Slawische Burganlagen in der Hansestadt Rostock (5)


Petridamm

Zwischen dem Petridamm und dem östlichem Ufer des Flusses Warnow befand sich eine slawische Siedlung, die "Roztoc" genannt wurde. Dieser Name bedeutet soviel wie: Ausbreitung/ Auseinanderfließen eines Stromes. Im Jahre 1160 wure diese Siedlung samt Burg als "urbs Roztoc"  vom dänischen Chronisten Saxo Grammaticus das erste Mal schriftlich erwähnt. Kurz danach wurde die Siedlung ein Opfer der Flammen. Grund war wohl ein dänischer Angriff auf diese Siedlung im Zuge der Wendenkreuzzüge Waldemars I. Wenige Jahre später beziehen deutsche Kaufleute und Handwerker die Gegend unweit der heutigen Petrikirche. Schnell entwickelt sich ein bedeutender Handelsplatz, der immer noch "Roztoc" heißt und sich Jahrzehnte später auch Stadt nennen darf. Wie diese einstige Slawenburg nun genau aussah kann man nicht mehr sehen, denn optisch ist von ihr nichts mehr übrig geblieben. Am gegenüber liegenden westlichen Ufer wurden slawische und frühdeutsche Scherben gefunden. Manche Wissenschaftler gehen hier von einer Siedlung, andere wiederum sogar von einer Nachfolgeburg des 12./13. Jahrhunderts aus.

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Dierkow

Am Dierkower Damm, westlich des Stadtrandes von Rostock-Dierkow, befand sich eine ausgedehnte slawische Siedlung von ca. 1,2 ha Größe. Der Ort trägt den Flurnamen "Primelberg". Seit 1856 sind Oberflächenfunde von diesem Platz bekannt. 1963 wurden etwa 20 Meter eines Bohlenwegen aus der Slawenzeit freigelegt. Dazu wurden 1966 bei weiteren Grabungen große Mengen slawischer Keramik geborgen. Heute ist die Deutung dieser Siedlung noch nichts ganz zweifelsfrei abgeschlossen. Viele gehen von einer größeren Siedlung mit überregionaler Handelstätigkeit aus, eine andere Quelle bezeichnet die Stelle sogar als Burgwall. Nach meiner Meinung muss der Ort burgwallartig ausgebaut gewesen sein, denn man erkennt auf dem Luftbild von Google Earth aus dem Jahre 2006 eindeutig den hufeisenförmigen Grundriss der über 100 m großen Siedlung. Solche Grundrisse sind eher typisch für Burgwallanlagen. Zudem ist auch hier wieder eine nordöstliche Ausrichtung des Platzes erkennbar, was auf eine kultische Bedeutung des Ortes hindeuten könnte. Vor Ort ist die alte Burgstelle nur noch an dem helleren Grasbewuchs erkennbar.

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Gehlsdorf

Bei Rostock-Gehlsdorf befand sich in der Slawenzeit ein Burgwall. Er ist heute nicht mehr zu erkennen, da er oberirdisch zerstört wurde.

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Toitenwinkel

1. Burgwall in der Niederung

Westlich von Rostock-Toitenwinkel befand sich ebenfalls in der Slawenzeit eine größere Burganlage. Sie lag inselartig auf einem leicht erhöhten Plateau inmitten von sumpfigen Wiesen und hatte eine Nutzfläche von geschätzten 2 ha. Vor Ort sind kaum noch Wallreste zu sehen. Auf dem Luftbild kann man sie aber noch gut erkennen.

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2. Burgwall Gut Toitenwinkel

Eine weitere slawische Wehranlage befindet sich nördlich des Neubaugebietes im alten Dorf Toitenwinkel. Später befand sich das Gut Toitenwinkel, sowie das Guthaus in dem Wallinneren. Der gesamte Wall ist von einem noch schwach erkennbaren Graben umgeben, der wohl auch einst Wasser führte.

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