Slawische Burganlagen auf der Insel Rügen (24)


Bergen, Bobbin, Garz, Gobbin, Götemitz, Kap Arkona, Ketelshagen, Kniepow, Lauterbach, Prora, Puddemin, Putbus, Ralow, Ralswiek, Sagard, Sassnitz, Schaprode, Sellin, Stubbenkammer, Venz, Vilmnitz, Wiek, Zudar


Bergen

 

Auf dem sogenannten Rugard, der größten Erhebung des Inselkerns von Rügen, bestand vom 9. bis Anfang des 13. Jahrhunderts eine slawische Burganlage. Die Anlage bestand aus einer Vor- und Hauptburg mit einer Gesamtfläche von 2,3 ha. Die Vorburg lag dabei etwas tiefer als die Hauptburg. Die  "Rujanenburg" war während ihrer Benutzung immer der Hauptsitz der Rügenfürsten. 1325 starb der kinderlose Fürst Wizlaw III., der letzte Nachfahre aus dem slawischen Fürstenhaus. Dadurch verlor die Burg ihre Bedeutung und verfiel. Bis heute sind nur noch die teils sehr mächtigen Burgwälle erhalten geblieben. Im Mittelalter gab es innerhalb der Wälle eine Mühle und die Fläche wurde landwirtschaftlich genutzt. Bis zum Jahre 1830 war die Umgebung der Burg völlig unbewaldet. Danach wurde sie parkartig aufgeforstet und 1877 der Ernst-Moritz-Arndt-Turm im Burgwall fertiggestellt. Heute kann man den Turm besteigen und sich in der unmittelbar neben dem Turm befindlichen Gaststätte stärken.

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Bobbin (Vermutung)

  

An der Straße von Marlow nach Bobbin befindet sich kurz vor dem Ort Bobbin auf der rechten Seite ein gebührenfreier Parkplatz. Schon von hier aus kann man den großen "Wallberg" erkennen, von dem aus sich eine hervorragene Aussicht auf die Umgebung bietet. Wie der Name des Berges schon sagt, befand sich hier möglicherweise in der slawischen Zeit eine Burganlage. Eindeutige Wallzüge sind hier aber nicht zu erkennen.

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Garz

 

Lange Zeit hielt man den gewaltigen Burgwall von Garz für die schriftlich überlieferte Burg Charenza, die im Jahr 1168/69 von den Dänen unter König Waldemar I. eingenommen werden konnte. Nach Forschungen der letzten Jahre rückte der Burgwall bei Venz aber immer mehr in das Blickfeld der Wissenschaftler. Heute geht man davon aus, der der Venzer Wall Charenza war. Der Garzer Burgwall hat eine ovale Form und ist ca. 200 m lang und 140 m breit. Ein Zugang befindet sich etwa in der Mitte der Westseite. Zum Moor in Richtung Renz ist der Wall gering aufgeschüttet; zur heutigen Stadt Garz hin beträgt seine Höhe bis zu 15 m. Die Burg wurde um 1165 als "borgar Gardz" erwähnt, als es zu einem kleinen Scharmützel mit dänischen Kriegern vor der Burg kam. Die Burg wurde nicht angegriffen, verfiel aber kurz darauf. Erst um 1300 wurde vom Rügenfürst Wizlaw III. eine neue Burg samt einer Kapelle im Garzer Wall errichtet. Nach seinem Tod 1325 verfiel die Burg endgültig. Auf dem Wall befindet sich heute ein Gefallenendenkmal aus dem 1. Weltkrieg. In unmittelbarer Nähe des Walles befindet sich das Ernst-Moritz Arndt Museum, wo man mehr über die Geschichte des Ortes erfahren kann. Seit den letzten Jahren haben sich freiwillige Bewohner von Garz dazu entschlossen, ihren Burgwall jedes Jahr von Sträuchern und Gestrüpp zu befreien. Was für eine respektvolle Arbeit! Die schönen Bilder in der Galerie stellte mir unter anderem Egon Nehls zur Verfügung! Mehr seiner Bilder vom Burgwall könnt ihr hier sehen! Viele andere Bilder wurden mir freundlicherweise von der Stadt Garz zur Verfügung gestellt. Die Internetseite von Garz könnt ihr hier besuchen!

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Gobbin

Der Burgwall von Gobbin befindet sich auf einer Halbinsel, die in die Having hineinragt. Sie wurde auf einem kleineren Berg angelegt und ist heute bewaldet. Sie dürfte in die Zeit des 10. bis 12. Jahrhunderts einzuordnen sein. Auf dem Bild sieht man im Hintergrund einen bewaldeten Berg. Dort liegt die Burganlage.

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Götemitz (Vermutung)

Am sogenannten Karowsee bei Götemitz lag auf einer Art Halbinsel möglicherweise eine slawische Burganlage. Sie soll zu einer früheren Wüstung namens "Carow" gehört haben. Der Name des Sees leitet sich von der alten Slawensiedlung ab.

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Kap Arkona

   

Am Kap Arkona, ganz im Norden Rügens, befinden sich die Überreste der sogenannten "Jaromarsburg". Es handelt sich dabei um eine Burganlage, die bereits im 9. Jahrhundert angelegt wurde und bis in das Jahr 1168 bestand. Man vermutet, dass die Burg am Kap Arkona nach der Zerstörung der Rethra-Burg am Tollensesee bei Neubrandenburg, die Aufgabe der einstigen Kultstätte übernahm. Die Jaromarsburg war damit eine überregionale Kultburg des 11. und 12. Jahrhunderts. Bei der Eroberung im Sommer 1168 war ein dänischer Geschichtsschreiber vor Ort, der über die Belagerung und über den vor Ort betriebenen Kult folgendes berichtete:

"Die Mitte der Feste nahm eine ebene Fläche ein und in dieser erblickte man das Heiligtum; dieses war zwar nur aus Holz erbaut, aber der Ausführung nach sehr kunstvoll und nicht nur wegen der Pracht des Götzenkultes, sondern auch wegen der Majestät des in ihm aufgestellten Götzenbildes ehrwürdig. Das Äußere des Gebäudes glänzte durch sorgfälltige Darstellungen in erhabener Arbeit; es enthielt mannigfache Gestalten von Gegenständen in roher und ungeschickter Malerei. Wenn man eintreten wollte, stand nur ein einziger Zugang offen. Das eigentliche Heiligtum umschloß eine doppelte Halle; die äußere Halle, durch Wände gebildet, wurde durch einen purpurfarbenen First bedeckt, die innere Halle aber ruhte auf vier Pfosten und hatte anstatt der Wände lang herabhängende glänzende Vorhänge; sie hatte mit der äußeren Halle nichts gemein außer dem Dach und der unbedeutenden Deckentäfelung. In dem Gebäude befand sich das kolossale Götzenbild. An Größe übertraf es jegliche Gestalt eines Menschenleibes; so stand es mit seinen vier Köpfen und ebenso vielen Hälsen zum Anstaunen da, von den Gesichtern schienen zwei nach der Brust und ebenso viele nach dem Rücken gerichtet zu sein, aber von den vorwärts wie rückwärts gerichteten Gesichtern schien immer das eine nach rechts hin und das andere nach links hin zu blicken. Der Götze war mit geschorenem Bart und mit geschnittenem Haar dargestellt; man hätte meinen können, der Künstler habe sorgfältig die rügensche Art in der Pflege des Haupthaares darstellen wollen. In der Rechten trug die Bildsäule ein Horn, das aus verschiedenartigem Metall hergestellt war. Dieses pflegte der mit  den heiligen Bräuchen vertraute Priester jährlich mit Met zu füllen, um aus dem Verhalten der Flüssigkeit die Erträge des nächsten Jahres zu erkennen. Der linke Arm bildete, in die Seite gestemmt, eine Rundung. Die Gewandung fiel bis auf die Schienbeine herab. Die Schienbeine waren aus einer anderen Holzart geschaffen und an die Kniee so kunstvoll angefügt, dass man die Ansatzstelle nur bei genauerer Betrachtung ausfindig machen konnte. Die Füße sah man den Erdboden berühren, doch war ihr Stüptzpunkt auf dem Boden verborgen. In der Nähe sah man den Zaun und den Sattel des Götzen und noch andere Abzeichen seiner Göttlichkeit. Die Verwunderung über diese Dinge vermehrte noch ein Schwert von ansehnlicher Größe; Schneide und Griff waren nicht nur von kunstvoll getriebener Arbeit, sondern zeigten auch äußerlich den schönen Glanz des Silbers. Der feierliche Kult für den Götzen wurde in folgender Ordnung veranstaltet. Einmal im Jahre, nach der Ernte, feierte die buntgemischte Volksmenge von der ganzen Insel vor dem Götzentempel nach Darbringung der Opfertiere ein feierliches Mahl als Gottesverehrung. Der Götzenpriester, der abweichend von dem sonstigen Brauche mit langwachsendem Haar und Bart anzuschauen war, pflegte an dem Tage vor der Feier das Heiligtum, das er allein betreten durfte, unter Benutzung eines Besens aufs sorgfältigste zu reinigen, wobei er darauf achtete, dass er innerhalb des Gebäudes nicht atmete; vielmehr eilte er, so oft er Luft einziehen oder den Atem ausstoßen musste, jedesmal zur Pforte, damit nicht die im Heiligtum offenbar gegenwärtige Gottheit durch die Berührung mit dem menschlichen Hauche verunreinigt würde. Am folgenden Tage entnahm er dann, während die Volksmenge vor dem Eingang lagerte, dem Götzenbild das Trinkhorn und prüfte voller Mißbegierde, ob etwas von dem Maß der hineingegossenen Flüssigkeit verringert wäre; das deutete dann nach seiner Meinung auf Mangel im folgendem Jahre hin, und er ermahnte daher die Leute, die vorhandenen Früchte für die Zukunft aufzusparen; erblickte er keine Verringerung der gewohnten Flüssigkeit, so prophezeite er daraus Zeiten künftiger Fruchtbarkeit der Felder. Dieser Vorbedeutung gemäß ermahnte er bald zu sparsamerem , bald zu ausgibigerem Gebrauch der Vorräte. Dann wurde der alte Met zu Füßen des Götzen als Opferspende ausgegossen und das leere Horn mit neuem Met gefüllt. Hierauf stellte sich der Priester, als ob er dem Götzen zutrinke, bezeigte dem Götzenbild seine Ehrerbietung und erbat mit feierlichen Worten für sich und das Vaterland alles Gute und für seine Landsleute Zunahme an Reichtum und Siegen. War das Gebet zu Ende, so setzte er das Horn an den Mund und leerte es in schnellem, gewaltigem Zuge. Das abermals mit Met gefüllte Horn gab er dem Götzen wieder in die Rechte. Es wurde auch ein aus Weinmet hergestellter Opferkuchen dargebracht; er war von runder Form und von solcher Größe, dasser fast der Gestalt eines Menschen gleichkam. Diesen stellte der Priester zwischen sich und das Volk und pflegte die Leute alsdann zu fragen, ob sie ihn sehen könnten. Bejahten sie seine Frage, so sprach er den Wunsch aus, dass er im nächsten Jahre nicht von ihnen gesehen werden möchte; durch diese Art des Gebetes heischte er nicht seinen eigenen oder des Volkes Tod, sondern zukünftigen Erntesegen. Dann begrüßte er im Namen des Götzen die anwesende Volksmenge in angemessener Weise und ermahnte sie, auch ferner bei der Verehrung dieser Gottheit in emsigem Kultdienste fortzufahren, und stellte als sichere Belohnung des Kultes Sieg zu Wasser und zu Lande in Aussicht. Hierauf verbrachten sie den Rest des Tages mit einem schwelgerischen Gelage, indem sie das Opfermahl in ein Speise- und Trinkgelage umwandelten und die der Gottheit geweihten Opfertiere ihrer eigenen Unmäßigkeit dienstbar machten. Bei diesem Gelage galt es für einen Frevel, nüchtern zu bleiben; das Gegenteil galt als Zeichen von Frömmigkeit. Von jedem einzelnen Manne oder Weibe wurde jährlich zur Verehrung dieses Götzenbildes eine Geldmünze als Geschenk entrichtet. Auch wurde ihm von der heimgebrachten Beute ein Drittel überwiesen, wie wenn sie unter seinem Schutz gewonnen und behauptet wäre. Diese Gottheit hatte ferner dreihundert auserlesene Rosse und ebenso viele Diener, die auf diesen Rossen Kriegsdienste taten. Die ganze Beute dieser Leute, mochte sie durch einen Kriegszug oder durch einen Raubzug erworben sein, wurde der Bewachung des Götzenpriesters unterstellt. Dieser beschaffte aus den verschiedenartigen Beutestücken Abzeichen und mannigfache Schmuckstücke der Tempel und vertraute diese verschlossenen Kisten an, in denen außer einer Unmenge baren Geldes viel vom Alter vermodertes Purpurtuch angehäuft war. Hier erblickte man auch eine ungeheure Menge von staatlichen und privaten Geschenken, zusammengetragen durch die eifrigen Gelübde derer, die Wohltaten von dem Götzen erheischten. Dieses Götzenbild also, das durch die Abgaben des ganzen Slawenlandes verehrt wurde, bedachten auch benachbarte Könige, nicht ohne sich des Religionsfrevels schuldig zu machen, mit Geschenken; unter anderen hat auch der Dänenkönig Sweno den Götzen, um ihn sich geneigt zu machen, mit einem Becher von ausgesuchter Arbeit verehrt, indem er den Eifer für eine fremdländische Religion demjenigen für die einheimische vorzog; diesen Religionsfrevel hat er später durch seinen unglücklichen Tod gebüßt. Diese Gottheit hatte auch noch andere Heiligtümer an mehreren Orten; diese wurden durch Priester von annähernd gleicher Würde, aber geringerer Machtvollkommenheit geleitet. Außerdem besaß der Götze zu seinem eigenen Sonderbrauche ein Roß von weißer Farbe, aus dessen Mähne oder Schwanz Haare zu zupfen für frevelhaft galt. Dem Götzenpriester allein stand das Recht zu, dieses Roß zu füttern und zu besteigen, damit nicht das göttliche Tier durch häufige Benutzung entwertet würde. Nach der Meinung der Rügianer ritt Swantevit - so hieß der Götze - auf diesem Rosse zu Felde gegen die Feinde seines Heiligtums. Als augenscheinlicher Beweis hierfür galt der Umstand, dass das Roß, das zur Nachtzeit im Stalle stand, so sehr häufig frühmorgens mit Schweiß und Schmutz bedeckt erschien, wie wenn es weite Wegstrecken durcheilt hätte. Auch Orakelsprüche wurden durch ebendasselbe Roß in folgender Weise gewonnen. Wenn man einen Kriegszug gegen irgendein Gebiet beschlossen hatte, pflegten die Tempeldiener vor dem Heiligtum eine dreifache Gruppe von Lanzen aufzustellen; in jeder Gruppe waren je zwei Lanzen in schräger Lage miteinander verbunden, indem die Spitzen in die Erde gesteckt waren; die Gruppen waren in gleichem Abstande voneinander entfernt. Zur Zeit des zu unternehmenden Kriegszuges wurde das Roß nach feierlichem Gebet von dem Götzenpriester am Zügel aus dem Stalle zu den Lanzengruppen geführt, und wenn es diese zuerst mit dem rechten Fuß überschritt, so wurde das als günstiges Vorzeichen für die Kriegsführung angesehen; wenn es aber den linken Fuß auch nur einmal vor dem rechten gebraucht hatte, so wurde das Vorhaben, das fremde Gebiet anzugreifen, abgeändert. Und nicht eher wurde eine bestimmte Seefahrt beschlossen, als bis man an den Spuren gesehen hatte, dass das Roß mit dem glückverheißenden Fuß dreimal hintereinander angetreten war. Auch die Unternehmer mannigfacher Geschäfte nahmen gerne Vorbedeutung für ihre Wünsche aus dem Antreten des Pferdes: wenn dies glückverheißend gewesen war, machten sie sich freudig auf den Weg; war es unglücklich ausgefallen, so kehrten sie um und suchten ihr Heim wieder auf. Auch das Losen war ihnen nicht unbekannt. Sie warfen drei Holzstäbchen, die auf der einen Seite weiß und auf der anderen Seite schwarz waren, als Lose in den Schoß und sahen in den weißen Glück und in den dunklen Unglück. Selsbt die Frauen waren nicht unerfahren in dieser Art des Prophezeiens: neben dem Herde sitzend, zeichneten sie, ohne nachzuzählen, beliebig viele Striche in die Herdasche; ergaben diese nachher beim Nachzählen eine gerade Zahl, so galten sie als glückverheißend, andernfalls als unglückbedeutend. Das also war die Tempelburg, von der der Dänenkönig sowohl die Befestigungen, als auch die Religionsbräuche zu vernichten wünschte; denn durch deren Vernichtung meinte er, könnte zugleich der Götzendienst des ganzen Rügenlandes vernichtet werden; solange das Götzenbild stehenblieb, konnten zweifelsohne die Burgen der Rügianer leichter bezwungen werden als ihr Unglaube."

Heute ist von der einstigen Kultburg noch der gewaltige Wall erhalten, sowie eine Burginnenfläche von ca. 200 mal 170 m. Jährlich schrumpft diese Fläche, da Teile des Kreidefelsens immer wieder in die Ostsee abstürzen. Die damalige Burg dürfte fast doppelt so groß gewesen sein wie heute. Wahrscheinlich gab es im 9. Jahrhundert auch mal Zeiten, in der die Burg noch einen zweiten, inneren Wall besaß.

Literatur: Fred Ruchhöft: "Die Burg am Kap Arkona - Götter, Macht und Mythos", von 2010, 96 Seiten

Video vom möglichen Aussehen des Arkonatempels

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Ketelshagen

  

Bei Ketelshagen, nordwestlich von Putbus auf Rügen, liegen die Reste einer wahrscheinlich slawischen Burganlage. Es handelt sich hier um eine Niederungsburg, die an einem heute verlandeten kleineren See angelegt wurde. Zu erkennen sind vor Ort noch die Reste eines halbkreisförmigen Walles. Circa 500 m südlich vom Burgwall liegt das Forsthaus Ketelshagen.

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Kniepow

  

Der Burgwall ist eine slawische Niederungsburg mit einem Abschnittswall von 280 m Länge und 5 bis 12 m Höhe. Er erstreckt sich von Südwest nach Nordost und trennt damit eine dreieckige Halbinsel im Kniepower See ab. Scherbenfunde aus dem 10. bis 12. Jh. weisen auf die slawische Entstehungszeit hin. Noch heute beeindruckt der Wall mit seinen Dimensionen. Eine moderne Treppe führt über den Wall in die Burginnenfläche.

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Lauterbach

Lauterbach wurde 1350 erstmals urkundlich erwähnt und liegt ganz in der Nähe von Putbus. Bereits in der Slawenzeit soll es hier eine Wasserburg gegeben haben. Wo diese allerdings genau lag, konnte ich noch nicht herausfinden. Das Gebiet um das Badehaus Goor kommt aber am ehesten in Frage. Lauterbach bedeutet soviel wie "Ort am kleinen, klaren Bach. Goor ist ebenfalls slawischen Ursprungs und verweist auf die Hügellage.

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Prora

Westlich von Prora auf Rügen befindet sich eine weit in den kleinen Jasmunder Bodden hineinragende Halbinsel, auf der es eine Burganlage gibt. Leider ist die Ursprungszeit dieser Burg noch nicht belegt. Es könnte sich aber um eine slawische Wallanlage handeln. Sie befindet sich auf dem sogenannten Burgberg. Es handelt sich um eine hufeisenförmige Burg, die nur mit einem Wall zur Landseite abgegrenzt war. Die restlichen Seiten waren durch das Steilufer auf natürliche Weise geschützt. Die Burginnenfläche war relativ groß, es muss sich demnach um eine Fluchtburg gehandelt haben, in der größere Menschenmassen Platz fanden.

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Puddemin

 

In Puddemin auf Rügen lag einst eine Wallburg, die heute kaum noch zu erkennen ist, da sie teilweise überbaut wurde. Keramikfunde zeigen, dass dieser Ort auch schon vor der Slawenzeit besiedelt gewesen sein muss. Die Größe dieser Burg betrug einst ca. 100 mal 80 m. Zusätzlich wurde sie durch einen umlaufenden Wassergraben geschützt, der heute noch teilweise erhalten ist. Das Wasser für den Graben wurde aus der nahen Puddeminer Wiek gespeisst. Hier wird es auch einen zur Burg gehörenden Hafen gegeben haben.

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Putbus

An der Stelle des ehemaligen Schlosses in Putbus befand sich in der Slawenzeit bereits eine Burganlage. Sie lag direkt an einem kleineren See, der nötigen Schutz bot. Wer hier zu dieser Zeit lebte ist nicht mehr feststellbar. Es muss sich aber um eine Adelsfamilie der Ranen gehandelt haben, denn nachdem 1325 der letzte slawische Fürst ohne Nachkommen gestorben war, übernahm die jetzt hier lebende Familie die führende Rolle der Adelsgeschlechter auf Rügen. Sie erbauten sich um 1371 dann eine Burg aus Stein an gleicher Stelle. Im Laufe der Jahrhunderte wurde diese Burg dann zum Schloss mehrfach umgebaut. 1964 wurde das Schloss abgerissen, weil man kein Geld mehr für Sanierungen aufbringen wollte und konnte. Ausserdem befand sich hier im zweiten Weltkrieg ein Fliegergeneralstab im Gebäude. Auch dieser Umstand wurde dem Gebäude zu DDR-Zeiten zum Verhängnis. Heute befindet sich hier eine Terasse am See, die an das Schloss erinnern soll.

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Ralow

Auf der Insel Rügen liegt ein Gut, Namens In-Wiek. Nicht sehr weit davon hat vor ca. 800 Jahren die Burg Ralow gelegen. Die Spuren dieses alten Burgwalles lagen im Gutspark von Ralow am Kubitzer Bodden. Der Graben war im 18. Jahrhundert noch zwanzig Ellen breit und hatte eine Tiefe, wie die "höchste Tanne im Lande", so wie der Wall eine Breite von fünf und zwanzig Ellen hat. Diese Burg ist schon zu heidnischen Zeiten eine starke Festung gewesen, und es hat angeblich ein berüchtigter Seeräuber, Namens Rolwiek, seinen Rückzugsort hier gehabt, von dem sie auch den Namen erhalten hat. Der Rolwiek hat dort viele Jahre sein Unwesen getrieben, bis es endlich dem Fürsten Jaromar I., der überall im Lande die Räuber verfolgte und ausrottete, glückte, auch ihn zu fangen und seine Burg zu zerstören, so die Überlieferung.
"Derselbe Räuber Rolwiek hatte zwei Schwestern, von denen die Eine Agathe und die andere Jutta hieß. Die hatten ihren Bruder sehr lieb, und als er gefangen und seine Burg zertrümmert war, da flohen sie in die Nachbarschaft, und erhängten sich beide aus großem Herzeleid. Die eine, nämlich Jutta, ging auf einen Berg, der in der Nähe lag, die andere in ein kleines Gehölz. Davon heißt denn noch die Höhe, die nicht weit von In-Wiek, nach der Pribrowschen Wedde zu, rechts am Wege nach Landau liegt, der Jüttenberg, und das Holz, welches sich einen guten Flintenschuß weiter befindet, das Agathenholz. - Die Zerstörung der Burg soll im Jahre 1182 geschehen sein." Vom Burgwall ist heute nicht mehr als ein stark abgeflachter Wall im Park erhalten. Ob dieser allerdings den Burgwall darstellt, kann ich nicht sagen. Eine Buchquelle sagt, der Wall sei nicht mehr vorhanden.

Ganz in der Nähe liegt ein Wiese am Kubitzer Bodden, die eine auffällige Aufhellung aufweist. Stand hier einst eine alte Siedlung? Das ist aber nur meine persönliche Vermutung. Bilder der Stelle seht ihr in der Galerie.

Burgwall:

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Vermutete Siedlung:

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Ralswiek (Vermutung)

Der Hafenort Ralswiek war zur Slawenzeit ein bedeutender Handelsplatz der Ranen. Eine größere Burganlage liegt 2,5 km nordöstlich des alten Siedlungsplatzes auf einer natürlichen, 25 m hohen Anhöhe direkt am Steilufer zum Großen Jasmunder Bodden. Noch erkennbare Wallreste bilden einen Halbkreis zum Steilufer und umschließen eine Fläche von 1,4 ha. Durch fehlende Fundstücke ist eine zeitliche Einordnung des Burgwalles sehr schwierig. Nach heutiger Einschätzung entstand der Wall als germanische Fluchtburg in der Völkerwanderungszeit des 5. und 6. Jahrhunderts. Den slawischen Ranen war der alte Wall sicher bekannt, als sie im 8./9. Jahrhundert Rügen besiedelten. Ob sie ihn auch als Burganlage nutzten, steht noch ausser Frage. Zwei frühere Suchschnitte erbrachten in der Burg keinerlei slawische Keramiken oder sonstige Funde des slawischen Mittelalters.  Das südliche Haupttor hat eine Auffälligkeit in der Konstruktion, die für den slawischen Burgenbau untypisch ist. Der Wall biegt dort von beiden Seiten ca. 20 m in die Burg ein und bildet dort ein ca. 20 m breites Zangentor. Solche Torkonstruktionen sind bei den Slawen bisher unbekannt und gehören in eine ältere Zeit. Im Westwall liegt ein weiteres Tor, dass allerdings kleiner ist und keine Zangenkonstruktion aufweist. Interessant ist, dass man bei den Grabungen auf spätmesolithische Funde stiess. Demnach war der Höhenrücken am Steilufer bereits im 4. Jahrtausend vor Christus besiedelt.

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Sagard

Vom Burgwall Capelle (Kopelice = “Hügel”) ist heute nichts mehr erhalten, doch wissen wir durch die dänische Knytlinga-Saga, dass es dort in Sagard ebenfalls einen Tempel gegeben hatte. In ihm wurde der Friedensbeschützer "Pizamar" verehrt. Wie dieser ausgesehen hatte, ist leider nicht überliefert worden. Noch heute erinnert die Capellerstraße im Ort an die einstige slawische Burg.

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Sassnitz

1. "Burgwall "Hengst"

Circa 1,5 km nordöstlich von der Ortsmitte Sassnitz befindet sich am Rand des Kreidefelsens eine sehr alte Wallanlage. Der Burgwall wird auch "der Hengst" genannt. Mit einem in Nord-Süd-Richtung verlaufenden, etwa 200 Meter langen Erdwall, ist die Burg relativ groß. Funde beweisen bereits eine Besiedlung in der Bronzezeit. Damit gehört diese Wallanlage zu den ältesten auf Rügen. Eine Wiederbesiedlung erfuhr die Anlage in der Slawenzeit. Man kann davon ausgehen, dass hier ein Rückzugsort für die Bevölkerung in Notzeiten bestand. Wann genau und unter welchen Umständen der endgültige Untergang der Burg bewirkt wurde, ist nicht bekannt.

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2. "Burgwall Stubnitz bei Werder"

  

Eine zweite slawische Anlage befindet sich ebenfalls nördlich von Sassnitz an der Straße nach Buddenhagen. Sie liegt auf dem sogenannten Schlossberg. Sie ist heute teilweise abgetragen worden, dennoch ist sie eindeutig erkennbar. Auch hier sind die genauen Gründe für den Untergang nicht bekannt.

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Schaprode

 

An der Stelle der heutigen Kirche befand sich einst eine Slawenburg, die heute leider nicht mehr erkennbar ist. Hier landeten 1168 die Dänen an, um Rügen endgültig zu christianisieren. Wahrscheinlich wurde der Burgwall abgetragen oder planiert.

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Sellin

  

Gute drei Kilometer nordwestlich von Sellin auf Rügen befinden sich die gut erhaltenen Reste eine slawischen Wallanlage. Der Wall soll noch bis zu 3 m hoch sein. Die Gesamtmaßen der hufeisenförmigen Burg betragen 200 mal 150 m. Die einstigen Bewohner gehörten zum Stamm der Ranen. Die Burg lag direkt am Steilufer zur Ostsee, ähnlich wie die Burg am Kap Arkona.

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Stubbenkammer

   

Die Herthaburg nahe der Stubbenkammer im Nationalpark Jasmund auf der Insel Rügen ist eine gewaltige Wallburg aus der Zeit der slawischen Besiedlung Rügens vom 8. bis zum 12. Jahrhundert. Die Anlage wurde auf einem vorhandenen Höhenrücken am nordöstlichen Ufer des Herthasees in der Stubnitz errichtet. Die von dem Wall und dem Ufer des Sees eingeschlossene Fläche ist ca. 120 x 60 m groß und die Breite der gesamten Wallanlage beträgt über 180 m. Von außen ist der Wall im nordöstlichen Bereich maximal 17 m hoch, von innen aber "nur" 8 m. Die Oberkante des Walls liegt 136 m ü. NN. Die offene Südseite der Anlage grenzt an den Herthasee, über den wahrscheinlich zu damaliger Zeit auch der Zugang zur Burg über eine hölzerne Brücke erfolgte; der heutige Zugang zum Burginneren ist erst später entstanden. Nach Nordosten schließt sich der Wall einer früheren Vorburg an, den man vom Weg zum Königsstuhl aus deutlich erkennt.
Bei Ausgrabungen konnte festgestellt werden, dass in der Kulturschicht aus der Slawenzeit zumindest stellenweise ein Steinpflaster vorhanden ist und durch die archäologische Auswertung von Keramikscherben, die in dieser Schicht gefunden wurden, konnte die Nutzung der Burg zumindest auf das 10. bis 11. Jahrhundert datiert werden. Der Name der Anlage leitet sich von der sogenannten Herthasage ab. Überliefert ist, dass in dem nahen See angeblich Menschen von den Slawen geopfert und versenkt wurden. Hier soll heute noch die Göttin Hertha ihr Unwesen treiben. Vermutlich entstand diese Sage erst im 17. Jahrhundert und hat rein gar nichts mit der Burganlage zu tun!

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Venz

Bisher galt als sicher, dass der Burgwall bei Garz der berühmte Ort der in den Schriften des Saxo Grammaticus und Helmold von Bosau beschriebenen Burg Charenza war. Nach einer neuen Hypothese ist Charenza mit dem Burgwall bei Venz in der Gemeinde Trent auf Rügen gleichzusetzen. Begründet wird diese mit der unterschiedlichen Bedeutung der Namen Garz („kleine Burg“) und Charenza. Der Name Charenza könnte sich auch auf eine Person beziehen oder übersetzt "Wurzel" bedeuten. Weiterhin passt die Nähe zur Burg am Kap Arkona besser zu den Zeitangaben des Saxo Grammaticus. Noch im 14. Jahrhundert wurde im Kirchspiel Gingst ein Ort namens Gharense erwähnt. Dieser ist heute nicht mehr vorhanden, hat aber in der Nähe des Burgwalls von Venz gelegen. In Charenza wurde 1234 eine bis heute erhaltene Stadtrechtsurkunde von Stralsund ausgestellt. Zu vermuten ist also, dass die Rügenfürsten teilweise in Venz lebten, später aber ihren Hauptsitz auf den Rugard bei Bergen verlegten. Wie man oben auf dem rechten Bild sehen kann, besitzt der Burgwall Venz zwei Vertiefungen im Wall. Eine geht bis auf dem Boden und dürfte das ehemalige Zugangstor anzeigen. Dabei muss es sich um ein relativ großes Tor gehandelt haben, wahrscheinlich war es mindestens gute 8 m breit. So ein großes Tor zeigt an, dass es wohl auch das einzige Zugangstor  zur Burg war. Es war deswegen so groß, damit auch viele Menschenmassen innerhalb kurzer Zeit in die Burg gelangen konnten, beispielsweise im Notfall, bei Belagerungen usw. Die zweite Vertiefung im Wall geht nicht bis auf den Boden und zeigt wohl nur einen aufgesetzten Wallturm an. Solche Walltürme ohne Ein- und Ausgangsfunktion gibt es bei Slawenburgen häufiger. Es handelte sich wohl um Aussichts- und Verteidigungstürme. Weiterhin ist die enorme Wallhöhe auffallend. Es ist also durchaus möglich, dass die Slawen hier an der Wallinnenfront dreistöckige Häuser errichteten. Die sichtbaren Gegebenheiten lassen diese Vermutung zu.  Auch die Überlieferung, dass die Burg ringsum von Mooren und Lachen umgeben war, kann man heute noch erkennen. Es gibt hier einige alte Entwässerungsgräben und kleinere Bachläufe, die dies anzeigen. Weiterhin fand man in der Anlage nicht nur slawische Keramikscherben, sondern auch frühdeutsche. Das spricht ja dafür, dass die Burg auch nach ihrem "slawischen" Untergang weiterhin genutzt wurde. Auch die Größe der Burganlage  von fast 250 m zeigt, dass diese Anlage sehr bedeutend war. Und bedeutende Burgen auf Rügen waren nur die vom Kap Arkona, die nach ihrer Eroberung aufgegeben wurde, der Burgwall von Bergen auf dem Rugard, der hier aber nicht in Frage kommt, und eben Charenza. Es spricht also auch bei genauer Analyse des Walles und der Umgebung einiges dafür, dass der Wall von Venz die überlieferte Burg Charenza war.

Literatur: Fred Ruchhöft: "Die Burg am Kap Arkona - Götter, Macht und Mythos", von 2010, 96 Seiten

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Vilmnitz

In Vilmnitz auf Rügen gab es mit einiger Wahrscheinlichkeit in der Slawenzeit eine Burgwallanlage. Stoislaw, der Bruder vom Rügenfürst Jaromar I. soll der Eigentümer gegen Ende des 12. Jahrhunderts gewesen sein. Von einer typischen Wallanlage ist im Ort nichts mehr zu erkennen, allerdings gibt es den alten Flurnamen "Burgwall" südwestlich der Dorfkirche. Hier wird die Burg vermutet. Ausserdem befindet sich hier ein kleines Gewässer, das den Standort einer Burg als Schutzfunktion begünstigte.

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Wiek

Der Ort Wiek wurde erstmals 1165 als "Vikr" schriftlich erwähnt. Dabei war auch die Rede von einem slawischen Burgwall. 1314 und 1318 wurde der Ort wieder schriftlich erwähnt. Demnach bestand  hier früher eine Honigaue, also das Züchten von Bienen für die Honigverarbeitung, in Wiek. Nach 1168 wurde auch das Gebiet von Wiek christianisiert. Es siedelten sich dann im Laufe der Zeit immer mehr Deutsche in dem Ort an und die slawische Bevölkerung wurde assimiliert. 1875 errichtete man einen Friedhof auf dem slawischen Burgwall im Ort. Die Burgwallanlage stammt aus dem 11. und 12. Jahrhundert und wird vor Ort "Borgwall" genannt.

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Zudar

Unmittelbar hinter dem Kirchhof liegt auf einer Halbinsel ein gut erhaltener Burgwall aus der slawischen Zeit. Auch hier soll einst der legendäre Seeräuber Klaus Störtebeker Zuflucht gefunden haben. Diese Aussage kann man aber mit großer Wahrscheinlichkeit ins Reich der Sagen verbannen, da der Burgwall zu Störtebekers Zeiten längst verfallen war. Es handelt sich um eine alte Wehranlage der Ranen, die hier auf natürliche Weise geschützt war. Der Innenbereich der Burg ist dicht mit Büschen bewachsen und daher nicht betretbar. Funde datieren die Anlage in die jungslawische Zeit des 11. und 12. Jahrhunderts.

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