Hausformen bei den Slawen



Bei den Slawen kann man allgemein drei verschiedene Haustypen erkennen, die sicherlich von Gebiet zu Gebiet unterschiedliche Einzelheiten haben konnten. In der frühslawischen Zeit des 7. bis 8. Jahrhunderts baute man verstärkt Grubenhäuser. Diese besaßen eingetiefte Fußböden und mit Reisig gefertigte Dächer, die meist seitlich bis zum Boden reichten. Die Wände wurden aus Flechtwerk und Lehm gefertigt. Oft hatten die Grubenhäuser am Giebel Öffnungen, damit der Rauch aus dem Innenbereich abziehen konnte. Heute findet man Grubenhäuser relativ schwer, da bedingt durch ihr vergängliches Material keine Hinterlassenschaften übrig geblieben ist. Wenn, dann zeichnen sich nur noch Erdverfärbungen in den jeweiligen Bereichen ab, die von hölzernen Pfosten und gestampftem Lehm stammen.

Im 9. bis 10. Jahrhundert gab es dann vorwiegend sogenannte Flechtwandhäuser. Diese wurden ebenfalls aus Flechtwerk und Lehm errichtet. Auch das Dach wurde mit Reisig gedeckt. Auch hier gab es am Dach Öffnungen für den Dunstabzug. Fenster gab es dagegen eher selten. Bei den Ausgrabungen in Groß Raden (Mecklenburg) konnte man feststellen, dass diese Häuser relativ klein waren und nur einen Raum besaßen.

In der mittel- bis spätslawischen Zeit des 10. bis 12. Jahrhunderts gab es dann überwiegend Blockbauten. Sie waren vom Grundriss größer ausgelegt als alle Häuserformen der älteren Zeitepochen. Man konnte feststellen, dass diese Häuser meist aus zwei Räumen bestanden und auch manchmal Fenster besaßen.

Die Innenräume der Häuser waren je nach Verwendungszweck unterschiedlich ausgestattet. Wohnhäuser besaßen Öfen, Schlaf- und Sitzgelegenheiten. Man kann davon ausgehen, dass man diese Häuser auch verschliessen konnte. Es gab auch Häuser, die den jeweiligen Handwerkern als Arbeitsplatz dienten. Es gab in jeder Burg, Vorburg und größeren Siedlungen immer Handwerker und auch Vorratshäuser.

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