis 1968 konnten zeigen, dass die Burganlage wohl in der altslawischen Zeit (7.-9. Jahrhundert) errichtet worden ist. In jungslawischer Zeit (11./12. Jahrhundert) wurde auf dem zu unbekanntem Zeitpunkt niedergebrannten älteren Wall eine Befestigung errichtet, die nach Ausweis der Funde intensiv genutzt wurde, jedoch ebenfalls mindestens einen Brand überstehen musste. Auf eine Nutzung in frühdeutscher Zeit weisen Reste von gemauerten Gebäuden hin. Das Untergeschoss des Wohnhauses im Ostteil des Burglehn ist aus Ziegeln im Klosterformat auf einem Feldsteinfundament errichtet. Auch an anderen Stellen im nördlichen Teil der Anlage sind seit dem 18. Jahrhundert steinerne Fundamente überliefert, die wie die vor allem im östlichen Teil des Burgwalls aufgefundenen Skelettreste aus der jüngsten Geschichte des Burglehn stammen können, als an dieser Stelle noch die Burggrafen von Lübben ihren Sitz gehabt haben werden (12./13. Jahrhundert). Im Jahr 1520 wurde der Burgwall an einen Bartell Korner vermietet. 1527 wurden nach dem Tode ihres Vaters die Brüder von Kottwitz "mit dem freien Hause vor dem Schlosse zu Lübben, den Gerichten zu Steinkirchen und dem Burgwall sammt dazu gehörigen Äckern" belehnt. Durch diese schriftlichen Überlieferungen wird der Zusammenhang deutlich, der noch in der Neuzeit zwischen den Inhabern der Lübbener Freihäuser, der ehemaligen Burgmannschaft und der älteren Burg auf dem Burglehn bestanden hat.  Mit großer Wahrscheinlichkeit haben die Burggrafen von Lübben ihren Sitz in der Zeit um kurz nach 1200 vom Burglehn auf die neu erbaute Burg nahe der entstehenden Stadt am Spreeübergang wenig weiter nördlich verlegt, ihr Besitzrecht an der alten Burgstelle aber noch lange Zeit gehalten. Auf dem Burglehn befindet sich seit 1897 eine Gaststätte.

Lage

zurück


Lübbenau

 

Lübbenau wurde erstmals im Jahre 1315 in einer Verkaufsurkunde erwähnt, ist jedoch viel älter, was Funde aus dem 8./9. Jahrhundert unterhalb des Schlosses zeigen. Man konnte feststellen, dass hier einst eine Slawenburg lag. Von dieser ist heute allerdings nichts mehr zu finden. Die Lusizer legten sie geschickt auf auf einer von Mooren und Wasser umgebenen Fläche an, die fast einer Insel gleicht. Wann und wodurch diese Burg dann zerstört wurde, konnte noch nicht nachgewiesen werden.

Lage

zurück


Lünow

Ein vermuteter Burgwall lag auf der Insel im Beetzsee gegenüber von Lünow, die auch als "Buhnenwerder" oder "Möveninsel" bezeichnet wird. Auf der Insel bestand bereits in der Bronzezeit ein Gräberfeld, was schon in jener Zeit auf eine besondere Stellung der Insel hinweisen könnte. Auch die Slawen besiedelten das Eiland, wie Keramikscherben und Herdsteine beweisen. In einigen Quellen wird die Mitte der Insel als "Burgwall" bezeichnet. Wallreste sind allerdings keine mehr vorhanden. Möglicherweise wurde die Inselfläche früher landwirtschaftlich beackert und Wallreste dabei eingeebnet. Im Negativluftbild der Insel konnte ich eine auffällige kreisrunde Verfärbung feststellen. Handelt es sich hierbei um den ehemaligen Grabenverluf der Inselburg oder aber nur um die ehemalige feste Inselfläche?

Lage

zurück


Lychen

Der Burgwall Lychen liegt in etwa nordwestlich der heutigen Stadt auf einer Halbinsel im Wurlsee. Heute befindet sich auf dieser Halbinsel das Hotel Lindenhof. Unmittelbar dahinter in Richtung See liegt der alte Burgwall aus dem 7. bis 10. Jahrhundert. Er diente der umliegenden Bevölkerung wohl als Zufluchtsort in Kriegszeiten, oder stellte einen Herrschaftssitz dar.

Lage 

zurück


Malitschkendorf

Nordöstlich von Malitschkendorf liegen die Reste einer größeren Wallanlage. Sie wurde bereits Ende der Bronzezeit errichtet und bestand bis in die Eisenzeit. Die Slawen haben den Wall später wiederbesiedelt, wie wenige Scherbenfunde beweisen. Der Wall liegt heute direkt an der Strasse nach Schlieben.

Lage 

zurück


Mankmuß

Der Name Mankmuß findet seinen Ursprung in der slawischen Sprache. Seine Ableitung findet Mankmuß in dem Wort „Manchmosthi“, was soviel wie „Fluchtbrücke, Fluchtgrenze“ bedeutet. Der nördlich verlaufende Ringwall in Richtung Seetz im Stavenower Forst zeugt von der Besiedlung durch slawische Stämme. Der Burgwall stammt aus der altslawischen Zeit des 8. und 9. Jahrhunderts.

Lage 

zurück


Menz

Auf dem ca. 300 m nordwestlich des Ortes am Roofensee liegenden Wallberg befand sich ein slawischer Burgwall (Turmhügel) mit vorgelagerter Siedlung. Auf Luftbildern kann man erkennen, dass diese Wallburg wohl einst eine Halbinsel darstellte, die in den See hineinragte. Der spätere Rittersitz ging Anfang 13. Jahrhunderts in den Besitz von Johannis Mentiz, einem Gefolgsmann Grafen Lindow, über. Die Grenzlage setzte den Marktflecken wiederholt im Zeitraum von 1420 bis 1438 Raubzügen mecklenburgischer Ritter aus. Leidvolles erfuhren die Einwohner von Menz im Jahre 1638, als der Ort zusammen mit weiteren 28 Siedlungen von den aus dem Land Ruppin abziehenden kaiserlichen Truppen unter General Gallas eingeäschert wurde.

Lage

zurück


Meyenburg

Gute 100 m nördlich des Schlosses in Meyenburg (Prignitz) liegen die Reste einer slawischen Wallanlage. Die Burg gehört zu den kleineren Anlagen mit einem ovalen Durchmesser von ca. 50 m. Ein Außengraben umgibt die gesamte Burgstelle, die heute bewaldet ist. Früher lag die Wallanlage inselartig inmitten der Stepenitzniederung.

Lage

zurück


Milow (Havelland)

1. Burgwall Wolfsmühle

In der Gemarkung Milow befinden sich drei historische slawische Burgstandorte, die vermutlich nacheinander bestanden haben. Die älteste Burganlage liegt im Ortsteil Wolfsmühle am Fuß des Vieritzer Berges südöstlich des historischen Ortskerns von Milow an der Stremme. In Karten aus dem 19. Jahrhundert wird der Bereich auch als “Mühlenwälle” bezeichnet. Die Anlage, die in das 7./8. Jahrhundert datiert wird, wurde auf zwei natürlichen Talsandflächen errichtet. Sie bestand aus einer etwa 4,7 ha großen Vorburg und einer ca. 2,1 ha großen Hauptburg. Die Vorburg weist ein Wall-Graben-System auf, dessen Graben eine Breite von ca. 20 m, eine Tiefe von bis über 3 m und eine Länge von etwa 500 m misst. Der Wall bestand aus einer Kastenkonstruktion mit etwa 5 m Breite am Wallfuß. Auf der Innenfläche der Vorburg sind Grubenhäuser von etwa 5 x 5 m Seitenlänge festgestellt worden. Die vorgefundene Keramik war teilweise unverziert, aber auch Keramik des Feldberger- und Menkendorfer Typs konnte identifiziert werden. Auch die fast runde Hauptburg war durch ein umlaufendes Graben-Wall-System gesichert. Die Anlage ist wahrscheinlich im 8./9. Jahrhundert aufgegeben worden. Die Burg ist heute stark überformt, teilweise sind aber noch Wall- und Grabenstrukturen erkennbar. Im Westen der Vorburg ist im Wald noch der Rest eines Vorwalles vorhanden und recht gut erkennbar. Die Burganlage wurde 2001 noch in der Denkmalliste des Kreises Havelland geführt, aktuell jedoch nicht mehr.

Lage

2. Burgwall "Gutshof"

Die zweite Burganlage auf Milower Gebiet liegt im Norden der Ortschaft auf einer Halbinsel im Winkel zwischen Havel und Stremme. Sie bestand aus einer Abschnittsbefestigung, die die Landseite nach Süden hin sicherte. Bisher konnte die Toranlage mit Teilen des Graben-Wall-Systems und ein kleiner Ausschnitt der Innenbesiedlung freigelegt werden. Das Tor bestand aus einer 2,4 m breiten, mit Spaltbohlen ausgelegten Walldurchfahrt und verfügte vermutlich über einen Torturm. Über den Graben führte eine Holzbrücke. Die Innenbebauung begannt direkt hinter dem Wallkörper. Die Befestigungsanlage war mindestens zweiphasig. Der erste Wall entstand als Kastenkonstruktion von etwa 5 m Breite mit vorgelagertem Graben. Bei der zweiten Ausbauphase wurde der erste Graben zugeschüttet, vor dem Wall eine rund 5 m starke Rostkonstruktion angefügt und davor ein neuer Graben ausgehoben. Die Anlage ist vermutlich im 10. Jahrhundert abgebrannt. Die Befestigung wurde danach nicht wieder aufgebaut, allerdings blieb die Innenfläche bis ins 12. Jahrhundert besiedelt. Im Zuge der deutschen Ostkolonisation im 12./13. Jahrhundert wurde innerhalb der alten slawischen Befestigung eine neue deutsche Burganlage errichtet, von der heute noch ein spätromanisches Tonnengewölbe im Westflügel des Gutshauses erhalten ist. Gut erkennbar ist noch heute der Burghügel. Das Burggelände mit den archäologischen Befunden einer slawischen und deutschen Burg ist heute Teil eines großflächigen Bodendenkmals (50149).

Lage

3. Burgwall nahe der Havel

Etwa 1,2 km östlich des Herrenhauses Milow liegt in der Havelniederung der dritte slawische Burgwall auf Milower Gebiet (Bodendenkmal 50156). Es handelt sich um eine spitzovale, kleine spätslawische Abschnittbefestigung mit Graben-Wall-System, die früher am östlichen Rand einer Havelinsel gelegen war. Der westlich gelegene Abschnittswall und Grabenreste sind noch heute recht gut im Gelände zu erkennen. Aufgrund der gefundenen Keramik und einem vergoldeten Messerscheidenbeschlag mit Tierkopfmotiv wird die Anlage ins 12. Jahrhundert datiert. Die nur kurzzeitig bestandene Anlage wurde durch Feuer zerstört. Der in einigen Quellen vermutete Zusammenhang dieser Burganlage mit dem 1144 für Milow erwähnten Burgward steht im Widerspruch zu anderen Quellen, die diesen Burgwardstandort im Bereich des heutigen Herrenhauses - im Norden Milows - annehmen. Dieser Standort entspricht sicher auch mehr der strategischen Ausrichtung deutscher Burgwarde als die sehr abgelegene Anlage von Burgwall 3.

Lage

zurück


Mittenwalde

1. "Pennigsberg"

Rekonstruktionsversuch, Entwurf Dr. Felix Biermann, Zeichnung B. Fischer 1998

In der mittelslawischen Zeit lag auf einer verteidigungstechnisch günstig liegenen Düne im Nottetal ein zweiteiliger Burgwall, genannt Burgwall Mittenwalde "Pennigsberg". Er hatte einen Außendurchmesser von 55 bis 65 m und verfügte über eine größere befestigte Vorburg. Ausgrabungen unter der Leitung von Dr. Felix Biermann im Jahre 1998 kamen zu dem Ergebnis, dass die erste Burgsiedlung im letzten Drittel des 9. Jahrhunderts angelegt wurde. Kurz darauf kam es zu einer Teilrestaurierung. Um 900 wurde die Burg durch ein Feuer in Mitleidenschaft gezogen und wieder aufgebaut. Im ersten Drittel des 10. Jahrhunderts kam es erneut zu einer Feuerkatastrophe und die Burgsiedlung wurde endgültig aufgegeben. Der Burgwall war im Endstadium etwa 9 m breit und besaß eine mit Feldsteinen verblendete Berme. Zu den Funden zählten zwei Sporen, eine Riemenzunge mit Gold- und Silberverzierung, Perlen, ein Silberohrring und Geweihkämme. Diese Funde belegen, dass die einstigen Burgbewohner eine hervorgehobene Stellung besaßen.

Lage 

2. "Burgwallwiesen"

Vermutete Lagesituation der Burgsiedlung auf einer Talsandinsel, nach R. Krüger 2017

Ungefähr 900 m westlich vom zweigliedrigen Burgwall am "Pennigsberg" befindet sich ein weiterer mittelslawischer Burgwall. Man nennt ihn auch "Burgwallwiesen". Es handelt sich dabei um einen kleinen typischen, leicht ovalen, Rundwall von maximal 55 m Außendurchmesser. Er wurde auf einer inselartigen Erhebung in der Notteniederung angelegt und hatte seinen Höhepunkt im 10. Jahrhundert. Westlich und östlich lagen Vorburgsiedlungen, die zeitgleich zum Burgwall bestanden. Dort arbeiteten Handwerker und gingen der Knochen-, Geweih-, Töpfer- und Eisenverarbeitung nach. Eine gefundene Bernstein- oder Karneolperle bezeugt den Handel in der Burgsiedlung. Der Burgwall wurde vermutlich erst um 930 bis 950 errichtet und bestand bis zum Ende des 10. Jahrhunderts. Der Burgwall "Penningsberg" weiter östlich bestand früher und wurde vermutlich durch Feindeinwirkungen und/oder Hochwasser aufgegeben.

Lage 

zurück


Möllendorf

 

Am nördlöstlichen Dorfrand von Möllendorf bei Finsterwalde befinden sich die Reste eines slawischen Burgwalls. Er ist heute mit Bäumen bestanden und hat noch eine beeindruckende Höhe. Leider wurde der Burgwall zur Hälfte abgetragen. 1996 wurde der Wallrest mit zwei Grabungsschnitten untersucht. Mit Vorbehalt kam man zu dem Ergebnis, dass der Wall in den 920 er bis 930 er Jahren erbaut wurde.

Lage 

zurück


Mörz

Nordöstlich des Dorfes Mörz befand sich eine slawisch/deutsche Burganlage auf einem natürlichen flachen Geländesporn. Der äußere Durchmesser des Burgwalls beträgt etwa 130 m ; der des geschützten Innenraums ungefähr 60 m. Prof. Dr. Joachim Herrmann (1932-2010) untersuchte bereits 1959 den Burgwall und konnte Reste der Kulturschicht des mittleren 12. Jahrhunderts nachweisen. Im Jahr 1161 wurde der deutsche Burgward als "Burgwardis Mordiz" urkundlich erwähnt. Zu jener Zeit gehörten die Dörfer Zierow, Locktow, Cartow, Grabow und die Wüstung Wentdorf bei Dahnsdorf zum Burgward. Die keramischen Hinterlassenschaften waren in großer Mehrheit den Slawen zuzuordnen, nur vereinzelt fand sich sächsisch-deutsche Keramik. Bei den partiellen Untersuchungen konnte man feststellen, dass es hier drei Siedlungsphasen gab, die deutlich voneinander durch Lehm- und Sandschüttungen getrennt waren. In der ersten Siedlungsschicht fand man kammstrichverzierte Keramik, die typisch für das 8. bis 10. Jahrhundert war. Im 10. Jahrhundert wurde die erste Burg erobert und zum deutschen Burgward umfunktioniert. Vermutlich im Slawenaufstand von 983 wurde diese deutsche Burg zerstört. Die Slawen befestigten "ihre" Burg erneut und siedelten dort bis ins 11./12. Jahrhundert. Im Zuge der Wendenkreuzzüge in der Mitte des 12. Jahrhunderts kam die Burg wieder in deutsche Hände. Im 13. Jahrhundert wurde die letzte Burg endgültig aufgegeben.

Lage

zurück


Möthlitz

Etwa 4,2 km nord-nordwestlich der Ortschaft Möthlitz bzw. 2,8 km nordwestlich von Bahnitz befinden sich auf der Flur 8 der Gemarkung Möthlitz in der Havelniederung Reste eines slawischen Burgwalls. Nach der Bodendenkmalbeschreibung von 1998 handelt es sich um einen frühslawischen Ringwall mit umlaufendem Graben, der durch einen Brand zerstört wurde. Nordöstlich und südwestlich bestand eine Vorburgsiedlung. Der Burgwall war durch seine Lage zwischen Havel und Wublitz gut geschützt. Der Bereich wurde im 19. Jahrhundert durch Sand- und Tonabbau stark verändert. Heute finden sich im Kern des einstigen Walles zwei trockenfallene bzw. temporär wasserführende Grubengewässer und dichte Weidengehölze. Im Nordwesten scheint ein Rest des Walles erhalten geblieben zu sein. Die hier von Grasfluren geprägte Anhöhe fällt durch einen markanten, rundförmig verlaufenden Hang im Gelände auf. In der aktuellen Liste der Bodendenkmale des Landkreises Havelland wird der Burgwall allerdings nicht mehr aufgeführt.

Lage

zurück


Mühlberg/Elbe

Mühlberg an der Elbe geht auf eine alte slawische Gründung zurück, deren Mittelpunkt eine slawische Burganlage bildete. Die Burg lag anstelle des heutigen Schlosses auf einer natürlichen Talsandinsel. Auf Luftbildern erkennt man, dass der slawische Ringwall einst einen Durchmesser von 60 m bis 70 m gehabt haben muss. Früher floss die Elbe noch direkt durch den Ort; vermutlich bewachte die Burg einen Elbübergang. Nach Unterwerfung der Slawen diente die Wehranlage weiter als Burgward.

Lage

zurück