Slawische Burganlagen in Mecklenburg-Vorpommern N-Z (126)


Neu Brenz, Neu Canow, Neu Dobbin, Neubukow, Neuburg, Neuburg bei Parchim, Neuhof bei Stralsund, Neuhof bei Neukloster, Neukalen, Neu-Kentzlin, Neu Nieköhr-Walkendorf, Nieden, Niederhof, Pantlitz, Parchim, Pasewalk, Penkun, Pensin, Penzlin, Penzlin-Grapenwerder, Plau am See, Pleetz, Plöwen, Pölchow, Prerow, Pripsleben, Quadenschönfeld, Quetzin, Raden, Raguth, Reddershof, Reez, Remplin, Rensow, Reppin, Rerik, Retzin, Röbel, Rosenow-Sternberg, Rossow, Rothemühl, Rothenklempenow, Rothenmoor, Roxin, Rubenow, Rüterberg, Rützenfelde, Saal, Sandhof, Schlemmin, Schloen, Schönfeld, Schossow, Schulenberg, Schwaberow, Schwennenz, Schwerinsburg, Semlow, Siemersdorf, Spantekow, Stavenhagen, Sternberger Burg, Stolzenburg, Stuer, Sukow, Tangrim, Tessin, Teterow, Tribsees, Turow, Tutow, Tüzen, Ueckermünde, Upost, Utzedel, Vellahn, Verchen, Vietlübbe, Vipperow, Wangelin, Wardow, Waren, Warin, Waschow, Weberin, Wedendorf, Welzin, Wendelstorf, Wendhof, Wendorf, Werder-Penzlin, Werle, Wildberg, Willershusen, Wittenborn, Wittenburg, Wittenförden, Wolde, Woldegk, Woldzegarten, Wolgast, Wolkow, Wooster Teerofen, Wöpkendorf, Woserin, Wöten, Wrangelsburg, Wredenhagen, Wulfsahl, Wustrow-Darß, Zierstorf, Zimkendorf, Zirtow, Zislow


Neu Brenz

Bei Neu Brenz befindet sich in der Lewitzlandschaft eine mit Bäumen bestandene Wallanlage. Man ist sich heute noch nicht sicher, wann diese Burg entstand. Man geht allerdings von einer frühdeutschen Burganlage aus. Im Vorfeld der Anlage stiess man allerdings auf slawische Scherben. Genauere Untersuchungen müssen hier erst stattfinden, um eine endgültige Antwort zu bekommen.

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Neu Canow

An der Mündung der Dollbek in den Gobenower See bestand eine flache Halbinsel, auf der sich eine frühslawische Burganlage befand. Ein heute mit Bäumen bestandener Abschnittswall, der einst die Halbinsel abriegelte, ist heute noch vorhanden. Ganz in der Nähe ist das Vorhandensein von frühslawischen Dorfspuren bereits nachgewiesen worden. Auf der anderen Seite der Dollbek befindet sich auf dem Kellerberg ein frühdeutscher Turmhügel, genannt "Dollbekschanze". Die Gründe, warum erst die Slawen und anschließend die Deutschen gerade hier Burgen anlegten, sind nicht bekannt. Möglich wäre, dass die Dollbek damals eine Art Grenzgewässer darstellte.

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Neu Dobbin

Westlich von Neu Dobbin im Landkreis Rostock liegen die Reste einer slawischen Burganlage. Sie ist noch teilweise erhalten geblieben. Sie liegt unmittelbar am Rand des Krakower Sees. Vom 14. bis 18. Jahrhundert befand sich hier ebenfalls eine deutsche Burganlage, die jedoch nicht erhalten ist. Diese Burg nannte man "Oll Slott". Beide Burgen waren Niederungsburgen.

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Neubukow

 

Die ehemalige, wahrscheinlich slawische Wallanlage befindet sich heute inmitten der Stadt hinter alten Industriegebäuden aus DDR-Zeiten. Sie ähnelt mit ihren kleinen Wegen und dem verwuchertem Wall einer kleinen Parkanlage, die sich auf einer Halbinsel zwischen einem See und einem Fluss befindet. Vorhanden von der einstigen Wallanlage sind heute noch 75 % des Walls und der Graben in Form eines Sees und eines kleinen Flusses, der den See speist und in einer geschmeidigen Kurve die Wallanlage umrundet. Sehr interessant ist die Wanderung auf dem Wall. Noch deutlich hebt sich die enorme Höhe von über 10 m vom Niveau des Flusses ab und stellt eine gigantische Hürde dar. Durch den guten Erhalt der äußeren Wehranlage lassen sich noch die Dimensionen erkennen, die die Burg einst aufwies. Neubukow war von den Innenmaßen relativ groß und bot Gebäuden und Menschen reichlich Platz. Man kann noch deutlich die Reste der alten Anlage erkennen. Schnell hat man sie durchwandert und sie sich zu Gemüte gezogen. Wann genau sie allerdings entstand können nur archäologische Untersuchungen ergeben.

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Neuburg

Der slawische Burgwall von Neuburg  besteht aus drei vorgelagerten Wällen und einem etwa 30 m höher gelegenden Plateau, auf dem die einstige Hauptburg lag. Nach alten Überlieferungen soll hier der letzte freie Obodritenfürst Pribislaw im Jahre 1169 eine "Neue Burg" errichtet haben, in der er residierte. Die Burg verlor aber in den folgenden Jahrzehnten immer mehr an Bedeutung, da die mecklenburgischen Herrscher ihren Hauptsitz 1256 nach Wismar verlegten. Die Burg verfiel dann im Verlauf des 13. Jahrhunderts.

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Neuburg bei Parchim (Löddigsee)

Lage des Burgwalls nach Begradigung der Elde im 19. Jahrhundert, nach Ronny Krüger 2016

Gut einen Kilometer nördlich von Neuburg bei Parchim befand sich eine interessante spätslawische Siedlungsstelle, die heute als Handelsplatz von Parchim-Löddigsee bekannt ist. Durch Meliorationsarbeiten im Jahr 1975 wurde dieser Platz gefunden. Ab 1981 fanden mehrjährige Ausgrabungskampagnen statt, in denen das ganze Gelände untersucht wurde. In slawischen Zeiten lag die Siedlung auf einer Art Insel in einer alten Eldeschleife am Südrand des Löddigsees. Durch das Begradigen der Elde vor 1778 trockneten die Eldeschleife und der Löddigsee bis heute völlig aus. Bei den Untersuchungen stieß man auch auf die Reste eines ovalen, ca. 1,8 ha großen Burgwalls. Man stellte fest, dass seine Holzkastenkonstruktion nicht wie sonst üblich mit Steinen und Erde aufgefüllt war. Zu ihm führte eine ca. 140 m lange Brücke über die Elde von Nordwesten heran. Im Burginnenraum existierte ein hölzerner Tempel , der dem von Groß Raden sehr nahe kommt. Um den Wall bestand eine weite Vorburgsiedlung, die von einem ca. 650 m langen bögenförmigen Graben umgeben war. Durch einige wertvolle Funde, die nicht aus der Gegend stammen, wurde der Platz schnell als befestigter Marktort an der Elde interpretiert. Angelegt wurde er um 1050 brannte allerdings schon um 1060 ab. Er wurde sofort wieder aufgebaut und bestand so bis zum Ende der Slawenzeit in der Mitte des 12. Jahrhunderts. Man prägte hier auch Münzen, die teilweise Fälschungen waren. In der frühdeutschen Zeit wurde der Platz weiter besiedelt, allerdings nur als Fischersiedlung ohne Burg. Im Jahre 1369 wurde diese nun deutsche Siedlung als "Scarzin" erstmals urkundlich erwähnt. Wenig später wurde der Ort aufgegeben. Interessant ist, dass bei den Ausgrabungen auch die Reste einer neolithischen Siedlung aus der jüngeren Steinzeit gefunden wurden.

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Neuhof bei Stralsund

Nordwestlich von Neuhof bei Stralsund befinden sich auf einer Halbinsel am Strelasund die Überreste einer slawischen Burganlage. Sie ist zwar noch erkennbar, aber kaum erhalten geblieben.

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Neuhof bei Neukloster

Nordöstlich vom Dorf Neuhof im Landkreis Nordwestmecklenburg liegt in den Wiesen der im Volksmund genannte "Schlossberg". Heute vermutet man, dass sich hier einst eine slawische Burg befunden haben könnte. Viele andere slawische Wallburgen tragen heute ebenfalls diese Flurbezeichnung.

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Neukalen

Kalen wird erstmals in einer Urkunde von 1174 erwähnt. Die Bezeichnung Kalen ist slawischen Ursprungs und bedeutet "Sumpf", "Morast". Nordöstlich der Stadt liegen am Rand eines Waldstückes die Überreste einer Slawenburg. Sie lag damals in sumpfigen Gebieten nahe des Kummerower Sees. Vielleicht kommt der Name Kalen auch von der Burganlage. Näheres ist hier leider nicht bekannt.

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Neu-Kentzlin

  

Ein gewaltiger Burgwall aus der Slawenzeit liegt etwa 250 m westlich von Neu-Kentzlin am stark verlandeten Kentzliner See. Der baumbestandene Rundwall hatte nur ein Zugangstor im Süden und ist bis heute sehr gut erhalten geblieben. Die Wallhöhe zum umliegenden Wiesengelände beträgt bis zu 8 m! Der Burgwall lag früher auf einer Landzunge am Kentzliner See und hat heute eine Ausdehnung von etwa 100 m x 90 m. Er stellte eine lokale Fürstenburg der Tollenser dar. Die Burg hatte ihren Höhepunkt im 11. Jahrhundert, geht vermutlich aber bis in die mittelslawische Zeit zurück. In unmittelbarer Nähe muss sich eine Vorburgsiedlung befunden haben, die bis heute aber nicht nachgewiesen ist. Dort lebten Handwerker, die mit ihren Produkten die adligen Burgbewohner versorgten. Heute finden in dem Wall regelmäßige Volksfeste der Dorfbevölkerung statt. Nach meiner Meinung eine der schönsten Slawenburgen in der Gegend. Ein Besuch ist wie immer bei slawischen Wällen in den kälteren Jahreszeiten zu empfehlen.

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Neu Nieköhr-Walkendorf

In einer Niederung zwischen Neu Nieköhr und Walkendorf liegen heute die teilweise abgetragenen Überreste einer gewaltigen Slawenburg auf einer ehemaligen flachen Talsandinsel. Ausgrabungen von 1963/64 erbrachten, dass ganz am Anfang der slawischen Besiedlung des Platzes eine offene Siedlung vor Ort bestand. Im Verlauf des 8. Jahrhunderts wurde sie mit einem Wall befestigt und war etwa 5 bis 6 ha groß. Überreste dieser ersten "feldbergzeitlichen Burg" sind heute nur noch schwach erhalten geblieben und etwas mehr als einen Meter hoch. Dieser Burgwall war an der Basis etwa 8,5 m breit und muss eine gewisse Höhe erreicht haben. Im Verlauf des 9. Jahrhunderts wurde ein weiterer, etwa 100 m großer Rundwall, in den älteren integriert. Ob bei diesem Neubau Erde der älteren Burg verwendet wurde ist anzunehmen. Zumindest liesse sich damit erklären, warum die Wälle der ersten älteren Burg fast abgetragen sind. Man kann auch vermuten, dass die Fläche der älteren Burg weiterhin als Vorburgsiedlung genutzt wurde. Bis zum Ende des 10. Jahrhunderts wurde der neue Burgwall gleich sieben Mal erneuert und verstärkt. Am Ende hatte der Wall sicher eine Höhe von 10 Meter erreicht. Im 11. und 12. Jahrhundert war der Burgwall ebenfalls dicht besiedelt, aber es fanden sich keinerlei Erneuerungen oder Ausbauten im Wallsystem. Anscheinend hatte die Burg nicht mehr die strategische Bedeutung, wie noch im 9. und 10. Jahrhundert. Heute sind vor Ort noch die gewaltigen Wallreste der jüngeren Burg zu erkennen. Leider wurde dieser Wall etwa zur Hälfte abgetragen. Vermutlich nutzte man die Erde zur Wiesenverbesserung/Entwässerung der näheren Umgebung. Heute trägt die Burganlage auch den Flurnamen "Moltkeburg". Möglicherweise wurde die jüngere Slawenburg noch in der frühdeutschen Zeit als Rittersitz genutzt, dessen Name sich auf die Burg übertrug. Da sich die Überreste der ersten Burg des 8. Jahrhunderts auf der Gemarkung von Walkendorf und die Überreste der jüngeren Burg des 9. bis 12. Jahrhunderts auf der Gemarkung von Neu Nieköhr befinden, spricht die Wissenschaft heute auch von den Burgen von Neu Nieköhr/Walkendorf.

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Nieden

Ein frühslawischer Burgwall des 8. bis 10. Jahrhunderts befindet sich nordöstlich von Nieden.  Er wurde verschiedentlich mit der für 1121/22 urkundlich erwähnten Burg und Kastelanei Nadam in Zusammenhang gebracht, doch dürfte diese anderenorts zu suchen sein. Der Wall ist heute größtenteils abgetragen durch die Landwirtschaft. Wenige Reste sind vor Ort aber zu erkennen.

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Niederhof

Bei Brandshagen liegt der kleine Ort Niederhof. Hier lag in der Slawenzeit ein kleiner runder Burgwall. Heute ist er gut erhalten und liegt im Parkgebiet dicht am Strelasund.

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Pantlitz

Östlich der Recknitz lebten gegen Ende der Slawenzeit die Ranen, westlich die Kessiner. Pantlitz war also ein Grenzgebiet. Der Burgwall Pantlitz, eine der besterhaltenen Slawenfestungen überhaupt, westlich der Kirche gelegen, erinnert heute an diese Zeit.

Am 16. Oktober 955 kam es zur Schlacht an der Raxa (Recknitz).
Otto I. hat 955 in der Schlacht auf dem Lechfeld gegen die Magyaren einen bedeutenden Sieg errungen. Gleichzeitig wurde aber seine Herrschaft durch einen Aufstand der Obodriten und Wilzen akut bedroht. Otto begann mit Unterstützung der Ranen, des Herzogs Boleslav von Böhmen sowie seines Sohnes Liudolf einen Feldzug zur Lösung dieses Problems. Ein Kompromißangebot der Aufständischen lehnte er ab. Schließlich kam es an der Recknitz zur Entscheidungsschlacht. Diese Schlacht, bekannt als "Schlacht an der Raxa", ist vom Geschichtsschreiber Widukind von Corvey ausführlich beschrieben worden. Sie endete mit dem Sieg Ottos. "Das Morden währte bis tief in die Nacht. Am nächsten Morgen wurde das Haupt des Stoignew (Obodritenfürst und Führer der aufständischen Slawen) auf freiem Feld aufgestellt; ringsum wurden 700 Gefangene enthauptet. Dem Ratgeber Stoignews wurden die Augen ausgestochen, die Zunge ausgerissen und dann ließ man ihn hilflos zwischen den Leichen liegen."
Aufgrund der örtlichen Gegebenheiten in der Widukindschen Schilderung (Mäander der Recknitz, die in den vergangenen Jahrhunderten weitgehend begradigt worden ist) könnte diese Schlacht beim heutigen Pantlitz stattgefunden haben.

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Parchim

Vermutete Lagesituation zur Slawenzeit, nach R. Krüger 2016

Der Burgwallrest befindet sich am Rande des Stadtkerns von Parchim. Die Anfahrt erfolgt von Schwerin über die B 321 über den Ort Crivitz zur Stadt Parchim und dem dortigen Denkmal gegenüber vom großen Parkplatz in der Straße "Burgdamm".
Am Rande einer ehemals sumpfigen Niederung wurde in slawischer Zeit ein Burgwall errichtet, der bis zum Ende des Mittelalters ausgebaut und genutzt wurde. Vom runden Burgwall ist nur noch etwa ein Drittel erhalten. Die ehemalige Ausdehnung der Slawenburg läßt sich heute aus dem Straßenverlauf erschließen.

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Pasewalk

Bereits im 7. Jahrhundert besiedelten slawische Einwanderer das heutige Gebiet der Stadt Pasewalk. Sie gehörten den Ukranen an, die wiederum dem Großstamm der Wilzen angehörten. Spätestens im 11. Jahrhundert bestand hier eine Burganlage. In den Urkunden des Mittelalters lautet die Schreibweise des Burgortes: "Pozdewolk" (1177, 1178, 1216), "Posduwolc" (1195), "Pozwolc (1241), "Poswalc" (1260, 1322) und "Poswalk" (1260, 1276, 1355). Der Name der Stadt setzt sich zusammen aus den Silben "Poz" (slaw. für Ringwall im Sinne einer Landschaftsbezeichnung) und "wolc" (Wolf) und steht demnach für "Stadt des Wolfes". Von der Burganlage ist heute nichts mehr erhalten, da sie im Laufe der Zeit überbaut wurde.

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2.

Ein weiterer slawischer Burgwall befindet sich heute in den Ueckerwiesen, etwa 3,5 Kilometer nordöstlich vom Pasewalker Stadtkern. Wie man auf Luftbildern noch erkennen kann, lag diese Burg damals direkt am Fluss. Heute ist die Uecker begradigt worden und verläuft 800 m weiter westlich. Vor Ort erkennt man nur mit Mühe eine ovale Erhebung mit einem Wall.

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Penkun

Eine mögliche Burg samt Vorburgsiedlung liegt heute auf zwei Inseln im Schlosssee, ca. 500 m südwestlich von Penkun im Landkreis Vorpommern-Greifswald. Zu erreichen ist sie über die Straße vom Ort Penkun in Richtung Sommersdorf, nach ca. 1,5 Kilometern links der Landstraße. In der schwedischen Matrikelkarte von 1692 ist die westliche Insel als "Bork Wall" eingetragen, demnach müssen zu dieser Zeit noch Burgreste vorhanden gewesen sein. Wallreste gibt es heute aber keine mehr auf dem Eiland. Die "Burgstelle" ist nur im Winter bei Eis oder im Sommer mit einem Ruderboot direkt erreichbar. Auf der vorgelagerten Insel zum Land hin befand sich eine zeitgleiche Siedlung. Damit gleicht der Siedlungsaufbau stark dem von Groß Raden bei Sternberg! Die "Burgsiedlung" wurde im 8. Jahrhundert in natürlicher Schutzlage auf einer Insel angelegt und war vermutlich zusätzlich mit einer hölzernen Befestigung und Brücke versehen. Ein guter Blick auf die im See liegende Anlage bietet sich von den Höhen rund um den See, vor allem von Norden. Aufgegeben wurde die ca. 80 m x 50 m große Inselburg/Inselsiedlung im 12. oder spätestens im 13. Jahrhundert. Es fanden sich auch frühdeutsche Scherben vor Ort.

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Pensin

 

In einer weiten Flussschleife der Peene unweit vom Dorf Pensin befindet sich der sogenannte "Räuberberg". Es handelt sich dabei um die Reste einer mit Bäumen bestandenen altslawischen Burganlage aus dem 8. und 9. Jahrhundert. Heute ist diese Anlage nur mittels Boot zu erreichen, da sie vollständig von der breiten Peene umflossen wird. Zusätzlich erschwert ein breiter Schilfgürtel ein Herankommen! Es muss sich hier um eine sehr gut geschützte Niederungsburg gehandelt haben.

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Penzlin

  

Auf einem natürlichen Burgplateau in Penzlin kann man heute noch die wenigen Reste eines sehr alten Wallsystems erkennen. Allerdings ist nicht bekannt, aus welcher Zeit dieser stammt. Heute befindet sich auf dem Plateau eine Schule samt Sporthalle, die 2007/2008 vollständig saniert wurden. Bei diesen Arbeiten waren auch umfangreiche Erdarbeiten notwendig, die von Archäologen begleitet wurden. Man erhoffte sich daraus die Entstehungszeit einer möglichen mittelalterlichen Besiedlung herauszufinden. Man vermutete hier eine slawische Ringwallanlage. Allerdings blieb diese Suche erfolglos. Dennoch gibt es Wallreste, die auf eine Holz-Erde-Kastenkonstruktion hindeuten. Und so eine Bauweise bevorzugten unter anderem die Slawen. Bei meinen ersten Besuchen vor Ort entdeckte ich an den steilen Hängen des Berges einige slawische Keramikscherben. Sie lagen einfach so herum. Daher kann man mit Sicherheit sagen, dass Slawen auf diesem Gelände anwesend waren. So ein Ort war hervorragend für eine Burg geeignet. Der Berg hat an einigen Stellen eine Höhe von mehr als 12 m gegenüber dem Umland. Die Wallreste befinden sich auch nur an der niedrigsten Stelle des Berges. Hier war auch der Zugang zur Anlage. An den übrigen Seiten reichten Palisaden zum Schutz aus. Zur Zeit der späteren mittelalterlichen Burg Penzlin, die nur wenige Meter von dem ca. 90 m großen Burgplateau entfernt liegt, standen wohl auch noch Häuser auf der einstigen slawischen Burg. Die Slawenburg dürfte der älteren Slawenzeit zuzuordnen sein, da nur in jener Epoche Höhenburgen errichtet wurden. Unweit der Wehranlage gibt es drei weitere Burgwälle (Grapenwerder, Fischerwall bei Lapitz, Werder Englischer Garten). Dies ist ein Hinweis, dass diese Umgebung ein wichtiges Gebiet in der Slawenzeit war. Ich vermute die Gründe mit der Nähe zur Rethra, der Hauptburg der Lutizen, die ganz in der Nähe gelegen hat.

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Penzlin-Grapenwerder

    

Der eingliedrige Burgwall Grapenwerder liegt auf einer markanten Anhöhe in den umgebenen Niederungsgebieten. Man kann ihn also fast als Höhenburg bezeichnen. Die bis zu 160 m große kreisrunde Burg besitzt allerdings keine sichtbaren Wälle mehr, dafür aber ein Zugangstor. Die Burginnenfläche wird seit längerer Zeit landwirtschaftlich genutzt. Funde von Grapen verliehen der Burg den heutigen Namen. Auch Münzen sollen hier schon gefunden worden sein. Nur einige hundert Meter weiter nordöstlich befindet sich eine weitere slawische Burg, der sogenannte "Fischerwall" bei Lapitz. Er ist allerdings viel kleiner, dafür aber zweigliedrig. Ob beide Burgen zeitgleich bestanden oder nicht, lässt sich nicht eindeutig sagen. Wahrscheinlich ist der "Fischerwall" die Nachfolgeburg vom Grapenwerder.

Sage vom Grapenwerder:

Bei Penzlin, auf dem so genannten »Grapenwerder«, soll einmal eine alte Wendenburg gestanden haben, deren Herren den Königen von Rethra dienstpflichtig waren. Der letzte Ritter, welcher auf dieser Burg hauste, hieß Wernicke. Die "Rethrarier " waren von den Sachsen mit gewaffneter Hand zum Christentum bekehrt worden. Aber sobald diese den Rücken wendeten, waren sie immer wieder zur Verehrung ihres alten Gottes Radegast zurückgekehrt, dessen Bildsäule von gediegenem Golde sich in Rethra befand. Einmal wurde diesem Gotte zu Ehren ein großes Fest gefeiert, zu welchem sich auch der Ritter Wernicke mit seinen Vasallen eingefunden hatte, als plötzlich Nachricht kam, dass die Sachsen heranrückten. Es verbreitete sich große Bestürzung. Ritter Wernicke eilte nach seiner Burg, wohin auch das Radegast-Bild geflüchtet werden sollte, um es vor den Christen zu retten. Doch waren die Sachsen zu schnell. Ritter Wernicke fiel im Kampfe, zündete aber vorher noch seine Burg an. Die Radegast-Bildsäule soll von den Priestern in eine sumpfige Wiese bei Penzlin, die »Trennelkoppel«, versenkt worden sein und sich noch darin befinden. Es wird von Schatzgräbern erzählt, die danach suchten, aber noch ist es keinem gelungen, diesen Schatz zu heben. Münzen, Streitäxte und Totenurnen sind auf dem Grapenwerder ausgegraben worden, und der Platz ist noch frei und von einer Hecke umgeben, wo die alte Burg gestanden hat, während das Land umher urbar gemacht ist.

Siehe auch:

Downloads: Eigene Publikationen

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Plau am See

1. Burgwall Plau

  

Der Burgwall befindet sich am östlichen Ortsrand von Plau am See im Landkreis Ludwigslust-Parchim. Von Goldberg über die B192 bis zum Abzweig Plau am See kommend, biegt man rechts über die B 103 ab bis zum Ort und dem im östlichen Stadtbereich liegenden Bodendenkmal.
Der Burgwall wurde bereits 1836 durch G. C. F. Lisch entdeckt. Die imposante Anlage ist von einem mächtigen Graben umgeben, der Wall ist dicht mit Bäumen bestanden. Funde slawischer Keramik bezeugen das hohe Alter des bis heute genutzten Burgwalls. Im Inneren der Anlage befindet sich ein mittelalterlicher Burgturm sowie ein Backsteinhaus, in dem sich heute die Stadtbibliothek befindet.

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2. "Burgwall Gaarz am Burgsee"

Ein mittelslawischer Burgwall befindet sich auf einer schmalen bewaldeten Landzunge zwischen kleinen Seen und Mooren. Der ovale bis kreisrunde Burgwall von 60 m Durchmesser ist gut erhalten und stammt aus dem 9./10. Jahrhundert. Die Burg wird heute auch als "Schwartepapeburg" bezeichnet. Zwischen Gaarzer See und Burgsee lag die Vorburgsiedlung, die auch als "Holzhofstelle" oder "Kornhofstelle" bekannt ist. Das Dorf bestand auch nach dem Untergang der Burg weiter und wurde erst im 15. Jahrhundert verlassen. Nachdem der Burgwall aufgegeben wurde entstand am Westufer des Plauer Seesdie Inselburg bei Quetzin. Sie war vom Ende des 10. Jahrhundert bis etwa um das Jahr 1200 die Gauburg des gleichnamigen Landstrichs.

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3. "Appelburg" im Stadtwald

Die sogenannte Appelburg war ehemals ebenfalls eine slawische Burganlage. Sie ist heute noch gut erhalten. Wie sie zu ihrem Namen kam, ist heute nicht mehr zu erklären.

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4. "Wendenburg"

Im Ortsteil Appelburg befindet sich eine Wallanlage mit dem Flurnamen "Wendenburg". Auch sie ist gut erhalten und stammt aus der Slawenzeit. Es handelte sich um eine Niederungsburg.

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Pleetz

   

Im Dorf Pleetz bei Friedland im Landkreis Mecklenburgische Seenplatte befinden sich die schwachen Überreste einer früh- bis mittelslawischen Burganlage. Durch begrenzte Ausgrabungen im Pleetzer Gutspark konnte man feststellen, dass die kreisrunde Anlage mit etwa 80 x 60 m eher klein war. Die Pleetzer Burg lag im 9./10. Jahrhundert inmitten des feuchten Datzetales und hatte daher eine natürliche Schutzlage. Heute erkennt man vor Ort nur noch eine leichte Erhöhung, die auf das einstige Aussehen des Burgwalls schließen lässt. Auf der ehemaligen Burgfläche werden heute Pferde gehalten. Heute nimmt man an, dass diese Burg mittelslawischen Ursprungs ist und zeitgleich mit den Burgen bei Glienke und Friedland existierte.

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Plöwen

  

Nahe dem Ort Plöwen befindet sich ein verlandeter See, in dem die Reste eines sehr interessanten Burgkomplexes aus der Slawenzeit liegen. Diese Stelle wird auch als "Hühnerwinkel" bezeichnet. Vor Ort sind heute noch zwei Burgwälle erkennbar, die durch künstlich angelegte Dämme miteinander verbunden waren. Der größere Wall, der heute als Hauptburg bezeichnet wird, hat eine ovale Ausdehnung von etwa 100 m x 80 m. Der kleinere Burgwall entspricht dem "Typ Tornow" und hat einen kreisrunden Durchmesser von weniger als 50 m. Im Vorfeld dieser Burgen lag eine wallbefestigte, etwa 8 ha große, Vorburgsiedlung auf einem halbinselartigen flachen Sporn, der heute bewaldet ist. Diese drei Burgbereiche waren sicherlich nicht zur selben Zeit besiedelt, sondern stellen eine früh- mittel- und spätslawische Abfolge dar. Die halbinselartige große "Vorburg" war mit Sicherheit die erste eigenständige Burganlage und kann der "Feldbergzeit" des 8./9. Jahrhunderts zugeordnet werden. Nachdem diese Großburg in der Mitte des 9. Jahrhunderts aufgegeben wurde, dürfte der kleine Burgwall des "Typ Tornow" entstanden sein, den man aus Schutzgründen ganz in den See hinein verlegte. Die Burg war über ein Dammsystem mit darauf liegender Brücke mit dem Festland verbunden. In dieser Burg residierte möglicherweise der lokale Adel des Gebietes. Wo sich die dazugehörige Vorburgsiedlung befand ist unbekannt. Vielleicht lag sie im Bereich des späteren großen Burgwalls. Die kleine Burg dürfte in Verlauf des 10. Jahrhunderts aufgegeben worden sein. Danach entstand vermutlich der große Burgwall, der eine Art spätslawische Inselburg darstellt. Die Blütezeit dieser Burg dürfte im 11./12. Jahrhundert bestanden haben. Ob der kleine Burgwall des Typ Tornow in dieser Zeit weiter genutzt wurde, ist umstritten. Viele sehen in ihn einen mittel- bis spätslawischen Kultplatz, da der Rundwall auffällig nach Nordosten vom Damm aus ausgerichtet war. Wie dieser ganze Burgkomplex im Detail besiedelt wurde, ist noch nicht eindeutig geklärt, da umfangreiche archäologische Ausgrabungen hier noch ausstehen. Etwa 2,5 Kilometer westlich vom Hühnerwinkel liegt ein früh- bis mittelslawisches Hügelgräberfeld. Vielleicht stand dieses ja im Zusammenhang mit der Burgsiedlung bei Plöwen.

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Pölchow

Ungefähr zwei Kilometer nordöstlich von Pölchow bei Rostock lag einst eine slawische Wehranlage. Bereits Ende des 19. Jahrhunderts entdeckte man die Reste des stark geschliffenen Burgwalls. Die Slawen legten ihre Wallanlage nur 600 m westlich der Warnow an. Sie dürfte damit zum Stamm der Warnower oder Kessiner gehört haben. Heute wird die Oberfläche der Burg landwirtschaftlich genutzt, was leider eine endgültige Zerstörung zur Folge haben wird.

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Prerow "Hertesburg" (Vermutung)

Nach der Christianisierung Rügens muß es den Rügenfürsten gelungen sein, diese Festung einzunehmen. Erstmals urkundlich erwähnt wurde die Hertesburg 1295 in einem Bericht aus Newcastle, als Schiffe, die aus Stralsund stammten, registriert wurden. Entstanden ist die "Hertesburg" aber sicher schon viel früher. Der Rügenfürst Witzlaw III. hielt sich oft im Schloß Barth auf und fuhr sehr häufig mit dem Schiff zur Hertesburg, um dort zu jagen und Gäste zu empfangen. Der Rügenfürst ist im Jahr 1325 ohne Nachkommen gestorben.

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Pripsleben (Vermutung)

Zwischen Buchar und Pripsleben bei Altentreptow lag einst eine slawische Burganlage. Sie wurde durch die heutige Landwirtschaft leider komplett eingeebnet und ist daher nicht mehr erkennbar. Ich war im Juli 2012 vor Ort und habe vergeblich von einem nahen Hochsitz nach Abmähen des Feldes nach Wallresten gesucht, jedoch ohne Erfolg! Man fand hier vorwiegend Keramik des Feldberger- und Menkendorfer Types. Es handelte sich also um eine Burg der früh- und mittelslawischen Zeitepoche (8. bis 10. Jhd.). Die Burg wurde in der Nähe eines kleinen Baches angelegt, der in Altentreptow in die Tollense mündet. Von der Lage her muss es sich um eine Niederungsburg gehandelt haben. Ich muss aber sagen, dass mir die strategische Lage der Burg aus heutiger Sicht äußerst unvorteilhaft vorkommt. Die südlich gelegene Niederung mit dem Bach bot der Burg wenig Schutz und auch sonst gab es keine Feuchtgebiete in direkter Nähe der Anlage. Aber in slawischen Zeiten kann die Umgebung natürlich ganz anders ausgesehen haben! Punkte, die zusätzlich für eine Burg sprechen sind eine Wassermühle, die bis ins 19. Jahrhundert an dem kleinen Bach lag, sowie ein Landweg, der vom heutigen Buchar nach Pripsleben direkt an der Burg vorbeiführte. Ob die Mühle und der Landweg schon zur Slawenzeit bestanden, ist natürlich reine Spekulation! Auf dem Bild ist die ungefähre Lage des Burgwalles markiert.

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Quadenschönfeld

    

Die zweigliedrige frühslawische Höhenburg bei Quadenschönfeld liegt auf einem natürlichen Geländesporn direkt am Nordrand des Schlavenkentals. Unterhalb dieser Anhöhe verläuft ein alter Bahndamm, über den man heute zum höher liegenden Burgplateau gelangt. Das Schlavenkental war in slawischer Zeit noch ein langgestreckter See, der heute aber weitgehend verlandet ist. Die Höhenburg war also gleich zweifach auf natürliche Weise gesichert. An der ehemaligen Zugangsseite errichtete man einen ca. 140 m langen, leicht bogenförmigen Vorwall, der dass Burgplateau nach außen abriegelte. Dieser Vorwall besaß zwei Tore, die heute noch sehr deutlich zu erkennen sind. Vor dem Vorburgwall lag ein Wassergraben, der noch eine Breite von maximal 10 m hat. Ein weiterer, etwa 100 m langer bogenförmiger Wall, riegelte das äußerste Gelände des Bergspornes ab und stellte die Hauptburg dar. Die übrigen Burgseiten waren wohl nur mit einfacheren Holzkonstruktionen gesichert, da dass steil abfallende Gelände genügend Schutz gegen Angreifer bot. Beide Wälle sind sehr gut erhalten geblieben und haben eine heutige Höhe von 3 m bis 4 m. Der maximale Gesamtdurchmesser der Burganlage beträgt um die 190 m. Die Burg entstand vermutlich im 8. Jahrhundert und dürfte in der Mitte des 9. Jahrhunderts aufgegeben worden sein. Die Erbauer gehörten zum Stamm der Wilzen, die nur in der frühslawischen Zeit Höhenburgen errichteten. Da die ganze Umgebung heute dicht bewaldet ist, ist ein Besuch in den kälteren Jahreszeiten zu empfehlen.

Wegbeschreibung zum Burgwall (Kmz. Datei für Google Earth)

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Quetzin

 

Etwa 120 m vor dem Westufer des Plauer Sees liegt gegenüber der Ortschaft Quetzin, vier Kilometer nördlich der Stadt Plau, die 100 m lange, 50 m breite und maximal 1 m über dem Wasserstand erhobene Kohlinsel. Die Einwirkung des Sees ist für den voranschreitenden Abtrag der Insel im Norden und Osten verantwortlich, wodurch zahlreiche Buchten im Ufer entstanden sind und weite Teile der slawenzeitlichen Insel heute unter dem Wasserspiegel liegen. Aufgrund eines gegenüber heute mehr als 1 m höheren Wasserstandes im 18. Jahrhundert, der durch den Wassermühlenstau verursacht wurde, war die Kohlinsel zwischenzeitig vollständig von Wasser bedeckt, bevor Absenkungen im 19. Jahrhundert den Seespiegel auf das heutige Niveau senkten. Dadurch wurden die Burgüberreste weitestgehend abgetragen. Allerdings fanden vor diesem Anstau bereits Untersuchungen auf der Insel statt. Demnach war der Wall von viereckiger Gestalt. Man vermutet, dass diese Burg mit der überlieferten obodritischen Burg "Cuscin" identisch ist. Von 2000 bis 2003 fanden archäologische und naturwissenschaftliche Untersuchungen auf der Kohlinsel und in ihrem Umfeld statt, um Besiedlungszeitraum, Befestigungsanlagen und Zugänge dieser spätslawenzeitlichen Inselburg zu klären. Ausgrabungsleiter war Dr. Ralf Bleile. Durch die Zusammenführung verschiedener Prospektionstechniken und Analyseverfahren (Geophysik, Geologie, Sedimentologie, Palynologie, Makrorestanalyse, Tierknochenanalyse) ist es gelungen, aus den Ergebnissen gezielt angelegter kleiner Sondagen den Besiedlungsablauf von der zweiten Hälfte des 10. Jahrhunderts bis kurz vor 1200 zu erschließen und Anhaltspunkte für die Identifizierung dieser Inselburg mit der schriftlich belegten obodritischen Fürstenburg "Cuscin" zu gewinnen. Den heutigen Namen verdankt die Insel dem früheren Anbau von Kohl im 19. Jahrhundert innerhalb des Burgwalls. Es fällt auch hier wieder die nordöstliche Ausrichtung der Insel auf. Das deutet auf einen möglichen Kultort hin! Vielleicht war das der Grund, warum diese relativ kleine Insel so eine Bedeutung inne hatte. Bestand hier möglicherweise ein slawischer Kultort, den man 1160 endgültig beseitigen wollte? Aber das sind nur meine Spekulationen. Eine ausführlichere Beschreibung der Inselburg Quetzin findet ihr unter meinen eigenen Publikationen!

Untersuchungen von Dr. Ralf Bleile erbrachten folgendes Besiedlungsmodell der Insel:

Die Insel war wahrscheinlich im 9. Jahrhundert noch vollständig überflutet und verlandete erst vollständig in der zweiten Hälfte des 10. Jahrhunderts. Im letzten Drittel des 10. Jahrhunderts errichteten die Slawen eine erste Siedlung auf dem Eiland. Diese Siedlung wurde auf einem Rost aus Eichenholz und Weichhölzern errichtet. Schon diese Siedlung verband eine Holzbrücke mit dem Festland und bestand bis in das 11. Jahrhundert hinein. Wahrscheinlich war diese Siedlung bereits mit einer einfachen Plankenwand befestigt. In den Jahren 1073 bis 1095 wurde diese Siedlung zerstört. Im späten 11. Jahrhundert (1095 bis 1098) wurde eine ovale Burg errichtet, die aus einer für die Slawen typischen Holzkastenkonstruktion bestand. Vor dem Nordufer der Burg befand sich eine seeseitige bermenartige Vorbefestigung, die möglicherweise vor Wellenschlag schützen sollte. Um 1106 wurde der Burgwall an einer Stelle baufällig, sodass man hier eine neue Kastenkonstruktion errichten musste. Ursache war der weiche Untergrund der Insel, welcher durch die große Last der Burg an dieser Stelle abrutschte. Um 1132 brannte die ganze Burg vollständig ab. Kurz darauf wurde die Burg wieder mit einer neuen Kastenkonstruktion aufgebaut. Reparaturarbeiten an der Brücke belegen, dass die Inselburg bis um 1200 noch in Nutzung war. Der Ort Plau am See (slawisch Plawe) hatte sich zu einer größeren Siedlung nach 1200 entwickelt, sodass man die Inselburg Quetzin aufgab.

Literatur: Ralf Bleile: "Quetzin - Eine spätslawische Burg auf der Kohlinsel im Plauer See", Beiträge zur Ur- und Frühgeschichte Mecklenburg-Vorpommerns, Band 48, von 2008, 216 Seiten

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Raden

Nördlich von Raden befindet sich eine unnatürliche kleine Erhebung im Gelände, die heute als Standort einer slawischen Burganlage angesprochen wird. Vor Ort fanden sich slawische, aber auch frühdeutsche Keramikscherben. Eigentliche Wallreste sind aber nicht zu erkennen.

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Raguth

Kurz vor dem Ortseingang von Raguth befindet sich links vom Weg am Ufer eines kleinen Baches ein nahezu kreisrunder flacher Hügel von ca. 60 m Durchmesser, der in dieser Landschaft künstlich angelegt wirkt. Am anderen Ufer des Baches gibt es einen Landstreifen zwischen dem bogenförmig verlaufenden Bach und einem Teich.
Vor Ort gibt es leider keinerlei Hinweistafeln auf dieses Bodendenkmal. Es könnte sich auch um einen frühdeutschen Turmhügel handeln.

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Reddershof

Westlich von Reddershof bei Tessin liegen die Reste einer slawischen Burganlage. Der Ort wird im Volksmund auch der "Burggarten" genannt. Die Slawen legten ihre Anlage auf einem Geländesporn an, der in eine Niederung hineinragte. Einen Wall gab es vermutlich nur im Süden zur Landseite hin. Die restlichen Seiten waren nur mit Palisaden oder Hecken geschützt. In welche Zeit man diese Wehranlage einordnen kann, ist schwer zu sagen, da noch keine ausreichenden Ausgrabungen stattfanden. Zu vermuten ist hier aber eine Fluchtburg, die in der alt- bis mittelslawischen Zeit bestanden haben könnte.

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Reez

In der Nähe des Dorfes Reez liegen die Überreste einer alten slawischen Wallanlage aus dem 10. bis 12. Jahrhundert. Soweit man erkennen kann, ist die Anlage annähernd oval und eingliedrig. Sie wurde an einem alten Flusslauf angelegt, der heute allerdings fast ausgetrocknet ist. Die einst slawische Burg liegt genau 700 m östlich von der Dorfkirche auf einer natürlichen Kuppe frei im Gelände. Ausgrabungen haben hier noch keine stattgefunden. Die Größe der Wehranlage schätze ich auf 175 m x 125 m.

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Remplin (Vermutung)

Östlich von Remplin, genau an der Kreuzung der Straßen B 104 und der L 20 nach Neukalen, befindet sich der sogenannte "Bornberg". Der steil geböschte Berg hat eine obere Plattform, die deutlich eingekesselt ist. Der Rand des Plateaus ist wallartig ausgebildet. Die westliche Flanke ist extrem steil zu einem Bachlauf abfallend. Die Ausbildung der Bergspitze als Kessel mit randbegleitendem Wall lässt im Vergleich mit anderen slawischen Burgen auf eine Flucht- bzw. Volksburg aus der Zeit der frühslawischen Besiedlung vermuten. Die Wälle bestanden ursprünglich als Holz-Erde-Konstruktionen und dienten dem Schutz der umwohnenden Slawen und ihres Besitzes. Es handelt sich hier also womöglich um eine wilzische Höhenburg aus der Zeit des 8. bis 9. Jahrhunderts. Bei meinem Besuch im März 2015 konnte ich auf der gesamten Oberfläche aber keinerlei Hinterlassenschaften aus der Slawenzeit vorfinden!

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Rensow

Im Dorf Rensow im Landkreis Rostock gab es höchstwahrscheinlich eine slawische Befestigungsanlage. Heute ist davon nichts mehr zu sehen, höchstens zu erahnen. In der Burgmitte steht heute das Gutshaus aus dem Jahre 1690. Rensow lag im unmittelbaren Einzugsbereich der Handelsstraße  "Via Regia“, die von Oldenburg/Hamburg nach Stettin/Wollin führte. In diesem Zusammenhang ist Rensow urkundlich bereits 1216 erwähnt. Im Verlauf der "Via Regia“ sind die Burgen Werle, Laage, Wardow, Altkalen, Dargun belegt. Rensow würde sich dort sehr gut einfügen. Ein wichtiger Hinweis auf eine alte Slawenburg im Dorf ist der Hinweis aus dem Jahre 1979. Darin heisst es, dass der Ort im Süden und Westen von alten Wallanlagen umgeben war. Aus unverständlichen Gründen hat man diese Anlagen wenig später einfach beseitigt und die Gräben verfüllt. Die ältere Schreibweise von Rensow lautete "Rinsow" und kann "Ort des Resa" oder "Kätzchenort" bedeuten. Eine erste Nennung stammt von 1216.

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Reppin

Auf einer Landspitze, wenige Meter vom Südufer des Schweriner Sees entfernt, erhebt sich der "Reppiner Burgwall", ein Hügel von vielleicht acht Metern Höhe über dem Wasserspiegel. Nur noch die Bezeichnung dieser Burgstelle erinnert daran, dass es hier einmal eine slawische Burganlage gegeben hat. Der Hügel wurde im Jahre 1907 mit einem Aussichtsturm in Form eines Bergfrieds einer mittelalterlichen Burg bebaut. Ein Gedenkstein erinnert an den bei einem Torpedoboot-Unglück um’s Leben gekommenen Herzog Friedrich Wilhelm von Mecklenburg, weswegen dieser Ort bei den älteren Schwerinern auch noch als Friedrich-Wilhelm-Platz bekannt ist.

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Rerik

 

Neben Arkona ist der Reriker Burgwall der einzige bekannte unmittelbar an der Küste gelegene Burgwall dieser Zeit. Er wurde durch die See weitestgehend abgetragen. Nur Reste von Wall und Graben sind erhalten. Der Burgwall ist als Zentrum einer slawischen Siedlungskammer zu sehen.
Die Vorburg ist heute stark überbaut. Untersuchungen erfolgten 1935 durch R. Beltz und 1995-1997 durch die untere Denkmalschutzbehörde. Die Ergebnisse der Untersuchungen von 1935 führten zu dem irrigen Schluß, den historisch überlieferten Seehandelsplatz "Reric" gefunden zu haben, der im Jahre 808 durch den Wikingerkönig Göttrik (auch Gudfred genannt) zerstört wurde. Deshalb benannte man den ehemaligen Ort Alt Gaarz am 01.04.1938 mit der Verleihung des Stadtrechtes in Rerik um. Nach heutigem Kenntnisstand liegt das urkundlich überlieferte "Reric" südlicher, an der Wismarbucht. Nach dem Sieg Heinrichs des Löwen 1164 über die slawischen Stämme erfolgten besonders nach 1200 deutsche Dorfgründungen, in Rerik im Bereich der slawischen Vorburgsiedlung.

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Retzin

Eine gewaltige Burganlage liegt am Nordwestende eines langen schmalen Geländesporns direkt am südlichen Hochufer des sogenannten "Leichensees". Die Überreste der Wallburg werden heute auch als "Retziner Burgwall" bezeichnet. Vermutlich wurde die Burg bereits in der frühslawischen Zeit des 8. Jahrhunderts angelegt und bestand in dieser Zeit aus einem etwa 170 m langen ovalen Wallsystem, das zum See hin offen war. Damit kann man diese Burg, die im Gebiet der Wilzen lag, zu den klassischen großen "Feldberger Burgen" zählen. Heute befindet sich innerhalb dieses Burgwalls ein gewaltiger bis zu 10 m hoher Hügel, der als frühdeutsche Motte gedeutet wird. Vermutlich nutzten im 13./14. Jahrhundert deutsche Ritter die verlassene slawische Burg erneut als Burganlage und bauten sie massiv aus. Möglich wäre aber auch, dass diese Motte natürlichen Ursprungs ist und bereits zu der älteren Slawenburg gehörte. Da der Fluss Randow unmittelbar südlich am Burgwall entlang läuft, handelte es sich um eine Grenzburg, von der aus man einen weiten Blick in die Randowniederung hatte. Vor Ort finden sich slawische und frühdeutsche Keramikscherben. Einen Besuch der Burg empfehle ich in den Wintermonaten.
 
Sage vom Burgwall:
 
"Am rechten Ufer der Randow, zwischen Löcknitz und Retzin, liegt auf einer Erdkuppe eines schmalen Landrückens der Retziner Burgwall. Dieses aus vorgeschichtlicher Zeit stammende Befestigungswerk ist von Süden und Westen her durch das Randowtal gedeckt, und an der Nordseite stößt ein kleiner Landsee, der sogenannte Leichensee, unmittelbar an den Fuß des Burgwalles. Auf dem Burgwall soll einst ein Raubschloß gestanden haben, dessen Bewohner die Körper der Beraubten und Erschlagenen in den See geworfen hätten, wovon der See den Namen Leichensee erhalten habe. Der Abfluss des Leichensees zur Randow heißt im Volksmunde auch “Totengraben”. Die Insassen der Raubritterburg pflegten durch Ketten, die sie quer über die Randow gelegt hatten, die vorbeifahrenden Schiffe aufzuhalten, auszuplündern und die Bemannung im Leichensee zu ertränken. Der Raubritter, der auf dem Retziner Burgwall und auf einer Nachbarburg gehaust hat, soll Hans von Ramin geheißen haben. Er soll zwei Ketten über die Randow gezogen haben, die 50 Schritte voneinander getrennt lagen und zwei Zoll über dem Wasser ganz stramm angezogen waren. Wenn er nun ein Schiff von weitem ankommen sah, versteckte er sich mit seinen Leuten im Rohr und Schilf am Ufer des Wassers und ließ die vordere Kette schlaff, so dass sie unter Wasser hing. Sowie das Schiff darüber fort war, zog er sie wieder straff an, und wenn nun das Schiff zwischen den beiden Ketten festsaß, fiel er mit seinem Raubgesindel darüber her, erschlug die Mannschaft und nahm alles Gut für sich. Die Leichen wurden in den See geworfen, nach der langen Seite des Berges hin. Oft traf es sich, dass die Räuber eine stärkere Mannschaft in den Booten vorfanden, als sie erwartet hatten; dann läuteten sie eilig eine große Glocke, die sie für diese Zwecke am Ufer aufgehängt hatten, worauf ihnen von beiden Burgen Hilfe kam. Nach dem Tode des Raubritters versenkte man die Glocke im Leichensee, wo sie heute noch zum Johannistage erklingen soll. Die Ermordeten und die Mörder sollen jetzt noch in mancher Nacht um den Leichensee herumgehen, so dass es gefährlich wäre, sich bei Dunkelheit in diese Gegend zu begeben."

Video vom Wall 2013

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Röbel

Die heutige Stadt Röbel hat ihre Ursprünge in einer slawischen Burganlage aus dem 10. Jahrhundert. Sie soll sich auf dem sogenannten "Tempelberg" befunden haben. Hier soll auch eine Kultstätte der Müritzer gestanden haben. Heute ist von der einstigen Burg nichts mehr zu sehen, da sie überbaut wurde. Heute befindet sich die Marienkirche an dem Ort. Aus der Luft kann man erkennen, dass die Slawen diese Burganlage auf einer Art Halbinsel errichteten, die östlich in einen Ausläufer der Müritz hineinragte. Von den anderen Seiten war sie von feuchten Wiesen und einem kleineren See umgeben. Diese Wehranlage war sicher eine der Hauptburgen der Müritzer.

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Rosenow-Sternberg

Ungefähr 1,2 Kilometer nordöstlich vom Ort Rosenow bei Sternberg befinden sich die noch erkennbaren Reste einer mittelgroßen Burgwallanlage. Sie hat eine ovale Gestalt von 70 bis 80 m Durchmesser. Da sie einst von allen Seiten von Wasser umgeben war ist davon auszugehen, dass es sich um eine Inselburg handelte. Heute ist sie bewaldet.

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Rossow

1,7 Kilometer westlich von Rossow liegen zwischen Rossow und Wetzenow die Reste einer wahrscheinlich slawischen Burganlage. Näheres müssten erst Untersuchungen vor Ort zeigen, da dieser Burgplatz noch nicht lange bekannt ist. Aus der Luft kann man allerdings deutlich einen mit Bäumen bestandenen Wall von annähernd viereckiger Form erkennen. Der Durchmesser beträgt gute 100 m und würde damit sehr gut zu einer slawischen Niederungsburg passen.

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Rothemühl

Bei dem Burgwall von Rothemühl handelt es sich um die bisher größte slawische Burganlage, die es in Deutschland gab. Sie erreicht mit etwa 15 Hektar gewaltige Dimensionen. Man errichtete sie geschickt am Rand der Brohmer Berge auf einem bergartigen Geländesporn, genannt der "Schanzenberg". Man erreicht sie direkt vom Dorf Rothemühl kommend in Richtung Strasburg an einer Gaststätte liegend, die "Am Burgwall" heißt. Sie gehört wie viele andere mehrgliedrigen Anlagen zur Feldberger Zeitepoche, also aus dem 8. bis 9. Jahrhundert. Sie besteht aus einer kleineren Hauptburg, sowie zwei sehr großen Vorburgen. Wahrscheinlich wurden die kleine Hauptburg und die kleinere Vorburg I später in eine schon vorhandene eingliedrige Anlage eingebaut. Sie ist insgesamt sehr gut erhalten, aber in den Sommermonaten schlecht zu besichtigen, da sie vollkommen verwaldet und von Brennesseln verwuchert ist. Innerhalb der äußersten Vorburg II befinden sich drei markante kleinere Berge. Von hier aus hatte man einen guten Überblick auf die gesamte Burganlage. Es ist zu vermuten, dass sich hier eine Art Aussichtsturm oder gar ein Heiligtum befand. Die Burg bot nach meinen Schätzungen mindestens 1000 bis 2000 Personen ausreichend Platz. Da in der frühslawischen Zeit die Bevölkerungsdichte eher gering war, muss diese Burg im Endstadium soetwas wie eine große bedeutende "Stadt" dargestellt haben. Der äußerste Ringwall ist stellenweise ein Doppelwall, was für slawische Burgen eher ungewöhnlich ist. Da es bereits in der Bronzezeit an gleicher Stelle eine Burg gab ist es durchaus möglich, dass die Slawen den alten Wall erneut befestigten und weiter ausbauten.

Siehe auch:

Downloads: Eigene Publikationen

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Rothenklempenow

Am westlichen Ortsrand von Rothenklempenow (Vorpommern-Greifswald) lag vermutlich eine spätslawische Burganlage. Zumindest deuten Funde darauf hin, die bei Sanierungsarbeiten entdeckt wurden. Später stand hier eine deutsche Burg, von der noch der Burgturm erhalten ist. Vor Ort erkennt man, dass der Burgturm und die heutigen Gebäude auf einem flachen Hügel liegen. Vermutlich sind das die Reste der alten Slawenburg.

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Rothenmoor

Der kleine Burgwall von Rothenmoor liegt am östlichen Rand des tief eingeschnittenen Burgtals auf einem vermuteten Geländesporn. Der Durchmesser des Ringwalles beträgt etwa 50 Meter. Die Wallhöhe beträgt bis zu 6 m. Es handelte sich wahrscheinlich um eine mittelslawische Kleinburg vom "Typ Tornow", die aber nicht in einer Niederung lag, sondern am abschüssigen Rand zu einer Niederung hin angelegt wurde. Das kleine Burgareal ist 25 bis 30 m groß und ist mit einem Wall nach Norden, Osten und Süden umgeben gewesen. Zur stark abfallenden westlichen Niederungsseite besaß das Burgareal keinen Wall. Hier reichten wohl Holzpalisaden als Schutz aus. Wo das einstige Walltor lag ist nicht mehr zu erkennen. Eindeutige Wallsenken gibt es nicht. Direkt östlich der Burg vermute ich eine Vorburgsiedlung, in denen die Handwerker des Burginhabers ihre Wohn- und Arbeitsstätten hatten. Insgesamt eine sehr schöne Burganlage des 9./10. Jahrhunderts mit ungewöhnlicher Lage!

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Roxin

800 m südöstlich von Roxin haben sich die Reste einer altslawischen Burganlage erhalten. Es handelt sich um eine dreieckige, eingliedige Anlage auf einem natürlichen Bergsporn gelegen. In Richtung Südost befindet sich ein kaum erkennbarer Graben. Die ehemalige Fluchtburg liegt heute in einem Wald, der "Burgholz" genannt wird. Erwähnenswert ist noch, dass die Burg in der Nähe eines  Flusses angelegt wurde, der die Bug zusätzlich schützte.

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Rubenow

Obwohl dieser "Burgwall" als solcher nicht registriert ist und nur als Flurnamen existiert, hat der Forscher Berlekamp dort 1965 eine Vielzahl von Funden geborgen und zwar vom Feldberger, Freesendorfer und Teterower, Bobziner, Vipperower und Garzer Typ. Damit ist die gesamte Bandbreite der früh- bis spätwendischen Keramik abgedeckt. Also eine Siedlung oder doch Burg die durchgehend von 700 - 1200 besetzt war. In unmittelbarer Nähe befanden sich weitere slawische Siedlungen. Im Luftbild sind eindeutige Grabenzüge erkennbar. Die umschlossene Fläche beträgt ca. 160 m x 100 m. Damit dürfte es sich von der Größe her eindeutig um eine Wallburganlage gehandelt haben, die möglicherweise längere Zeit genutzt wurde. Oberirdisch ist vor Ort leider nichts mehr zu erkennen.

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Rüterberg

Ein kleiner frühmittelalterlicher Burgwall befindet sich südöstlich von Rüterberg an der Elbe. Die Burg wurde wohl schon vor der Slawenzeit angelegt und bestand bis ins Mittelalter (um 1300). Früher hiess der kleine Ort am Wall "Broda", was übersetzt "Fähre" bedeutet. Erst in der nationalsozialistischen Zeit wurde der Ort in Rüterberg umbenannt. Man wollte so die slawische Herkunft des Ortes verschleiern. Der Burgwall dürfte diese Fährstelle über die Elbe überwacht haben. Heute ist dieser Wall stark zerstört und nur noch max. 0,6 m hoch.

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Rützenfelde (Vermutung)

Nördlich vom kleinen Ort Rützenfelde bei Zettemin liegt am Rützenfelder See eine ehemalige slawische Burganlage. Der See war damals vom Wasserstand höher und damit lag die Burg wie auf einer Halbinsel. Vor Ort ist allerdings kaum vorstellbar, dass hier einst ein Burgwall gelegen haben soll, da weder Wall- noch Grabenreste zu sehen sind. Nur an der Badestelle hat man den Eindruck, eine Art Halbkreiswall zu erkennen. Dieser stammt aber aus der heutigen Zeit und wurde bei der Errichtung der Badestelle angelegt. Diese Badestelle gehörte zu einem 1,5 ha großen Kinderferienlager, dass sich zu DDR Zeiten im Ort befand, nach der Wende aber restlos abgerissen wurde. Sollte hier tatsächlich ein Burgwall gelegen haben, wurde er durch die Landwirtschaft eingeebnet.

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Saal (Vermutung, Lage unbekannt)

Saal ist ein kleines Dorf, das zum Amtsbereich von Barth gehört und in direkter Nähe zum Saaler Bodden liegt. Schon zur Slawenzeit war der Ort besiedelt und wurde mit einer Burgwallanlage befestigt. Diese befand sich an der Mündung des Saaler Baches in den Saaler Bodden. Heute bezeichnet man diese Burg im Volksmund auch als "Stekenborg". Um die Burg rankt sich eine alte Sage um den Seepiraten Störtebeker. Seine Leute sollen diese alte Slawenburg um 1391 als eine Art Versteck benutzt haben, um ihren Verfolgern zu entkommen. Auch einen Schatz sollen sie hier hinterlassen haben, der noch heute dort liegen soll.

Lage ?

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Sandhof

Am Westufer des Damerower Sees bei Sandhof gab es ebenfalls eine Burg in der Slawenzeit. Die genaue Stelle ist mir nicht bekannt, ich kenne allerdings eine Abbildung in einem Buch, wo die Burg grob eingetragen ist. Im Luftbild erkennt man in dem Bereich eine auffällige Verfärbung der Oberfläche mit einem Durchmesser von guten 100 m. Nach meiner Meinung kann das nur die Burgstelle sein. Am Südufer des Sees befand sich eine weitere Burganlage der Slawen, deren genaue Lage ich aber noch nicht kenne.

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Schlemmin

 

Der Burgwall "Hohe Burg" liegt auf einem bewaldeten Höhenrücken zwischen Schlemmin und Jabelitz. Vermutlich stand hier im 7./8. Jh. eine slawische Höhenburg. Unweit davon liegt der sagenumwogene "Schwarze See". Im Schlemminer Forst befinden sich auch mehrere Hügelgräber und ein sogenannter "Opferstein". Der Burgwall ist sehr gut erhalten geblieben.

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Schloen

1. Frühslawischer Burgwall

Schloen, urkundliche Ersterwähnung 1218, war in früherer Zeit ein bedeutender Ort. Ein ganzer Landstrich wurde nach ihm benannt. Damals nannte man es "terra slone". "Slone" heißt ins deutsche übertragen "Ort des Zusammenflusses". Gemeint sind die Zuflüsse der Ostpeene. Die Gauburg "slone" war zur Zeit der Slawen, vom Stamm der "Müritzer", Sitz des Stammesältesten, der das bewaffnete Aufgebot anführte und Recht zu sprechen hatte. Hier befindet sich heute eine Kirche, die Anfang des 13. Jahrhunderts gebaut wurde. Der Kirchturm, der 1765 dazu kam, ist schon aus weiter Entfernung sichtbar.

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2.

Es gibt in der Nähe des frühslawischen Burghügels mit der heutigen Dorfkirche noch eine weitere slawische Wallanlage, die aber aus einer späteren Zeit stammt. Sie ist wohl die letzte Burg "Slone" gewesen, die den Gaumittelpunkt darstellte. Sie ist leider nur noch ein Erdrelikt und nicht mehr zu erkennen. Es war eine Niederungsburg, die auch frühdeutsche Keramik enthielt. Die Burg hat also bis in die Zeit der Ostkolonisation bestanden.

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Schönfeld

Eine slawische Burganlage befindet sich in der Nähe des Hofes Schönfeld bei Kobrow. Sie wurde am Südende des Schönfelder Sees errichtet. Sie soll heute noch teilweise erhalten sein. Aus welcher Zeit sie stammt ist noch nicht bekannt, da hier bisher keine Untersuchungen stattgefunden haben.

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Schossow (Vermutung)

  

Ein möglicher, sehr kleiner slawischer Burgwall liegt etwa 200 m westlich vom Ort Schossow im Landkreis Mecklenburgische Seenplatte. Die Stelle im Wald ist auf diversen Landkarten als Burgwall verzeichnet, dennoch gibt es einige Zweifel, ob es sich hier wirklich um eine alte Wallanlage handelt. Vor Ort ist nur eine Art ovale Grube von weniger als 40 m Länge und 20 m Breite erkennbar, die keinerlei Wallreste hat. Die Innenfläche dieser Grube liegt ca. 1,5 m tiefer als das umliegende Gelände. Von einem ehemaligen Burgtor oder einem umliegenden Wassergraben ist rein gar nichts wahrzunehmen. Die Slawen errichteten zwar im 9./10. Jahrhundert recht kleine kreisrunde Burganlagen von etwa 50 m Durchmesser, die heute als "Tornower Typ" bezeichnet werden, aber die Schossower Burg ist damit nicht zu vergleichen. Da oberirdische Hinterlassenschaften bei meinen mehrmaligen Besuchen nicht zu finden waren muss vorerst offen bleiben, was sich hinter diesem Platz verbirgt.

Wegbeschreibung zum Burgwall (Kmz. Datei für Google Earth)

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Schulenberg

 

Mit ihrem Ursprung im 9. Jahrhundert gehört die Burg Schulenberg zu den slawischen Anlagen des Mittelalters. Schon von der Straße nach Marlow aus kann man die erste künstliche Vertiefung erkennen, die von der dahinter liegenen Anlage zeugt. Von der Burg selbst ist nicht mehr so viel erhalten. Zu erkennen ist ein ca. 8 m hoher Wall, der sich ringförmig um ein höher gelegenes Plateau zieht. Mit 80 m Länge und 65 m Breite gehört sie eher zu den mittelgroßen Wehranlagen. Von der Kernburg, die mit dem bereits genannten Wall umringt war, zeugt heute nur noch ein Hügel, der gerademal genug Platz für einen Turm und ein Gebäude bot. Durch die Nähe zu einem alten Flussbett wird nicht ausgeschlossen, dass die Burganlage einst einen weiteren Wassergraben besaß. Man geht davon aus, dass sich vor der Burg eine Siedlung befand und die Anlage eher als Fluchtburg diente, also so ähnlich aufgebaut war wie Groß Raden. Von der Atmosphäre her wirkt Burg Schulenberg angenehm urig und ruhig.

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Schwaberow

Am früh- bis mittelslawischen Burgwall von Schwaberow wurden in den 1970 er Jahren begrenzte archäologische Untersuchungen durchgeführt. Er liegt am Südosthang einer Anhöhe, die sich an einer Bachniederung befindet. Es handelt sich um eine mittelgroße Anlage von 60 m bis 70 m Durchmesser mit zwei vorgelagerten, unbefestigten Siedlungen. Der Wallschnitt ließ nur eine Bauphase erkennen, und der Wall, in Holz-Erde-Konstruktion ausgeführt, wurde nach seiner Zerstörung nicht mehr erneuert. Im Burginnern konnte man einen Lehmkern nachweisen, ausserdem wurden Reste von Bauhölzern entdeckt, die zu rost- und kastenartigen Einbauten gehört haben. Außerdem wurden Gefäßreste vom Feldberger- und Menkendorfer Typ und eine Pfeilspitze gefunden. Dieselben Keramiktypen wurden auch im Vorburgbereich entdeckt, so dass eine gleichzeitige Besiedlung angenommen werden kann. Brückenpfähle zeugen von einem Übergang über die nahe Bachniederung. An der Südostseite des Burgwalles konnten Siedlungsreste (Hausstellen, Gruben, eine Feuerstelle) untersucht werden, die eine gleiche Zeitstellung besitzen. Nordwestlich des Burgwalles lag ebenfalls eine unbefestigte Siedlung, von der Siedlungsgruben mit Keramik der Feldberger und Menkendorfer Art zeugen. Auf der "Dorfstelle", 700 m südwestlich des Burgwalles, wurden zwei Siedlungsgruben untersucht, die anhand der Keramik (Sukower, Feldberger und Menkendorfer Keramik) auch in die früh- und mittelslawische Zeit datiert wurden. Es handelt sich hierbei um den gleichen Siedlungshorizont. Der damalige Ausgräber A. Hollnagel ging von einer Besiedlungsdauer von etwa 100 Jahren aus und datierte den Burgwall und die Siedlungen in die Mitte des 8. bis in die Mitte des 9. Jahrhunderts. Er sah die Burg mit vorgelagerten, unbefestigten Siedlungen als einen Burgbezirks-Vorort an.

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Schwennenz (Vermutung)

Ein möglicher Burgwall liegt am Nordostufer des Schwennenzer Sees im Landkreis Vorpommern-Greifswald nahe der polnischen Grenze. Die Siedlungsstelle aus dem 9. bis 12. Jahrhundert wurde ursprünglich auf einer Insel des Schwennenzer Sees in natürlicher Schutzlage angelegt. Diese Insel trägt den Namen "Brink" und ist heute vollständig angelandet. Bei trockenem Wetter ist die gut 100 m große Stelle gut erreichbar. Ein künstlicher Damm aus noch unbekannter Zeit führte zur Insel. Heute geht man davon aus, dass hier keine Burg, sondern nur eine normale Inselsiedlung existierte. Siedlungsgröße, Lage auf einer Insel und die Dammschüttung deuten nach meiner Meinung aber eher auf eine Burgsiedlung hin. Inselburgen waren nicht immer mit Erdwällen gesichert. Es gibt auch viele Beispiele für bedeutende Inselburgen, die nur einfachere Palisaden als Schutz besaßen.

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Schwerinsburg

Ungefähr 1,3 Kilometer nördlich des Ortes Schwerinsburg bei Anklam befinden sich auf einem Feld die kaum noch erkennbaren Reste einer Slawenburg. Auf einigen Luftbildern kann man sie aber noch ausmachen. Sie bestand aus einer kleinen Haupt- sowie einer größeren Vorburg. Durch jahrelange Ackerbewirtschaftung sind die Wälle so gut wie abgetragen worden. Ein kleiner Wallrest ist aber noch vor Ort erkennbar. Die kreisrunde Anlage hatte einen Durchmesser von ca. 180 m. Sie wurde wahrscheinlich im 8./9. Jahrhundert angelegt und bestand bis zum Ende der Slawenzeit. Im Volksmund wird diese Anlage auch als "Bollwerder" bezeichnet. Die Burg lag einst auf einer Grundmoränenscholle, umgeben von unzugänglichen Mooren. Das Gelände der Burg wurde bereits oberirdisch untersucht. Dabei wurden zahlreiche eiserne Gegenstände, wie Schnallen, Messer und Nieten gefunden. Sogar Gegenstände aus Bronze und Silber, wie das Fragment einer gravierten Bronzeschnalle aus der Zeit um 1100, oder das Fragment einer arabischen Münze des 9. Jahrhunderts, waren dabei. Im April 2015 habe ich die ehemalige Burgstelle besucht. Der kleine Wallrest, der wohl von der ehemaligen Hauptburg stammt, ist nur noch sehr gering erhalten und scheint von Jahr zu Jahr zu schrumpfen. Es scheint also nur noch eine Frage der Zeit, bis vor Ort von der ehemals gewaltigen Wallburg nichts mehr erkennbar ist.

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Semlow

Der Ort Semlow liegt an der Recknitz, ca. 20 Kilometer südöstlich von Ribnitz-Damgarten. Semlow wurde im Jahr 1320 erstmals urkundlich erwähnt, allerdings war der Ort schon viel früher besiedelt, wie Megalithgräber und Trogmühlensteinfunde belegen. Auch die Slawen fanden diesen Ort interessant und liessen sich hier nieder. Sie errichteten sogar einen Burgwall an einem See an der Recknitz. Allerdings ist von der Burg heute nichts mehr zu sehen, da sie vor 1825 mit dem heutigen Schloss überbaut wurde. Auf einer alten schwedischen Karte aus dem Jahre 1796 sind die Wälle und Gräben der Burg aber noch eingetragen. Der Name Semlow ist slawischen  Ursprungs und soll "Neue Erde" oder "Neue Heimat" bedeuten.

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Siemersdorf

Ein teilweise erhaltener Burgwall befindet sich nördlich von Siemersdorf bei Tribsees an der Straße nach Rekentin. Wie man noch auf dem Luftbild erkennen kann, hatte er eine ovale Gestalt von ca. 100 m Durchmesser. Es handelte sich um eine Niederungsburg in der Nähe des Flusses Trebel. Vielleicht kontrollierte diese Burg eine Furt über den Fluss.

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Spantekow

   

In Spantekow bei Anklam befindet sich eine impulsante Festung aus dem Mittelalter. Sie existierte im 16. und 17. Jahrhundert. Noch heute kann man Mauerreste erkennen. Allerdings wurde hier schon zur Slawenzeit eine Ringwallanlage errichtet. Wann genau dies geschah, ist nicht einwandfrei festzustellen. Dennoch kann man sie im 8. bis 12. Jahrhundert vermuten. Sie wurde auf einer inselartigen Sanderhöhung inmitten von sumpfigen Wiesen angelegt. Durch das Ausheben eines Grabens um die Burg herum enstand eine gut geschütze Inselburg. Der Name Spantekow kommt aus dem slawischen und bedeutet soviel wie "Ort des Swantek". Wer dieser Swantek war, ist nicht überliefert. Er war sicher einer der Besitzer der Wehranlage und regelte die politischen Angelegenheiten im Umkreis. Wann diese Anlage zerstört oder aufgegeben wurde ist genau so wenig überliefert, wie ihre Nutzung nach der Slawenzeit bis zur Errichtung der heutigen Festung.

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Stavenhagen (Vermutung)

Die Niederungsburg in Stavenhagen befindet sich am südlichen Stadtrand. Da hier auch slawische Scherben gefunden wurden muss man davon ausgehen, dass den Ursprung wohl eine slawische Burg darstellte. Der annähernd kreisrunde, etwa 6 m hohe Burghügel ist eine künstliche Aufschüttung von ca. 55 m Durchmesser. Der ehemalige Graben ist bei der Gestaltung der Schlossanlage im 18./19. Jahrhundert verfüllt worden. Die Anlage wird von einem mehrteiligen, unterschiedlich hohen (bis 5 m) Wall umgeben. Die einstige Vorburg an der Nordostseite ist der von einer Mauer umgebene Schlosspark. Bis auf Teile der Futtermauern sind außen keine mittelalterlichen Bauspuren sichtbar. Das Vorhandensein mehrerer Türme oder turmartiger Gebäude, wie auch eines Kammertores am jetzigen Zugang, sind wahrscheinlich, gehören aber zu einer späteren, deutschen Burganlage. Im Jahre 1300 wird das "castrum Stouenhaghen" erstmals erwähnt, war zu dieser Zeit aber schon lange in deutschem Besitz.

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Sternberger Burg

Am Zusammenfluss von Warnow und Mildenitz befinden sich die Wallreste einer frühslawischen Burganlage, die heute als "Burgwall Sternberger Burg" bezeichnet werden. Das Bodendenkmal wurde erst im Jahr 1980 als slawischer Burgwall erkannt. Man datiert sie aufgrund von keramischen Hinterlassenschaften in das 8. Jahrhundert. Heute ist vor Ort noch ein bis zu 2 m hoher und ca. 75 m langer Wallrest auf einer bewaldeten Anhöhe zu erkennen. Hinter dem Wall fällt die ehemalige, fast viereckige Burgfläche in die Niederung zur Warnow hin steil ab. Man kann daher also fast von einer Höhenburg sprechen. Im 19. Jahrhundert wurde etwa die Hälfte des Walles zum Fluss Mildenitz abgetragen. Ursprünglich war der leicht bogenförmige Wall über 150 m lang und riegelte eine Burgfläche von 1,5 ha ab. Ein weiterer Querwall wurde von den Erbauern im Norden in der Niederung zwischen beiden Flüssen angelegt. Dieser Wall ist im Laufe der letzten Jahrhunderte in die ehemaligen Gräben vor und hinter dem Wall planiert worden und heute nicht mehr vorhanden. Die Seitenbereiche der Burg waren zu den jeweiligen Flussseiten nur mit Holzpalisaden befestigt. Direkt hinter diesen Palisaden lagen reihenartig angeordnete Wohnbauten. Der Ausgräber vermutete, dass auf den Dächern dieser Wohnbauten ein Wehrgang an der Palisade verlief. In dem heute noch teilweise erhaltenen Südwall ist noch deutlich eine breite Wallsenke zu erkennen, die das ehemalige Zugangstor zur Burgsiedlung anzeigt. Vor dem Wall lag ein breiter Sohlgraben, der sich im Laufe der Zeit mit Sand verfüllte. Der Ausgräber konnte weiter feststellen, dass die Burg doch einige Zeit in Nutzung war und um 800 aufgegeben wurde. In der ca. 1,5 km entfernt liegenden Höhenburg von Groß Görnow sah er die Nachfolgeburg. Ein Modell der Sternberger Burg kann man heute im Museumshaus des nahen Frelichtmuseums von Groß Raden besichtigen. (Stand 2015)

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Stolzenburg

Der gewaltige Burgwall befindet sich auf einer ehemaligen langgestreckten Halbinsel im teilweise verlandeten Darschkower See. Da die Innenfläche des Walles lange Zeit beackert wurde, ist die gesamt Westseite abgetragen worden. Dennoch ist diese Wallanlage sehr eindrucksvoll und einen Besuch wert. Der Wall hat eine Höhe von geschätzten 7-8 m. Zur Slawenzeit muss diese Burg einen gewaltigen Eindruck gemacht haben. Wäre dem Wall die landwirtschaftliche Beackerung erspart geblieben, wäre er der besterhaltendste seiner Art im Umland. Die Blütezeit der Burg kann im 10. bis 12. Jahrhundert vermutet werden. Aber schon davor war die Halbinsel von Slawen besiedelt, wie Feldberger Kermikfunde andeuten. Direkt um den Burgwall lagen kleinere Vorburgareale. Im Norden wurde das Vorburgareal mit dem Burgwall durch einen kleinen Graben abgetrennt. Daher lag die Burgsiedlung damals auf einer Insel. Der Untergang des Burgwalls ist in der Mitte des 12. Jahrhunderts anzusetzen. Eine frühdeutsche Nachnutzung ist bisher nicht erkennbar. Der Name des nahen Ortes Stolzenburg (stolze Burg?) könnte in Zusammenhang mit der Burgsiedlung stehen.

Video vom Wall 2013

Wegbeschreibung zum Burgwall (Kmz. Datei für Google Earth)

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Stuer

Die bekannte mittelalterliche Burgruine Stuer wurde auf einer slawischen Wallanlage erbaut. Das war damals eine gängige Praxis bei den deutschen Einwanderern. So sparte man sich viel Arbeit und Mühe. Der slawische Wall wurde allerdings weiter ausgebaut und mit Mauern aus Feldsteinen versehen. Daher kann man über das einstige Aussehen der Slawenburg kaum noch etwas sagen. Da die Burg Stuer heute zweigliedrig ist, kann man dies wohl auch für die ältere Wallburg annehmen. Angelegt wurde der Burgwall inmitten von feuchten Wiesen und Wasser und stand somit wie auf einer Insel. Dadurch war die Burg ideal gegen schnelle Angriffe gesichert. Zur damaligen Zeit war eine Burg im Wasser schwer einnehmbar. Im Winter, wenn das Eis gefroren war, dürfte dieser Vorteil allerdings verloren gegangen sein. Wie und wann die slawische Burg existierte, ist heute noch nicht eindeutig nachgewiesen worden.

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Sukow

In einem ehemals weiten Niederungsgebiet lag die sogenannte "Alte Burg" von Sukow. Inmitten dieser sumpfigen Niederung lag ein großer flacher Horst, auf dem schon die ersten Slawen eine offene Siedlung anlegten. Diese Siedlung wurde anscheinend nur in Notsituationen von der damaligen Bevölkerung aufgesucht und wird in das 7./8. Jahrhundert datiert. Die weitgehend unverzierte Keramik dieser Siedlung wurde fortan als "Sukower Typ" bezeichnet und gehört in die slawische Einwanderungszeit. Im Laufe der Zeit wurde der Platz als Burg ausgebaut. Ein 7,5 m breiter Streifen wurde dabei am Rand dieses Horstes abgesteckt und mit einem Wall befestigt. Die Erde entnahm man vor und hinter dem entstehenden Wall. Der geschützte, nahezu kreisrunde Burginnenraum war annähernd 180 m groß. Die große Burgwallsiedlung war nur über einen etwa 1,2 km langen und 3 m breiten  Bohlenweg zu erreichen, der 1962 umfangreich archäologisch untersucht wurde. Dieser führte von der Sukower Burg aus in fast gerader Linie durch das damalige Moor in Richtung der Uferhöhen bei Klein Markow. Dort befand sich eine direkt zur Burg gehörende große Dorfsiedlung. Nach den Keramikfunden zu urteilen wurde die Burg wohl schon im frühen 9. Jahrhundert verlassen und aufgegeben. Leider wurde die Burgfläche durch jahrelange Ackerbewirtschaftung und teilweise Abtragung der Wälle stark in Mitleidenschaft gezogen und ist daher stark verschliffen. Dennoch ist die Burgfläche, die bis heute zeitweise als Kuhkoppel dient, noch deutlich im Gelände erkennbar.

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Tangrim

Die "Alte Burg" genannte markante Anhöhe in geschützter Lage am Rande des Trebeltals bezeichnet eine ehemalige slawische Burganlage. Es handelte sich um eine größere Niederungsburg. Solche Burgen waren eher in der altslawischen Zeit typisch.

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Tessin

1. "Burg Tessin"

Ein Burgwall befindet sich am südlichen Rand des Stadtkerns von Tessin im Landkreis Rostock, in unmittelbarer Nähe der Recknitz. Die im Bereich des Burgwalls geborgenen Funde zeigen, dass die Anlage bereits während des frühen Mittelalters von Slawen errichtet wurde. Seine Nutzung endete jedoch nicht mit dem Untergang der slawischen Kultur im 12. Jahrhundert. Vielmehr wurde der Burgwall in der Zeit des 13. bis 15. Jahrhunderts mehrfach umgebaut. In dieser Zeit – häufig als deutsches Mittelalter bezeichnet – erfolgte der Umbau zu einer Fürstenburg. In der Neuzeit erfolgte schließlich der Einbau eines Eiskellers auf dem Wallberg. Insgesamt kann man an diesem Monument somit eine mehrere hundert Jahre umfassende kontinuierliche Nutzung feststellen. Die Reste dieser imposanten Anlage prägen auch heute noch das südliche Stadtgebiet von Tessin.

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2. "Alte Burg"

Eine weitere spätslawische Burg befand sich ebenfalls im südlichen Stadtgebiet von Tessin. Man fand hier eindeutig spätslawische Keramik. Der Flurname der Burg heisst "Oll Borg" bzw. "Alte Burg". Erhalten ist von ihr allerdings nicht viel, da sie schon lange Zeit beackert wird. Interessant ist die Frage, ob es in der spätslawischen Zeit gleich zwei Wallburgen hier gab, oder ob sie nacheinander bestanden. Die beiden Burgen von Tessin liegen heute nur 300 m auseinander.

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Teterow

   

Auf der sogenannten Burgwallinsel im Teterower See befinden sich die gewaltigen Reste einer zweigliedrigen Inselburg des 10. bis 12. Jahrhunderts. Die Hauptburg besteht aus einem ca. 110 m großen ovalen Ringwall von 0,6 ha Innenfläche, der stark ausgebaut war. Die Höhe der Wallkrone gegenüber des Seespiegels beträgt noch heute bis zu 10 m. Sie wurde auf einer natürlichen Erhebung errichtet, wie Ausgrabungen zeigten. Die davor gelegene quadratische Vorburg von 1,2 ha Fläche war ebenfalls durch hohe Wälle gesichert und besaß zwei Zugangstore. Eines lag im südlichen Querwall und ist noch heute durch eine Wallsenke erkennbar. Das zweite Vorburgtor war ein Seetor und lag im Nordbereich, nahe der Hauptburg. Es wurde leider zugeschüttet. Im Vorgelände gab es auf der Insel weitere offene Siedlungsareale, von denen aus ein ansteigender natürlicher Damm zur Burganlage führte. Der Ausgräber vermutete, dass die beiden offenen Siedlungsareale im Süden der Insel Dienstsiedlungen darstellten, die der Burg unterstanden. Die Hauptaufgabe dieser Siedlungen war sicher die Kontrolle der Brückenanlagen bzw. deren Instandhaltung. Nach archäologischen Untersuchungen in den 1960 er Jahren konnte man eindeutig einen Stammesmittelpunkt der Zirzipanen erkennen. Die gesamte Inselfläche wird von der Slawenburg aber nur sehr gering in Anspruch genommen. Am südlichen Ende des Eilands befand sich eine der Verbindungsbrücken zum Festland. Noch heute nennt man eine Stelle am Festland "Brügghopp". Hier lag der Brückenbeginn zur Insel. Nach archäologischen Untersuchungen muss sie ungefähr 750 Meter lang und 3,5 m breit gewesen sein. Damit gehört sie zu den längsten aus der Slawenzeit. Sie zu bauen muss eine gewisse Zeit in Anspruch genommen haben und stellt eine Meisterleistung im Brückenbau dar. Neuere Untersuchungen zeigten, dass im Bereich der heutigen Fährstelle ebenfalls eine kürzere hölzerne Brücke bestand. In welche Zeit sie gehört, ist noch unbekannt, da die Reste bisher nicht untersucht wurden. Bevor die Burg errichtet wurde, bestand bereits eine unbefestigte Siedlung auf der Insel, die man ins 9. Jahrhundert datiert. Noch im 9. Jahrhundert errichtete man wahrscheinlich die erste Burg, die nachweislich abbrannte. Sie wurde wieder aufgebaut, verstärkt, und bestand so bis in die Mitte des 12. Jahrhunderts. Nach 1056/57 kam das Land der Zirzipanen durch innere Kriege in den Besitz der slawischen Obodriten. Möglich wäre, dass die Inselburg seit dieser Zeit von einem obodritischen Adel genutzt wurde. Warum sie im 12. Jahrhundert endgültig aufgegeben wurde, entzieht sich unserer Kenntnis. Möglicherweise verlor die Inselsiedlung infolge der deutschen Wendenkreuzzüge von 1147 und 1164 gegen die Obodriten an Bedeutung und wurde sich selbst überlassen. Eine frühdeutsche Nachnutzung gab es nicht. Heute befindet sich im Bereich der Vorburg eine Gaststätte namens "Wendenkrug", die seit vielen Jahren Besucher auf die Insel lockt. Auch eine nachgebildete, etwa 2 m große vierköpfige "Swantevit-Statue", ist dort vorhanden. Weiter kann man auf der Insel im Sommer Tretboote ausleihen und die Umgebung der Insel erkunden. Im Bereich der inselseitigen Fährstelle wurde ein kleines Teilstück der ehemaligen Zugangsbrücke in Originalgröße rekonstruiert.

Siehe auch:

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Tribsees

1. "Gerberhof"

   

In einer alten Karte von 1696 ist der sogenannte "Gerberhof" im Nordwesten der Stadt als markante Insel eingezeichnet, die von der "Trebel" umflossen wurde. Hierbei hat es sich um eine befestigte Inselburg der Slawen gehandelt, die bis zu 80 m im Durchmesser gehabt haben könnte. Interessant ist , dass noch heute eine Straße an dem Hof vorbeiführt, die über die "Trebel" in Richtung Stralsund geht. Die Burg könnte bereits  zu Zeiten  des 11./12. Jahrhunderts eine Furt über den Fluss bewacht und kontrolliert haben. Im Jahr 2010 wurden bei Bauarbeiten zur Errichtung einer neuen Trebelbrücke Reste dieser Burg gefunden. Die Wallkonstruktion war demnach ca. 2 bis 3 m breit. Heute ist die "Trebel" begradigt worden, daher ist die einstige Schutzlage der Burg kaum noch zu erkennen vor Ort.

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2. Burgwall Castellanei

 

2,5 Kilometer nordöstlich vom Stadtkern Tribsees befand sich einst eine mehrgliedrige slawische Burganlage. Es gibt nun zwei mögliche Standorte der Burganlage, die aber relativ dicht beieinander liegen. Zu einen fand ich die Angabe, dass die Burg heute in einem kleinen Wäldchen von 140 m Durchmesser steht, andererseits zeichnen sich 150 m nordöstlich davon Reste eines runden unnatürlichen Bauwerks ab. Auf den Luftbildern kann man eindeutig einen runden Ringwall von ca. 200 m Durchmesser erkennen, der gut zu einer slawischen Burg passen könnte. Sie soll vom 9. bis zum 11. Jahrhundert bestanden haben und lag damals in den feuchten Wiesen nahe des Flusses Trebel. Vor Ort ist noch ein kleiner Wallrest zu erkennen. Der Rest wurde durch die Landwirtschaft eingeebnet.

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Turow

In dem kleinen Ort Turow bei Grimmen befindet sich heute die sogenannte Wasserburg Turow. 1378 ist der Ort schon als Großgrundbesitz erwähnt worden. Heute geht man davon aus, dass der Ursprung der Wasserburg einst eine slawische Wallburg war. In der frühdeutschen Zeit wurde sie im Zuge der deutschen Ostexpansion übernommen und diente als befestigter Adelssitz. Heute gehört die Burg dem Landeskirchlichen Gemeinschaftsverband Vorpommern e.V. und bietet ein christliches Erholungsheim für jung und alt an.

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Tutow

1. "Alte Stadt"

   

Der Burgwall, der auch "Hexenberg" oder "Alte Stadt" bezeichnet wird, liegt direkt links im Wald an der B 110 am Ortseingang Tutow, von Jarmen aus kommend. Er stammt aus der frühslawischen Zeitepoche des 8. bis frühen 10. Jahrhunderts und diente der Bevölkerung als Fluchtburg. Die eingliedrige Wallanlage ist gut erhalten und auch alte Torstellen lassen sich erkennen. In südliche Richtung grenzte die Burg an ein Niederungstal. Auf dieser Seite errichteten die Slawen keinen Wall, da diese Seite auf natürliche Weise geschützt war. Auf den anderen Seiten war die Burg zusätzlich durch feuchte Wiesen und Moore geschützt. An der Westseite verläuft direkt am Burggraben ein weiterer kurzer Wallrest. Ob er einst zu einer abgetragenen Vorburg gehörte oder die Seite als Doppelwall konstruiert war, entzieht sich meiner Kenntnis.

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2. "Alte Schanze"


Westlich des frühslawischen Burgwalls "Alte Stadt" befindet sich ein beeindruckender mittel- bis spätslawischer Burgwall, die "Alte Schanze", meist "Wallberg" genannt. Dieser befindet sich in einem unzugänglichen Sumpfgebiet, der "Quebbe", die durch den Kuckucksgraben gespeist wird. Wohl im 12. Jahrhundert ist die jüngere Befestigung zerstört worden. In der selben Zeit entstanden in der Nähe später die Orte Kruckow und Tutow (heute: Tutow-Dorf ). Der Burgwall ist 15 bis 20 m hoch. Steht man in der Burgfläche, so ist der umlaufende Wall immer noch 6 bis 7 m hoch. Nach meiner Meinung einer der besterhaltendsten Burgwälle in Mecklenburg-Vorpommern!

Siehe auch:

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Tüzen

    

Der sogenannte Schlossberg in Tüzen existierte nachweislich in der Zeit der deutschen Ostsiedlung (12./13. Jahrhundert) und trug zu dieser Zeit eine kleine frühdeutsche Turmanlage. Slawische Keramikscherben zeigen aber auch eine weitaus frühere Besiedlung des Berges an, wahrscheinlich schon als Burgwallanlage. In slawischer Zeit gab es sogar ein Land namens "Tucen". Es muss hier also irgendwo eine slawische Burganlage auf dem Gebiet des heutigen Tüzen gelegen haben. Und das kann nur der Platz unmittelbar am Seeufer gewesen sein. An manchen Stellen erreicht der Schlossberg gewaltige Höhen. Vom Plateau aus hat man den ganzen See im Überblick. Am Fuße des Berges befindet sich ein schöner Badestrand, an dem ich schon einige Sommertage in meiner frühen Jugend zu DDR-Zeiten verbrachte. Direkt am Berg befand sich eine Baracke, in der man die Badegäste mit allem Nötigen versorgte. Leider ist diese Baracke inzwischen abgebrannt und nur noch das Fundament ist sichtbar.

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Ueckermünde

Bei dem Schloss in Ueckermünde befand sich im 12. Jahrhundert eine slawische Burganlage. Wann sie gegründet wurde ist nicht bekannt. Überliefert ist nur, dass diese Burg "Rochow" hiess und am Unterlauf der Uecker lag. Im Jahr 1178 hielten die pommerschen Herzöge Bogislaw I. und Kasimir I. hier einen Landtag ab. Später wurde die Anlage durch eine frühdeutsche Burg ersetzt. Als diese baufällig wurde, riss man sie ab und errichtete das heutige Schloss darauf.

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Upost

Südlich des Ortes Upost, in der Nähe des Kummerower Sees,  befindet sich ein Gebiet mit dem alten Flurnamen "Borgwall". Dieses Gebiet liegt unmittelbar an der Peene und könnte der Standort einer slawischen Burganlage gewesen sein. Spätslawische Keramikfunde an dem Ort begründen diese Annahme. Auffällig ist, dass zwischen dem Kummerower See und Demmin gleich fünf slawische Burganlagen an der Peene lagen. Sicherlich bestanden diese nicht alle gleichzeitig, aber es könnte sich um eine Art Vorburgen von Demmin gehandelt haben. Vielleicht spielten einige dieser Anlagen im Abwehrkampf bei Verchen im Jahre 1164 eine Rolle. Von der Uposter Anlage ist heute vor Ort nichts mehr zu erkennen. Im Luftbild ist der alte Burgplatz aber noch deutlich auszumachen.

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Utzedel

Bei Utzedel befindet sich eine slawische Höhenburg des 8./9. Jahrhunderts. Sie liegt auf dem  sogenannten "Carolinenberg" am Augraben. Diese Burg gehörte zum Gebiet der Tollenser, an der Grenze zu den Zirzipanen. Der Augraben muss so etwas wie ein Grenzfluss zur Slawenzeit gewesen sein, denn hier finden sich mehrere Wallburgen. Vor Ort sind noch gewaltige Wälle erhalten, allerdings scheinen diese massiv gestört zu sein. Auch viele kleine Rollsteine liegen auf den Wällen und in der Burg herum, sodass man früher sogar davon ausging, hier eine frühdeutsche Anlage vor sich zu haben. Die Steine stammen aber nachweislich aus dem 19. Jahrhundert, als man den Burgplatz wirtschaftlich als Vorwerk nutzte und neu bebaute. Diese neuzeitlichen Gebäude wurden zwar entfernt, man liess aber hunderte von Feldsteinen vor Ort liegen. Die Wallburg besaß wohl auch nur ein Zugangstor. Zwei  weitere heute sichtbare Walleinschnitte im Norden und Süden des U-förmigen Walles, dürften aus der Zeit des Vorwerkes stammen. Gute 50 m vor dem Eingangstor der Höhenburg fiel mir ein Graben auf, der eine befestigte Vorburg anzeigen könnte. Wer die sehenswerte Wallburg besuchen möchte, muss sich auf einen gut zwei Kilometer langen Fußmarsch vom Ort Utzedel aus einstellen. Leider ist der Weg zur Burg nicht ausgeschildert.

Wegbeschreibung zum Burgwall (Kmz. Datei für Google Earth)

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Vellahn

Möglicherweise steht die Dorfkirche von Vellahn auf den Resten einer einstigen Wendenburg. Die Kirche wurde um 1170 erbaut, zu einer Zeit also, in der es üblich war, heidnische Kultplätze mit Kirchen zu überbauen.

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Verchen

Eine slawische Burg existierte wohl auch im heutigen Dorf Verchen am Kummerower See. Der alte Flurname "Borgwall" verweist auf eine Stelle zwischen zwei Seen im Ort, dem Vorder- und Hintersee. An dieser Stelle fand man Keramik der frühslawischen Zeit (Suckower und Feldberger Keramik), sowie der mittelslawischen Zeit (Menkendorfer und Fresendorfer Keramik). Von Spuren eines Burgwalls ist vor Ort aber nichts mehr zu erkennen. In älteren Burgwallregistern wird dieser Stelle bereits als Burgwall geführt.

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Vietlübbe

Gut einen Kilometer südwestlich von Vietlübbe (Gemeinde Karbow-Vietlübbe) im Landkreis Ludwigslust-Parchim befindet sich eine ausgedehnte Burganlage mitten in den Wiesen. Hier stand einst die deutsche Burg Stüvendorf, die bereits im 13. Jahrhundert unterging. Da der Burgplatz ziemlich groß ist (Nord-Süd-Ausdehnung: ca. 160 m), geht man davon aus, dass hier einst ein slawischer Burgwall bestand. Auch die Mehrgliedrigkeit und Lage in einem damaligen See spricht für diese Annahme. Der Name Vietlübbe soll "Ort des Vitolub" bedeuten. Leider wurde im 19. Jahrhundert ein Teil des Burgwalls für die Wiesenverbesserung abgetragen.

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Vipperow

Die Burgwallinsel Vipperow befindet sich leicht nordöstlich vom gleichnamigen Dorf inmitten der kleinen Müritz. Höchstwahrscheinlich befand sich hier ein Stammesmittelpunkt der Müritzer. Im frühen Mittelalter scheint der Ort "terra Vepperowe" mehr Bedeutung als Waren oder Röbel gehabt zu haben. Die erste Besiedlung der Gegend dürfte sicherlich schon um das 8. Jahrhundert stattgefunden haben und endete im späten 12. oder frühen 13. Jahrhundert. 1178 taucht Vipperow erstmals in einer Urkunde auf anlässlich der Bestätigung des Bistumes Schwerin durch Papst Alexander III.. Die Inselburg dürfte aufgrund der Größe aber nicht größer als 90 mal 70 m gewesen sein.  Der Wasserstand der kleinen Müritz war zur Slawenzeit allerdings auch ca. 1 bis 1,5 m niedriger. Somit war die Inselfläche etwas größer als heute. Da diese Insel aber relativ weit vom Ufer lag, errichteten die Slawen hier trotzdem wegen der guten Schutzlage eine Burganlage. Schwierig ist auch die Frage des Zugangs zur Burg zu beantworten. Es könnte sein, dass die Slawen nur mit Booten oder Flößen zu ihrer Anlage kamen. Die umliegenden Ufer befanden sich um die 200 bis 300 m entfernt. Auch konnte man hier erstmals einen eigenständigen Keramiktyp erkennen, der fortan als "Vipperower Typ" bezeichnet wurde. Ausgrabungen fanden 1924 und 1954 auf der Insel statt. Dabei wurden wertvolle Funde geborgen, wie ein Schatzfund aus acht niederelbischen Agrippinern, eine Waagschale mit Zirkelschlagmuster, ein bronzener Schläfenring, eine Lanzenspitze, ein silbertauschierter Pyramidenstachelsporn, eine tordierte Trense, ein Steigbügel, eine tauschierte Schnalle, verschiedene Eisen und Knochengeräte, darunter ein verzierter Geweihbehälter und Dreilagenkämme, Geräte aus Holz (Paddel, Nagel, Eimerdauben, Kellen), eine aus Ton gefertigte Pferdefigur, mehrere Spinnwirtel, Netzsenker und Webgewichte sowie Lederreste und der Oberstein einer Drehmühle. Die mittel- bis spätslawische Keramik zählte zu den Menkendorfer- ,Teterower- ,Bobziner- ,Weisdiner- ,Vipperower - und Garzer Typen. Bei Unterwasseruntersuchungen im Jahr 1999 fand man vor dem Südufer der Insel einen 4,4 m langen Einbaum in ca. 3 m Tiefe. 2002 und 2003 wurden weitere Untersuchungen im Umfeld der Insel vorgenommen. Dabei wurde auch Sonar eingesetzt, um die Wassertiefen in der nahen Umgebung zu bestimmen. Dabei stieß man auch auf einen wohl künstlich errichteten 100 m langen Damm, der von der Südostspitze der Insel zum südlich gelegenen Ufer der kleinen Müritz verläuft. Ob hier einst eine Brücke bestand, konnte man nicht feststellen. Es fanden sich am Grund des Sees keinerlei Brückenüberreste. Solche Dammschüttungen sind aber von anderen Burgen bekannt, beispielsweise von der Möllner Burg bei Neubrandenburg in Mecklenburg. Dort ist der See fast verlandet und deutlich kann man eine Dammschüttung zur ehemaligen Burgwallinsel erkennen. Auf ihr war eine Brückenverbindung errichtet worden. Solche Dammschüttungen dienten sicherlich zur Stabilisierung der Bauhölzer im weichen Seegrund. Die Vipperower Burgwallinsel war an ihrem damaligen Uferbereich umgehend durch hölzerne Palisaden geschützt, wie man weiter bei den Untersuchungen herausfand. Nach heutigem Wissensstand gab es auf der Insel keine Wallbefestigung. Durch die gute natürliche Schutzlage im See reichte eine einfachere hölzerne Burgmauer aus.

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Wangelin

Gut einen Kilometer westlich von Wangelin im Landkreis Ludwigslust-Parchim befinden sich die Überreste einer slawischen Wallburg. Mit ca. 50 m Durchmesser war sie relativ klein. Dennoch dürfte ihre strategisch günstige Lage nicht leicht anzugreifen gewesen sein, da sie mitten in einem Feuchtgebiet lag. Man kann annehmen, dass zu der Burganlage eine hölzerne Brücke führte.

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Wardow

 

Der Burgwall befindet sich beim Ort Wardow im Landkreis Rostock, ca. 550 m nordöstlich des ehemaligen Schlosses. Anfahrt über die B103/B108 von Rostock bis zur Stadt Laage, von dort über die L19 (Richtung Tessin) und K37 (Richtung Boddin/Gnoien) nach Wardow. Vom ehemaligen Gutshaus führt ein Wanderweg zum genannten Denkmal. Der slawische Burgwall "De rug Barg" liegt in der Niederung des Pludderbaches auf einem natürlichen Geländesporn. Der Ringwall wurde im 10. Jahrhundert erbaut und bis ins 12. Jahrhundert genutzt. Bedeutend ist die Lage an der Handelsstraße Via Regia, der bedeutendsten mittelalterlichen Ost-West-Verbindung. Eine Erläuterungstafel ist vorhanden.

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Waren

Im Feisneck-See nahe Waren an der Müritz befindet sich die sogenannte "Burgwallinsel", die seit dem 8./9. Jahrhundert besiedelt war. Man gelangt heute nur im Winter über das Eis oder im Sommer mittels eines Bootes auf die Insel. Zu erkennen ist im südlichen Bereich der Insel eine künstliche hohe Erdaufschüttung, die aber nicht wie ein Burgwall wirkt. Der Burgwall nahm nur einen kleinen Teil der heutigen Insel ein. Es befand sich auch noch eine Vorburgsiedlung auf dem Eiland. Wenn hölzerne Brücken zur Insel geführt haben, müssen sie mindestens 100 bis 160 m lang gewesen sein. 2008 fanden auf der Insel kleinere Untersuchungen statt. Es gab aber auch schon Untersuchungen in den Jahren 1926, 1953 und 1956. Diese bezeugen einen Rundwall auf der Insel, der erst im Laufe der mittel- bis spätslawischen Zeit auf der Insel entstand. Heute ist die Insel stark bewaldet.

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Warin

In Warin im Landeskreis Nordwestmecklenburg, gab es in der slawischen Zeit eine mittelgroße Burganlage. Sie stammte aus dem 9. bis 12. Jahrhundert und lag am Südrand der Stadt am Glammsee. In der deutschen Zeit wurde sie zu einer Bischofsburg ausgebaut, wie eine Urkunde aus dem Jahre 1229 verrät. Im Jahre 1839 wurden die letzten Gebäude dieser ehemaligen Bischofsburg abgerissen. Daher ist heute nichts mehr von den einstigen Burgen zu sehen. Nur noch die "Burgstrasse" erinnert an den vorgeschichtlichen Ort.

Lage?

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Waschow

Gut zwei Kilometer südwestlich von Waschow lag vermutlich eine slawische Burganlage auf dem sogenannten "Fuchsberg". Heute liegt diese Stelle in einem Waldgebiet.

Lage 

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Weberin

Etwa 900 m nordwestlich von Weberin liegen die Reste einer slawischen Burganlage am "Frauensee". Die Slawen errichteten nur dort ein Wallsystem, wo Angreifer die Burg belagern konnten. An der Seeseite brauchte man keinen Wall, da hier das Seeufer steil abfiel. Die Burg hat ca. 100 bis 120 m Durchmesser. Das Zugangstor befand sich vermutlich im Osten. Die Wallanlage wurde bereits um 1855 von Herrn Pastor Willebrand zu Cladow besucht und vermessen. Er schilderte auch keramische Oberflächenfunde. Die Burg kann man in die frühslawische Zeit des 8./9. Jahrhunderts einordnen.

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Wedendorf

Eine oberirdisch nicht mehr wahrnehmbare Slawenburg befand sich mit einiger Wahrscheinlichkeit unter dem heutigen Schloss in Wedendorf im Landkreis Nordwestmecklenburg. Da sie von Norden und Süden von Gewässern umgeben war, dürfte es sich in der Slawenzeit um eine Art Inselburg gehandelt haben. Nach der slawischen Zeit errichtete man an gleicher Stelle eine deutsche Burganlage, die 1697 zum barocken Schloss umgebaut wurde.

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Welzin

1,4 Kilometer südsüdwestlich von Welzin im Landkreis Ludwigslust-Parchim liegen die Überreste einer ca. 80 m großen Slawenburg. Heute liegt sie in einem Waldgebiet, war damals aber eine Niederungsburg.

Lage    

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Wendelstorf

Am Südrand des Dorfes Wendelstorf im Landkreis Nordwestmecklenburg befinden sich die Reste einer kleineren slawischen Burganlage. Sie wurde von ihren Erbauern direkt am östlichen Hochufer des Wendelstorfer Sees errichtet. Die Burgfläche ist annähernd rechteckig gewesen und ca. 60 m x 40 m groß. Im Süden ist noch ein Graben erkennbar. Mit Sicherheit lebte in dieser Anlage ein Vertreter der obodritischen Gesellschaft.

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Wendhof

Ein kleiner Burgwall befindet sich nahe Wendhof mitten in den Wiesen. Der baumbestandene Rundwall hat eine maximale Wallhöhe von 2 m und einen Durchmesser von bis zu 60 m. Diese Burg kann dem "Typ Tornow" zugeordnet werden und datiert in das 9./10. Jahrhundert. Es handelte sich bei solchen Kleinburgen um die Sitze von niederen lokalen Adligen, die die nähere Umgebung politisch und ökonomisch verwalteten. Im Vorfeld solcher Anlagen lagen immer leicht befestigte Vorburgareale, in denen die Handwerker ihre Wohn- und Arbeitsstätten hatten. Im Luftbild (siehe Galerie) kann man noch deutlich den Vorburggraben erkennen. Die Burgsiedlung lag damals inmitten einer wasserreichen Niederung, die heute durch mehrere Entwässerungsgräben trocken gelegt wurde. Vielleicht konnte man damals nur über eine hölzerne Brücke zur Burgsiedlung gelangen. Der Burgwall trägt heute den Flurnamen "Kleiner Eschhorst".

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Wendorf

Ungefähr 1,2 Kilometer südwestlich von Wendorf bei Weberin liegen die Reste einer alten slawischen Burg aus dem 8. bis 10. Jahrhundert. Sie hat eine runde Form von 90 bis 100 m Durchmesser. Dieser Burgwall liegt auf der Ostspitze einer Landzunge, die im Norden und Süden von Wiesen und im Osten von einem Bach begrenzt wird. Der Zugang zu der Anlage befand sich im Westen. Der Burgwall wird vom Volksmund auch "Hexenberg" genannt. Die nördlichen Wiesen vor dem "Hexenberg" nannte man in alter Zeit noch "beim alten Hofe", vielleicht ein Hinweis auf die altslawische Burg.

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Werder (Penzlin)

1. "Englischer Garten"

Der Burgwall liegt heute am Ende einer Halbinsel, die in den Penzliner Stadtsee hineinragt. Die spitzovale Wallburg misst zwar nur ca. 40 m x 70 m im Innenraum, aber der Wall ist nach meiner Schätzung noch um die 6 bis 7 m hoch erhalten geblieben. Der Burginnenraum liegt ca. 4 bis 5 m über dem heutigen Seespiegel. Es sind eindeutig zwei Burgtore zu erkennen, zu denen man damals nur über Treppen oder Rampen in den höher liegenden Burgplatz kam. Sicherlich hat hier eine Holzkastenkonstruktion mit Erdfüllung bestanden und mit Sicherheit noch ein umlaufender Wehrgang auf dem Wall. Dann dürfte die Anlage im Endstadium nahe 10 Meter hoch gewesen sein. Landseitig grub man zusätzlich einen breiten Graben, sodass der Burgplatz auf einer künstlichen Insel lag. Dieser Graben ist heute aber wieder verlandet, da der Seespiegel im Laufe der Zeit abgesunken ist. Die Grabensenke ist aber noch deutlich zu erkennen. Eindeutig bewiesen ist die Nutzung im 13./14. Jahrhundert, denn es fanden sich mittelalterliche Fundamentreste eines Hauses im Burginnern. Sehr wahrscheinlich wurde diese Burg bereits von den Slawen angelegt, da sich in der näheren Umgebung von Penzlin weitere Burgen der Slawenzeit befinden (Halbinsel Werder "Kleiner Stadtsee", Penzlin Burgberg, Penzlin "Grapenwerder", Lapitz "Fischerwall"). Es ist anzunehmen, dass all diese Burgen zu den slawischen Tollensern gehörten, die dicht neben den Redariern siedelten. Heute liegt der Burgwall im  "Englischen Garten", der im 19. Jahrhundert ein beliebtes Ausflugziel bei der Bevölkerung war. Hier befand sich zu jener Zeit ein metallisches "Radegast-Standbild", das als Ofen erbaut war. Wenn man den Ofen entzündete, entwich der Qualm aus Mund und Nase des Götzenbildes. Heute ist davon natürlich nichts mehr vorhanden, auch von einem Garten fehlt jede Spur. Zu DDR Zeiten befanden sich neben dem Burgwall unschöne Baracken, die mittlerweile abgerissen wurden. Im Sommer ist die ganze Halbinsel völlig zugewuchert und der Burgwall ist trotz seiner Mächtigkeit kaum wahrzunehmen. Ein Besuch ist daher, wie bei fast allen slawischen Burganlagen, in den Wintermonaten empfehlenswert. Direkt um den Burgwall herum lag wahrscheinlich eine Vorburgsiedlung. 

Video vom Burgwall 2013

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2. Halbinsel Werder/Penzliner Stadtsee (Vermutung)

Im Ort Werder bei Penzlin befindet sich eine weitere Halbinsel, die möglicherweise Standort einer Slawenburg war. Vor Ort erkennt man noch einen nicht sehr hohen Wall, durch den heute ein kleiner befahrbarer Weg zu den Häusern führt, die auf der Halbinsel liegen. Ob dieser Wall allerdings moderner Art ist oder aus der Slawenzeit stammt, entzieht sich meiner Kenntnis. Offiziell wird dieser Platz nicht als Burg geführt, aber er ist auf diversen Landkarten an Radwegen als Burgwall verzeichnet. Auf weiteren Landkarten fehlt der Hinweis aber (siehe Bild). Vielleicht liegt hier eine Verwechselung mit dem Burgwall "Englischer Garten" vor? Eine entgültige Klärung, ob hier eine Burg stand oder nicht, kann erst durch Ausgrabungen beantwortet werden.

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3. Werder Halbinsel "Kleiner Stadtsee" (Vermutung)

Südlich von Werder bei Penzlin befindet sich der "Kleine Stadtsee", der durch einen schmalen Graben mit dem größeren "Penzliner Stadtsee" verbunden ist. In dem kleinen Stadtsee gibt es eine schmale lange Halbinsel, auf der sich in der mittelslawischen Zeit eine kleinere Wallanlage befunden haben könnte. Bei meinem Besuch im Sommer 2013 konnte ich ganz am nördlichen Ende der Halbinsel eine horstartige Erhöhung von ca. 50 m Durchmesser erkennen. Ob diese natürlichen oder menschlichen Ursprungs ist, kann ich nicht sagen. Es befanden sich viele "Wildschweinlöcher" auf dieser Horst, die einige Meter über dem Seespiegel liegt. Trotz intensiver Suche in diesen Löchern und am Randbereich der Horst fand ich keinerlei Hinterlassenschaften aus der Slawenzeit. Der Platz muss sich den Slawen aber förmlich angeboten haben, ob als Siedlung oder Burg.  Will man die Halbinsel erkunden, muss man sich in den kälteren Jahreszeiten von Süden her durch den Wald auf der Halbinsel annähern. Einen Weg gibt es auf der Halbinsel nicht. Im Sommer wimmelt es hier nur so vor Vegetation und Mücken, sodass ein Besuch fast unerträglich wird! Interessant ist weiterhin, dass sich südöstlich der Halbinsel ein mittelalterliches Wallsystem befindet, das die "Eiserne Pforte" genannt wird. Dabei handelt es sich um eine mittelalterliche Landwehr, die teilweise aus drei nebeneinanderliegenden Wällen besteht. Da man auch Keramik des Feldberger Types in den Wällen dieser Landwehr antraf ist bewiesen, dass die Gegend schon sehr früh von den Slawen besiedelt wurde oder hier ein früherer Weg verlief. Die slawischen Scherben gelangten sicherlich als älterer Siedlungsabfall in das Wallsystem der Landwehr, die aus dem 13./14. Jahrhundert stammen dürfte. Vom Dorf Werder führt ein schmaler langer Landweg zum "Kleinen Stadtsee" und man kann direkt an der "Eisernen Pforte" parken. Allerdings ist dieser Landweg von so schlechter Qualität (Unebenheiten, Löcher usw.), dass er mit einem normalen PKW kaum befahrbar ist. Man sollte sich von Werder aus zu Fuß oder mit dem Rad auf den Weg dorthin machen! Hinweisschilder führen vom Dorf aus zu den beschriebenen Orten.

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Werle

 

Die Burg Werle ist eine ehemalige slawische Burganlage in der Nähe vom Kassower Ortsteil Werle, nordwestlich der Stadt Güstrow in der Nähe der Warnow. An dieser Stelle befindet sich heute nur noch ein künstlich aufgeschütteter flacher Hügel, mit einem seit dem Jahr 1856 dort liegenden etwa 6 Tonnen schweren Granitfindling. Die Burg war einst Regierungssitz der Fürsten von Werle und wurde wahrscheinlich schon im 8./9. Jahrhundert von den hier ansässigen Slawen gebaut und im frühen 13. Jahrhundert aufgegeben. Die schwer einzunehmende Burg war im Zuge der deutschen Ostkolonisation oft hart umkämpft und wurde mehrfach belagert und eingenommen. So soll "Heinrich der Löwe" die Burg 1160 durch eine List eingenommen und dabei den Slawenfürsten "Niklot" getötet haben, als dieser einen Hinterhalt gegen die Sachsen legen wollte. Dessen Söhne "Pribislaw I." und "Wertislaw" brannten daraufhin die Burg ab und flüchteten in die nahen Wälder. Später erhielten sie die Burg zurück, mussten diese aber bereits 1163 wieder aufgeben. "Wertislaw" geriet im Winter 1163, als "Heinrich der Löwe" einen Straffeldzug gegen das Brüderpaar durchführte, bei der Verteidigung der Burg Werle in die Gefangenschaft des Herzogs und wurde später hingerichtet. Nach einem Friedensschluss kam die Burg 1167 endgültig an "Pribislaw I.". Um 1200 wurde die Anlage ein letztes Mal ausgebaut, konnte aber die einstige Bedeutung nicht wiedererlangen und wurde später aufgegeben. Von der einstigen Festung ist heute allerdings nichts mehr zu erkennen. Man konnte allerdings feststellen, dass diese Anlage aus einer Vor- und Hauptburg bestand, einen eigenen kleinen Hafen an der Warnow hatte und sich in der Nähe ein slawischer Friedhof befand.

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Wildberg (Kastorfer See)

Eine große dreigliedrige wilzische Burganlage aus dem 8./9. Jahrhundert liegt etwa zwei Kilometer westlich von Wildberg bei Altentreptow am bewaldeten Ostufer des Kastorfer Sees. Die Anlage besteht aus einer kleineren Hauptburg und zwei größeren Vorburgen. Alle Wälle sind noch sehr gut erhalten geblieben und auch die einstigen Toranlagen sind noch deutlich durch Wallsenken zu erkennen. In den vegetationsärmeren Wintermonaten ist die auf einem leichten Hochufer gelegene Burganlage besonders gut auszumachen. Entstanden ist die Burg im Verlauf des 8. Jahrhunderts als typischer befestigter Rückzugsort für die in der Nähe wohnenden slawischen Einwohner. Erst im späten 8. bis frühen 9. Jahrhundert wurde wahrscheinlich die kleinere Hauptburg innerhalb des Burgwalls errichtet. Hier residierte der im Laufe der Zeit entstandene lokale Adel der Gegend, der das umliegende Land politisch, millitärisch und ökonomisch verwaltete. Das Burgoberhaupt war möglicherweise einer der wilzischen Kleinkönige, die in fränkischen Überlieferungen des späten 8. Jahrhunderts erwähnt wurden. Auffällig ist, dass der gesamte Burgbereich zur Seeseite hin offen ist. Hier bestanden nur einfachere hölzerne Palisaden oder unverfüllte Holzkastenkonstruktionen, die im Laufe der Zeit verwitterten und dadurch heute nicht mehr erkennbar sind. Auch an anderen Burgwällen jener Zeit ist ersichtlich, dass die Slawen die massiven Befestigungsanlagen einer Burg nur an den leicht zugänglichen Stellen konzentrierten. Wie alle großen Wilzenburgen, ging auch dieser Burgwall ab der Mitte des 9. Jahrhunderts unter. Ursachen dafür waren zum einen die ständigen kriegerischen Auseinandersetzungen mit den Franken seit Karl dem Großen und ihren obodritischen Verbündeten und zum zweiten machtpolitische Umstrukturierungen im Wilzenland, in denen schwer zu verteidigende Großraumburgen anscheinend keinen Platz mehr hatten. Ausgrabungen innerhalb der kleinen Hauptburg ergaben, dass dieser Bereich im frühen 13. Jahrhundert erneut kurzzeitig  besiedelt wurde. Wahrscheinlich wurde der alte Wall der Hauptburg in dieser Zeit wieder befestigt; auf welche Art und Weise ist allerdings unbekannt. Vermutlich suchten sich deutsche Einwanderer nach ihrer Ankunft im unterworfenen Slawenland diesen Platz als vorübergehenden Wohnsitz aus. Ob diese ritterlicher Abstammung waren, entzieht sich unserer Kenntnis, da keinerlei Schriftquellen aus jener Zeit vorhanden sind. In unmittelbarer Nähe vom frühslawischen Burgwall Wildberg befinden sich noch zwei weitere Burganlagen aus der Slawenzeit. Im 9./10. Jahrhundert entstand am nahen Westufer des Sees, genau gegenüber vom Burgwall Wildberg, ein kleiner mittelslawischer Rundwall. Auf der Insel im Kastorfer See konnte durch Ausgrabungen eine weitere befestigte Inselsiedlung/Inselburg mit Marktplatzcharakter nachgewiesen werden, die dem 10. bis 12./13. Jahrhundert zugeordnet wird. Diese beiden Burgen liegen auf der heutigen Gemarkung von "Kastorf" und werden dort von mir beschrieben. Alle drei Burganlagen bestanden nacheinander und beweisen, dass der Bereich des Kastorfer Sees ein bedeutender Mittelpunkt im Tollerserland gewesen sein muss, der vom 8. bis frühen 13. Jahrhundert durchgehend von Slawen besiedelt war.

Wegbeschreibung zum Burgwall (Kmz. Datei für Google Earth)

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Willershusen

800 m nordöstlich vom Dorf Willershusen liegen die Reste eines wendischen Burgwalls aus dem 11. und 12. Jahrhundert. Er ist vom Ort aus gut erreichbar. Er wurde wie viele zeitgleiche Anlagen in der Nähe eines Flusses, der Ryck, angelegt. Die Slawen errichteten ihn auf einer natürlichen Anhöhe am Rycktal. Aufgabe dieser Burg wird sicher die Bewachung eines Überganges über das Gewässer gewesen sein. Noch heute befindet sich nördlich des Burgwalls an dem Fluss eine Wehranlage mit einem Übergang. Heute liegt der bis zu 8 m hohe Burgwall in einem dichten Mischwald und ist insgesamt gut erhalten. Zur Slawenzeit wird auf der Burg sicher ein lokaler Herrscher mit seinen Leuten gewohnt haben, die vielleicht zum Stamm der Ranen gehörten, denn die Ryck führte damals wie heute direkt bis zur Ostsee unterhalb Rügens. Bei Ausgrabungen um 1920 sind auf dem Wall eine Brunnenanlage, Feuerstellen, Keramikscherben und Malsteine gefunden worden. Am Weg nach Willershusen und am anderen Ryckufer, auf der Feldmark von Gerdeswalde, ist eine große Anzahl von Tonurnen gefunden worden, die von den wendischen Bewohnern herrühren und deren Überreste bergen. Welche Geheimnisse der Burgwall noch verbirgt, bleibt weiteren Forschungen durch den Denkmalschutz vorbehalten. Bei den Dorfbewohnern ist dieses Denkmal unter dem Namen "Burgwall", früher auch unter "Guttin", bekannt.

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Wittenborn

Wittenborn ist ein kleines Dorf am Rande der Brohmer Berge, die eine Höhe von bis zu 150 m erreichen. Eine große altslawische Höhenburg befindet sich südöstlich vom Ort inmitten von hohen bewaldeten Geländespornen. Sie wurde erst im Jahr 1929 von Dr. Karl Beyer aus Friedland entdeckt. Im Ort gibt es zwar ein Hinweisschild zur Slawenburg, der Weg dorthin ist aber sehr schwierig. Im Sommer ist der Waldweg nahe der Burg so zugewachsen, dass man ihn schnell aus den Augen verlieren kann und dann fast orientierungslos im Wald steht. Durch die vielen Bergsporne ist die Slawenburg für den Laien kaum auszumachen. Wer aber ein geübtes Auge hat, erkennt schnell den Wall der Vorburg. Das Gelände der Vorburg ist stark uneben, hat enorme Höhenunterschiede und ist als solches kaum wahrzunehmen. Man muss bald vermuten, dass dieser Platz wohl nur in Notzeiten aufgesucht wurde. Der Wall der Vorburg verläuft fast gerade über diese Geländekuppen. Er überwindet Höhenunterschiede von guten 20 m. Das höher gelegene Gelände der Hauptburg dagegen ist plateauartig. Die Slawen schufen hier Wälle nur an den Torseiten im Norden und Süden. Die anderen Bereiche der Hauptburg sind steil abfallend. Hier brauchte man nur Palisaden errichten. Es sieht auch fast so aus, als hat man die seitlichen Hänge der Burg künstlich geböscht, um sie steiler zu machen. Was mir bei meinem Besuch im Sommer 2010 auffiel waren die vielen Feldsteine am Vorwall. Die Slawen müssen sie bewusst für den Bau ihrer Burg verwendet haben. Man muss sich nur einmal vorstellen, was für eine Arbeit der Bau dieser Burg in dieser Höhenlage gewesen sein muss. Die Gesamtgröße der Burg beträgt ca. 5,5 ha und hat eine maximale Ausdehnung von 304 m. Damit zählt sie zu den größten slawischen Wallburgen überhaupt. 1937 und 1973 fanden hier Ausgrabungen statt, die aber nur wenig Funde erbrachten.

Wegbeschreibung zum Burgwall (Kmz. Datei für Google Earth)

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Wittenburg

Mit der einsetzenden Völkerwanderung rückten aus den östlichen Gebieten slawische Siedler vor. In der Gegend um das heutige Wittenburg ließ sich ein Stamm der "Polaben", der zu den "Obodriten" gehörte, nieder. Zu dieser Zeit wird die Entstehung der Burganlage mit dem späteren Namen "Amtsberg" im sumpfigen Gebiet der Motelniederung vermutet. Dies geschah im 7. - 9. Jahrhundert. Um 1150 begann die Wiedereroberung des Wendenlandes durch die überlegene Kriegsmacht des Sachsenherzogs "Heinrichs des Löwen". Wahrscheinlich wurde zu dieser Zeit auch die Burg von Wittenburg in Mitleidenschaft gezogen. Deutsche Siedler nutzten den vorhandenen Standort und errichteten darauf eine neue Burg zum Schutz des eroberten Landes. Am Fuß dieser Burg entwickelte sich Handwerk und Handel. So wurde die neue Burg Ausgangspunkt für die Stadtgründung Wittenburgs.

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Wittenförden

 

Westlich von Schwerin liegt der Ort Wittenförden. Auch er hat eine slawische Vergangenheit. So befindet sich circa 600 m leicht südwestlich der Ortskirche ein ehemaliger Niederungsburgwall. Da er landwirtschaftlich beackert wird, sind seine Konturen nur noch zu erahnen. Er liegt inmitten des ehemaligen Forstwiesengeländes und ist mit einigen Bäumen umstanden. Der Ringgraben soll noch erkennbar und die Böschung bis zu 3 m hoch sein. Der ehemalige Wall ist noch hügelartig erhalten. Der Durchmesser der Burg dürfte um die 85 m betragen haben. Die ehemalige Siedlungsstelle trägt den alten Flurnamen "Borgwardt".

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Wolde (Vermutung)

Im südlichen Bereich des Ortes Wolde im Landkreis Mecklenburgische Seenplatte befinden sich die Wallreste einer frühdeutschen- bis mittelalterlichen Burganlage. Am 29. August 1491 wurde die Burg von Truppen des Pommernherzoges Bogislaw X. belagert. Der damalige Burgbesitzer Bernd II. von Maltzahn hielt sich nicht an gerichtliche Auflagen, was zur Belagerung führte. Ausserdem war er ein gefürchteter Raubritter. Die Belagerung verlief zunächst erfolglos, aber durch Unachtsamkeit der Burginsassen explodierten die Pulvervorräte in der Burg. Dadurch wurden Teile der Burg so stark zerstört, dass sie eingenommen werden konnte. Bernd II. von Maltzahn konnte aber entkommen. Bei neuzeitlichen Untersuchungen stellte man allerdings auch jungslawische Keramik fest. Daher muss man davon ausgehen, dass vor der deutschen Burg eine slawische Wallburg existierte. Selbst der mecklenburgische Altertumsforscher Friedrich Lisch war schon um 1860 der Meinung, dass hier eine slawische Burganlage bestanden haben muss. Das Burgareal umfasst 180 mal 85 m, was für eine deutsche Burg ungewöhnlich groß ist. Es ist daher anzunehmen, dass die deutschen Ritter eine alte slawische Burg für ihre Zwecke umfunktionierten. Die Burg ist heute noch von Wassergrabenanlagen umgeben, die noch aus der Slawenzeit stammen könnten. Eindeutig bewiesen ist hier noch keine Slawenburg, aber dennoch sehr wahrscheinlich. Um 1860 wurde auf dem Gelände der Burg eine neugotische Kirche errichtet, die heute noch als Ruine zu erkennen ist. Ganz in der Nähe befinden sich die slawischen Burganlagen am Kastorfer See.

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Woldegk

In Woldegk gab es ebenfalls einmal eine slawische Burganlage. Sie ist heute aber stark verschliffen und teilweise überbaut. Aus welcher Zeit sie stammt, ist noch nicht bekannt. Es ist aber aus meiner Sicht sicher, dass es sich um eine kleinere ovale Niederungsburg gehandelt hat, die etwa 50 bis 80 m groß war. Die etwa 1,5 m hohen Überreste liegen heute im Bereich zwischen der Woldegker Stadtmauer und dem Ziegeleiweg. Im Sommer 2015 habe ich das ehemalige Areal untersucht und konnte auf der Oberfläche wenige slawische Scherben vorfinden. Das Bild oben zeigt die etwa 1,5 m hohen plateauartigen Überreste des von mir vermuteten Burgwalls mit Blick von der Stadtmauer in Richtung Norden. 

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Woldzegarten (Vermutung)

Der Name Woldzegarten kommt aus dem Slawischen und bedeutet soviel wie "die Burg die am Waldsee liegt". Woldzegarten liegt heute zwischen zwei Seen und war damit immer schwer zugänglich und gut zu verteidigen. Reste eines alten slawischen Burgwalls sollen vorhanden sein. Wo diese allerdings genau liegen, konnte ich nicht herausfinden.                                                       

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Wolgast

Lage der Burg auf der heutigen Schlossinsel; einfacher Lageplan nach R. Krüger 2017

Im heutigen Wolgast befand sich zur Slawenzeit eine Burganlage, zu der auch ein Tempel gehörte, in dem der Gott "Jarovit/Gerovit" verehrt wurde. Der Tempel befand sich höchstwahrscheinlich auf einer Anhöhe, an der heute die Stadtkirche von Wolgast steht. Wo nun aber die Burganlage gestanden hat, ist schwieriger zu bewerten. Wahrscheinlich lag sie auf der heutigen Schlossinsel, ca. 300 m weiter östlich des Tempels. Zur Slawenzeit handelte es sich hier noch um eine Halbinsel, die erst später durch einen größeren Graben zur künstlichen Insel wurde. Wann diese Burg errichtet wurde, ist nicht überliefert, aber wohl schon in altslawischer oder mittelslawischer Zeit anzunehmen. Anscheinend befand sich der spätere Tempel des "Jarovit" ausserhalb der Burganlage oder in dessen Vorburgbereich. Solche Bauweisen kann man aber oft bei den Slawen erkennen. Tempelanlagen befanden sich selten in direkter Nähe von bewohnten Bauten, meist lagen sie einige Meter davon entfernt. Die Burganlage hatte wohl die Hauptaufgabe einer Zoll- und Überwachungsstation an der Peene, kurz bevor diese in die Ostsee mündet. Im Laufe des 12. Jahrhunderts wurde dieser Ort christianisiert und der Tempel zerstört, wo man kurz darauf eine erste Kirche errichtete. Später dann baute man die noch heute bestehende Stadtkirche, die allerdings auch mehrere Male durch Zerstörungen im späteren Mittelalter erneuert werden musste. Interessant ist, dass sich im östlichen Innenbereich der Kirche ein eingemauerter Stein befindet, auf dem eine menschliche Figur mit einer Lanze eingeritzt ist. Dabei soll es sich um den Slawengott "Jarovit" handeln. Vielleicht mauerte man ihn hier ein, um ihn endgültig durch den christlichen Gott zu ersetzten. Sowas kann man auch in anderen Kirchen des Landes erkennen, speziell auf Rügen (Kirche von Bergen, Kirche in Altenhagen). Was mit der slawischen Burganlage geschah, kann man nur vermuten. Zu erkennen ist von ihr nichts mehr. Sie wurde mit Sicherheit geschliffen oder komplett überbaut. Noch heute gibt es in Wolgast die "Burgstraße", die zur Schlossinsel führt. In deren Bereich wird sie wohl zu vermuten sein.

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1. Wolkow "Hoher Wall"

Gute 2300 m südwestlich von Wolkow befindet sich eine slawische Burganlage am Rand der Peeneniederung. Sie liegt ungefähr 200 Meter südlich vom Wanderweg Demmin-Dargun. Der Burgwall "Weißer Wall" befindet sich ebenfalls an diesem Wanderweg 3200 m weiter nordöstlich. Die Slawen suchten diese Stelle gezielt aus, da die Peene damals bis an die Anlage heranreichte. So konnte man auch mit dem Boot zur Anlage gelangen. Hier errichtete man auch keinen Wall. Palisaden, sowie ein kleineres Eingangstor von der Peene aus waren hier sicherlich vorhanden. Von der nördlichen und westlichen Landseite her errichtete man allerdings einen heute noch sichtbaren hohen Wall mit vorgelagertem Graben. Hier befanden sich zwei heute noch sichtbare Eingangstore, das größere im Nordwesten und ein kleineres im Nordosten. Man gelangt über das größere der beiden in die ehemalige Burg. Dort befindet sich auch ein Informationsschild.

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2. Wolkow "Weisser Wall"

Hoch über der Peeneniederung liegt eindrucksvoll ein fast kreisrunder slawischer Burgwall, der im Volksmund auch "Weißer Wall" genannt wird. Der große Ringwall von etwa 170 m Durchmesser ist von einem breiten Graben umgeben. Sein ursprünglicher Zugang befand sich im Westen. Der "Weiße Wall" befindet sich direkt an der Mecklenburgisch-Pommerschen Landgrenze und mag in diesem Zusammenhang vielleicht auch von Bedeutung gewesen sein. Eine genaue Datierung der Entstehungszeit der Burganlage ist bislang nicht möglich, da hier noch keine Untersuchungen stattgefunden haben. Die Peene bildete einst die Grenze zwischen den slawischen Stämmen der Zirzipaner und den Tollensern, die beide zum Stammesverband der Wilzen/Lutizen im 8. bis 12. Jahrhundert gehörten. Diese Burg wird aber eher zur altslawischen Zeit gehören, die bis in das 7. bis 9. Jahrhundert zurückreicht. Durch ihre Größe verrät sie ihre Funktion, nämlich die einer Volksburg oder auch Fluchtburg. Solche Anlagen wurden nur bis zum 9. Jahrhundert errichtet. Die Burg liegt am Wanderweg von Demmin nach Dargun und ist dort auch gut ausgeschildert. Ich vermute aber, dass kaum noch jemand diese Anlage besucht, da sie sehr versteckt liegt und von aussen wie ein gewöhnlicher Waldberg erscheint, wie es einige in der Gegend gibt. In Richtung Peene gab es zur Burgzeit bereits einen künstlich angelegten Dammweg, der zu einer Brücke über die Peene führte. Die Brückenreste fand man im 20. Jahrhundert (Jahr 1957) bei Baggerarbeiten im Flussbett.

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Wooster Teerofen

Eine slawische Ringwallanlage befindet sich in der Nähe von Wooster Terrofen. Sie liegt auf einem Geländesporn, der in den Langhagensee hineinragt. Sie dürfte in der mittelslawischen Zeit um das 9./10. Jahrhundert herum bestanden haben. Vor Ort fand man vor allem Menkendorfer Keramikscherben. Der annähernd ovale Wall hat einen Durchmesser von ca. 120 m. Der Zugangsweg zur Burg führte aus östlicher Richtung an die Burg heran.

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Wöpkendorf

In Wöpkendorf im Landkreis Vorpommern-Rügen liegen die Reste eines alten slawischen Burgwalles. Er befindet sich heute genau am westlichen Dorfrand. Angelegt wurde er wohl im 9. Jahrhundert auf einer natürlichen Erhebung. Zu dieser Zeit stellte die Burg einen Rückzugspunkt in Notzeiten dar. Da die Anlage bis zum Ende der Slawenzeit existierte muss man annehmen, dass sie etliche Male erneuert werden musste. Sie hatte einen runden Durchmesser von ca. 100 m und war am Ende zweigliedrig. In der frühdeutschen Zeit wurde die Anlage weiter genutzt und nach den Bedürfnissen der neuen Besitzer umgebaut. Durch den heutigen starken Bewuchs im Sommer ist die Anlage fast nicht mehr erkennbar. In den kälteren Jahreszeiten aber sieht man ein unregelmäßiges Burgplateau.

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Woserin

1,4 Kilometer südöstlich von Woserin im Landkreis Ludwigslust-Parchim liegen die gut erhaltenen Reste einer Slawenburg. Sie befindet sich auf einer Halbinsel im Holzsee. Es handelte sich um eine Niederungsburg.

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Wöten

Reste einer slawischen Ringwallanlage befinden sich östlich von Wöten im Landkreis Ludwigslust-Parchim. Es handelte sich um eine Niederungsburg.

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Wrangelsburg

Die Burg befindet sich in der Nähe des Ortes Jägerhof im Landkreis Vorpommern-Greifswald, ca. 2,4 Kilometer südwestlich der Oberförsterei Jägerhof. Die Anfahrt erfolgt von Greifswald über die B 109 in Richtung Anklam bis zum Abzweig Wrangelsburg und weiter bis zum Ort. Anschließend erreicht man zu Fuß über Forstwege, nach ca. drei Kilometern in nordöstlicher Richtung, die im Wald gelegene Burg. Die große Burganlage (N-S Ausdehnung ca. 280 m) besteht aus einer, mit einem Graben umgebenen Niederungsburg mit runder Form (Durchm. 120 m) und einer Vorburg, die ebenfalls mit einem hohen Wall gesichert war. Ihre jetzige Form erhielt die Burg wohl erst im Mittelalter. Spätslawische und bronzezeitliche Funde sind Hinweise auf eine ältere Besiedlung, vielleicht sogar auf eine Befestigung.

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Wredenhagen

In Wredenhagen im Landkreis Mecklenburgische Seenplatte, befindet sich ein eindrucksvoller Burgberg. Er wurde im Jahr 1280 das erste Mal schriftlich als "neue wendische Burg" erwähnt. Man kann allerdings annehmen, dass diese Burg schon in älterer Zeit von den Slawen angelegt worden ist. Funde vom Gebiet kann man bis in die Eiszeit zurückverfolgen. Der Burgberg wurde künstlich aufgeschüttet und hat heute einen kreisrunden Durchmesser von ca. 100 m. Nach der Christianisierung gehörte die Burg den Herren von Werle. Sie wurde dann mit einer steinernden Mauer und einem Bergfried ausgebaut. Immer wieder wechselten dann die Besitzer der Burg zwischen Brandenburg und Mecklenburg. Von der alten Burg sind heute noch Teile des Torhauses, das Amtshaus, Reste des Kellerhauses, ein später angelegtes Guthaus und einige Wohngebäude erhalten geblieben. Regelmäßig finden auf dem Burgplateau kulturelle Feste des Ortes statt.

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Wulfsahl

Zwischen den Ortschaften Wulfsahl und Karrenzin im Landkreis Ludwigslust-Parchim liegen direkt an der L83 die Überreste einer slawischen Burganlage. Sie liegt zwar näher an Karrenzin, gehört aber geografisch zur Gemarkung von Wulfsahl. Die einstige Wallburg lag einst in einer feuchten Niederung, war oval und hatte einen Durchmesser von ca. 75 Meter. Das einzige Tor der Burg liegt heute an der Landstraße in Richtung Osten. Auffallend ist, dass sich westlich der Anlage der kleine Fluß Löcknitz befindet, der damals eine Art natürliche Grenze im Gebiet der slawischen Linonen darstellte. Es ist daher zu vermuten, dass die Burg diese Grenze sicherte. Die Linonen waren mit dem größeren Nachbarstamm der Obodriten verbündet. In der Burg von Wulfsahl wird also die Residenz eines lokalen Adligen samt seinen Mannen zu vermuten sein. Das Burgwallinnere wurde früher als Acker genutzt, dennoch sind die Wallanlagen unbeschädigt und 2 bis 3 Meter hoch.

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Wustrow/Darß

Zur Zeit der Slawen stand an der selben Stelle der heutigen Dorfkirche ein Tempel für den Wendengott Swantewit. Die Sage berichtet, sein Schimmel habe den Hügel in einer Nacht aufgeworfen. Grabungen haben ergeben, das der Hügel auf dem ansonsten eher flachen Inselland künstlich aufgeschüttet wurde. Bis 1830 diente der Hügel als Friedhof. Danach wurde ein neuer Friedhof am Nordrand des Dorfes angelegt. Zu vermuten ist aus heutiger Sicht, dass der heutige Hügel unter der Kirche die planierten Reste eines einstigen Burgwalls sind, in dem das Heiligtum stand. Die Burg dürfte oval und eingliedrig gewesen sein. In der Nähe befand sich mit großer Wahrscheinlichkeit eine Siedlung.

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Zierstorf

Wie ich im Internet herausfand, befindet sich ein slawischer Burgwall südöstlich des Ortes auf dem  "Schlossberg". Wo er genau liegt, konnte ich erst im Februar 2009 feststellen. Um das Jahr 1907 wurde er als slawische Höhenburg inmitten von Sumpf und feuchten Wiesen geschildert. Die Anlage stammt aus der früh- und mittelslawischen Zeit des 9. und 10. Jahrhunderts. Es handelt sich um eine eingliedrige Anlage von 80 mal 50 m Durchmesser.

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Zimkendorf

Vermutete Lagesituation zur Slawenzeuit, nach Ronny Krüger 2016

Zwei Kilometer südöstlich von Zimkendorf liegen die Wallreste eine alten Slawenburg aus dem 7. bis 9. Jahrhundert. Man errichtete sie auf einer Halbinsel im sogenannten Borgwallsee. Im Volksmund wird die einstige Slawenburg auch der "Borgwall" genannt.

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Zirtow

Vermutete Lagesituation zur Slawenzeit, nach Ronny Krüger 2016

Etwa einen Kilometer nordwestlich von Zirtow befindet sich im "Gaubenbruch" ein Burgwall aus der Slawenzeit. Mit seiner Größe von etwa 40 m x 130 m liegt er 1,5 m höher als das Wiesengelände. Daneben verlaufen mehrere Entwässerungsgräben. Der Wallrest ist heute mit Kiefern, Eichen und Birken bewachsen. Im Google-Luftbild von 2015 war deutlich zu erkennen, dass die Burg etwa zur Hälfte abgetragen wurde. Die einstige Größe der ovalen Burg betrug etwa 130 x 105 m. Damit muss es sich um eine Art große Burganlage gehandelt haben, die durch ihre inselartige Lage natürlich geschützt war. Die Erde des abgetragenen Wallbereiches wurde vermutlich zur Auffüllung der feuchten Niederung genutzt.

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Zislow

Eine eher ungewöhnliche slawische Burganlage befindet sich in der Nähe des Ortes Zislow im Landkreis Mecklenburgische Seenplatte. Es handelt sich dabei um eine zweigliedrige frühslawische Höhenburg aus dem 8. - 9. Jahrhundert. Früher hielt man sie für ein Bauwerk aus der Bronzezeit. Daher entschloss man sich bereits 1959 zu größeren Grabungen auf dem Bodendenkmal. Er zeigte sich schnell, dass zur Bronzezeit an dieser Stelle nur eine Siedlung bestand und der Burgwall erst von den eingewanderten Slawen angelegt wurde. Der Vorburgwall ist recht flach und schützte eine Fläche von ca. 8400 m². Der Wall der Hauptburg dagegen war höher und sicherte eine Fläche von ca. 8100 m². Da der Bergsporn im Norden, Osten und Westen durch steile Hänge und Niederungen gesichert war, errichteten die Slawen nur zur Südseite hin die Wallanlagen. Der Vorwall besaß zusätzlich einen ca. 10 m breiten Trockengraben. Eigenartig an der gesamten Burgfläche ist, dass sie nicht eben war, sondern einen Höhenunterschied von 10 m hat! Die Vor- und Hauptburg hatten jeweils einen höher gelegenen Westteil und einen niedriger gelegenen Ostteil. Man kann hier also von einer terrassenartigen "Ober- und Unterburg" sprechen und das jeweils für die Vor- und Hauptburg. Wie sich eine solch unebene Burgfläche nutzen ließ, ist unbekannt, dennoch scheint die Hauptburg dicht bebaut gewesen zu sein. Die heutigen Walleinschnitte sind modern, sodass sich der einstige Zugang zur Höhenburg nicht mehr genau nachvollziehen lässt. Die Burg ging in einer Feuerkatastrophe unter und wurde von nachfolgenden slawischen Generationen nicht wieder besiedelt.

Literatur: Beiträge zur Ur- und Frühgeschichte Mecklenburg-Vorpommerns. Band 25, "Zislow - Ergebnisse archäologischer Untersuchungen", 1991, Seiten: 93 - 95

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