Slawische Burganlagen in Schleswig-Holstein (39)


Bad Segeberg, Belau, Blekendorf, Bosau, Burg-Fehmarn, Duvenseer Wall, Eutin, Eutin-Sielbek, Farchau, Fresenburg, Giekau, Grammdorf, Grube, Hammer, Hassendorf, Kasseburg, Kittlitz, Klein Gladebrügge, Klempau, Alt-Lübeck, Lübeck, Moosbruch, Neuhorst, Neustadt, Neversdorf, Nütschau, Oldenburg in Holstein, Pansdorf, Plön, Pöppendorf, Ratzeburg, Scharstorf, Sirksfelde, Stendorf, Stöfs, Strenglin, Süsel, Warder


Bad Segeberg

Auf dem Bad Segeberger Kalkberg lag einst die um 1134 erbaute deutsche "Siegesburg", von der Bad Segeberg den Namen erbte. Mit großer Wahrscheinlichkeit wurde diese deutsche Burg aber auf den Resten einer älteren slawischen Anlage gebaut, da der Chronist Helmold von Bosau in seiner Slawenchronik davon spricht, dass einst der slawische Obodritenkönig Knut den Berg mit seinen Truppen "besetzte". Als die slawischen Truppen 1130 von dort vertrieben wurden, erkannten die Deutschen die strategische Lage und errichteten dort eine neue Festung. Der Kalkberg war damals noch ca. 110 m hoch und bot damit einen sehr guten natürlichen Schutz. Direkt neben dem Kalkberg liegt heute die Arena der Bad Segeberger Festspiele. Der ehemalige Burgberg wird sogar mit in die Kulissen einbezogen.

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Belau

Auf einer Landenge zwischen dem Belauer- und Schmalensee befinden sich die Reste eines slawischen Abschnittswalls. Er hat eine Länge von 50 m, eine Breite von 15 m und noch eine Höhe von 3 m. Hier ist sicherlich einmal der Standort einer kleineren Burg gewesen, die in einer natürlichen Schutzzone zwischen den Seen bestand. Sie hatte einst ein ovales Aussehen und lag in Grenznähe zu den Sachsen. Durch Beackerung ist von ihr nicht mehr viel übrig geblieben. Näheres ist zu dieser Anlage leider nicht überliefert. Man kann sie grob ins 8./9. Jahrhundert einordnen.

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Blekendorf

Als "Hochborre" wird der Rest einer slawisch später deutschen Wallanlage am "Sehlendorfer Binnensee" in Blekendorf im Kreis Plön in Schleswig-Holstein bezeichnet. Die Reste der Burg werden von der Straße von Hohwacht nach Sehlendorf/Kaköhl durchschnitten. Die ovale Burg hatte wohl ursprünglich einen Durchmesser von ca. 80 m und wurde erhöht in der feuchten Niederung nahe dem "Sehlendorfer Binnensee" angelegt. Die erste Burg wird auf das frühe 8. Jahrhundert datiert. Bei Untersuchungen stellte man ein großes Pfostenhaus von 9,5 m x 19 m fest, welches in der Mitte der Innenfläche lag. Es besaß einen äußeren Umgang und war entweder das Wohnhaus des Burgoberhauptes oder eine Kulthalle. Die Burg lag im Stammesgebiet der Wagrier und wurde von ihnen bis 1130 genutzt. Nach der Eroberung durch die Holsteiner diente sie weiter als Burg. Die erste urkundliche Erwähnung erfolgte 1478, anschließend verfiel die Burganlage.

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Bosau

 

Der frühslawische Burgwall von Bosau, genannt "Bischofswarder", befand sich auf der Landzunge einer gleichnamigen Halbinsel zwischen dem "Großen Plöner See" und dem "Bischofssee". Die Wallanlage war um die 100 m groß, annähernd oval bis hufeisenförmig und von einem breiten Graben umgeben. An der Seite zum Bischofssee war der Burgwall offen und wohl nur mit einfacheren Holzkonstruktionen befestigt. Auch an anderen frühslawischen Burganlagen jener Zeit kann man beobachten, dass sich die massiven Wallsysteme nur zu den Seiten konzentrierten, die nicht durch Höhenlagen, Seen, Flüsse oder Moore auf natürliche Weise geschützt waren. Die Anfänge der Burg Bischofswarder reichen womöglich schon in das 8. Jahrhundert (um 735) zurück, die Blütezeit aber lag im 9. Jahrhundert. Die Burg diente als typische Fluchtburg für die in der näheren Umgebung befindlichen Vorburgsiedlungen. Eine dieser Siedlungen bestand etwa 400 m jenseits der Anlage auf einem Gelände namens "Möhlenkamp". Dort bestanden zeitgleich mit dem Burgwall Grubenhäuser, die zur Wohnnutzung von Bauern dienten. Diese Siedlung bestand bis in die spätslawische Zeit hinein und war zu dieser Zeit ein Handwerkerdorf. Nördlich des Burgwalls konnte ein Pfahlfeld dokumentiert werden, das kein näheres Ergebnis zu Form und Nutzung liefern konnte. Diese Stelle wird heute als "Slawendorf" bezeichnet, dessen Charakter aber recht unklar ist und in das 8. Jahrhundert zu gehören scheint. Es bestand möglicherweise schon vor dem Burgwall. In der Burg konnte man zudem Handwerker der Kammmacherei, Eisenverarbeitung und Buntmetallverarbeitung nachweisen. Wahrscheinlich wurden die ausserhalb liegenden Siedlungen mit den handwerklichen Erzeugnissen aus der Burg versorgt. Um 900 wurde die Burg bereits aufgegeben und vermutlich nach Plön verlegt. Heute ist vom alten Burgwall fast nichts mehr wahrzunehmen. Der Wall wurde im Laufe der Jahrhunderte stark verschliffen und dient noch heute zeitweise als Kuhkoppel. Der  Wasserstand des Plöner Sees hat sich in den vergangenen Jahrhunderten immer wieder verändert, sodass man jetzt nicht mehr trockenen Fußes zur alten Burgstelle gelangen kann.

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Burg/Fehmarn

Auf der Insel Fehmarn gibt es in der gleichnamigen Stadt den Stadtteil "Burg auf Fehmarn". Nach der Einwanderung der Slawen siedelten sie sich auch auf dieser Insel an. 1075 erwähnte der Chronist "Adam von Bremen" das Eiland erstmalig. Er erzählte in seiner Hamburgischen Kirchengeschichte von den slawischen Bewohnern und von dem Reichtum der Insel an Getreide und Feldfrüchten, doch auch von der Seefahrt der Bevölkerung und der damit verbundenen Seeräuberei. Der Slawenchronist Helmold fügte hundert Jahre später hinzu:
"Um diese Zeit gab es für die Insel verschiedene Namen: Vemere vermorje (das heißt" im Meer ") Fembre Imbria Ymbria Ymbrie." Helmold erwähnte auch die ihm auffällige Gastfreundlichkeit der hier ansässigen Slawen. Um 1230 wird auch die Stadt Burg genannt. Sie führte den Namen : "to der Borch uppe Vemeren" (Burg im Meer), nach einer wohl ursprünglich slawischen, später dann deutschen Befestigung am Stadtrand, von der heute keine Überbleibsel bekannt sind.

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Duvenseer Wall

Ungefähr 3 km südwestlich des Ortes Duvensee befindet sich der Ortsteil Duvenseer Wall. Hier gab es zur Slawenzeit im 9./10. Jahrhundert eine kleinere Wehranlage. Sie hatte einen Durchmesser von 75 m. Der Wall war 10 m breit und die Innenfläche 55 m lang. Von ihr ist heute allerdings nichts mehr zu erkennen. Sie lag im Bereich der heutigen Häuser.

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Eutin

Im großen Eutiner See liegt die sogenannte Fasaneninsel. Auf ihr existierte vom 9. bis 12. Jahrhundert eine slawische Inselburg, die mit dem Festland über eine Holzbrücke verbunden war. Am Ufer gab es eine zur Burg gehörende Vorburgsiedlung. Diese Burgsiedlung trug den Namen "Utin" und stellte den Hauptort im gleichnamigen Gau dar, der zu Wagrien gehörte. 1138/39 zerstörten die Holsten diese Slawensiedlung. Die Brücke verlief vom sogenannten "Wassertempel" (auf dem Bild oben) in gerader Lienie zur Insel. Die Brückenpfeiler waren ca. 20 cm stark und wurden in die Zeit von 966 bis 1040 datiert. Man geht davon aus, dass die einstige Brücke eine Breite von 5 m und eine Länge von unter 200 m hatte.

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Eutin/Sielbek

Zwischen dem "Ukleisee", der "Lebebenau" und dem "Lebebensee" im Bereich Eutin-Sielbek befindet sich eine slawische Wallanlage. Sie wurde geschützt durch die umliegenden Gewässer angelegt. Errichtet wurde sie im 8./9. Jahrhundert und diente sicherlich in dieser Zeit als Fluchtburg für die Bewohner des Umlandes. Der noch erhaltene Wall hat eine Länge von 105 m. Die umschlossene Innenfläche beträgt 50 mal 60 m. Wann und wodurch sie aufgegeben wurde, ist hier nicht überliefert worden.

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Farchau/Ratzeburg

Um das Jahr 800 herum erbauten die Slawen an der Südspitze des Küchensees eine klassische frühslawische Höhenburg. Sie lag auf einer natürlichen Anhöhe, die heute auch als "Marienhöhe" bekannt ist. Um 1160 wurde die alte Wallburg erneut als Burg befestigt. Sie diente nun den Ratzeburger Bischöfen als Hofsitz. Ob die Burg von den Slawen durchgehend bis in das 12. Jahrhundert besiedelt wurde, ist bisher nicht bekannt. Die heutigen Wallreste umschließen eine Fläche von etwa 60 m x 40 m. Im Vorfeld lag vermutlich eine befestigte Vorburgsiedlung. Durch den Umbau der Burg im 12./13. Jahrhundert lässt sich der Umfang der früheren slawischen Burg nur schwer nachvollziehen. Höhenburgen bestanden bei den Slawen überwiegend nur in der frühslawischen Zeit. Vermutlich war die spätere Inselburg in Ratzeburg die Nachfolgeburg von Farchau.

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Fresenburg/Bad Oldesloe

Einfacher Lageplan nach R. Krüger 2017

Der Ringwall von Fresenburg gehört heute zu den besterhaltendsten slawischen Burgen in Schleswig-Holstein. Unmittelbar am Nordostufer der Trave auf einer von Niederungen umgebenen Moränenkuppe gelegen, überragt sein höchster Punkt den Wasserspiegel der Trave um 13 m. Der etwa 80 m große und noch 4 m hohe Ringwall könnte nach meiner Meinung aus der mittelslawischen Epoche stammen. Torsenken oder ein Burggraben sind leider nicht mehr erkennbar. Kleinere archäologische Untersuchungen erbrachten im nördlichen Burgbereich den Nachweis, dass noch in zwei Meter Bodentiefe Kulturschichten vorhanden sind, welche mit Tierknochen, verkohlten Rundhölzern, Keramikscherben und verziegelten Lehmbrocken durchsetzt sind. 1920 wurde am zur Trave gerichtetem Südwesthang im Bereich einer Wallrutschung das Körpergrab eines etwa acht- bis zehnjährigen Kindes festgestellt, welches ohne Beigaben in einem Holzsarg bestattet worden war. In den Jahren 1924/ 25 sollen dort drei weitere Sargbestattungen entdeckt worden sein.

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Giekau

Direkt am Ostufer des "Selenter Sees" befinden sich Wall- und Grabenreste einer Slawenburg. Man erreicht sie über das Dorf Fresendorf. Von dort aus gelangt man über den "Waldweg" zum Bodendenkmal. Durch Funde von Keramikscherben konnte man eine Besiedlung vom 8. bis 11. Jahrhundert nachweisen. Die Umrisse der Wallburg betragen 90 mal 100 m.

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Grammdorf

Circa 900 m westlich des Dorfes Grammdorf befinden sich die Überreste einer einstigen slawischen Höhenburg. Die Straßen "Alter Burgweg" und "Ziegeleiweg" führen in der Nähe vorbei. Die Wehranlage bestand noch im 12. Jahrhundert und misst 80 m im Durchmesser.

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Grube

In Grube bei Oldenburg in Holstein befand sich in der Slawenzeit ebenfalls ein Burgwall. Heute ist von ihm nichts mehr erkennbar, da er eingeebnet wurde. Er lag hinter der Gruber Kirche am früheren Gruber See, der inzwischen trockengelegt wurde. Auf alten Landkarten erkennt man aber hinter der Gruber Kirche eine kleine Halbinsel, die in den See ragte. Dort wird vermutlich der Standort der Burg gelegen haben.

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Hammer/Panten

Nahe dem Ort Hammer in Schleswig-Holstein befindet sich ein Ringwall aus der slawischen Zeit. Er liegt östlich des Ortes genau am Elbe-Lübeck-Kanal auf dem "Timmermannsberg". Im Volksmund wird die Burg auch "Steinburg" genannt. Wahrscheinlich war man sich im Mittelalter nicht mehr bewusst, wer die Anlage früher errichtet hatte. Da der Kanal in vergangenen Zeiten wohl künstlich begradigt wurde, könnte es sein, dass die Burg früher in einer Art Fluss-Sumpf- Landschaft lag. Sie war mit einem Durchmesser von ungefähr 90 m eher mittelgroß. Vielleicht lebte hier ein Lokalfürst. Schriftliche Überlieferungen oder frühere Ausgrabungen gibt es hier nicht.

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Hassendorf bei Bosau

Ungefähr 1300 m östlich von Hassendorf befindet sich ein slawischer Burgwall. Die eingliedrige Burg hatte einen Durchmesser von ca. 100 m und wurde auf einer in eine feuchte Niederung hineinragenden erhöhten Fläche angelegt. Die Burg war von einem umlaufenden Wall geschützt. Im Norden und Nordwesten trennt ein Graben die Burg von einer Hochfläche ab, im Süden schirmt ein niedrigerer Wall die Burg von der Niederung ab. Anhand der gemachten Keramikfunde und der Anlage der Burg, ist von einer slawischen Burg des 9. und 10. Jahrhunderts auszugehen. Eine spätere Nutzung der Anlage erscheint unwahrscheinlich, da es keine derartigen urkundlichen Erwähnungen gibt. Die Burg ist über eine den alten Burggraben querenden Brücke heute zugänglich. 

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Kasseburg

Gut einen Kilometer nordöstlich von Kasseburg im Kreis Herzogtum Lauenburg liegt ein alter slawischer Burgwall, genannt der Runwall. Seine Wälle sind leider schon stark eingeebnet, aber anhand des Baumbewuchses ist er auf Luftbildern noch sehr gut zu erkennen. Die einstigen Bewohner legten diese Burg schon in der älteren Slawenzeit des 8. Jahrhunderts in einer Niederung an. Die Burgfläche ist eingliedrig, oval und gute 80 Meter groß. Die Burg lag im Stammesgebiet der Obodriten und dürfte den Sitz eines Adligen oder einen Rückzugsort in Notzeiten dargestellt haben.

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Kittlitz

Die Ruinen einer slawischen Burg liegen auf einem natürlichen Geländesporn am "Dutzower See". Die Burg war einst durch offenes Wasser und sumpfiges Gelände von allen Seiten gut geschützt. Die Wälle wurden leider im Laufe der Zeit stark abgetragen und haben heute nur noch eine Höhe von 2,6 m. Die Burg ist jetzt noch 53 mal 73 m groß. Im südlichen Teil der slawischen Anlage fand man die meisten Keramikscherben aus dem 10. und 11. Jahrhundert. Hier befand sich auch der Zugang in Form einer Holzbrücke oder eines Bohlenweges. Bei einer Grabung im Jahr 1960 auf der gegenüberliegenden Halbinsel im See fand man ebenfalls Keramik, die der in der Burg stark gleicht. Daher nimmt man an, dass hier eine Siedlung bestand, die zu der Burg gehörte. Vielleicht führte eine Brücke an einer Engstelle des Sees zu der Ringburg. Die Halbinsel mit der Siedlung liegt heute in Mecklenburg-Vorpommern, der Burgwall von Kittlitz in Schleswig-Holstein. Nach der Christianisierung des Gebietes entstand 1,5 km weiter südöstlich das Dorf Kneese im 12./13. Jahrhundert. Man vermutet, dass dieses Dorf aus der einstigen slawischen Siedlung samt Burg entstand, nachdem man die älteren Anlagen aufgeben musste. Einen kleinen Blog zum Burgwall findet ihr hier!

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Klein Gladebrügge

Klein Gladebrügge liegt im Landkreis Segeberg in Schleswig-Holstein. Im Jahre 1177 wurde der Ort erstmals schriftlich erwähnt, jedoch war er bereits in slawischer Zeit intensiv besiedelt wie Funde einer Slawenburg anzeigten. Diese wurde durch Ausgrabungen  Anfang der 1980 er Jahre bereits untersucht und ist demnach um das Jahr 900 herum zerstört worden. Man bezeichnet sie heute als "Ohlenborg". Von ihr ist heute nichts mehr oberirdisch erhalten. Sie lag direkt an der Tave westlich des Ortes und war so ideal auf natürliche Weise geschützt. Man kann sie zu den Burgen der slawischen Wagrier zählen.

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Klempau

Ungefähr 1,1 km nördlich der Siedlung Klempau im Landkreis Herzogtum Lauenburg befindet sich eine kaum noch sichtbare altslawische Burganlage. Man kannte sie vor einigen Jahren noch nicht, bis ein Amateurforscher sie anhand von Luftaufnahmen ausfindig machen konnte. Durch jahrelange Ackerbewirtschaftung wurde sie sehr in Mitleidenschaft gezogen. Trotzdem kann man erkennen, dass sie einst aus einer kleineren Haupt- und einer etwas größeren Vorburg bestand. Durch den Bau der A 20 konnte weiter nördlich ein Zugangsweg zur Burg durchs Moor freigelegt werden. Dieser Bohlenweg stammt aus dem 8. bis 9. Jahrhundert und wurde mehrere Male erhöht und erneuert. Die Umgebung der Anlage muss daher immer schon sehr feucht gewesen sein. Da die kleinere Hauptburg nordöstlich der größeren Vorburg ausgerichtet war, ist in der Hauptburg ein Kultbau zu vermuten. Die Burg hat eine aufällige Ähnlichkeit mit dem Burgwall Kieve in Mecklenburg-Vorpommern. Auch dort ist ein kleinerer Burgwall einem größeren nach Nordosten vorgelagert. Beide bestanden zeitgleich im 8.-9. Jahrhundert. Die Burg bei Klempau dürfte allerdings im 9. Jahrhundert aufgegeben worden sein. In Mecklenburg-Vorpommern hatte dieser Burgentyp seine Blütezeit anscheinend im 9. bis 11. Jahrhundert. Beispiele für nach Nordosten vorgelagerte kleinere Burgen oder Heiligtümer findet man in Kieve, Feldberg, Plöwen, Rethra (Fischerinsel Neubrandenburg), Kap-Arkona usw. (alle Mecklenburg-Vorpommern).

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Lübeck/Alt-Lübeck

Der Burgwall von Alt-Lübeck war einst eine bedeutende obodritische Burganlage des 11./12. Jahrhunderts und gleichzeitig der Vorgänger der Hansestadt Lübeck. Die Anfänge dieser Burg reichen bis in die Jahre 817 bis 819 zurück, wie Dendrodaten und Keramikscherben des Sukower- und Feldberger Typs belegen. Zu dieser Zeit handelte es sich aber wahrscheinlich nur um eine normale Burganlage, die noch keinen burgstädtischen Charakter besaß. Die Wehranlage wurde strategisch günstig auf einer Halbinsel zwischen Schwartau und Trave angelegt. Westlich der Burg befand sich eine natürliche Erhebung mit einer offenen Siedlung, von der aus man über eine hölzerne Brücke zum Burgwall gelangen konnte. Am Südrand dieser Vorburgsiedlung bestand wahrscheinlich schon ein kleiner Bootshafen. Funde deuten darauf hin, dass der Burgwallort bereits im 9. Jahrhundert eine beachtliche Bedeutung im Fernhandel besessen hat. Erstaunlicherweise verlor der Ort im späten 9. bis späten 10. Jahrhundert seine Bedeutung und wurde möglicherweise sogar ganz verlassen. Erst im 11. Jahrhundert wurde der Burgwall samt den umliegenden Siedlungen wieder aufgebaut und erlebte eine neue Blütezeit. Es entstanden neue Kaufmanns- und Handwerkersiedlungen und auch christliche Institutionen konnte man durch Grabungen nachweisen. Wahrscheinlich entstand im Burgwall eine erste hölzerne Kirche unter dem christlichen Obodritenfürsten "Heinrich von Alt-Lübeck", der sich im Jahr 1093 nach der Schlacht von Schmilau die Herrschaft im Obodritenland sicherte und in dieser Burg residierte. Heinrichs Reich wuchs mit der Zeit immer weiter an. Gebiete der Lutizen, Kessiner, Zirzipanen, Pommeranen, Heveller und Sprewanen unterstanden ihm. Einen Angriff der slawischen Ranen auf Alt-Lübeck im Jahr 1100 konnte er erfolgreich abwehren. Sein Sohn Waldemar wurde 1123 von den Ranen ermordet, woraufhin Heinrich einen Winterfeldzug nach Rügen unternahm. Die Priester der Ranen kauften sich mit einer sehr hohen Summe frei. 1126 erlaubte Heinrich, dass sein Land missioniert werden darf und stellte dafür sogar die Kirche in Alt-Lübeck zur Verfügung, die mittlerweile schon aus Stein erbaut war. 1127 verstarb Heinrich, andere Quellen behaupten, dass er wegen seiner Christianisierungsversuche von aufständischen Slawen ermordet worden sei. Bald darauf wurde der Burgort an der Trave komplett aufgegeben und flussaufwärts in den Bereich der heutigen Altstadtinsel von Lübeck verlegt. Das Gelände der ehemaligen Burg Alt-Lübeck liegt heute als ausgeprägter Hügel südlich des Bahndamms in den Niederungsflächen der Trave. Sein Umfeld ist durch die vielfältigen Eingriffe in den Verlauf von Trave und Schwartau verändert worden. Der Burghügel wird als Grünland beweidet und ist sehr stark verschliffen. Kleinflächige, am Rande angesiedelte Röhrichtflächen weisen auf den einst ausgesprochen feuchten Standort hin. Der slawische Name der Burg war "Liubice", was soviel wie "die Liebliche" bedeutet. Ein Gedenkstein, sowie die wiederhergestellten Fundamentreste der einstigen Steinkirche, sind vor Ort noch vorhanden.

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Lübeck/Bucu

 

Die Burg "Bucu" wurde wahrscheinlich gegen Ende des 7. Jahrhunderts oder Anfang des 8. Jahrhunderts errichtet. Als der Slawenfürst "Gottschalk" 1066 in Lenzen erschlagen wurde, übernimmt "Kruto" nach harten Kämpfen die Herrschaft in "Wagrien". Er vernachlässigt den Ort "Liubice" und konzentriert sich traveaufwärts auf einen Werder zwischen Trave und Wakenitz, am Ort des späteren Burgklosters, auf die Wallburg "Bucu". Die wirtschaftlichen Funktionen werden gegen 1127 von "Liubice" auf den Stadthügel "Bucu" verlegt. 1143 gründete Adolf II. an dieser Stelle die heutige Stadt Lübeck. Ende des 19. Jahrhunderts wurde die Halbinsel durch den Bau des Elbe-Lübeck-Kanals und den Durchstich vor dem Burgtor mit der gesamten Lübecker Altstadt zur Insel. Die Anlage ist überbaut worden und heute nicht mehr erkennbar.

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Moosbruch

Westlich von Moosbruch bei Sipsdorf-Lensahn befindet sich eine ehemalige slawische Ringburg. Sie wird heute im Volksmund "Sipsdorfer Schanze" genannt. Das wohl interessante an ihr ist, dass sie heute bewohnt wird. Die Größe der Anlage beträgt ca. 120 mal 140 m. Man vermutet, dass die Slawen hier schon vor dem Jahr 800 diese Wehrburg anlegten. Sie gehörte dann in die Zeit der großen Fluchtburgen, die bei kriegerischen Auseinandersetzungen den Menschen Schutz bot.

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Neuhorst

Unmittelbar östlich der heutigen Strasse nach "Neuhorst am Wall" befindet sich eine gut erhaltene frühslawische Ringwallanlage aus der frühen Slawenzeit. Sie wurde im 8. Jahrhundert vom slawischen Stamm der Polaben erbaut. Die etwa 90 m große Burg lag auf einer natürlichen Anhöhe, die von Niederungen umgeben war. Damit kann man hier von einer Höhenburg sprechen. Der Wall ist bis heute etwa 5 bis 6 m hoch erhalten geblieben. Die Befestigung überragt die ca. 60 m große innere Burgfläche um etwa 3 m. Im Volksmund nennt man den Burgwall heute auch den "Oldenburger Wall" (Olde Burg = Alte Burg). Der Durchstich an der heutigen Ostseite ist neuzeitlich, ebenso die schräge Rampe an der Südwestseite. An der Südseite des Walles wurde ein Teil abgetragen. Das ehemalige Zugangstor lag möglicherweise im Bereich einer Senke im südwestlichen Wallbereich. In den Jahren 1911 und 1949 wurde der "Oldenburger Wall" archäologisch untersucht. Nachgewiesen wurden zwei Kulturschichten, die durch eine Brandschicht voneinander getrennt waren. In zwei Abfallgruben lagen Knochen von Rind, Schwein und Ziege sowie Scherben slawischer Tongefäße des 8. bis frühen 9. Jahrhunderts. Das Institut für Geowissenschaften der Universität Kiel führte geomagnetische Messungen durch. Hierbei stellte sich heraus, dass im Innenbereich der Burg keine Gebäude gestanden haben. Zwischen dem "Oldenburger Wall" und dem westlich gelegenen "Oldenburger See" lag eine unbefestigte slawische Siedlung, die mit der Burg gleichzeitig bestanden hat. In Kriegszeiten konnten ihre Bewohner Zuflucht innerhalb des Ringwalles suchen. Derartige Höhenburgen des 8./9. Jahrhunderts bestanden vor allem im Wilzengebiet in Ostmecklenburg. Diese gingen alle um/nach 850 unter. Wann der Burgwall Neuhorst "Oldenburger Wall" aufgegeben wurde ist unbekannt, dürfte aber auch in jener Zeit anzusiedeln sein. Ab dem späten 9. bis 12. Jahrhundert entstanden fast ausschließlich Niederungsburgen. Vermutlich hatte dies mit damaligen militärischen Gegebenheiten zu tun. Höhenburgen waren leichter angreifbar, daher verlegte man die neuen Burgen in schwer zugängliche Moore, Sümpfe oder auf Inseln.

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Neustadt

Lage der Burg auf der Insel "Burg", nach R. Krüger 2017

Auf der ehemaligen Insel "Burg" im Neustädter Binnenwasser befand sich einst eine slawische Ringwallanlage. Hier siedelten damals die Wagrier, die zu den Obodriten gehörten. Ihre Wallanlage war 60 mal 70 m groß und noch 1 bis 2,5 m hoch. Sie stellte einen lokalen Fürstensitz dar. Heute ist davon allerdings nichts mehr sichtbar.

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Neversdorf

Im "Neversdorfer See" befindet sich eine kleinere Insel, die im 11. und 12. Jahrhundert eine slawische Burganlage trug.  Viele Sagen und Legenden ranken sich um diesen Ort. So soll sich hier einst eine alte Schule befunden haben, zu der die Kinder mittels eines Bootes gebracht wurden. Eindeutig nachgewiesen ist nur die Slawenburg durch Keramikfunde. Wallreste sind erhalten geblieben. In der Slawenzeit lag diese Burg sehr weit im Westen des Obodritenlandes.

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Nütschau

Nur 1,8 km weiter nordwestlich vom Altfresenburger Burgwall befindet sich die sogenannte "Nütschauer Schanze" auf einem natürlich, bewaldetem Plateau. Es handelt sich dabei um eine bogenförmige Ringwallanlage von ca. 80 m Durchmesser und 2,5 m Höhe über Innenfläche. Noch heute kann man drei Tore erkennen. Bei Ausgrabungen konnte man feststellen, dass diese Burgtore ca. 3 m breit waren und aus massiven viereckigen Pfosten bestanden. Ob die Burg sächsischen oder aber slawischen Ursprunges ist, bleibt unklar. Man traf auf wenige slawische Scherben des 7. bis 8. Jahrhunderts. Die Burg lag in unmittelbarem Grenzgebiet zwischen Slawen und Sachsen an der Trave. Es kann sich auch um eine sächsische Burg handeln, die zeitweise von Slawen besetzt war. Die Burg ging auf jeden Fall in einer Feuersbrunst unter.   mehr Infos

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Oldenburg/Holstein

  

In Oldenburg in Holstein lag die Hauptburg des wagrischen Stammes der Obodriten. Sie war kontinuierlich bis in spätslawische Zeit (11. bis Mitte 12. Jahrhundert) besiedelt. Die Burg besaß einen günstigen Anschluss an das früh- und hochmittelalterliche Verkehrsnetz, und zwar durch Landwege. Außerdem hatte sie durch den Oldenburger Graben, eine natürliche Senke, den doppelten Zugang über Wasser nach Osten und Westen zur Ostsee. Von dieser Verkehrslage dürfte auch das Umland profitiert haben. Das Gebiet nördlich und südlich des Oldenburger Grabens zeichnet sich nach den archäologischen Funden und der Ortsnamenkunde durch die Dichte seiner Besiedlung aus. Zur Zeit werden einige offene Siedlungen der slawischen Zeit der Region archäologisch untersucht, um einen besseren Einblick in die Struktur landnahmezeitlicher und nachfolgender ländlicher Siedlungskomplexe im Umfeld früher Burgwälle zu erhalten. Von den frühen Mittelpunktorten des Obodritenlandes, das sich im Osten bis hin zur Wismarer Bucht, dem Schweriner See und der oberen Warnow erstreckte, ist Starigard/Oldenburg am besten erforscht. Der Chronist Helmold von Bosau hat in Kapitel 12 seiner Slawenchronik die Lage dieses Ortes treffend charakterisiert und zugleich eine Namensdeutung gegeben. "Jenes Oldenburg, das in slawischer Sprache Starigard heißt, nämlich die alte Burg, liegt im Wagrierlande am Westteil des Baltischen Meeres und ist der äußerste Punkt Slawiens." Die mächtige zweiteilige Befestigung liegt als unübersehbares Bodendenkmal inmitten der heutigen Stadt Oldenburg. Sie stellt zusammen mit dem Wallmuseum - dort sind Funde und Befunde der langjährigen Ausgrabungen in der Burg und in vergleichbaren Anlagen der slawischen Nachbargebiete ausgestellt - ein attraktives Besucherziel dar. In der heute restaurierten Form entspricht sie jedoch der landesherrlichen Doppelburg und dem Sitz des Vogtes im 13. Jahrhundert, also einem Baustadium nach dem Ende der slawischen Besiedlung, die bereits um die Mitte des 12. Jahrhunderts aufhörte. Die älteste Anlage aus der Zeit um 700 bestand aus einem einfachen Ringwall, der in den Jahren um 800 nach Osten erweitert wurde. Große Pfostenbauten des 9. und 10. Jahrhunderts im östlichen Teil werden als Herrenhof und Sitz der Obodritenfürsten interpretiert. Ihre Hofhaltung richtete sich in Bauweise, im Handwerk, in der Kultur und im Gefolgschaftswesen an karolingischem Vorbild aus. Die Holzbauten stellen Nachahmungen von Steinbauten karolingischer Pfalzen dar. Die Anlehnung an karolingisches Vorbild führte jedoch nicht sofort zur völligen Annahme des Christentums. Die Taufe des Obodritenherrschers Slavomir im Jahre 822 blieb offenbar für die Annahme des Christentums durch die Obodriten folgenlos. Erst nach 934 - dem historisch überlieferten Taufjahr eines namentlich nicht bekannten Obodritenfürsten - oder um die Mitte des 10. Jahrhunderts wurde das Hauptgebäude des Herrenhofes von Oldenburg in eine Kirche umgewandelt. In ihrer Nähe ließen sich die Angehörigen der Oldenburger Oberschicht als deutliches Zeichen für ihren christlichen Glauben bestatten. Die Kirche ist wohl nicht mit der bischöflichen Kirche des 972 gegründeten Bistums zu identifizieren, sondern eher als Eigenkirche des Burgherrn zu interpretieren. Das Ende von Kirche und Gräberfeld fiel in das ausgehende 10. Jahrhundert und hing mit slawischen Aufständen seit 983 zusammen, die sich gegen das Christentum und die deutsche Oberherrschaft richteten. Nach der Zerstörung wurde die Kirche durch ein heidnisches Heiligtum ersetzt, in dessen Umkreis einige Schlachtopfer dargebracht wurden. Oldenburg und Groß Raden mit seinem Tempel im westlichen Mecklenburg vermitteln aufgrund archäologischer Forschungen bislang als einzige Orte Einblicke in das religiöse Leben und die Auseinandersetzung zwischen Heidentum und Christentum. Wichtige historische Brennpunkte, wie die Mecklenburg, die Brandenburg und Havelberg im äußersten Nordwesten des Slawenlandes lieferten in dieser Hinsicht noch keine Ergebnisse. Neben -oldenburg behielten die alten obodritischen Hauptburgen Mecklenburg und Ilow, beide schon im 8. Jahrhundert vorhanden, ihre Bedeutung bis zu den sächsisch-slawischen Kämpfen im fortgeschrittenen 12. Jahrhundert. Die Handelssiedlung Reric bei Groß Strömkendorf wurde jedoch schon zu Beginn des 9. Jahrhunderts durch den dänischen König Göttrik zerstört und dann aufgegeben. Heute sind die Wälle der Oldenburg alle gut sichtbar und teilweise noch bis zu 18m hoch.

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Wallmuseum:

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Pansdorf

Auf der östlichen Seite der Schwartau wurde vor etwa 1200 Jahren von den Slawen ein mächtiger Burgwall errichtet, der zum Schutz der Bewohner diente. Er erhebt sich ca. 20 m über das Flusstal und bietet besonders in den kälteren, vegetationsärmeren Zeiten eine eindrucksvolle Erscheinung. Wie die meisten anderen slawischen Burgwälle dieser Zeitepoche hat er einen Durchmesser von etwas mehr als 100 m. Die Wallhöhe beträgt noch 5-8 m über dem umgebenden Gelände. Im südlichen Teil befand sich ein Tor, durch welches man in den Innenbereich eintreten konnte. Im Süden lag auch die Vorburgsiedlung, worauf der alte Flurname „Ohlborg“ hinweist. In den Jahren 1927 bis 1929 führte eine Gruppe junger Lehrer unter der Anleitung von C. Rothmann Ausgrabungen durch, zu denen jedoch Teile der Dokumentation fehlen. Auch die Lage der Schnitte ist nicht genau gesichert. Das aufgefundene Material, vor allem Scherben von Keramikgefäßen, stützt jedoch die Annahme, dass es sich um eine slawische Burg handelt und lässt eine genauere Datierung in das 8. und 9. Jahrhundert zu. Dieser Burgwall ist also eine klassische Fluchtburg der altslawischen Zeit. Wer sich diesen Wall gerne mal näher ansehen möchte, muss leider zu Fuß aus von Pansdorf seine Erkundung starten. Der ehemalige Siedlungsplatz ist nicht mit dem Auto zu erreichen, wird aber durch Hinweisschilder vom Dorf aus begleitet. Die Luftlinie von Pansdorf zum Burgwall beträgt ca. einen Kilometer in westliche Richtung.

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Plön

Vor mehr als 1000 Jahren wurde die Inselburg "Plune" von einem unbekannten slawischen Fürsten errichtet. Im Jahre 1075 lockte der Slawenfürst "Kruto" durch eine List den Nakoiden "Budivoy" auf die Inselburg und belagerte ihn und seine Begleiter. Als sich die Belagerten unter dem Versprechen des freien Geleits ergaben, ließ er sie erschlagen. Um 1127/29 erwähnen die Quellen einen Slawenfürst namens "Knut" in der Burg, der von seinem Bruder "Sventipolk" erfolglos belagert wurde. Bei Ausgrabungen auf der Insel fand man Keramik des 10. bis 12. Jahrhunderts. Auch Brückenhölzer konnte man nachweisen, die auf eine etwa 100 m lange Verbindung mit dem Festland schließen lassen. Endgültig erobert wurde die Inselburg von den Holsten im Jahre 1139. Bis dahin war die Burg Sitz der jeweiligen Fürsten der slawischen Wagrier, einem Teilstamm der Obodriten. Nach dem Untergang der letzten slawischen Inselburg errichteten die Deutschen einen Marktplatz auf dem Eiland. Wenige Jahre später entstand dort eine deutsche Inselburg, die man im Jahre 1173 auf den Bischofsberg (dem heutigen Schlossberg in Plön) verlegte. Die Insel war bis in das 19. Jahrhundert durch den Anstau des Plöner Sees vollständig überflutet und geriet so in Vergessenheit. Durch das Absenken des Sees ist die Insel wieder zum Vorschein gekommen. Wallreste sind wahrscheinlich durch die Überflutung gänzlich abgetragen worden.

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Pöppendorf

Der gewaltige Ringwall von Pöppendorf wurde am Nordende eines natürlichen Höhenrückens errichtet. Im Nordosten grenzt noch heute eine feuchte Niederung an. Zur Burgzeit war der ganze Höhenrücken von feuchten Wiesen oder Sümpfen umgeben. Der Durchmesser der Anlage beträgt etwa 100 m. Der Höhenunterschied der Burg zu der Umgebung beträgt 8 bis 12 m. Die Innenfläche der Wallburg liegt 3 bis 6 m tiefer, als die Wallkrone. Die Höhe des Ringwalls ist im Nordosten in Richtung der feuchten Niederung niedriger. Nach Nordosten ist auch das einzige Tor ausgerichtet. Der Ringwall wurde vermutlich im 8. Jahrhundert durch die "Wagrier", einem Teilstamm der Obotriten, errichtet und war im Jahr 1000 sicher schon verlassen. Die der Burg zugehörige Siedlung befand sich direkt im Südwesten auf dem gesamten Höhenrücken. In etwa 700 m Entfernung befinden sich einige zu der Siedlung gehörende Grabhügel. Heute führt die Straße "Am Ringwall" zum noch sehenswerten Bodendenkmal.

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Ratzeburg

 

Die Stadt Ratzeburg leitet ihren Namen von der slawischen "Racesburg" des Polabenfürsten "Ratibor", genannt "Ratse", ab. Dieser Fürst residierte hier im frühen 11. Jahrhundert in der wahrscheinlich von ihm in Auftrag gegebenen Inselburg. Diese Burg wurde erstmals in einer in Worms ausgestellten Urkunde im Jahre 1062 erwähnt. Darin wird erwähnt, dass "Ratse" die Burg dem Billungerherzog "Ordulf" schenkte. Die slawische Göttin "Siwa" soll in der Burg verehrt worden sein. Auch Adam von Bremen erwähnt 1076 das damals slawische Ratzeburg bei seiner Beschreibung des Todes von Ansverus am 15. Juli 1066 auf dem Rinsberg bei Einhaus über dem Ratzeburger See. 1066 gab es nämlich einen großen Slawenaufstand gegen die Sachsen, bei dem viele schon bestehenden christlichen Kirchen teilweise zerstört und viele Geistliche getötet wurden, wie eben auch der 28 jährige Ansverus. In drei Anläufen erfolgte dann die Christianisierung. Die Stadtgründung und endgültige Etablierung des Bistums erfolgte 1154 durch Heinrich den Löwen. An Heinrich von Bodewide, den ersten Grafen von Ratzeburg, erinnert ein Gedenkstein, der nach 1163 aufgestellt wurde. Der Stein befindet sich auf der Dominsel, auf der sich auch die einstige Slawenburg befand.

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Scharstorf

Im östlichen Teil des "Scharsees" befindet sich auf einer gabelförmigen Landzunge eine slawische Burganlage samt befestigter Vorburg. Diese Landzunge ragt ca. 350 m halbinselartig in den See hinein. Im Südteil dieser Halbinsel befindet sich die einstige ovale Hauptburg. Sie hat heute noch eine Ausmaße von 65 m bis 70 m. Der stark verschliffene Wall hat eine Breite von 8 m bis 12 m und eine Höhe von nur noch einem Meter. Archäologische Grabungen konnten nachweisen, dass anstelle des Vorwalles zuerst nur ein leicht befestigter Flechtwerkzaun als Annäherungshindernis diente. Der danach errichtete mächtige Vorburgwall ist heute bis zu 2,5 m hoch und 150 m lang erhalten geblieben. Das ehemalige Vorburgareal war etwa 1,1 ha groß und beherbergte Wohnhäuser in Blockbautechnik, rechteckige Grubenhäuser, Freiluftherde und Speicherbauten. Ein geschotteter Dammweg führte durch das Vorburggelände zum Burgwall. Die Seeseiten der Vorburg waren anscheinend auch durch leichte Befestigungen gesichert. Neben mittelslawischen Keramikscherben wurden ein Holzspaten und Eisengeräte zur Holzbearbeitung geborgen. In der Siedlung bearbeitete man Eisen, ging Textil- und Töpferarbeiten nach und schnitzte Geweih und Knochen. Ein kleines Holzidol mit  geschnitztem Kopf deutet auf religiöse Betätigung in der Burgsiedlung hin. Der lokale Adel wird durch den Fund eines Reitersporns angezeigt. Das Handwerk in der Vorburg diente anscheinend nur zur Selbstversorgung. Im Verlauf des späten 10. Jahrhunderts dürfte der Ort aufgegeben worden sein. Es besteht eine auffallende Ähnlichkeit mit dem Burgwall von Groß Raden (Mecklenburg-Vorpommern), der in der gleichen Zeit existierte.

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Sirksfelde

Die Burganlage "Wallberg" auch "Sirksfelder Schanze" genannt ist ein slawischer Ringwall aus dem 8./9. Jahrhundert. Mit etwa hundert Meter Durchmesser liegt dieses archäologische Denkmal etwa einen Kilometer südlich des Ortes, westlich neben der L200. Auf Grund archäologischer Funde wurde festgestellt, dass die Grenzburg wohl nur kurz genutzt wurde. Unklar ist, ob mit der Grenzfestlegung des Limes Saxoniae um 810 die Burg an Bedeutung verlor.

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Stendorf

Ungefähr 600 m nordwestlich vom kleinen Dorf Stendorf liegen die Überreste einer wahrscheinlich slawischen Burganlage. Zeitlich konnte man sie bisher nicht einordnen, da noch keine Untersuchungen vor Ort stattgefunden haben. Sie wurde auf einen kleinen natürlichen Berg angelegt und kann nicht sehr groß gewesen sein. Heute ist der gesamte Hügel bewaldet.

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Stöfs

1. Alte Burg

Auf einem bewaldeten Höhenzug am südwestlichen Ufer des großen Binnensees befinden sich die Reste einer großen Wallburg. Dieser Höhenzug ist auf der einen Seite durch den See umgeben, auf der anderen Seite umspült ihn der Fluss Kossau, der dann auch in den See mündet. Damit war diese einstige Burg sehr gut geschützt. Ausgrabungen haben hier nie stattgefunden und es ist auch nicht bekannt, wer diese Anlage einst errichtete. Zu vermuten ist aber eine ganz alte slawische Fluchtburg, die kurz nach der Einwanderungszeit im 7./8. Jahrhundert angelegt worden ist und nicht über das 9. Jahrhundert hinaus bestand. Die Burg verfügt über halbkreisförmige Doppelwallanlagen. Der Gesamtdurchmesser beträgt ca. 210 m zwischen den äußersten Wallbefestigungen. Am südwestlichen Ende des Burgwalles befinden sich Hügelgräber, die wahrscheinlich in die Burgzeit gehören.

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2. Abschnittswall

Auf dem gleichen Höhenrücken befindet sich gute 700 m weiter nordöstlich eine weitere Burganlage. Sie ist allerdings nicht so groß und hat nur einen Abschnittswall von noch 1,5 m Höhe mit davor liegendem Graben vorzuweisen. Allerdings wurden hier schon mittelslawische Scherben des 9./10. Jahrhunderts gefunden. Somit bestand diese Wallburg nach Aufgabe der "Alten Burg". Interessant ist die Lage der Burg. Sie befindet sich ganz am nordöstlichen Ende des Höhenrückens. Hier fällt das Gelände zum See hin stark ab. Ähnliche Anlagen findet man am Kap Arkona auf Rügen, oder in Feldberg, ebenfalls in Mecklenburg-Vorpommern. Möglich ist hier also eine Art Kultburg, die oft nach Nordost bis Ost ausgerichtet waren.

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Strenglin

Ungefähr 1600 m west-süd-westlich des Dorfes Strenglin befinden sich die Reste einer slawischen Burg aus dem 9. Jahrhundert. Sie ist auf dem Luftbild deutlich zu erkennen. Sie hat heute noch einen ovalen Durchmesser von 110 bis 140 m. Diese Anlage dürfe zum Stamm der "Wagrier "gehört haben, die wiederum zu den Obodriten gehörten.

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Süsel

Der Burgwall liegt am Nordufer des "Süseler Sees". Die Hauptburg misst etwa 70 bis 95 m Durchmesser. Der Wall wurde allerdings im 19. Jahrhundert größtenteils abgetragen, sodass er heute nicht so eindrucksvoll wirkt wie zur Slawenzeit. Damals war er ca. 8 m hoch. 60 m von der Hauptburg entfernt liegt ein bogenförmiger, jedoch ebenfalls stark abgeflachter Vorwall, der die Vorburg gegen das nördlich anschließende flache Gelände schützt. Ausgedehnte Untersuchungen haben innerhalb der Burg noch nicht stattgefunden, Lesefunde stammen aber aus allen slawischen Besiedlungsphasen. Spätslawische Keramik (11./12. Jahrhundert) ist dabei nur spärlich vertreten. Der Burgwall wurde vermutlich im 9./10. Jahrhundert angelegt und stellte einen Herrschaftssitz eines lokalen Fürsten dar. Für kurze Zeit tritt der Burgwall im 12. Jahrhundert noch einmal ins Licht der Geschichte: Helmold von Bosau berichtet in seiner Slawenchronik von einem Überfall der Slawen auf friesische Kolonisten, die in der Mitte des 12. Jahrhunderts von Graf Adolf II. von Schauenburg zur Besiedlung ins Land geholt worden waren. Der verlassene mittelslawische Burgwall wurde vermutlich von den Friesen kurzzeitig als Burg reaktiviert und neu befestigt.

„Als die Slawen das Land Wagrien nach Belieben mißhandelt hatten, kamen sie zuletzt in den Bezirk Süsel, um die dortige Friesensiedlung zu verheeren, die man auf mehr als 400 Männer anschlug. Bei Ankunft der Slawen fanden sich aber kaum hundert in der kleinen Befestigung, da die übrigen in die Heimat zurückgekehrt waren, ihr dort hinterlassenes Vermögen zu ordnen. Nachdem nun in Brand gesteckt war, was außerhalb lag, drohte denen innerhalb der Feste eine erbitterte Belagerung: 3000 Slawen bedrängten sie hart den ganzen Tag über, den sicheren Sieg vor Augen, während sie ihre letzte Hoffnung darauf setzten, den Kampf hinzuziehen. Sobald die Slawen aber sahen, daß ihnen kein unblutiger Sieg winkte, versprachen sie den Friesen Leben und Gesundheit, wenn sie aus der Feste kämen und die Waffen ablieferten. Da begannen einige der Belagerten nach Übergabe zu verlangen, um ihr Leben zu retten. Ihnen trat der wackere Priester entgegen und sagte: ‚Was wollt ihr tun, Männer? Meint ihr durch Übergaben das Leben zu retten? Meint ihr, die Barbaren halten Wort? Landsleute, ihr irrt, das ist ein törichter Gedanke! Wißt ihr nicht, daß unter allen Einwanderern kein Stamm den Slawen verhaßter ist als die Friesen? Wirklich, unser Geruch ist ihnen Gestank! […] Stoßt eure Schwerter, die sie von euch fordern, zuvor in ihr eigenes Mark und seid die Rächer eures Blutes. Euren Todesmut sollen sie schmecken und nicht ohne Blutzoll siegreich heimkehren!’ Mit diesen Worten zeigte er ihnen sein unverzagtes Herz, warf sich vor das Tor und schlug mit einem einzigen Gefährten Scharen von Feinden zurück. […] Das erfuhr der Graf, er sammelte ein Heer, um die Slawen zu bekämpfen und aus seinem Lande zu vertreiben. Auf die Kunde hiervon kehrten die Slawen zu ihren Schiffen zurück und fuhren mit den Gefangenen und der reichen Habe davon, die sie im Lande der Wagrier erbeutet hatten.“

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Warder

Im "Wardsee", etwa 150 m südöstlich der Kirche in Warder, liegt eine sehr kleine, mit Eschen bestandene Insel. In slawischer Zeit befand sich hier eine noch sichtbare Wallbefestigung. Mit einem Innendurchmesser von 30 mal 42 m war sie auffallend klein. Man vermutet daher eine besondere Aufgabe in der Anlage, z.B. eines Herrensitzes. Später lag auf der Insel vielleicht das von Helmold von Bosau überlieferte "Nezenna". Dabei handelte es sich um einen von zwei Edelhöfen des damaligen Bischofs Wago aus dem 10. Jahrhundert. Slawisch "Nincina" bedeutet Insel und entspricht dem deutschen Wort "Warder" für Insel.

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