Freilichtmuseen zum Thema Slawen


Freilichtmuseum Groß Raden in Mecklenburg-Vorpommern, Sommer 2006


Brandenburg an der Havel, Freilichtmuseum Groß Raden, Slawenburg Raddusch, Slawendorf Passentin, Slawendorf Neustrelitz, Ukranenland Torgelow, Oldenburger Wallmuseum in Holstein, Wolin in Polen, Archeopark Chotebuz (Tschechien), Slawendorf Modra (Tschechien)


Slawendorf Brandenburg an der Havel

In Brandenburg an der Havel findet man seit 2004 in der Neuendorfer Str. 89 c ein nach Ausgrabungsbefunden rekonstruiertes Slawendorf. Hier kann man eingerichtete Gruben- und Blockhäuser, Brunnen, Bohlenwege, Tiergehege, Wagen, Schlitten, Einbäume und Flöße besichtigen. Auch zwei nachgebaute Slawenschiffe, "Dragomira" und "Triglav", sind vorhanden, mit denen Ausflüge auf der nahen Havel unternommen werden können.

Lage                                              www.slawendorf-brandenburg.info

zurück


Freilichtmuseum Groß Raden

Bei Groß Raden in Mecklenburg-Vorpommern kann man die einzig echte Rekonstruktion einer slawischen Inselburg samt Vorburg aus dem 9./10. Jahrhundert live erleben. Es werden zwei Siedlungsphasen gleichzeitig dargestellt. Hier findet man rekonstruierte Block- und Flechtwerkhäuser, ein Eingangstor der Vorburg samt Palisaden,  einen Kulttempel, eine ca.  100 m lange Holzbrücke samt Brückenhaus und einen beeindruckenden Burgwall auf einer der Vorburgsiedlung vorgelagerten Insel, die heute allerdings mit der Halbinsel verlandet ist. Die Eintrittspreise sind niedrig gehalten und es gibt einen kleinen Souvenirladen. Eine Ausstellung auf dem Weg zum Freilichtmuseum vermittelt zusätzlich Eindrücke vom einstigen Leben der Slawen in ihrer Burgsiedlung. Hier kann man ausserdem die vielen Grabungsfunde bestaunen. 2008 wurde der alte Torturm am Burgwall baufällig und entfernt. Man errichtete danach ein neues Tunneltor nach den archäologischen Erkenntnissen. Dabei wurde auch der Wehrgang auf dem Wall durch eine einfachere Pasilade ersetzt. Auch der Götze in der Burg wurde entfernt.

Lage                                     www.gross-raden.de

zurück


Slawenburg Raddusch

Die heute rekonstruierte Slawenburg Raddusch liegt in der Niederlausitz, dem ehemaligen Siedlungsgebiet des slawischen Stammes der Lusizi, in unmittelbarer Nähe zum Ort Raddusch im Spreewald. Diesen Siedlern verdankt die Lausitz ihren Namen. Die hier heute noch als ethnische Minderheit lebenden Sorben/Wenden sind direkte Nachfahren der Lusizi. Um 880 wurde auf einer schwachen Erhebung mit dem Bau des Burgwalles begonnen. Er war oval, hatte einen ca. 10 m breiten Wall und umschloss eine Innenfläche von 35 bis 36 Meter. Die Burg hatte zwei Tunneltore, die sich fast genau gegenüber lagen und einen mit Wasser gefüllten Burggraben. Um 925 wurde die Burg erneuert. Dabei wurde der Wall verbreitert, sodass die Innenfläche auf 31 m schrumpfte. Noch vor 950 wurde der Burgwall erneut ausgebaut. Die Burgfläche war nun nur noch ca. 28 m groß. 963 eroberte der deutsche Markgraf Gero die Gebiete der Lusizi. Damit war auch das Ende der Radduscher Burg gekommen. Die Anlage wurde aufgegeben und verfiel mit der Zeit.  Der Burgwall wurde bis 1984 landwirtschaftlich beackert und war dadurch stark verschliffen. Zum Schluß war nur noch ein Hügel von 3 m Höhe und 85 m Durchmesser erhalten. 1984 bis 1989 wurde die Burg mit dem Flurnamen "Schanze" archäologisch untersucht. Dabei stellte man fest, dass schon an gleicher Stelle Siedlungen der jüngeren Bronzezeit und der Völkerwanderungszeit bestanden. In Anlehnung an das Aussehen der slawischen Burganlage, die vor mehr als 1000 Jahren an diesem Ort stand, ist die heutige Slawenburg Raddusch ein modern gestalteter Funktionsbau mit Ausstellungsbereich, Gasträumen und Burgladen, sowie Veranstaltungsräumen. Im Rahmen einer Museumspädagogik werden besonders die Kinder an geschichtlich-archäologische Themen herangeführt. Um die Burg herum führt ein Zeitsteg die Besucher an die zeitlichen Dimensionen der Menschheitsgeschichte heran.

Literatur:

Lage                                        www.slawenburg-raddusch.de

zurück


Slawendorf Passentin

Im Dorf Passentin, zwischen Neubrandenburg und Penzlin in Mecklenburg-Vorpommern gelegen, befindet sich ein von 1994-1998 rekonstruiertes Slawendorf. Von der Größe her übertrifft es das Slawendorf in Neustrelitz. Allerdings ist es hier viel ruhiger. Zu bestimmten Zeiten finden regelmäßige Feste statt. Auch Übernachtungen für Schulklassen werden hier angeboten. Die ganze Siedlung ist von einem Palisadenzaun umgeben und alle Häuser sind zeitgenössisch eingerichtet. Am 21. April 2014 wurde das Slawendorf nach längerer Schließung neu eröffnet! Leider ist das Dorf heute nur an wenigen Tagen im Jahr geöffnet.

Lage

zurück


Slawendorf Neustrelitz

Das Slawendorf Neustrelitz in Mecklenburg-Vorpommern ist eine schöne rekonstruierte Anlage direkt am Zierker See. Es beruht allerdings nicht auf Originalfunde, sondern stellt ein fiktives slawisches Dorf mit Bootsanlegestelle dar. Hier kann man gegen ein kleines Eintrittsgeld einem Schmied, einem Töpfer, oder auch Kerzenmachern über die Schulter schauen, oder sogar selber mitarbeiten. Selbst die Kulthalle aus Groß Raden findet man hier wieder. Weiterhin kann man mit dem Slawenboot "Nakon" mitrudern. Vor Ort befindet sich auch ein Spielplatz, sowie ein Imbissstand. In regelmäßigen Abständen finden im Slawendorf spezielle Feste statt. Leider hat das Dorf nur von Montag bis Freitag geöffnet. Zwei meiner gebauten Modelle (Groß Raden, Behren-Lübchin) sind im dortigen Kulttempel seit August 2014 ausgestellt.

Lage

zurück


Ukranenland Torgelow

Südwestlich von Torgelow in Mecklenburg-Vorpommern befindet sich ein schönes rekonstruiertes Slawendorf. Das "Ukranenland Torgelow" hat man direkt an der Uecker auf einer Wiesenaue angelegt.
Vor Ort befinden sich viele rekonstruierte Häuser und auch zwei Boote aus der slawischen Zeitepoche. Das Dorf verfügt sogar über einen kleinen offenen Tempel mit Götzenbild, eine eigene Bootsanlegestelle, sowie mehreren Tieren. Mitarbeiter vor Ort demonstrieren das slawische Handwerk und auch das Mitrudern in den Booten ist möglich.

Lage                                         www.ukranenland.de

zurück


Oldenburger Wallmuseum in Holstein

In Oldenburg in Holstein kann man nicht nur die gewaltigen Wallreste der Hauptburg der Wagrier erkunden, sondern auch rekonstruierte Häuser und Boote jener Zeit im Oldenburger Wallmuseum bestaunen. Im Museum, welches nur ca. zehn Gehminuten vom Burgwall entfernt liegt, kann man in zwei Scheunen eine Ausstellung zum Leben der Westslawen sehen. Zusätzlich verfügt das Museum über ein Backhaus, ein Cafe`, einen Spielplatz, eine Veranstaltungswiese und auch ein Museumsladen ist vorhanden. In regelmäßigen Abständen finden auch größere Veranstaltungen statt.

Lage                                        www.oldenburger-wallmuseum.de

zurück


Wikinger- und Slawendorf Wolin in Polen

In der polnischen Stadt Wolin auf der Insel Usedom gibt es ein schönes Dorf aus der Wikinger- und Slawenzeit. Viele Häuser sind komplett eingerichtet und betretbar. Auch die Rekonstruktion eines Walles samt Tor wird gezeigt. In regelmäßigen Abständen finden hier größere Feste statt. Nach Meinung vieler ist dieses Museum das am besten rekonstruierte  Dorf aus dem frühen Mittelalter. Der Ort liegt nicht weit entfernt vom berühmten Seehandelsplatz Vineta.

Lage

zurück


Archeopark Chotebuz (Tschechische Republik)

In Tschechien gibt es ebenfalls eine rekonstruierte Slawenburg. Sie befindet sich bei Chotebuz-Podobora in Grenznähe zu Polen. Vor Ort wurde eine ganze Höhenburg des 8. bis 11. Jahrhunderts rekonstruiert. Es gibt einen Wall mit hölzerner Palisadenbefestigung, ein Eingangstor mit Brücke, Götzenfiguren und Häuser.

Lage                                      

zurück


Slawendorf Modra' (Tschechische Republik)

In Modra' in der Tschechischen Republik gibt es ein schön rekonstruiertes Slawendorf aus dem 9. Jahrhundert. Zu sehen sind eingerichtete Holzhäuser, Götterstelen, ein Eingangstor, Brunnen und ein Aussichtsturm.

Lage                                      

zurück