Slawische Burganlagen in Brandenburg N - Z (92)


Nauen, Naugarten, Netzeband, Neuhausen, Neuruppin-Treskow, Neu-Töplitz, Neutrebbin, Oderberg, Parey, Paserin, Passow, Perleberg, Phöben, Pinnow, Platkow, Potsdam, Potzlow, Prenzlau, Presenchen, Pritzerbe, Pritzwalk-Horst, Putlitz, Raddusch, Rathenow, Reckahn, Reitwein, Repten, Rheinsberg, Riedebeck, Riewend, Röddelin, Ruben, Saaringen, Saarmund, Sabrodt, Sacrow, Saßleben, Sawall, Schlalach, Schlieben, Schmölln, Schönfeld-Calau, Schönfeld-Uckermark, Schwedt, Sellessen, Sielow, Sonnewalde, Steckelsdorf-Rathenow, Stolpe an der Oder, Storkow, Stradow, StückenTeupitz, Tietzow, Tornow, Trebbus, Treuenbrietzen, Uckro, Vehlefanz, Vehlin, Vorberg, Waldow, Waldsieversdorf, Werben, Werder/HavelWiesenau, Wiesenburg, Wildberg, Wittstock-Dosse, Wollschow, Wulfersdorf, Wulkow-Schönberg, Wusterhausen, Wustermark, Zahsow, Zeckerin, Zehdenick, Zieckau, Ziesar, Zöllmersdorf, Zützen


Nauen

1. "Altstadt"

Bereits im frühen Mittelalter nutzten slawische Siedler die günstigen Bedingungen, die das auf dem Rand der Grundmoränenplatte südlich des Havelländischen Luchs auf einer leichten Anhöhe liegende spätere Nauener Stadtgebiet bot. Durch archäologische Untersuchungen seit 1995 konnten hier slawische Siedlungsbefunde des 9./10. Jh. nachgewiesen werden. Man kann damit von einer Besiedlungskontinuität seit dem 9. Jh. (-12. Jh.) ausgehen. Aus jüngerer Zeit (nach dem Jahr 2000) liegen auch Befunde über eine slawische Burganlage vor, die seit 2010 Teil des großflächigen Bodendenkmals 51021 ist, das die gesamte Altstadt Nauens bzw. die gesamte Flur 15 umfasst. Demnach befindet sich ein slawischer Siedlungskern mit Burg im Bereich von Berg-, Markt- und Holzmarktstraße. Aufgrund von Überlieferungen wird hier seit langem auch von einer frühdeutschen Burg (12./13. Jh) ausgegangen, die wahrscheinlich im slawischen Siedlungskern mit Burgwall an der Bergstraße errichtet wurde. Bis jetzt gibt es dafür allerdings weder archäologische noch urkundliche Belege.

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2. "Weinberg-Waldsiedlung"



700 m östlich von der Ortschaft Weinberg-Waldsiedlung bei Nauen befindet sich der Rest eines altslawischen Burgwalles. Er entstand im 8. Jahrhundert und existierte bis ins 9. Jahrhundert hinein. Auf Luftbildern kann man ihn noch eindeutig erkennen. Vor Ort ist aber nur noch ein kleiner Wallrest erhalten geblieben. Der Rest der Burg wurde leider abgetragen, da das Umfeld landwirtschaftlich genutzt wurde.  Die Burg hatte einen annähernd kreisrunden Durchmesser von ca. 120 bis 125 m. Im Volksmund wird sie auch als "Kratzberg" bezeichnet.

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Naugarten

1. "Naugartener See"



Ungefähr 12 km westlich von Prenzlau befindet sich der Ort Naugarten. Er liegt am Rande der Zerweliner Heide und gehört zum Naturpark "Uckermärkische Seen". Am 1. Januar 1239 wurde der Ort das erste Mal urkundlich erwähnt, damals aber noch als " novo grad". Dies ist nun eindeutig slawisch und bedeutet "neue Burg". Daher ist es nicht verwunderlich, dass es in der Nähe einen slawischen Burgwall gibt. Er befindet sich an der östlichen Strasse in das Dorf. Er ist deutlich erkennbar und liegt direkt am Naugartener See. Die Slawen errichteten die ungefähr 100 m große ovale Burg im 9. Jahrhundert. Die Burg war hervorragend geschützt. Im Norden schloss sich direkt ein kleiner langgestreckter See an. Der Zugang konnte sich demnach nur auf den anderen Seiten befinden. Wann die Burg aufgegeben wurde, ist nicht bekannt, dürfte aber im 11./12. Jahrhundert anzusiedeln sein.

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2. "Schlossberg"



Im Ort Naugarten gibt es noch eine weitere slawische Burganlage. Hinweise darauf fand ich in dem Buch von dem Neubrandenburger Archäologen Volker Schmidt "Drense, eine Hauptburg der Ukrane".
Es dürfte sich mit großer Wahrscheinlichkeit um den sogenannten "Schlossberg" handeln. Auch er liegt direkt am Ufer des Naugartener Sees und stammt aus der jungslawischen Zeit des 10. bis 12. Jahrhunderts. Er ist allerdings kleiner als die andere Wallburg. Die Funktion dieser Burg dürfte als Herrschaftssitz eines lokalen Führers zu sehen sein. Nach der Christianisierung des Landes saß auf dem Schlossberg dann ein Rittergeschlecht. Heute liegt der "Schlossberg" am westlichen Dorfrand.

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Netzeband

 

Der kreisrunde Burgwall bei Netzeband ist heute von alten Eichen bewachsen und soll im 10. Jahrhundert als Fluchtburg gedient haben. Es handelt sich um eine slawische Burganlage. Sie hat ein Durchmesser von ca. 115 bis 120 m und besaß nur ein Zugangstor. Damals lag die Burg inmitten von feuchten und sumpfigen Wiesen und war wohl nur mittels einer Brücke zu erreichen. Heute ist hier vor allem Ruhe und Beschaulichkeit zu finden.

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Neuhausen

Anstelles des heutigen Schlosses in Neuhausen lag schon im 12. Jahrhundert eine Burganlage, die von den Slawen errichtet wurde. Wann sie entstand ist nicht bekannt. 1147 wurde der Ort erwähnt, als Truppen Albrecht des Bären die Befestigung im ersten Wendenkreuzzug zerstörten. Kurz darauf wurde die Burg wieder aufgebaut und diente nun als deutscher Burgplatz. Später wurde die ehemalige Wasserburg zum Herrensitz und dann zum Schloss umgebaut.

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Neuruppin-Treskow



Ein slawischer Burgwall befindet sich nahe des Neuruppiner Stadtteils Treskow. Er liegt auf einer dreieckigen Halbinsel am Ruppiner See. Das kleine Wäldchen in dem er heute liegt, wird als "Geschützter Park Burgwall" bezeichnet. Zeitweise wurde hier sogar ein Burgwalllauf von der Stadt veranstaltet.

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Neu-Töplitz

Etwa 1 km nordwestlich der Ortschaft Neu Töplitz beginnt - auf einer Landzunge zwischen Göttinsee und Havel gelegen - ein etwa 1 km langer sich nach Nordwesten erstreckender Höhenrücken, der seit der Bronzezeit besiedelt war. Im Bodendenkmal 30764 des Kreises Potsdam-Mittelmark werden hier sowohl ein bronzezeitlicher und slawischer Burgwall als auch eine bronzezeitliche und slawische Siedlung als Schutzziele aufgeführt. Nach HERRMANN 1960 befand sich der Burgwall etwa 2 km nordwestlich der Ortschaft. Dort befindet sich eine in der Landschaft noch heute wahrnehmbare weitere Erhöhung (33 m ü. NN), die dem Burgwallstandort entsprechen dürfte. Nach historischen Karten wurde besagter Höhenrücken früher etwa in der Mitte durch einen - heute nur noch teilweise erhaltenen - grabenartigen Einschnitt untertrennt, der möglicherweise Teil einer Befestigungsanlage war. Weitere Befestigungsspuren fanden sich nach HERRMANN nicht (mehr).

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Neutrebbin

Der Burgwall von Neutrebbin-Siedlung befindet sich heute auf einem Privatgrundstück. Der Ringwall stammt aus der mittelslawischen Zeit des 9./10. Jahrhunderts und hat einen Außendurchmesser von etwa 70 m. Ein kleiner Grabungsschnitt wurde in den 1970 er Jahren in der dazugehörigen Vorburgsiedlung vorgenommen. Dabei stieß man auf eine Grube mit Fischresten, Muscheln und Tierknochen. Auch zwei verbrannte Lehmplatten, Keramikfragmente und eine Feuerstelle wurden beobachtet. Die Vorburgsiedlung bestand zeitgleich zum Burgwall.

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Oderberg

1. "Albrechtsberg"

Eine slawische Besiedlung ist ab dem 7./8. Jahrhundert für Oderberg nachgewiesen worden. Dieser Ort lag schon zu jener Zeit an einer wichtigen frühmittelalterlichen Fernverkehrsstrasse. Durch archäologische Funde sind gleich zwei slawische Burgen für Oderberg belegt. Die ältere liegt auf dem sogenannten "Albrechtsberg", einem bis zu 45 m hohen Geländesporn. Nachdem die Slawen von dieser Höhenburg vertrieben wurden, entstanden hier noch zwei nacheinander bestehende frühdeutsche Burganlagen. Die erste wurde um 1211 von Albrecht II. errichtet. Die zweite Anlage wurde in einer Schlacht zwischen Pommern und Ludwig I im Jahre 1349 zerstört. Diese letzte Burg dürfte bereits eine Steinburg gewesen sein. Heute sind vor Ort noch gewaltige Wallreste erkennbar, die das Plateau auf dem "Albrechtsberg" halbkreisförmig abriegelten. Nördlich vorgelagert lag eine Vorburgsiedlung, die ebenfalls mit einem Wall gesichert war.

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2. "Feste Bärenkasten" 

Die "Feste Bärenkasten" wurde im 14. Jahrhundert auf einer ehemals spätslawischen Fluchtburg errichtet, die auf einer Oderinsel lag. Unter dem Schutz dieser deutschen Burg erblühte dann der Ort Oderberg. Heute ist dieser Ort keine Insel mehr. In unmittelbarer Nähe befindet sich ein Sportplatz und die Strasse "Festung". 

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Parey

Der historische Ringwall bei Parey liegt etwa 1,2 km südlich der Ortschaft in der Havelniederung (Bodendenkmal 50345). Die Anlage stammt ursprünglich aus der jüngeren Bronzezeit und wurde dann von den Slawen reaktiviert. Es handelt sich um eine ringförmige Wallanlage mit umlaufendem Graben von 100 m (Nord-Süd) x 120 m (Ost-West) Durchmesser. Im östlichen Bereich wird eine Vorsiedlung vermutet. HERRMANN beschreibt 1960, dass sich um den verschliffenen inneren Wall ein schon stark verfüllter Graben und ein fast völlig abgetragener Vorwall befinden, der nur im Nordosten nicht vorhanden war. Im Nordwesten befanden sich zwei weitere Vorwallreste, damals z.T. noch 1-1,5 m hoch erhalten. Heute sind Wall- und Grabenstrukturen vor allem auf der Westseite im Gelände noch erkennbar, Vorwälle fallen nicht mehr auf.

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Paserin

Gut 1,5 Kilometer nordwestlich von Paserin liegen die Wallreste einer kleinen Burganlage der Lusizer. Durch die Landwirtschaft ist der Wall verschliffen, aber noch als leichter Hügel wahrnehmbar. Untersuchungen von 1993 erbrachten nur spärliche Hinweise auf die Entstehungszeit. Möglicherweise wurde die Burg um/nach 884 errichtet und ist damit älter als der Burgwall von Uckro, der nur 1,3 Kilometer weiter südsüdöstlich liegt.

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Passow



Ungefähr 500 m nordwestlich der Dorfkirche von Passow befinden sich auf einer Wiese die Reste einer slawischen Wallanlage. Keramische Funde des 8./9. Jahrhunderts deuten auf eine mittelslawische Burg vom "Typ Tornow" hin, die am Rande des Welsetals angelegt wurde. In frühdeutscher Zeit wurde innerhalb dieser Burg eine frühdeutsche Motte errichtet. Heute liegt das Bodendenkmal an der Bahnhofsstraße am nordwestlichen Dorfende. In slawischer Zeit wird auf der Burg sicherlich ein lokaler Adliger ansässig gewesen sein, der zum Stamm der Ukranen gehörte. Die durchschnittliche Burgfläche betrug 80 mal 60 m. 1325 wurde die frühdeutsche Turmhügelburg als: "hus to Parsowe" urkundlich erwähnt. Die Wallreste erreichen heute noch eine Höhe von bis zu 2,5 m.

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Perleberg

In der Prignitz liegt die Stadt Perleberg, die mit einiger Wahrscheinlichkeit aus einer Slawenburg hervorging. In der Puschkinstraße 14 befindet sich heute das sogenannte Wallgebäude, welches auf den Resten der slawischen Wallburg errichtet worden sein soll. Die Burg lag damals auf einer Art größeren Insel, die von dem Fluss Stepenitz beidseitig umflossen wurde. Daher nennt man diese Insel auch "Stepenitzinsel". Sie existiert noch heute und beherbergt die ganze Altstadt von Perleberg. Zur Slawenzeit war der Fluss noch schiffbar und diente gleichzeitig zum Schutz der Burg. Im Zuge der deutschen Ostsiedlung in der Mitte des 12. Jahrhunderts wurde die Burg sicherlich erobert und aufgegeben. Genaueres ist nicht bekannt, da die deutschen Eroberer hierüber keinerlei schriftliche Überlieferungen anfertigten. Mit Sicherheit befanden sich auf der Insel aber noch slawische Vorburgsiedlungen. Auch die neuen deutschen Einwanderer haben sich auf der Insel eine frühdeutsche Burg, die "Gänseburg", anlegen lassen. Wo genau diese lag, ist nicht mehr bekannt. Wahrscheinlich wurde sie auf den Resten der slawischen Vorgängeranlage angelegt, was damals gängige Praxis war. 1239 erlangte die Siedlung das Salzwedeler Stadtrecht und entwickelte sich im Laufe des späteren Mittelalters zu einer reichen Stadt.

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Phöben



Etwa 1,8 km nördlich von Phöben befand sich auf einer in die Havel ragenden Halbinsel eine slawische, sowie anschließend frühdeutsche Burganlage. Heute ist von der ehemals dreigliedrigen Anlage fast nichts mehr vorhanden, da vor mehr als 100 Jahren damit begonnen wurde, den sogenannten "Räuberberg" abzutragen. Ausserdem wurde der Burgbereich landwirtschaftlich genutzt, wobei die beiden Vorwälle fast eingeebnet wurden. Die erste um 900 errichtete Burg kann den sogenannten "Tornower Burgen" zugeordnet werden. Es handelte sich dabei um kleine kreisrunde Adelsburgen von 50 m bis 70 m Durchmesser, in deren Vorfeld immer eine Vorburgsiedlung lag. Die Vorburgsiedlung der ersten Anlage war zunächst ohne Wall befestigt. Im Laufe des 10. Jahrhunderts befestigten die Slawen auch die Vorburg mit einem etwa 160 m langen bogenförmigen Wall. Um das Jahr 940 herum wurde die Anlage im Zuge der ersten Phase der Ostkolonisation von den Deutschen erobert. Sie erkannten die strategisch günstige Lage und bauten die Burg zu einem Burgward aus. Es wurde ein zweiter landseitiger Erdwall errichtet, der ebenfalls ca. 160 m lang war. Die Vergrößerung der Vorburg durch die Deutschen spricht für eine gewisse Bedeutung des Ortes. Ob der slawische Vorburgwall dabei eingeebnet wurde ist unbekannt. 981 wurde diese deutsche Burg das erste Mal schriftlich erwähnt. Allerdings kam es wenige Jahre später (983) zu einem großen Slawenaufstand, bei dem das ganze ostelbische Gebiet wieder in slawische Hände fiel. Fraglich ist, was mit der Burg von Phöben in dieser Zeit passierte. Möglich wäre, dass sie wieder von den Slawen genutzt wurde. Wenig später muss es zu einer Überflutungskatastrophe durch ein Hochwasser der Havel gekommen sein, wie Archäologen herausfinden konnten. Infolgedessen gab man den Burgplatz wohl vorerst auf. Im Zuge der zweiten Phase der Ostkolonisation unter Albrecht dem Bären in der Mitte des 12. Jahrhunderts wurde die Anlage von den Deutschen wieder besiedelt und war vermutlich bis in das 13. Jahrhundert in Gebrauch. Die beiden Vorwälle, sowie der Hauptburghügel "Räuberberg", sind heute kaum mehr als einen Meter hoch erhalten geblieben.

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Pinnow

Ein sehr gut erhaltener Burgwall befindet sich westlich von Pinnow, dicht an der Mecklenburgisch-Brandenburgischen Landesgrenze. Er hat einen ovalen Durchmesser von ca. 90 mal 70 m. Die Wälle sind heute noch recht hoch. Weiterhin fliesst ein kleiner Bach namens "Mohn" nördlich an der Burg vorbei. Dieser Fluss bildet heute die Landesgrenze zwischen beiden Bundesländern. Zu slawischen Zeiten gehörte die Anlage aber zum Stamm der "Obodriten", die das westliche Mecklenburg besiedelten. Damals lag das "Obodritenland" noch weiter südlich als die heutige Mecklenburger Landesgrenze. Erbaut wurde die Burg im 9. Jahrhundert und bestand bis zum Ende der Slawenzeit im 12. Jahrhundert. Da sie heute inmitten einer Wiese liegt, kann man davon ausgehen, dass es sich um eine gut geschützte Niederungsburg gehandelt hat, in der vielleicht ein lokaler Slawenfürst wohnte.

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Platkow

Nördlich von Platkow befand sich eine kaum mehr zu erkennende Burgwallanlage aus dem 10./11. Jahrhundert. Sie liegt heute auf einem Acker direkt an der alten Oder. Es handelte sich um eine kleinere runde Burg (ca. 60 m) mit einer südlich anschließenden befestigten Vorburgsiedlung. Die Burgstelle bezeichnet man heute auch als Windmühlenberg. Auf Luftbildern ist die Burgstelle noch sehr gut zu erkennen. Die Gemeinde Platkow, und vor allem der Geschichts- und Heimatverein Gusow-Platkow e.V haben es sich zum Ziel gesetzt, diese Burg in etwas kleineren Dimensionen (Maßstab ca. 1:2) ganz in der Nähe wieder aufzubauen (Stand 2009).

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Potsdam

Im Verlauf des späten 9. bis frühen 10. Jahrhunderts entstand im heutigen Potsdam eine slawische Inselburg. Man vermutet, dass sie die Nachfolgeburg der "Römerschanze" bei Sacrow war, die in der Mitte des 9. Jahrhunderts verlassen wurde. Die Burg lag auf einer ehemaligen Sandinsel in der Havel, genau gegenüber der Nuthemündung. Damit dürfte es sich um eine Art Grenzburg gehandelt haben, die den damaligen Schiffsverkehr auf den Gewässern überwachte. Begrenzte Ausgrabungen von 1911/12 und 1921 ergaben, dass der Burgwall annähernd kreisrund war und eine Burginnenfläche von etwa 75 m Durchmesser hatte. Der Holz-Erde-Wall war in der für die Slawen typischen Rostkonstruktion und Kastenbauweise ausgeführt. Die Breite des Walles wird mit etwa 3 m angegeben. Den ersten Ausgrabungsberichten von 1911/12 ist dagegen zu entnehmen, dass die Wallkonstruktion doch erheblich breiter war. Ein etwa 20 m breiter Graben grenzte die Burg zu zwei vorgelagerten Talsandinseln ab, auf denen sich Vorburgsiedlungen befanden. Die Häuser im Burgwall befanden sich unmittelbar an der inneren Burgmauer. In der  Burgmitte konnte man keinerlei Hausrreste nachweisen. Eine weitere slawische Siedlung lag etwa 300 m westlich der Burg direkt am Havelufer. Weitere 150 m westlich davon lag ein Gräberfeld. Am 3. Juli 993 wurde der Burgwall von Potsdam erstmals urkundlich erwähnt. In dieser Zeit lag der Burgbezirk im Einzugsbereich des deutschen Kaisers Otto III., nachdem er durch die Eroberung der "Brandenburg" die Heveller kurzzeitig unterwarf. 994 oder 995 kam die Brandenburg wieder in slawische Hände. Im Sommer 997 versuchte der deutsche Kaiser die aufständischen Heveller erneut zu unterwerfen, was ihm aber nicht gelang. Dadurch wurden die Heveller wieder unabhängig vom deutschen Reich und auch der Burgwall Potsdam war wieder unter slawischer Führung. Um 1157 besetzten die Deutschen dann endgültig den Burgwall. Ob dies friedlich oder gewaltsam geschah, muss offen bleiben. Bald darauf wurde die Burg zu einer deutschen Burganlage ausgebaut. Bei den Grabungen von 1911/12 fand man auf dem alten Burggelände reichlich frühdeutsche Keramik. Möglicherweise bestand die Burg nun aus einer typischen Motte mit Holz- oder Steinturm umgeben vom alten Slawenwall. Erst nach 1697 wurde der alte Burggraben verfüllt. Vermutlich waren bis in jene Zeit noch Wallreste der Anlage erkennbar. Der slawische Urname "Potztupimi" soll "Ort des Poztangpim" bedeuten, und deutet wohl auf den ersten adligen Gründer der Siedlung hin.

Literatur:

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Potzlow

1. Kleiner Burgwall am "Potzlower See"

 

Eine kleine mittelslawische Burganlage von 50 - 60 m Durchmesser lag insel- oder halbinselartig direkt am Potzlower See. Errichtet wurde die Burg wahrscheinlich nach Aufgabe der größeren hufeisenförmigen Burganlage, die 300 m weiter nordöstlich auf dem "Potzlower Werder" lag. Prof. Dr. Felix Biermann ging davon aus, dass der kleine Wall nach 900 entstanden sein könnte und den Sitz des Oberhauptes der umgebenen Siedlungen darstellte. Wallreste sind heute noch vorhanden.

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2. "Großer Burgwall auf dem "Potzlower Werder"

Im Jahr 2000 entdeckte man mittels der Luftbildarchäologie Unregelmäßigkeiten auf dem sogenannten "Potzlower Werder" oder "Werderberg" in Nähe des Potzlower Sees. Vorher war diese Stelle bereits seit den 1950 ern als frühslawischer Siedlungsplatz bekannt. Im Juli 2011 machte sich ein kleines Ausgrabungsteam unter Leitung von Prof. Dr. Felix Biermann mit Hilfe eines Grabungsschnittes ein Bild vor Ort. Mit großer Überraschung konnte man schnell nachweisen, dass hier einst ein großer zweigliedriger Burgwall existierte, der durch die Landwirtschaft komplett eingeebnet wurde. Angelegt wurde die Anlage um 790 und hatte ihren Höhepunkt im 9. Jahrhundert. Damit gehört sie zu den sogenannten "Feldberger Burgen". Es handelte sich dabei um Großraumburgen der Wilzen, zu denen auch die hier lebenden Ukranen gehörten. Die Burg bestand aus einer etwa 150 m großen Hauptburg und einer umgebenen hufeisenförmigen Vorburg. In der Hauptburg, deren Wall bis zu 12 m breit war und einen 20 m breiten Graben besaß, konnte man eine dichtere Besiedlung nachweisen. Hier wird das Oberhaupt der Siedlungskammer samt seinen Untertanen residiert haben. In der Vorburg befanden sich möglicherweise Notunterkünfte für die außerhalb lebenden Bauern und auch Handwerker werden hier ansässig gewesen sein. Der Burgwall auf dem "Potzlower Werder" ist die bisher südlichste Burg des "Feldberger Typs" und auch die bisher größte entdeckte Slawenburg in der Uckermark (Gesamtdurchmesser knapp 400 m!). Die Untersuchungen erbrachten weiter den Nachweis, dass die Burg im späten 9. Jahrhundert in einer Feuerkatastrophe unterging und dann wohl aufgegeben wurde. Interessant sind weiter Schädelknochenfunde von mindestens fünf Menschen verschiedenen Alters und Geschlechts. Diese Knochen kamen nachweislich während der Burgzeit in die Erde. Aufsehen erweckte auch ein Schädelfund eines etwa 20 bis 25 jährigen Mannes, der offenbar enthauptet wurde. Sein Schädel wurde innerhalb des Burgwalles in der ersten Hälfte des 10. Jahrhunderts bestattet. Daraus kann man schließen, dass das Gelände des Burgwalls auch nach dessen Zerstörung genutzt wurde. Vielleicht bestand hier eine Art Vorburgsiedlung zum neu entstandenen kleineren Burgwall, der direkt am Potzlower See lag.

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Prenzlau

Am Nordufer des Uckersees befand sich im 12. Jahrhundert eine slawische Wallanlage, die heute noch als "Röwenburg" oder "Rübenburg" bekannt ist. Sie lag wohl am Ueckerabfluss, ganz in der Nähe der Binnenmühle. Wann genau diese Anlage errichtet wurde ist weder genau überliefert, noch archäologisch nachgewiesen. Dennoch nimmt man das Jahr 1138 für die Erbauung der Anlage an. Überliefert ist nur, dass der letzte Inhaber des Burglehens der "Röwenburg" der Landrichter und Bürgermeister Matthias Wertheim war, bevor die Stadt die Burg für 1200 Taler endgültig erworben hat. Im 13. Jahrhundert wurde der Ort Prenzlau mit einer eigenen Stadtmauer versehen und wehrhaft ausgebaut. Damit verlor die "Röwenburg" ihre Bedeutung und wurde aufgegeben und später überbaut. Aus diesen Angaben kann man entnehmen, dass die einst slawische Burganlage von den deutschen Einwanderen einige Jahrzehnte weiter genutzt wurde.

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Presenchen

Rekonstruktionsversuch und Lagesituation der Burg A, nach R. Krüger 2017

Auch bei Presenchen, einst zwischen Drehna und Schlabendorf gelegen, gab es im 9./10. Jahrhundert eine Wallburg vom "Typ Tornow". Sie war allerdings größer als die anderen typischen mittelslawischen Burgen in der Gegend. An die innere Burgmauer schlossen sich kasemattenähnliche Wallanbauten an, in denen die Burginsassen ihre Wohn- und Vorratsstätten hatten. 1987/88 wurde der Ort samt Bodendenkmal vom Braunkohletagebau "Schlabendorf-Süd" zerstört. Auch hier fanden Untersuchungen vor dem Abriss statt. Die vollständig ergrabene Vorburgsiedlung war flächenmäßig kleiner als der Burgwall und nahm etwa 2500 m² auf einer Talsandinsel ein. Die Vorburgsiedlung war durch ein Niederungsareal vom Burgwall abgetrennt. In dieser Siedlung konnten 8 bis 10 identisch orientierte kleine Blockbauten dokumentiert werden. Abseits der Siedlung wurde in der Niederung eine Grube als offene Kultanlage gedeutet. Die Vorburgsiedlung bestand auch nach dem Untergang des Burgwalls weiter bis in die spätslawische Zeit hinein. Der zweiphasige Burgwall wurde von den Lusizi auf einer natürlichen Talsandinsel im Moor angelegt und im Endstadium über 80 m groß. Das einzige Burgtor des im Volksmund "Borchelt" genannten Burgwalls lag im Süden.

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Pritzerbe

 Im Südosten der Ortschaft findet sich ein runder, künstlicher Hügel mit steilem Abfall im Süden und Westen, der den Standort einer historischen Burganlage markiert. Die Burg lag im Winkel zwischen der Havel und dem Pritzerber See an einer wichtigen Landverbindung zwischen Brandenburg und Havelberg und diente vermutlich zur Kontrolle des Flusses bzw. eines hier bestehenden Übergangs über den Pritzerber See (Furt/Fähre). Heute ist der Burghügel Teil einer privaten - eingezäunten - Gartenanlage. Pritzerbe wird als slawische Gründung vermutet. Als Kaiser Otto I. in einer Urkunde von 948die Orte Pritzerbe und Ziesar dem von ihm neu gegründeten Bistum Brandenburg übertrug, war Pritzerbe möglicherweise bereits eine stadtähnliche Ansiedlung der Heveller, die durch einen Burgwall gesichert war (civitates Pricerui). Ob bereits Anfang/Mitte des 10. Jh. eine erste deutsche Burganlage errichtet wurde, ist nicht bekannt. Spätestens in Folge des Slawenaufstandes von 983 erlangten die Slawen wieder die Hoheit über Ortschaft und Burg. Der Fund mittel- und spätslawischer Scherben auf dem Burggelände weist jedenfalls auf eine lange Nutzungszeit. Nach der erfolgreichen Inbesitznahme des Havellandes durch Albrecht den Bären Mitte des 12. Jh. ließ der Bischof von Brandenburg - vermutlich anstelle der vorherigen slawischen Befestigung - die Burg Pritzerbe errichten bzw. die bestehende Burg ausbauen. Pritzerbe wurde Mittelpunkt eines Burgwardes und diente lange als bischöfliche Residenz, ehe Ziesar ihm den Rang ablief (15. Jh).

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Pritzwalk-Horst

Nördlich von Horst befinden sich die Wallreste einer slawischen Burganlage. Im Volksmund wird sie fälschlicherweise "Schwedenschanze" genannt. Sie liegt an einem kleinen Fluss und ist heute bewaldet. Es dürfte sich um eine ehemalige Fluchtburg in sumpfigen Umland gehandelt haben.

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Putlitz



Anstelle der heutigen "Gänseburg" in Putlitz bestand schon vor 942 eine slawische Burganlage wie urkundliche Überlieferungen beweisen. Dann wurde sie zur deutschen Burg umgebaut. Im Slawenaufstand von 983 ging die Burg aber wieder an die Slawen. Was die Slawen mit dieser deutschen Burg bis ins 12. Jahrhundert anstellten, ist nicht überliefert. Jedenfalls ging sie im Zuge des Wendenkreuzzuges um 1147 wieder an die Deutschen, diesmal endgültig. Zu dieser Zeit wurde sie wahrscheinlich erst massig in Stein ausgebaut. Im 17. Jahrhundert brannte die Burg aus und verfiel. Seit 1820 wurden die Reste der Burg renoviert. Gut erhalten ist heute noch der Burgturm.

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Raddusch



Die heute rekonstruierte Slawenburg Raddusch liegt in der Niederlausitz, dem ehemaligen Siedlungsgebiet des slawischen Stammes der Lusizi, in unmittelbarer Nähe zum Ort Raddusch im Spreewald. Diesen Siedlern verdankt die Lausitz ihren Namen. Die hier heute noch als ethnische Minderheit lebenden Sorben/Wenden sind direkte Nachfahren der Lusizi. Um 880 wurde auf einer schwachen Erhebung mit dem Bau des Burgwalles begonnen. Er war oval, hatte einen ca. 10 m breiten Wall und umschloss eine Innenfläche von 35 bis 36 Meter. Die Burg hatte zwei Tunneltore, die sich fast genau gegenüber lagen und einen mit Wasser gefüllten Burggraben. Um 925 wurde die Burg erneuert. Dabei wurde der Wall verbreitert, sodass die Innenfläche auf 31 m schrumpfte. Noch vor 950 wurde der Burgwall erneut ausgebaut. Die Burgfläche war nun nur noch ca. 28 m groß. 963 eroberte der deutsche Markgraf Gero die Gebiete der Lusizi. Damit war auch das Ende der Radduscher Burg gekommen. Bei den Untersuchungen konnte man feststellen, dass beide Tunneltore mit Sand und Holz verrammelt wurden. Möglicherweise kam es zu einer Belagerung zu jener Zeit. Die Anlage wurde danach aufgegeben und verfiel mit der Zeit. Was mit den Bewohnern passierte, entzieht sich unserer Kenntnis. Der Burgwall wurde bis 1984 landwirtschaftlich beackert und war dadurch stark verschliffen. Zum Schluß war nur noch ein Hügel von 3 m Höhe und 85 m Durchmesser erhalten. 1984 bis 1989 wurde die Burg mit dem Flurnamen "Schanze" archäologisch untersucht. Dabei stellte man fest, dass schon an gleicher Stelle Siedlungen der jüngeren Bronzezeit und der Völkerwanderungszeit bestanden. In Anlehnung an das Aussehen der slawischen Burganlage, die vor mehr als 1000 Jahren an diesem Ort stand, ist die heutige Slawenburg Raddusch ein modern gestalteter Funktionsbau mit Ausstellungsbereich, Gasträumen und Burgladen, sowie Veranstaltungsräumen. Im Rahmen einer Museumspädagogik werden besonders die Kinder an geschichtlich-archäologische Themen herangeführt. Um die Burg herum führt ein Zeitsteg die Besucher an die zeitlichen Dimensionen der Menschheitsgeschichte heran.

Literatur:

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Rathenow

1.

500 m nordwestlich der Stadt Rathenow lag vermutlich im Winkel von Havel und Rathenower Stremme ein kleiner Burgwall. Das Gelände war schon im vorigen Jahrhundert durch eine stillgelegte Ziegelei völlig verändert. Heute befindet sich hier ein etwas verkommenes Gewerbegebiet. In historischen Karten wird der Bereich als Burgwall bezeichnet. Nach einer Karte von 1750 kann man eine Anlage mit einer Innenfläche von etwa 40 m Durchmesser annehmen. Die Kartendarstellung lässt keinen Wall (mehr) erkennen, sondern nur ein auf allen Seiten abfallenden Hügel. Durch die Lage im Winkel von Havel und Stremme war der Standort in jedem Fall relativ gut geschützt. Die 1956 hier gefundene gelbliche - zumeist unverzierte - Keramik, die gelegentlich flüchtige Kammstrichmuster aufweist, lässt eine Datierung ins 7. - 9. Jahrhundert zu. Verschiedentlich wurde spekuliert, ob nicht hier sogar die erste askanische Burg in Rathenow zu vermuten wäre, die aber mit großer Wahrscheinlichkeit im Bereich der Rathenower Altstadt angelegt worden ist.

Lage

2.

Etwa 1 km nordwestlich der Stadt Rathenow befindet sich in der Havelniederung, zwischen der Havel und einem Havel-Altarm gelegen, ein 1929 erstmals beschriebener slawischer Ringwall (Bodendenkmal 50157). Die mehrfach gegliederte Burganlage wird im Kern von einem abgerundet dreieckförmigen Ringwall von etwa 100 - 120 m Durchmesser und einem noch tw. recht gut erkennbaren Innen- und Außengraben gebildet. Südlich davon befindet sich eine Vorburgsiedlung, die durch einen Vorwall mit Graben bzw. Abschnittsgrabenwall nach Süden gesichert war . I m Bereich d ieser Vorburgsiedlung konnten Siedlungs- bzw. Bebauungsstrukturen festgestellt werden. Im südlichen Vorburgbereich befand sich möglicherweise eine Toranlage. Die Wallanlage ist um 1920 mit Baggersand überspült worden, so dass ihre Strukturen, insbesondere die der Vorburg, im Gelände nicht mehr allzu deutlich zu erkennen sind. Die Anlage gehört nicht zu den frühslawischen Burgen (genauere Angaben konnten bisher noch nicht in Erfahrung gebracht werden).

Lage

3.

In der Havelniederung im nördlichen Havel-Stremme-Winkel der Rathenower Gemarkung, etwa 0,9 km nordöstlich des Ortes Göttlin, findet sich noch heute eine deutlich - um mehrere Meter - aufragende bewaldete Anhöhe, die den Standort eines historischen Burgwalls markiert. Die heutige Gestalt des Walls ist allerdings auf eine neuzeitliche Überschüttung mit Baggersand aus der Flussregulierung zurückzuführen. Inwiefern zumindest teilweise noch Reste des ursprünglichen Walls zutage treten, ist nicht bekannt. Vor allem die sehr gerade geformte Südostseite wirkt neuzeitlich. In historischen Karten des 18. Jahrhunderts wird dieses Gelände als “Borgwall” bzw. “Burgwall” bezeichnet. Im Urmesstischblatt wird hier ein Hügel von etwa 45 m Durchmesser ohne Wall dargestellt. Nach der Fundortakte wurden an diesem Burgwall 1953 bronze- früheisenzeitliche, spätkaiserzeitliche und slawische Scherben sowie mittelalterliche Keramikreste gefunden. Da nicht auszuschließen ist, dass diese Funde - zumindest teilweise - aus dem Baggersand stammten, ist eine genaue Zuordnung des Burgwalls nicht möglich. Das Gebiet ist aber unzweifelhaft seit der Jungbronze-/Früheisenzeit besiedelt und eine erste Befestigung zu dieser Zeit durchaus möglich. Die erhaltene Flurbezeichnung “Burgwall” und fehlende schriftliche Erwähnungen deuten mit hoher Wahrscheinlichkeit auf eine slawische bzw. frühmittelalterliche Befestigung hin. Über eine genauere zeitliche Zuordnung, ob früh-, mittel- oder spätslawisch, liegen bisher keine Angaben vor.

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Rekahn

In der Denkmalliste des Kreises Potsdam-Mittelmark findet sich für die Fluren 1 und 5 der Gemarkung Reckahn unter der Denkmalnummer 30606 folgende Kurzbeschreibung: “Siedlung slawisches Mittelalter, Burgwall slawisches Mittelalter, Siedlung deutsches Mittelalter, Burgwall deutsches Mittelalter.” Bei besagtem Bodendenkmal handelt es sich um die etwa 1,5 km nordwestlich des Ortes Reckahn gelegene Wüstung “Duster Reckahn” und die etwa 200 m südöstlich davon in der Planeniederung gelegene Wallanlage, die auf historischen Karten als Schlossberg und Schlosswall bezeichnet wird. Die einstige Dorfstelle mit der heutigen Bezeichnung “Duster Reckahn” wurde 1935 beim Autobahnbau angegraben und archäologisch untersucht. Danach handelt es sich um eine slawische Gründung in spätslawischer Zeit, in der sich dann in frühdeutscher Zeit, vermutlich Mitte des 12. Jahrhunderts, deutsche Siedler ansiedelten. Von dem südöstlich gelegenen Burgwall sind zwar keine slawischen Funde bekannt, aber aufgrund der Zeitstellung der Siedlung kann man auch beim Burgwall von einer spätslawischen Anlage ausgehen. Die Wallanlage besteht heute aus zwei unterschiedlich strukturierten Teilen. Westlich des Gänsegrabens beschreibt HERRMANN (1960) einen kreisförmigen flachen Hügel von ca. 50 m Durchmesser, mit ununterbrochenem bis zu 15 m breitem umlaufenden Graben, der im Osten in den Gänsegraben führt. Der Horst war 1960 bis zu 2 m hoch, der Graben lag mit der Sohle ca. 50 cm unter dem umliegenden Wiesennieveau. Im Westen dieser Anlage wird ein bis zu 7 m breiter, durch unterschiedlichen Grasbewuchs und ungefähr 20 cm Höhe gut kenntlicher Damm beschrieben, der auf die alte Plane nach Westen zuläuft und auf der anderen Seite der Plane seine Fortsetzung fand. Die hier beschriebene Anlage dürfte dem im Bodendenkmal bezeichneten slawischen Burgwall entsprechen. Das Gelände ist wegen der angrenzenden Alten Plane und des Gänsegrabens schwer zugänglich. Aus der Distanz heraus war im Sommer nur ein stark verbuschtes Gelände zu erkennen. Die östlich des Gänsegrabens als trapezförmige Anlage von ca. 30 m O-W-Seitenlänge beschriebene Anlage könnte die vermutete frühdeutsche Burganlage oder auch eine neuzeitliche Schanzenanlage sein. Es wird vermutet, dass die Wallanlage im frühen 13. Jahrhundert zusammen mit der alten Siedlung aufgegeben und die heute bestehende Ortschaft Reckahn gegründet wurde.

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Reitwein
 

Eine eindrucksvolle Burganlage aus der Slawenzeit befindet sich nördlich von Lebus am Rand des Oderbruchs. Sie besteht aus einer Vor- und Hauptburg und wurde 45 m über der Oder auf einem natürlichen Plateau errichtet. Die Gesamtfläche der Burg beträgt 4,4 ha. Vor- und Hauptburg sind annähernd gleich groß. Die Wälle wurden nur in westliche Richtung erbaut, weil die anderen Seiten durch steile Hänge auf natürliche Weise geschützt waren. Durch Ausgrabungen von 1930/45 konnte man nachweisen, dass die Burg in der alt- bis mittelslawischen Zeit des 8. bis 10. Jahrhunderts intensiv genutzt wurde.

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Repten


Nordwestlich von Repten bei Vetschau liegen die Reste einer kleinen slawischen Wallanlage des Typ´s Tornow, die in das späte 9. bis mittlere 10. Jahrhundert gehört. Der Burgwallrest hat heute eine Ausdehnung von 60 m und erreicht noch eine Höhe von 2 m. Leider wurde der Wall im 18./19. Jahrhundert verfüllt, planiert und mit Bäumen bepflanzt. Bis in das frühe 20. Jahrhundert diente der Burgwall dann als Friedhof. Einige Grabsteine sind noch heute vorhanden. Etwa halbkreisförmig lag eine offene Vorburgsiedlung in Richtung Südwesten und Osten. Nach Funden zu urteilen, bestand diese Vorburgsiedlung auch nach dem Untergang des Burgwalls bis in das 11. Jahrhundert. Auch ein hoch entwickelter Werkplatz der Eisenverarbeitung konnte nahe der Burg ermittelt werden, der allerdings ebenfalls in die spätslawische Zeit gehört und nichts mehr mit dem Burgwall zu tun hatte. Das die Vorburgsiedlungen der kleinen mittelslawischen Burganlagen auch nach deren Untergang im 10. Jahrhundert weiter besiedelt wurden, konnte man auch an anderen Burgstandorten in Brandenburg beobachten. Da der Burgwall, der auch unter dem Flurnamen "Wiesenberg" bekannt ist, durch den Braunkohletagebau zu DDR-Zeiten gefährdet war, fanden einige Grabungskampagnen von 1983 bis 1989 statt. Dabei konnte man feststellen, dass die Burg insgesamt vier Bauphasen hatte. Der erste Burgwall entstand um 880 und wurde von seinen Erbauern auf einer kleinen Talsandinsel am Rande einer feuchten Wiesenniederung errichtet. Der erste Wall der fast kreisrunden Burg hatte eine Breite von 5 m und umschloss einen Innenraum von 28 m Durchmesser. Die Erdmassen für diesen Wall grub man direkt um die Anlage aus, sodass ein Graben den Burgwall umgab. Die Ausgrabungen zeigten, dass der Burginnenraum mit kleinen Feldsteinen gepflastert war. Als der Burgwall erneuert wurde (Wallphase II), verfüllte man den Burggraben mit Hölzern und errichtete darauf die Erweiterung des Walles. Bald darauf wurde der Wall ein zweites Mal nach außen verbreitert (Wallphase III). In der letzten Bauphase (Wallphase IV) wurde der Wall eigenartigerweise nach innen erbweitert, sodass der Innenraum auf 25 m Durchmesser schrumpfte. Vermutlich wurde der Wall nach innen verbreitert, da die kleine Talsandinsel von dem Burgwall bereits vollständig ausgenutzt wurde und eine Verbreiterung nach aussen nicht mehr möglich war. Dieser letzte Burgwall hatte eine Gesamtbreite von etwa 15 m! Im Südwesten des Walles lag ein etwa 2,2 m breites ebenerdiges Tunneltor, welches in allen vier Bauphasen immer an der gleichen Stelle lag. Ausserhalb dieses Tores führte dann ein Knüppeldamm zur Vorburgsiedlung. Eine hölzerne Brücke über den Burggraben gab es hier wohl nicht. Der Zugang zum Tor erfolgte über einen einfachen Erddamm. Die letzte Ausbauphase der Burg konnte durch genommenden Holzproben um/nach 930 festgestellt werden. Kurz danach ist die Burg wohl aufgegeben worden. Bei den Grabungen stieß man auf die Reste von Keramikgefäßen, auf dessen Außenseiten Reiter, Bogenschützen und Pferde eingeritzt waren. Diese Einritzungen sind allerdings von sehr einfacher Gestalt und man hat den Eindruck, als hätte der Töpfer Jagd- oder Kriegsszenen der damaligen Zeit dargestellt. Weiter konnte man feststellen, dass im Burgwall Eisen verarbeitet wurde, dass in der Nähe durch natürliches Raseneisenerz gewonnen wurde. Weiter barg man drei eiserne Sicheln, Spinnwirtel und Perlen.

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  Kurze Animation von Denny Neumann zur Reptener Keramik mit Reiterdarstellungen

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Rheinsberg

Auf der Remusinsel im Rheinsberger See soll es einmal eine slawische Burg gegeben haben. Überlieferungen aus dem 17. und 18. Jahrhundert deuten darauf hin. Bei Unterwasseruntersuchungen konnte man eine slawische Brücke von der Insel zur südlich gelegenen Halbinsel nachweisen. Zu den Funden zählten slawische Keramik, eine erhaltene Sichel mit Holzgriff, sowie Netzsenker. Nach Auswertung der Funde muss die Burg um das Jahr 1000 bestanden haben. Später stand hier auch eine nicht mehr vorhandene deutsche Burg. Auch das slawische Heiligtum Rethra wurde hier schon vermutet. Einige Hinweise deuten darauf hin, dass die Insel auch schon vor den Slawen besiedelt war, wie ein Wurfbeil aus der Zeit um 280 bis 420 n. Chr. beweist. Die vorgefundene Brücke muss eine Länge von ca. 300 m gehabt haben. Es ist überliefert, dass sich selbst noch zu Zeiten des 30 jährigen Krieges die Menschen aus Rheinsberg auf die Insel zurückzogen , um Schutz vor plündernden Soldaten zu suchen.

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Riedebeck

 

Der Burgwall von Riedebeck ist ein typischer Zeuge aus der Slawenzeit der Gegend. Er hat einen runden Durchmesser von ca. 50 m. Er lag in einer Niederung, die ihm natürlichen Schutz bot. Wie auf den Bildern zu sehen, war der Wall früher unbewaldet.

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Riewend

Die zweigliedrige Wallanlage am nördlichen Ende des Riewendsees im Havelland besteht aus Haupt- und Vorburg. Die ovale Hauptburg von 65 bis 80 m Durchmesser ist von einem 11 m breiten Graben umgeben. Der bis zu 12 m breite Wall ist noch 2,5 bis 5 m hoch erhalten und umschließt einen Innenraum von 0,4 ha.
Im Nordwesten führt eine Erdbrücke in die ca. 4,4 ha große Vorburg, welche ein erst in den 1970er Jahren erkannter Abschnittsgraben nach Westen sicherte. Außerhalb der Anlage befindet sich ein möglicherweise zugehöriges Hügelgräberfeld. Mehrere Sondagen und ein Wallschnitt durch Alfred Götze zu Beginn des 20. Jahrhunderts erbrachten nicht nur aussagekräftige Befunde, sondern auch ein reichhaltiges Fundmaterial. Die damals vorgenommene Unterteilung der slawischen Keramik in drei Stilgruppen (unverziert, kammstrich- und gurtfurchenverziert) hat Forschungsgeschichte geschrieben und bis heute Bestand.
Riewend darf als Mittelpunkt einer der acht überlieferten "Civitates" (Burgbezirke) der im Havelland ansässigen Heveller gelten, im engeren Umkreis sind 21 slawische Siedlungen aus dem 8. bis 12. Jahrhundert bekannt. Die Burg selber bestand vom 8. bis evtl. ins 11. Jahrhundert, während die Vorburg bis in spätslawische Zeit hinein besiedelt blieb.

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Röddelin



Ein wahrscheinlich frühslawischer Burgwall (8./9. Jh.) befindet sich westlich von Röddelin, genau zwischen dem großen und kleinen Mahlgastsee. Vor Ort ist ein deutlich erkennbarer regelmäßiger Hügel vorhanden, der nach Nord steil, nach Süden relativ flach abfällt. Dieser Hügel befindet sich noch nicht in der Denkmalliste, daher sind Untersuchungen vor Ort abzuwarten, bis man mehr sagen kann. Der Wald in dem der eventuelle Burghügel liegt, ist in Privatbesitz. Ein Besuch ist also nur zu Fuß möglich. Das Burgplateau liegt auf 8 m Höhe und ist insgesamt 200 m lang. Ideal wäre dieser Platz schon gewesen für die Anlage einer Fluchtburg.

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Ruben

 

Ruben, wendisch Rubyn, leitet sich wohl vom altsorbischen "rubati" (hauen, fällen) ab und deutet auf die Entstehung des Ortes durch Waldrodung hin. In einer Urkunde des Klosters Neuzelle findet sich der Name des Ritters Jacobus de Rubyn, der 1317 als Zeuge der Grenzfestlegung zwischen dem Kloster und der Burg Schidlo auftrat. Reste eines slawischen Burgwalls deuten aber auf eine noch frühere Besiedlung hin. Dieser Burgwall stammt aus dem 8. bis 10. Jahrhundert und wird heute als "Alte Schanze" bezeichnet. Sie befindet sich südwestlich des Ortes.  

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Saaringen

Das kleine Dorf Saaringen an der Havel entstand aus einer slawischen Burgwallanlage der zweiten Hälfte des 9. Jahrhunderts, die um das Jahr 890 mit einer 10 m breiten und 4,5 m hohen Befestigungsanlage geschützt war und das heutige Dorf umschloss. Die Befestigungsanlage wurde aber nach relativ kurzer Zeit (10 bis 30 Jahre) durch einen Brand so stark in Mitleidenschaft gezogen, dass man sie einebnete und das Dorf nur noch als unbefestigte Siedlung weiter bewohnte.

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Saarmund

1.

Am Nordrand der Ortschaft Saarmund im Landkreis Potsdam-Mittelmark befand sich vom 13. bis 16. Jahrhundert eine deutsche Burganlage, von der aber bis heute keine Reste erhalten geblieben sind. Bei Bauarbeiten in den Jahren 1930 und 1947 soll man auf Feldsteinmauerwerk im Boden gestoßen sein, welches noch von der Burg stammt. Die Ersterwähnung des Ortes geht bis auf das Jahr 1217 zurück ("Preterea de burgwardis Sarmunt"). Die Burg von Saarmund stellte eine Grenzburg dar, die im Jahr 1357 zu den landesherrlichen Burgen der Mark Brandenburg gehörte. Archäologische Funde des 10. bis 12. Jahrhunderts belegen, dass der Platz bereits von den Slawen besiedelt wurde. Wahrscheinlich lag hier bereits ein Burgwall, der bis heute aber nicht nachgewiesen ist. Die deutschen Eroberer besetzten oft slawische Burganlagen und bauten sie zu Burgwarden aus.

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2. 

Lage des Burgwalls im Google Luftbild

Etwa 3,8 km südöstlich von Saarmund befand sich in den Nuthewiesen eine Niederungsburg, die bereits in der Bronzezeit entstanden ist und wohl von den Slawen reaktiviert wurde (Bodendenkmal 30568). HERRMANN beschreibt 1960 einen annähernd runden Horst in einer alten Nutheschlinge mit Steilrändern, die etwa 1-2 m abfielen. Noch 1960 ging der Weg von Gröben nach Langerwisch darüber hinweg, so wie er in der Karte der Preußischen Landesaufnahme zum Ende des 19. Jahrhunderts dargestellt wird. Künstliche Befestigungsspuren wurden nach HERRMANN nicht entdeckt. In den Fundakten des Museums für Ur- und Frühgeschichte Potsdam wurde die Anlage als frühslawischer Burgwall geführt, jedoch lagen dafür 1960 keine Belege (mehr?) vor.
Heute ist die Erhöhung und der Verlauf der alten Nutheschlinge nicht nur auf Luftbildern, sondern auch noch im Gelände relativ gut erkennbar.

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Sabrodt

Östlich den Ortes Sabrodt liegen die Reste eines wohl altslawischen Burgwalls. Man errichtete ihn direkt am großen Schwielochsee. Unmittelbar südöstlich mündet heute ein begradigter Flussarm in den See. Ob dieser in der Form auch schon in der Slawenzeit bestand, bezweifel ich. Heute ist die ehemalige Burgstelle bewaldet.

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Sacrow

 

Am bewaldeten Ostufer des Lehnitzsees liegt eine bis zu 25 m hohe Anhöhe, auf der sich die Reste der sogenannten "Römerschanze" befinden. Der auch als "Königswall" bezeichnete Burgwall hat einen trapezförmigen Grundriss von etwa 125 m bis 175 m Durchmesser. Der umlaufende Erdwall hat an der Basis eine Breite von 10 m bis 12 m und eine bis zu 3 m breite Wallkrone. Der Wall überragt das 2 ha große Burggelände um bis zu 2 m. Nordöstlich und südlich der Anlage liegen terrassenartige Bereiche, bei denen es sich um heute zugefallene Grabenanlagen handelte. Diese Grabenanlagen konzentrierten sich vor den drei Torbereichen und dienten als zusätzliche Annäherungshindernisse. Von 1908 bis 1911 untersuchte Carl Schuchardt Bereiche der Gräben, Tore und des Burginnenraums. Er konnte feststellen, dass die Wallkonstruktion an der Vor- und Rückseite aus zwei Plankenwänden bestand, die 3,25 m auseinander standen. Durch Ankerhölzer wurden diese Plankenwände zusammen gehalten. Der entstandene Innenraum wurde anschließend mit Erde aufgefüllt und erreichte eine Höhe von etwa 6 m. Bei den Grabungen kam zutage, dass der Burgwall bereits in der Bronzezeit angelegt wurde und in jener Zeit dicht besiedelt war. Vermutlich lebten damals bis zu 1000 Menschen in der Anlage. Im 6. Jhd. v. Ch. wurde der Burgwall vorerst aufgegeben. Als die slawischen Wilzen ab dem 7./8. in die Gegend einwanderten, wurde der alte Burgwall erneut befestigt. Zusätzlich errichtete man zwei durch Gräben gesicherte Vorburgareale, die südlich der Burg lagen. Im Gegensatz zur bronzezeitlichen Besiedlung konzentrierten sich die slawischen Häuser in der Höhenburg direkt hinter dem Wall. Im Verlauf des mittleren 9. bis Anfang des 10. Jahrhunderts gaben auch die Slawen diese Burganlage auf. Vermutlich gab es bei den Wilzen politische und gesellschaftliche Veränderungen, in denen so große Burgen keinen Platz mehr hatten. Sämtliche Großraumburgen im Wilzenland wurden in jener Zeit aufgegeben. Interessanterweise blieben die beiden Vorburgareale aber bis in das 13. Jahrhundert hinein besiedelt. Man vermutet heute, dass nach Aufgabe der "Römerschanze" der Burgwall Potsdam entstand, der seine Blütezeit im 10. bis 12. Jahrundert hatte.

Literatur:

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Saßleben

Im ehemaligen Gutspark von Saßleben liegen die Reste einer slawischen Wehranlage. Sie ist heute, wie viele andere Wallanlagen auch, bewaldet. Leider ist sie nicht ausgeschildert und daher schwer zu erreichen. In den wärmeren Jahreszeiten ist der ehemalige Wall stark zugewuchert und daher kaum zu erkennen. Ein Besuch ist also im Winter lohnenswerter. Es handelt sich hier um eine altslawische, eingliedrige Anlage des 7. bis 9. Jahrhunderts. Im Volksmund nennt man die Anlage "Borchelt".

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Sawall

Eine wohl jungslawische Anlage befand sich östlich des Ortes Sawall ganz in der Nähe des Flusses. Sie ist heute leider abgetragen und nicht mehr zu erkennen.

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Schlalach (Vermutung)

Etwa 900 m west-südwestlich der Ortschaft Schlalach finden sich auf einer kleinen Erhebung die Reste eines historischen Burgwalls (Bodendenkmal 30347). Der Ortsname Schlalach ist möglicherweise slawischen Ursprungs und wird unterschiedlich als Bezeichnung eines salzigen Sumpfes oder einer sumpfigen Waldlichtung interpretiert. Diese Interpretation würde für eine slawische Ortsgründung sprechen, wofür jedoch archäologisch bisher keine Belege vorliegen. Der Burgstall von Schlalach gehört zu den ovalen Ringwallanlagen und wies einen Durchmesser von 160 bis 180 m auf. Das umliegende Wiesengelände war im 17. Jahrhundert Bruchland und wird von HERRMANN 1960 als noch sehr sumpfig beschrieben. Die Anlage wies einen umlaufenden Wall mit vorgelagertem Graben auf. Nach einer historischen Brouillonkarte ist im Südosten der Anlage ein Vorwall zu vermuten. Da im Gelände aus vordeutscher Zeit bisher nur spätbronze-früheisenzeitliche Scherben gefunden wurden, wird der Wall der Bronzezeit zugeordnet. Eine Nutzung durch die Slawen ist dennoch möglich, zumal sich der Begriff “Burgstall” bis in historische Karten der Neuzeit überliefert hat. Heute liegt die weitgehend verschliffene Anlage, die nur noch als leichte Erhöhung im Gelände erkennbar ist, in trockengelegtem Acker- und Wiesenland. 

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Schlieben

Auf dem Schlossberg in Schlieben befand sich in der slawischen Zeit ein Burgwall. Dieser Burgwall bestand in der spätslawischen Zeit und wurde im deutschen Mittelalter mit einer Burg überbaut. Der Schlossberg befindet sich 250 m nördlich von der Kirche. Der slawisch/deutsche Burgwall hatte einen Durchmesser von 60 bis 70 m. Im 17. Jahrhundert wurden Reste der zerstörten deutschen Burg endgültig abgerissen.

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Schmölln

1. "Räuberberg"



Bei der Ortschaft Schmölln im Randowtal befinden sich gleich zwei Wallreste aus der slawischen Zeit. Die eine Burg befindet sich auf dem sogenannten "Räuberberg", circa 1,1 km östlich des Dorfes dicht am Randowtal. Hier verläuft ganz in der Nähe die A11. Nach vorgefundenen Keramikscherben wurde diese Anlage bereits im 11./12. Jahrhundert angelegt. Man errichtete sie auf einem hohen Geländesporn, der zum Randowtal steil abfällt. Somit war die wohl slawische Adelsburg sehr gut geschützt. Man konnte von ihr aus das Treiben auf dem Fluss Randow gut beobachten. Nach deren Aufgabe oder Zerstörung erkannten die deutschen Zuwanderer diese Bedeutung des Standortes und errichteten in der alten Anlage eine neue Burg. Noch heute kann man von dieser deutschen Burg Feldsteinreste vor Ort erkennen. Die deutsche Burg kann man in die Zeit des 13./14. Jahrhunderts einordnen.

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2. "Schmöllner See"




Die zweite Wallanlage befindet sich am Übergang zu einer lang in den Schmöllner See hineinragenden Halbinsel, direkt am nördlichen Dorfrand. Zum Festland hin war diese Burg zusätzlich mit einem breiten Graben geschützt. Man konnte nachweisen, dass diese Anlage schon in der altslawischen Zeit angelegt wurde und kontinuierlich bis ins 11./12. Jahrhundert besiedelt wurde. Am näheren Festlandbereich südlich der Burg konnte man Siedlungsreste aus der jungslawischen Zeit feststellen. Urkundliche Erwähnungen gibt es von keiner der beiden Burgen.

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Schönfeld-Calau

In Schönfeld bei Calau, 5 Kilometer südlich von Kittlitz, lag ebenfalls eine kleine Wallburg vom "Typ Tornow". 1975 wurde das Bodendenkmal und ein Teil des Ortes vom Braunkohletagebau Seese-West zerstört. Vorher fanden aber Untersuchungen am Burgwall statt, die eine große Ähnlichkeit mit der Burg von Tornow anzeigten. Demnach war der runde Wall um die 50 m groß und besaß kammerartige Innenanbauten direkt am Wall. Auch ein größeres Gebäude im Burghof konnte nachgewiesen werden. In der Burgsiedlung kann eine der 30 überlieferten Burgen der "Lusizi" gesehen werden.

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Schönfeld-Uckermark



Gut einen Kilometer südwestlich von Schönfeld in der Uckermark befindet sich die sogenannte "Schwedenschanze". Es handelt sich dabei um einen slawischen Burgwall. Heute ist er vollständig bewaldet. Man kann heute noch erkennen, dass er einst an einem Fluss lag, der die Burg wohl auch teilweise von allen Seiten schütze. Man kann also vermuten, dass diese Burg auf einer Art Insel gestanden haben könnte.

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Schwedt/Oder



In Schwedt an der Oder befand sich zur Slawenzeit eine große, eingliedrige Fluchtburg. Sie lag damals auf einer von drei nahen Inseln, die im Oderlauf bestanden. Die slawische Bevölkerung verteilte sich auf allen drei Inseln. Untereinander waren sie mit Brücken verbunden. Vom Aufbau her glich sie der "Mecklenburg" bei Wismar. Zu vermuten ist also hier in Schwedt ein Stammessitz der Ukranen. Vielleicht gab es im Bereich der Wehranlage auch eine Kultstätte. Man fand hier sogar eine kleinere bronzene Kultfigur, die einen bärtigen Mann darstellt. Auch die Ableitung der heutigen Ortsbezeichnung Schwedt vom slawischen "suet = heilig", bekräftigt diese Annahme. Heute ist die Anlage kaum noch erkennbar und sehr schwer zu erreichen, da sie von allen Seiten von Flüssen umgeben ist. Eine Pfahlbrücke führte wahrscheinlich von der Burg über die Oder an das Westufer, wo sich noch eine Handwerkersiedlung (nahe der heutigen Kietzsiedlung) befand. Bis in naher Vergangenheit war diese Stelle bei den Einheimischen auch als "Mühlenberg" und "Backofenberg" bekannt.

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Sellessen/Spremberger Stausee (Vermutung)

Mit hoher Wahrscheinlichkeit befand sich im heutigen Spremberger Stausee auf Höhe der Ortschaft Sellessen (Bungalowsiedlung am "Weißen Berg") ein kleiner mittelslawischer Burgwall. Bei einem Niedrigwasser wurde er am 22. Juli 2010 von Hans-Dieter Sommer aus Spremberg sozusagen wiederentdeckt. Er bemerkte am Abend einen ungewöhnlichen Kreis, der nach seiner Meinung wie ein alter slawischer Burgwall aussah. Er machte davon ein Bild und meldete dies dem Museum in Spremberg. Dort begann man gleich damit, dem mysteriösen Kreis auf den Grund zu gehen. Leider war der Wasserstand des ab 1958 errichteten Stausees zwei Tage nach der Entdeckung wieder so hoch, dass das Gebilde im See verschwand. Also machte man sich daran, alte Meßtischkarten aus dem 19./20. Jahrhundert auszuwerten, als der Stausee noch nicht existierte. Auf einer Karte von 1939 war der Wall eingezeichnet. Früher lag er in einer sumpfigen Gegend, direkt in einer Flussschleife eines früheren Spreeverlaufs. Untersuchungen haben bisher noch keine stattgefunden, aber einiges spricht für eine Slawenburg. Der Durchmesser des Kreises betrug um die 50 m, typisch für brandenburgische Anlagen aus der Zeit des 9./10. Jahrhunderts. Im Jahr 2014 wurde der Stausee erneut abgelassen, dabei traten die Überreste wieder ans Tageslicht. Annett Schulz erkundete die Stelle und konnte dort eine vorslawische Scherbe und Flintabschläge dokumentieren. Sie stellte mir freundlicherweise ihre Bilder zur freien Verfügung. Eine kleine archäologische Grabung im Oktober 2014 erbrachte allerdings keinerlei Hinweise auf einen Burgwall. Vermutlich ist der mysteriöse Kreis natürlichen Ursprungs. Ich habe dennoch die vermutete Burgsiedlung als Modell nachgebaut, siehe unter "Eigene Modelle".

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Sielow

Eine mittelslawische Burganlage vom "Typ Tornow" mit einem Außendurchmesser von ca. 65m und einem Innendurchmesser von 45m befindet sich in Sielow, einem Ortsteil von Cottbus. Teile des Burgwalls wurden durch den Bau der Spreewaldbahn 1897 zerstört. Beim Bau eines Gehöftes 1931 wurde der Wall weitestgehend eingeebnet und der Innenraum planiert. Der Wall ist in einer Höhe von ca. 1,0m bis 1,5m vorhanden. Der ehemalige Burggraben ist an 3 Seiten erkennbar.

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Sonnewalde

Sonnewalde wurde 1255 erstmals in einer Verkaufsurkunde zwischen "Johannes von Sunnenwalde" und dem Kloster "Dobrilugk" erwähnt. Die Stadt dürfte jedoch als wendische Sumpfburg, ähnlich der Slawenburg Raddusch, weitaus älter sein. Auch die deutsche Besiedlung und der Ausbau zum Burgwardium fanden sicherlich noch weit vor der Ersterwähnung statt. Die Herkunft derer von Sunnenwalde ist nicht mehr klärbar.

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Steckelsdorf (Rathenow)

Etwa 1,8 km südwestlich von Rathenow findet sich unmittelbar am linken Havelufer - bereits auf der Gemarkung Steckelsdorf - ein historischer Burgwall (Bodendenkmal 50158), der sich im Gelände als erhöhte Anlage noch immer recht deutlich abhebt. Es handelt sich um einen rundovalen Ringwall mit etwa 80 x 100 m Durchmesser und Resten von Gräben und zwei Vorwällen. Der Bereich ist seit dem Neolithikum besiedelt und wurde vermutlich von den Slawen erstmalig befestigt.  Das Plateau wird heute von Wiesen eingenommen, der Ostrand zur Havel von alten Stieleichen markiert. Auf der Westseite hebt sich durch Sumpfvegetation der Verlauf des einstigen Umlaufgrabens noch gut erkennbar ab. Im Südwesten deuten sich noch Reste eines Walls an. Aufgrund der spätslawischen Formentypen wird der Bau der Anlage ungefähr ins 10./11. Jh datiert. Größere Mengen hartgebrannter Grauware in Schichten und Reste von abgebrannten Holzbauwerken innerhalb der Befestigung werden als Ausbau der slawischen Burg in frühdeutscher Zeit gedeutet. Auf dem Vorgelände konnten vier frühdeutsche Hofstellen mit mehreren Gebäuden festgestellt werden. Die mit diesem Flurstück verbundenen Bezeichnungen “Alt Rathenow” und “Die Hofstellen” sowie das Fundmaterial vom 10. - 13. Jh deuten auf eine vorstädtische Besiedlung, die dann im 13. Jh aufgrund ihrer topografischen Lage an Bedeutung verloren hat. Im Bereich der heutigen Altstadt entwickelte sich neben einer strategisch wichtigen Havelfurt dann eine neue Ansiedlung, die ab dem 13. Jh zur Stadt Rathenow ausgebaut wurde.

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Stolpe an der Oder

 

Das Dorf existierte als slawische Siedlung der Ukraner bereits vom 8. bis ins 12. Jahrhundert einige Meter weiter nördlich, zu Fuße des ab 1170 errichteten Stolper Turms. Die slawische Siedlung bestand aus zwei Siedlungsflächen, welche jeweils durch einen Abschnittswall mit davor gelagertem Graben geschützt waren. Später wurde die Anlage von den Deutschen in Besitz genommen und mit einer frühdeutschen Burg überbaut. Noch heute sind Teile des sogenannten "Grützpotts" erhalten. Es handelt sich dabei um die Reste eines steinernden Wehrturms.

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Storkow

Die genaue Entstehungszeit der Burg Storkow ist heute nicht mehr feststellbar. Wahrscheinlich bestand sie schon im 10. Jahrhundert als slawische Sumpfburg aus einem Feldsteinsockel auf Pfählen sowie mit Holzpalisaden verkleidet, die später durch Ziegelsteinmauern ersetzt wurden. Urkundlich erwähnt wurde die Anlage erstmals 1209 im Zusammenhang mit der Stadtgründung Storkows.

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Stradow

In Stradow bei Vetschau gab es ebenfalls eine slawische Wallburg. Sie soll sich im heutigen Gutspark, nordöstlich des Ortes befinden. Die Wallreste sind noch erkennbar.

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Stücken

Knapp einen Kilometer nördlich von Körzin liegen die Reste einer slawischen Wehranlage. Sie liegt heute auf der Gemarkung von Stücken (Gemeinde Michendorf). Der Burgwall hat einen ovalen Durchmesser von ca. 80 mal 60 m. Die Slawen errichteten die Burg wohl im 9. oder 10. Jahrhundert nahe des "Blankensees". Damals war der See vom Wasserstand höher und damit lag die Burg auch dichter am Gewässer. Auf den anderen Seiten war sie wohl von feuchten Wiesen umgeben. Man kann daher vermuten, dass die Burg nur über eine Brücke zu erreichen war.

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Teupitz

Anstelle des heutigen Wasserschlosses von Teupitz lag schon im 12. Jahrhundert eine slawische Inselburg. In welche Zeit ihre Errichtung zurückreicht, ist noch unbekannt. Die Slawen fingen in der Zeit um 1000 vermehrt an, ihre Burgen auf Inseln zu errichten. Nachdem die Inselburg in deutsche Hände kam diente sie weiter als Burg und wurde im Laufe der Zeit in Stein ersetzt. Im 15. Jahrhundert wurde die Burg zum Schloss umgebaut, dass sich heute in Privatbesitz befindet.

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Tietzow



Etwa 1 km nord-nordwestlich der Ortschaft Tietzow liegt in den Flatower Dammwiesen ein historischer rundovaler Burgwall. Der Ortsname Tietzow stammt aus dem Slawischen und bedeutet etwa "Ort an dem es Eiben gibt". Die gesamte Anlage hat eine Größe von etwa 120 x 80 m, wobei auf der Fläche vermutlich eine kleinere Kernburg bestanden hatte. Eine Innenbesiedlung der Fläche konnte nachgewiesen werden. Der Wall hebt sich vom Umland vor allem durch einen Gehölzkranz aus Eichen und Haselsträuchern ab, auch erscheint die Fläche gegenüber dem Umland leicht erhöht. Der Innenraum wird von Grasfluren eingenommen und anscheinend gelegentlich beweidet. Ein umlaufender Graben ist nicht sicher erkennbar, deutet sich bereichsweise aber an. Die Anlage ist durch jahrhundertelange Landwirtschaft stark verschliffen.

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Tornow

Ein recht kleiner Burgwall der "Lusizi" befand sich bis 1968 im Ort Tornow im Spreewald. Leider wurde er, wie der Ort selbst, durch den Braunkohletagebau gänzlich vernichtet. Dennoch untersuchte man ihn vor dem Abtragen in vollem Umfang. Es konnten vier Besiedlungsphasen der Burgsiedlung nachgewiesen werden, die als Tornow A bis D bezeichnet wurden. Die Siedlungsphase A entstand im 8. Jahrhundert. Die Slawen errichteten einen ca. 47 m runden Burgwall mit 6 m Höhe und 31 m Innendurchmesser. Ein bis zu 7 m breiter Wassergraben umgab die gesamte Anlage. Eine Holzbrücke sowie ein 2 m breites verschließbares Tunneltor führten in die Burganlage. Dort lagen insgesamt 30 bis 35 Unterkünfte ringartig direkt am Wall angelehnt. Diese Unterkünfte wurden möglicherweise nur zu Kriesenzeiten aufgesucht. Im Burghof befanden sich zudem ein Brunnen und ein kleines Mahlhaus, um Getreide zu mahlen. Dort, wo das Tunneltor in den Innenhof führte, stand ein Haus von 20 m² Grundfläche. Auf dem Dachboden dieses Hauses wurde Getreide gelagert. Ob hier der Anführer der Dorfgemeinschaft oder aber ein Priester seinen ständigen Wohnort hatte, entzieht sich unserer Kenntnis. Außerhalb der Burg lag eine Vorburgsiedlung mit acht größeren Häusern. Hier ging man vorwiegend der Keramik- und Eisenherstellung nach. Man schätzt heute, dass insgesamt bis zu 300 Personen in der Burgsiedlung "Tornow A" lebten. Diese gesamte Burgsiedlung ging in einer Feuerkatastrophe unter. Die Ursachen dafür sind leider unbekannt. Die Überlebenden errichteten im späten 8. bis frühen 9. Jahrhundert eine neue Burgsiedlung, genannt "Tornow B". Der Wall der Burg wurde erneuert und hatte in etwa die gleiche Dimension wie der Burgwall "Tornow A". Allerdings kam es zu einigen Veränderungen. Der Tortunnel führte nun nicht mehr ebenerdig in den Burghof, sondern überwand eine Höhe von 2 m! Die Burginnenfläche lag also 2 m höher als der äußere Toreingang an der Holzbrücke. Die Innenbebauung des Burgwalls bestand aus 19 zweistöckigen Einbauten, die wieder ringartig am Wall lagen. Die oberen Stockwerke dieser Einbauten konnten vom Wehrgang auf dem Wall aus betreten werden. Nur drei dieser kasenmattenartigen Einbauten waren im 1. Stock ständig bewohnt, die restlichen dienten als Vorratsspeicher und Fluchtunterkünfte. Am Toreingang zum kleinen Burghof lag wieder ein größeres Gebäude, diesmal mit 30 m² Grundfläche. Außerhalb der Burg lagen zwei Handwerkersiedlungen, die aus kleineren Häusern bestanden. In der Siedlungsphase "Tornow B" kann man also einen Adelssitz im Burgwall annehmen. Im 9. Jahrhundert wurde auch diese Burgsiedlung völlig zerstört. Die anschließenden Siedlungsphasen "Tornow C und D" bestanden nun nur noch aus der Vorbugsiedlung. Den Burgwall selbst hat man nicht wieder aufgebaut. In dieser Siedlung lag ein größeres Gebäude, dass sicher vom Oberhaupt bewohnt wurde. Nur 4,5 Kilometer südlich vom ehemaligen Tornow befindet sich heute der noch gut erhaltene Burgwall von Groß Jehser. Er hat eine verblüffene Ähnlichkeit mit dem Burgwall von Tornow. Es gab auch noch eine ähnliche Burg im nur wenige Kilometer entfernten Vorberg. Leider ist auch dieser Ort samt Burgwall durch den Braunkohletagebau zerstört worden. Die Burg in Vorberg wurde glücklicherweise auch vor ihrer Zerstörung archäologisch untersucht.

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Trebbus

Trebbus ist mit großer Sicherheit der älteste urkundlich genannte Ort im Altkreis Finsterwalde. Etwa 1,5 km südöstlich der Dorfmitte befindet sich eine Erhebung mit dem Flurnamen "Altes Dorf". Vereinzelt finden sich dort noch slawische Gefäßscherben. Mit großer Wahrscheinlichkeit war hier die slawische Siedlung "Triebus civitas", die urkundlich am 8.8.1004 genannt wird. Später standen an diesem Ort Windmühlen, so werden 1864 drei Stück genannt. Eine Sage erzählt, dass in dem Dorf ein Schatz von unermesslichem Reichtum vergraben sein soll. Den Schatz findet nur derjenige, der dreimal um das "Alte Dorf" läuft, ohne einmal Atem zu holen.
Der Ortsname kommt aus dem slawischen "trebez = Rodung" und bedeutet, wie bei vielen Orten in der Umgebung die auf ...hain enden, dass Trebbus einst als Rodungssiedlung angelegt wurde. Aber schon früher zur Bronzezeit war die heutige Feldflur um Trebbus bewohnt. Davon zeugt ein Urnengräberfeld der sogenannten "Lausitzer Kultur" am Weg nach Dübrichen im Gebiet mit dem alten Flurnamen "Leprinen". Das heutige Trebbus ist als Angerdorf einst von deutschen Siedlern angelegt worden und befand sich im Besitz Rudolf I. von Sachsen.
Wo sich nun hier die überlieferte slawische Burganlage befand, ist heute nicht mehr festzustellen.
An der besagten Stelle 1,5 km südöstlich von Trebbus fliesst heute ein kleiner Landgraben. Heute ist der Lauf dieses Flüsschens begradigt worden. Mit Sicherheit lag die einstige Burg an diesem Bach.

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Treuenbrietzen

1.

Am Nordostrand der Stadt Treuenbrietzen, unmittelbar an der alten Nieplitz gelegen, finden sich die Reste eines slawischen Burgwalls (Bodendenkmal 30362). Es handelte sich um eine mittelslawische ovale Ringwallanlage (9./10. Jh.) von ursprünglich 70 m Durchmesser. Der Gesamtdurchmesser am äußeren Wallfuß lag bei etwa 90 m. Bereits Ende des 19. Jahrhunderts wurde der Großteil der Wallanlage weitgehend zerstört und eingeebnet. Lediglich auf der Südwestseite ist ein kleiner Wallrest von bis zu 6 m Höhe erhalten, der von einem grabenartigen Nebenarm der Nieplitz umflossen wird. Als Funde im Burgwallbereich dokumentiert sind mittelslawische und frühdeutsche Keramik, Spinnwirtel, Hüttenlehm, Eisenmesser, zwei Bronzegegenstände, Knochenpfrieme, ein Mahlstein, verkohltes Getreide und Tierknochen. Urkundlich erwähnt wird die Burg als Burgwalrd "Bricene" erstmals 1209 und 1216, als sie bereits in askanisch-deutscher Hand war und als südlichste brandenburgische Grenzbefestigung gegenüber Sachsen und Magdeburg von großer strategischer Bedeutung war. Bei Grabungen im Jahr 1992, die aufgrund einer illegalen Bebauung durchgeführt wurden, wurde südlich des Walles eine bis dahin unbekannte, unter dem mittelalterlichen Befestigungssystem liegende slawische Vorburgsiedlung entdeckt. Trotz der fortgeschrittenen Zerstörung konnten noch wichtige Erkenntnisse über den Aufbau der Vorburgsiedlung gewonnen werden. Diese Siedlung konnte aufgrund der gefundenen Keramikreste in das 9./10. Jahrhundert datiert werden. Der nordwestliche Teil war zusätzlich von einer Palisadenwand begrenzt, die beiderseits von Gräben umgeben war. Über die Bebauung der Innenfläche ist kaum noch eine Aussage möglich. Wie aber ein im Profil erhaltenes Grubenhaus zeigt, ist mit zahlreichen, vermutlich 20 bis 30 weiteren Häusern in diesem Bereich zu rechnen. Das Grubenhaus enthielt große Mengen gut erhaltener Keramik und zeichnete sich durch einen aus Birkenreisern bestehenden, vor Feuchtigkeit schützenden Bodenbelag aus. Unmittelbar unterhalb des Burgberges stellt ein Doppelgraben-System mit einer erhaltenen Tiefe von etwa 1,25 m je Graben einen zusätzlichen Schutz des Burgwalles dar. Wie dieses Grabensystem ausgesehen hat und welchen Verlauf es nahm, war nicht mehr zu rekonstruieren, auch seine Zeitstellung ist ungeklärt. Einige frühdeutsche, blaugraue Scherben sowie ein gefundener Rechteck-Pfosten, der aus einem 1210 gefällten Eichenstamm bestand, belegen eine Weiternutzung des Geländes bis in das 12./13. Jahrhundert.

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2.

Etwa 4,5 km ost-südöstlich der Stadt Treuenbrietzen befindet sich auf einem kleinen Höhenrücken am Bardenitzer Fließ im Osten der Zarth-Heide bzw. östlich des NSG Zarth, auf einem Acker am Rande zum Wald, der Standort eines historischen Burgwalls (Bodendenkmal 30365). HERRMANN 1960 beschreibt einen bereits stark verschliffenen historischen Ringwall von 50-60 m Durchmesser, der damals im Osten am Bardenitzer Fließ noch einen Abfall von bis zu 2,5 m aufwies. Inzwischen ist das Fließ verlegt und begradigt worden, weshalb auch dieser Bereich nicht mehr erkennbar ist. Heute ist von der Anlage im Gelände, außer der leicht erhöhten Lage, nichts mehr erkennbar, auch auf den vorliegenden Luftbildern finden sich keine eindeutigen Spuren. Nach HERMMAN 1960 fanden sich im Bereich mittelslawische Scherben, die eine Zuordnung der Anlage ins 9./10. Jh ermöglicht. Da in der Denkmalliste des Kreises Potsdam-Mittelmark für dieses Bodendenkmal als Schutzgegenstand auch ein deutscher Burgwall aufgeführt wird, ist davon auszugehen, dass nach 1960 entsprechende Funde gemacht wurden, die auf eine frühdeutsche Nachnutzung der Anlage hinweisen. Der Begriff Zarth wird auf die slawischen Wörter “Tschert” und “Tschort” mit der Bedeutung Teufelswald zurückgeführt, was vermutlich auf den moorigen Charakter des Gebietes verweist. In alten Flurkarten findet sich hier die Bezeichnung Burgwall, noch in der aktuellen Liegenschaftskarte ist ein Flurstück “Burgwallacker” verzeichnet. Durch den Teufelswald (Zarth) war die Anlage im Norden und Westen und durch die Niederung des Bardenitzer Fließes im Osten gut geschützt. Sicherlich war die Burg Teil eines kleineren slawischen Landes, das zum Bereich der Ploni oder Heveller gehörte.

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Uckro



Nördlich von Uckro befinden sich die Reste eines slawischen Burgwalls. Er ist nicht sehr groß und heute mit Bäumen bestanden. Über seine einstige Funktion kann man nur spekulieren. Als Fluchtburg für größere Bevölkerungsmassen war er sicher nicht geeignet. Man kann ihn eher als befestigten Adelssitz deuten. In unmittelbarer Nähe wird es ebenfalls slawische Siedlungen gegeben haben. Durch frühere Erdeingriffe ist der Burgwall heute stark verändert. Anhand von zwei Sondageschnitten im Jahr 1993 konnte man feststellen, dass der Burgwall um 932 errichtet und um 958 erneuert wurde. Danach brannte die Burg ab und wurde aufgegeben. Die einstigen Erbauer gehörten zum Stamm der Lusizi.

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Vehlefanz

  

Circa 10 km nordwestlich von Berlin liegt der Ort Vehlefanz. Der Name Vehlefanz könnte sich aus den slawischen Wörtern "velij“ = groß und "vas“ = Bart ableiten. Im westlichen Teil des Ortes befinden sich in der Nähe der Perwenitzer Chaussee ein künstlich aufgeschütteter Hügel, sowie die Reste eines alten Rittersitzes. Die Straße nennt sich in der Nähe der Anlagen "Burgwall". Heute ist nur noch die Ruine eines Turmes mit einem kleinen Mauerstück aus Backsteinen von der ehemaligen Wasserburg des 14. Jahrhunderts vorhanden. Der kleine Burgberg weiter nördlich wird im Volksmund auch "Bosselberg" genannt. Die Geschichte dieses Burgberges geht allerdings auf die slawische Zeit zurück. Inmitten von überfluteten Wiesen errichteten sie wohl im 9./10. Jahrhundert eine Burganlage. In der frühdeutschen Zeit wurde er erneut als Burg ausgebaut, diesmal als Motte. Heute erkennt man am Fuße der Motte noch deutlich einen umlaufenden Graben, der beim Bau des Hügels entstand. Eine Treppe führt  zu dem Bodendenkmal. Die Ausmaßen des Hügels betragen 60 m Durchmesser auf Erdhöhe. Das höherliegende Plateau ist 34 m groß. Nördlich schloss sich direkt eine kleine Vorburgsiedlung an. Überliefert ist noch, dass im Jahre 1931 ein östlicher Vorwall der Anlage abgetragen wurde. Dieser gehörte vermutlich schon zu der älteren Slawenburg. Ein Informationsschild informiert heute am Burgberg über die einstige Geschichte der Umgebung.

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Vehlin

600 m nordwestlich des Dorfes Vehlin liegt ein slawischer Burgwall aus dem 8. bis 10. Jahrhundert. Er ist noch sehr gut als solcher aus der Luft zu erkennen. Er wurde in der Nähe eines kleinen Flusses angelegt und lag somit innerhalb von feuchten Niederungen. Er  hatte samt umlaufenden Graben einen runden Durchmesser von guten 90 m. Zu vermuten ist, dass der Zugang zur Burg westlich lag, denn dort lag eine Vorburgsiedlung. Frühdeutsche Scherben zeigen eine Nutzung des Geländes auch nach der Slawenzeit an. Heute verläuft eine Hochspannungsleitung samt Mast direkt über den alten Wall, der auch "Hilgenwall" genannt wird.

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Vorberg

Bei Vorberg im Kreis Calau lag ebenfalls eine kleine Adelsburg vom "Typ Tornow". Leider ist der Burgwall samt Ort dem Braunkohletagebau Seese-West 1964 zum Opfer gefallen. Vor dem Abbruch wurde das Bodendenkmal aber untersucht. Man stellte fest, dass die Burg der in Tornow sehr ähnlich war. Es handelte sich um eine etwa 50 m große kreisrunde Anlage der "Lusizi", in deren Vorfeld eine Handwerkersiedlung bestand. Der kleine Ort Vorberg lag 7 Kilometer südlich von Lübbenau. Vor der Zwangsräumung lebten noch 99 Personen im Ort.

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Waldow

Südwestlich von Waldow befindet sich ein gut erhaltener Burgwall der Lusizi. Er wurde in der vergangenen Zeit als Friedhof genutzt und ist am Rand mit Bäumen bestanden. Der Burgwall hat heute noch einen Durchmesser von ca. 65 m. Die relativ kleinen Burgen der Lusizi entstanden am Ende des 9. Jahrhunderts, als eine Bedrohung durch die Deutschen immer absehbarer wurde. Die Blütezeit dieses Burgentyps und auch seine Untergangszeit liegt in der Mitte des 10. Jahrhunderts. Die Burg diente als Rückzugsort für die Bevölkerung , mitunter aber auch als Machtmittelpunkt eines lokalen Slawenadels. Zu solchen Burgen gehörten immer Wirtschaftsgebäude, die direkt vor der Burg lagen.

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Waldsieversdorf

  

Zwischen dem großen und dem kleinen Däbersee bei Waldsieversdorf befinden sich die Reste einer alten slawischen Höhenburg. Die heute noch gut sichtbaren Erdwälle werden im Volksmund auch als "Schwedenschanze" bezeichnet. Dies zeigt, dass man sich vor geraumer Zeit über den Ursprung dieser Wälle nicht mehr sicher war. Daher deutete man sie in die Zeit des 30-jährigen Krieges, was allerdings falsch ist. Es handelt sich bei den Resten um eine frühslawische Fluchtburg aus dem 8. bis 9. Jahrhundert. 1870 fanden kleinere Grabungen statt, bei denen eine eiserene Sichel, ein Mahl- und ein Wetzstein geborgen wurden. Die vorgefundenen Tierknochen konnten 
Hund, Schaf, Ziege, Rind, Pferd, Hirsch und Wildschwein zugeordnet werden. Hinweisschilder geben vor Ort heute Auskunft über das Bodendenkmal. Weiterhin führt im Wald ein breiter Wanderweg durch das Burgareal.

Siehe auch: Wikipedia

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Werben

Nördlich von Werben liegen mitten auf dem Acker die Wallreste einer einstigen kleineren Slawenburg. Auch hier ist der Wall infolge jahrelanger Ackerbewirtschaftung stark verschliffen. Errichtet wurde die Wallburg im 9./.10. Jahrhundert vom Stamm der Lusizi.

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Werder/Havel (Vermutung)

Die bereits in der Bronzezeit besiedelte ca. 900 x 450 m große Insel wurde im 9./10. Jahrhundert erneut von Slawen besiedelt. Die Gegend der heutigen Fischerstraße im Südosten des Werders wird als historischer Standort der alten Fischersiedlung angenommen. Aufgrund der strategischen Lage im Havel-Nuthe-Gebiet, das für längere Zeit die Ostgrenze der askanischen Mark bildete, wird auf der Insel eine slawische Burg vermutet, die ab Mitte des 12. Jahrhunderts von den Askaniern übernommen wurde. Für den zeitweiligen Bestand einer askanischen Burg spricht auch, dass Werder noch Anfang des 14. Jahrhunderts im Besitz eines markgräflichen Hofbeamten, eines Ritters Sloteke war, der 1317 vom damaligen Markgrafen Waldemar zum Verkauf seiner Besitzungen an das Kloster Lehnin gedrängt wurde. Der Burgstandort wird im Süden der Insel vermutet, konnte archäologisch bisher jedoch noch nicht nachgewiesen werden. Trotzdem wird im Bodendenkmal 31227 des Landkreises Potsdam-Mittelmark neben der Altstadt von Werder auch ein Burgwall des slawischen Mittelalters aufgeführt. Im Bereich des heutigen Mühlenberges im Südwesten der Insel konnten auch slawische Scherben entdeckt werden. Möglicherweise befand sich hier die vermutete befestigte Anlage, aber auch eine Niederungsburg ganz im Süden des Werders wäre denkbar.

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Wiesenau

 

Ungefähr 2,5 Kilometer südöstlich von Wiesenau liegen die Überreste einer weitgehend zerstörten kleinen slawischen Burganlage in der Oderniederung. Sie wird auch als "der Grodisch" bezeichnet. Die Burg wurde um 890 errichtet und besaß eine offene Vorburgsiedlung, die südlich der Burg auf einer etwa 80 m x 50 m großen Kuppe lag. Diese Siedlung bestand auch nach dem Untergang des Burgwalls bis in die spätslawische Zeit hinein. Während der Burgwall existierte, verband eine Holzbrücke Burg und Vorburgsiedlung. Die Vorburgsiedlung nahm eine Fläche von mindestens 1200 m" ein und wurde seit 1969 fast vollständig ausgegraben. Dabei stieß man auf etwa 50 Gruben von 1 m bis 2 m Durchmesser und auf rechteckige, grubenhausartige Objekte mit 3 m bis 7 m Länge. Zu den sonstigen Funden zählten Stein- und Tonspinnwirtel, Keramik, Tierknochen, Knochenpfrieme, eiserne Messer und ein Geweihkamm. Im Burggraben konnte man zudem hölzerne Stielpflugschare und ein Hakenpflugfragment bergen, die wohl von Bauern aus der Vorburgsiedlung stammen. Bis zur oberirdischen Zerstörung soll der Burgwall noch eine Höhe von 1,5 m und Ausmaßen von 65 m x 50 m gehabt haben.

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Wiesenburg

Anstelle des heutigen Schlosses in Wiesenburg befand sich schon eine slawische Burganlage. Sie wurde stategisch günstig auf einer natürlichen Anhöhe errichtet. Wann die Slawen dort mit dem Bau begannen, ist nicht bekannt. Möglicherweise bestand sie bis in die Mitte des 12. Jahrhunderts, als Albrecht der Bär endgültig die Slawen hier unterwarf. 1161 wurde für Wiesenburg ein deutscher Burgward erwähnt. Die Deutschen müssen also die strategische Bedeutung der alten Burgstelle erkannt haben und errichteten an gleicher Stelle neue kleine Burganlage.

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Wildberg

1.


Der gut erhaltene Burgwall von Wildberg bei Neuruppin war über einen sehr langen Zeitraum besiedelt. Die Anfänge der Burg reichen bis in die frühslawische Zeit zurück. Die Slawen suchten sich eine natürlich geschützte Talsandinsel in der Temnitzniederung aus und errichteten hier einen runden bis ovalen Burgwall, der heute noch eine Innenfläche von 50 m x 70 m besitzt. Südöstlich der Burg lag eine zeitgleiche Vorburgsiedlung, die im Jahr 1969 archäologisch untersucht wurde. Diese Siedlung war im 8. Jahrhundert durch einen leicht bogenförmigen 6,5 m breiten Graben umgeben, an dessen Innenseite sich eine Reihe von Grubenhäuser anschloss. Ob es sich dabei vielleicht um einen Wallgraben eines eingeebneten älteren Burgwalls der "Feldberger Zeit" handelte, ist nicht mehr zu sagen. Dieser Graben war nur zeitweise in Funktion und wurde später zugeschüttet. Das Vorburgareal dürfte die längste Zeit als offene agrarische Siedlung bestanden haben. Nach der deutschen Eroberung im 12. Jahrhundert diente die Anlage weiter als Burganlage. Sie war nachweislich noch bis in das 16. Jahrhundert bewohnt. 1525 wird sie als verödet bezeichnet und bis 1713 sollen noch Mauerreste vorhanden gewesen sein.

Panoramabild vom Burgwall

Siehe auch: Wikipedia

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2.

Eine zweite mögliche slawische Burg befindet sich mitten im Ort Wildberg. Sie liegt heute in der Nähe des Fussballplatzes am "Werdersteg". Die Burg stammt aus der jungslawischen Zeit des 11. bis 12. Jahrhunderts. Einige Wissenschaftler gehen hier auch nur vor einer normalen slawischen Siedlung aus, da Befestigungsspuren fehlen. Auffallend ist die nordöstliche Ausrichtung des Siedlungsplatzes. Häufig waren kultische Anlagen in diese Himmelsrichtung ausgerichtet.

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Wittstock-Dosse

Anstelle der heutigen "Bischofsburg" in Wittstock/Dosse lag bereits im 10. Jahrhundert eine slawische Burganlage. Möglicherweise kam diese im Jahr 929 durch die Eroberungszüge Heinrich I. in deutsche Hände. 946 wurde der Ort erstmals erwähnt. Zu dieser Zeit war die alte Burg sicher schon eine Art deutscher Burgward. 983 eroberten die Slawen die Gegend zurück und vertrieben die Deutschen bis über die Elbe. Was in dieser Zeit mit der Wittstocker Burg passierte wissen wir nicht. Spätestens um 1150 dürfte die Anlage wieder in deutschem Besitz gewesen sein. Auf den Resten des Burgwalles wurde ab 1244 eine deutsche Steinburg errichtet, auf der ab 1271 die Bischöfe von Havelberg lebten. Im 30 jährigen Krieg wurde die Burg schwer zerstört. Direkt vor der Stadt kam es am 4. Oktober 1636 zur "Schlacht bei Wittstock", die die kaiserlichen Truppen gegen die Schweden verloren.

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Wollschow



Etwa 2,5 Kilometer östlich von Wollschow in Brandenburg befindet sich der sogenannte "Wollschower Burgwall". Der kleine, etwa 65 m große kreisrunde Wall des "Typs Tornow", wurde in unmittelbarer Nähe des Flusses Randow angelegt. Die Randow war vermutlich eine damalige Landesgrenze der "Ukranen". Daher kann man annehmen, dass die Slawenburg eine Art Grenzbefestigung darstellte. Dieser Burgentyp entstand vermehrt im Verlauf des späten 9. bis frühen 10. Jahrhundert. Die Anlage war vermutlich der militärische Sitz eines lokalen slawischen Adligen. Interessant ist, dass die Burg bis in die spätslawische Zeit in Nutzung war. Ob die Burg dabei durchgehend besiedelt wurde, ist bisher nicht bekannt. Im Vorfeld dieser Burg muss sich eine leicht befestigte Vorburgsiedlung befunden haben, in denen die Handwerker ihre Wohn- und Arbeitsplätze hatten. Am Burgwall befindet sich eine alte Informationstafel von der zu entnehmen ist, dass der Wall vor Jahren zugänglich gemacht wurde. Er wurde damals von der üppigen Vegetation befreit, die sich heute allerdings langsam wieder ausgebreitet hat. Ein einfacher Feldweg führt heute von Wollschow aus zu dem baumbestandenen Bodendenkmal.

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Wulfersdorf

Bei Wulfersdorf, in der Nähe von Schwenow, befand sich am Nordende des "Großen Kossenblatter Sees" eine slawische Niederungsburg. Heute kann man von ihr leider kaum noch was erkennen, da der See für die Fischzucht angestaut wurde, und so weite Teile der Burganlage überflutet wurden. In sehr trockenen Jahren ist der Wasserstand des Sees aber niedriger, sodass ein Teil der Anlage sichtbar wird und wie eine kleine Halbinsel in den See ragt. Um 1923 beschrieb sie ein Heimatforscher als fast abgetragen und kaum noch erkennbar auf einer Wiese liegend. Nach seinen Informationen soll der Wall sehr viel früher noch 3 m hoch und mit Bäumen bestanden gewesen sein. Im Volksmund hiess die Anlage "Borchelberg" oder auch "Lüttchenberg".

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Wulkow-Schönberg

Eine slawische Niederungsburg mit deutschem Nachfolger befand sich nahe des Ortes Wulkow an dem Fluss Dosse. 1967 wurden die Burgreste durch die Dossebegradigung weitgehend eingeebnet. Heute sind noch zwei flache rundliche Hügel von ca. 50 m Durchmesser erhalten, die von einem umlaufenden Wall umgeben waren. Die gefundenen Scherben der Slawenzeit stammen aus dem 10. bis 12. Jahrhundert. Bei Begehungen wurden aber auch frühdeutsche Keramikstücke, Mauerreste, sowie urgeschichtliche Funde beobachtet.

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Wusterhausen

1. "Großer Burgwall"

In Wusterhausen konnte man schon sehr alte Besiedlungspuren aus der Steinzeit nachweisen. Konkreter wurde die Besiedlung allerdings in der Slawenzeit. Die zwei Flurnamen "Kleiner Burgwall" und "Großer Burgwall" deuten es an. Spätestens 1157 wurde die größere Slawenburg des Stammes der Dossanen von Deutschen eingenommen und eingeebnet. Daher erinnert heute nur noch die Straße "Burgwall" an die einstigen Wehranlagen. Im Zuge der Altstadtsanierung im Jahre 2006 stieß man im Bereich der Pfarrkirche St. Peter und Paul auf ein ausgedehntes Gräberfeld der jüngeren Slawenzeit. Insgesamt wurden 103 Gräber dokumentiert. Bei den Toten handelte es sich um Kleinkinder, Kinder, Jugendliche und Erwachsene. Sie lagen im Schnitt einen Meter tief unter der heutigen Oberfläche. Die meisten Toten wurden in hölzernen Särgen oder Baumsärgen beerdigt. Zwei Männergräber waren größer dimensioniert und hatten jeweils ihr Schwert und weitere Gegendstände als Beigaben bekommen. Zwei weitere Gräber enthielten jeweils eine Münze als Beigabe, die zwischen den Zähnen und der Oberlippe platziert wurden. Weitere Gräber enthielten Hohlschläfenringe und Messerbeigaben.

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2. "Kleiner Burgwall"

Der kleinere Burgwall befand sich ganz in der Nähe des größeren Burgwalles. Auch er lag an der Dosse und besaß eine Vorburgsiedlung. Ob es sich allerdings um einen eigenständigen Wall handelte, oder er ein Teil des "großen Burgwalls" war, muss vorerst offen bleiben.

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Wustermark

Laut Denkmalliste des Havellandkreises beinhaltet das den alten Dorfkern von Wustermark umfassende Bodendenkmal 50566 neben einer slawischen Siedlung u.a. auch einen slawischen Burgwall. Besagter Burgwall lag/liegt östlich der Dorfkirche, direkt am Rand zur Niederung, durch die heute der Havelkanal führt. Um 1890 soll der Wall in Wustermark, in dessen Kern das einstige Gut Wustermark - als Nachfolger einer frühdeutschen Burg - hineingebaut worden ist, stellenweise noch mehrere Meter hoch gewesen sein. Um 1900 wurde die Anlage eingeebnet. Heute weisen nur noch schwache Spuren auf dessen einstige Ausdehnung hin. Durch Funde mittelslawischer Keramik ist eine Zuordnung ins 9./10. Jahrhundert möglich. Die Existenz einer frühdeutschen Burg ist überliefert. Da 1273 die Markgrafen in Wustermark Urkunden ausstellten, ist eine damals noch bestehende Burg oder burgähnliche Anlage zu vermuten. Wegen der Lage nahe der alten Handels- und Heerstraße von Brandenburg nach Spandau kam der Burg sicherlich eine gewisse strategische Bedeutung zu. Eine urkundliche Erwähnung der “Burgk” im Jahr 1434 bezieht sich möglicherweise aber nur noch auf eine Flur diesen Namens (eine funktionsfähige Burg muss zu diesem Zeitpunkt nicht mehr bestanden haben).

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Zahsow



Im Ort Zahsow befindet sich der Rest eines alten slawischen Burgwalls. Er wird im Volksmund auch "Schwedenschanze" genannt.  Mit den Schweden hat der Burgrest allerdings nichts zu tun. Er stammt aus dem 8. bis 9. Jahrhundert und gehört somit in die altslawische Zeit. Viel ist von ihm allerdings nicht übrig geblieben. In den vergangenen Jahrhunderten wurde er immer wieder zur Erdentnahme genutzt, um die feuchten Wiesen in der Umgebung künstlich zu erhöhen. Im Ort führt heute die Straße "An der Schanze" am Bodendenkmal vorbei.

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Zeckerin

Nördlich von Zeckerin liegen mitten auf dem Acker die Reste eines kleinen slawischen Burgwalls. Er ist durch die Landwirtschaft stark verschliffen. Er datiert ins 9. bis 10. Jahrhundert und wurde vom Volksstamm der Lusizi errichtet. Es handelte sich um eine ca. 50 m runde Burg, deren reine Innenfläche um die 30 m betrug.

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Zehdenick

 

Anstelle des heutigen Havelschlosses in Zehdenick befand sich mit hoher Wahrscheinlichkeit schon in der Slawenzeit eine Wallanlage. Sie wurde auf einer heutigen Halbinsel angelegt, die in die Havel hineinragte. Damals lag die Burgwallanlage  noch auf einer Insel. Somit konnte man von hier aus genau beobachten, was sich damals auf dem Fluss tat. Sehr wahrscheinlich befanden sich in Nähe der Burg auch wichtige Handelsstraßen, die über dem Fluss führten. In der Slawenzeit war die Havel eine natürliche Grenze zwischen den Stämmen der Sprewanen und Heveller.

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Zieckau



Circa 600 m westlich vom Gutshof in Zieckau befinden sich die Reste einer kleinen slawischen Wallanlage. Der Durchmesser beträgt 44 m und die Höhe noch 3 m. Es handelte sich hier um eine Niederungsburg. Auch diese Wallreste werden heute als "Borchelt" bezeichnet.

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Ziesar

Die Burg Ziesar wurde erstmals in der Stiftungsurkunde des Bistums Brandenburg (948 oder 965) als civitas „Ezeri“ erwähnt und dem Bischof von Brandenburg als Grundbesitz übertragen. Der slawische Name Zi-e-sar, der frei übersetzt „Ort hinter dem See“ bedeutet, spielt auf die natürlichen Gegebenheiten an: Die Burg lag auf einem Höhenrücken zwischen Seen und dem Feuchtgebiet des Fiener Bruchs und deckte die wichtige Verbindung zwischen den wichtigen Städten Magdeburg und Brandenburg. Der Sage nach eine „Burg mit sieben Türmen und ebenso vielen Brücken, Mauern und Gräben“. Die Wehranlage, deren älteste Teile aus dem 13. Jahrhundert stammen, geht aber auf eine slawische Befestigung zurück.

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Zöllmersdorf



1,5 Kilometer nördlich von Zöllmersdorf liegen die Wallreste einer kleinen Slawenburg. Es handelte sich um eine Niederungsburg von 57 mal 44 m Durchmesser. Sie wird heute als "Borchelt" bezeichnet.

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Zützen



Gut 1,7 Kilometer nördlich von Zützen bei Golßen liegen die Reste einer größeren Slawenburg. Leider ist sie durch Beackerung schon stark in Mitleidenschaft gezogen worden. Dennoch kann man ihre Größe auf ca. 180 m schätzen. Die Wallhöhe beträgt um die 2 m. Vor Ort ist sie noch als solche gut zu erkennen. Möglicherweise ist diese Burg mit der überlieferten Burg "ciziani" identisch, die Thietmar von Merseburg in seiner Chronik erwähnte, als Heinrich II. gegen Polen zog. Die ehemalige Burgstelle wurde als mit "...Scherben übersät.." beschrieben. Es handelt sich um eine Niederungsburg.

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